Eowyn
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Es war einmal eine nicht mehr ganz junge Frau. Die wohnte mit Mann und Hund am Meer. Jeden Morgen ging sie mit Ihrem Mann und Hund am Strand spazieren. Und dachte sich dabei immer und immer wieder, wie schön es hier doch war im Vergleich zur lauten, hektischen und stickigen Großstadt, in der sie vorher gelebt hatte. hier war es sonnig, es wehte eine leichte Brise und sie sah hinaus aufs Meer. Dort lag ein Boot vor Anker, von dem gerade ein paar Schnorchler ins Wasser sprangen.
Während der Hund den Möwen nachrannte, wandte sie sich an ihren Mann: "Ich muss Dir was sagen..." `Ich wollte schon immer mal schnorcheln, aber ich habe es noch nie getan.` Er räusperte sich und sagte ja. Sie darauf ich bin hier so glücklich wie noch nie zuvor und trotzdem hab ich das Gefühl, es braut sich was zusammen.
In den letzten Tagen warst du fröhlich... irgendwie jedoch etwas zu fröhlich, unangemessen fröhlich, grundlos fröhlich, ... irgendwie... je mehr ich drüber nachdenke, wirkte deine Fröhlichkeit nicht natürlich."
Sie liefen weiter und er sah sie nur aus dem Augenwinkel an. Innerlich schüttelte es ihn, doch vielleicht musste er einfach endlich offen mit ihr sprechen. Mit Sicherheit hatte sie das Recht zu erfahren, was ihn bewegte und er war einfach nur ein feiger Hund, das wurde ihm in diesem Augenblick klar.. Erholte tief Luft, griff ihre Hand und zog sie herum, um ihr in die Augen zu sehen, ehe er sagte. "ich kann es dir einfach noch nicht sagen. Du musst geduld mit mir haben. Ich weiß, das ist schwer, aber bitte halte noch ein Weilchen aus. Ja, da ist etwas."
Sie starrte ihn an und dachte "oh mein Gott nein, wieso nur hab ich dumme Kuh nachgefragt. Wieso wecke ich schlafende Hunde, wieso kann ich nicht einfach mal meine Klappe halten... ??"
"Ist ok" sagt sie jedoch nur und in ihr droht eine Welt zusammenzubrechen. Es brodelt und rumort. Sie weiß nicht was sie denken soll, ob sie denken soll. Ihre Hände werden feucht und kalt. Ihr Shirt klebt an ihrem Rücken während sie wie beiläufig den Sand mit ihren nackten Füssen aufwirbelt.
Er blickt sie an, wohlwissend wie unwohl ihr sein muss und sagt: "Keine Angst, mein Schatz, es ist bald vorbei" und sofort schloss er sie in seine Arme, wo sie verzweifelt aufschluchzte und sich fragte, was denn so schlimm sein könnte, dass er sich nicht traute, es ihr zu erzählen.
Sie blickte ihrem Hund hinterher der auf einmal laut aufjaulte, zusammenzuckte und wie vom Teufel gebissen aufs Meer hinzu rannte. Sie schaute hin und sah wie er ein Loch zu graben begann.
Für`s Erste wollte sie das Thema ruhen lassen. Sie kannte ihren Mann gut genug, ihn nicht zu drängen. Er würde nichts Bedrohliches für sich behalten. Sie sollte darauf vertrauen, dass er die Entscheidung, wann er sie ins Gespräch ziehen werde, gewissenhaft bedacht habe.
Sie schob vorerst die Gedanken daran beiseite und fragte: "Wann sollen wir bei den Cukrowskis sein, Schatz?? Ich muss auf jeden Fall noch mein Haar waschen. Und vielleicht sollten wir nicht am Strand zurück zum Haus gehen, sondern im Ort noch einen Strauss Blumen besorgen. So ganz mit leeren Händen möchte ich doch nicht kommen, auch wenn sie beide meinen, dass es nicht nötig wäre, etwas mitzubringen."
"Ja natürlich", sagte er, "das machen wir. Lass uns aufbrechen". Er griff ihre Hand, küsste ihr sanft die Schläfe und pfiff nach dem Hund, der sofort zu ihnen stürmte. Er war voller Sand und ganz außer Atem. Außerdem hatte er in dem gebuddelten Loch anscheinend etwas gefunden. Schwanzwedelnd präsentierte er es seinem Herrchen einen alten Schuh. "Na Klasse, was würden wir nur ohne dich tun" scherzte er. Nachdem sie Blumen gekauft hatten, gingen sie nach Hause. Dort wollte sie sich sofort fertig machen für den Abend.
Sie ging dann hoch ins Bad, drehte die Dusche auf und wollte sich ein frisches Handtuch aus dem Schrank holen. Dabei fiel ihr auf, dass es eine gewisse Unordnung gab. Simon war ein absolut gelassener Mensch, aber manchmal zum Leidwesen seiner Frau, ein ziemlich Pedantischer, was Ordnung betrifft. Die Handtücher wild in den Schrank gestopft? Das sah ihm einfach nicht ähnlich. Und was war das hier? Wieso um alles in der Welt hat er im Badezimmer Akten gewälzt??? Was für ein Chaos. Überall liegen Papiere. Teilweise zerrissen und zerknüllt. Langsam fühlte sie sich ganz schrecklich unsicher. Der Boden unter ihr wollte nicht recht fest werden und sie wusste nicht einmal, wieso sie eine solche Lapalie dermaßen aus dem Ruder bringen konnte.
"Susaaaan.... deine Mutter ist am Telefon", schrie er in dem Moment zu ihr hoch.
Immer noch in Gedanken versunken über das vorgefundene Chaos drehte sie den Wasserhahn zu und ging wie in Trance die Treppe runter ans Telephon.
Mami ja was gibt es?...
Doch statt einer Antwort hörte sie ihre Mutter leise schluchzen.
"Ach, Kind! Du ahnst es nicht. Aber früher oder später musste es so kommen!"
Susan hielt den Atem an und presste den Hörer ans Ohr.
"Dein Mann... dein Mann... er hat... er ist Schuld daran!"
"An was, Mami, an was?" drängte Susan "so sag es mir doch!"
Sie hörte wie ihre Mutter tief einatmete:
"Setz Dich, Susan! Vielleicht ist es am besten, wenn Du es von mir erfährst. Dein Mann.....
ja, was denn?, fragte Susan ängstlich...
"Dein Mann, diese Unterlagen..." ihre Mutter schluchzte auf, dann fuhr sie fort: "Du weißt doch, was bei euch im Nachbarviertel passiert ist, dieser große Skandal, oder?"
Susan erbleichte, als sie daran zurückdachte. Es war wirklich schlimm gewesen und sie konnte sich nicht vorstellen, dass ihr Mann irgendetwas damit zu tun hatte.
Damals war alles so undurchsichtig und heute schien es nicht viel klarer zu werden.
Plötzlich schoss Susan ein grauseliger Gedanke durch den Kopf.
"Maam, verdammt, ich muss Schluss machen", sagte sie hastig und legte auf ohne auf eine Antwort ihrer Mutter zu warten.
Simon sah sie verstört an. "Was ist denn los?".
Susann versuche ihre Gedanken zu sammeln, zu sortieren. "Oh, mein Gott, oh mein Gott, was wenn nicht Simon das Bad durcheinander gebracht hat? Was wenn jemand hier war? Was, wenn jemand hier ist????", dachte sie und wagte es nicht auszusprechen.
Simon sah in ihre angsterfüllten Augen und er wusste, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen war, alles zu gestehen.
"Susan. Bitte beruhige Dich. Ich werde Dir alles erklären. Du weißt doch,
dieser Skandal damals im Nachbarviertel," Susan atmete ein wenig auf,
denn nun hielt sie es für unwahrscheinlich, dass noch jemand im Haus
ist. "als es um den Heiratsschwindler ging, der sein Unwesen treibt, sich
immer optisch verändert und daher noch nicht gefasst werden konnte?"
Susan wurde leichenblass. Sollte tatsächlich ihr Simon dieser Betrüger sein? Aber das konnte sie nicht glauben.
Susan starrte ihren Mann an.
"Nein, nein. Ich bin es nicht. Aber ich bin sein Anwalt!
Es tut mir leid. Lass es mich erklären."
Sie sah Simon in die Augen und Tränen der Erleichterung füllten ihre Augen. "Verdammt du Mistkerl, machst du dir eine Vorstellung davon, wozu meine Phantasie fähig ist?? Wieso sagst du mir das nicht? Wieso sagst du mir das erst jetzt?? Wieso verdammtnochmal machst du daraus eine heimliche Staatsaffäre und wieso sieht es oben im Bad aus als hätte man hier eingebrochen???"
Still greift er in ihren Nacken, küsst sie auf die Stirn, zieht sie an sich und stammelt "entschuldige Darling, ich wollte dir keine Angst machen. ... Frieden??"
Ihre Augen sagten "natürlich du Dummkopf" und laut sagte sie: "nun antworte schon".
"ich weiß doch wie sehr du diesen Typen verachtet hast, wie sehr du mit den betroffenen Frauen gelitten hast, wie sehr du dich über all das mit den anderen Frauen aufgeregt hast. Ich habe es einfach nicht gewagt nach Hause zu kommen und zu sagen: Schatz, ich verteidige den Heiratsschwindler, dem du am liebsten das Fell über die Ohren ziehen würdest und Schlimmeres.
Ja und das Badezimmer... das war einfach nur dumm gelaufen. Vorhin als ich duschen war, klingelte das Telefon und wenn man beim telefonieren Akten wälzen will und nicht nackt und tropfend herum stehen mag, naja, dann endet es eben in einem solchen Chaos-Badezimmer".
Susann war sich nicht sicher, ob sie erleichtert oder böse sein sollte. Ihre Unentschlossenheit ausnutzend sagte er "...und wenn wir nicht die Letzten auf der Verlobungsparty sein wollen, dann lass uns endlich die Beine in die Hand nehmen meine Süße."
doch in diesem Augenblick kam wieder der Hund an und hatte diesmal einen anderen Schuh zwischen den Zähnen: Susan wusste sofort, dass es der Schuh ihrer besten Freundin war, den diese am Abend ihres letzten Beisammensein mit dem Heiratsschwindler an hatte und der mitsamt ihrer Kleidung und natürlich Ihm selbst nach ihrem "Nein" zu einer Hochzeit sehr abrupt verschwunden war.
"Du Schwein!" sagte sie "Wie kommst du denn als Anwalt zu diesem Schuh?"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Ein Schuh?"
"Ein Beweisstück!"
"Nie hörst du mir zu, wenn ich mit dir rede!"
"???"
Da fiel plötzlich ein Schuss!
Susan drehte sich sofort um, aber ihr Mann hatte keine Waffe in der Hand. "Wo kam der Schuss her?" fragte sie panisch. "Schnell weg hier" kam es von ihrem Mann, "Oje, er weiß also Bescheid!...." "Wer weiß Bescheid?" "Hör zu mein Schatz, ich wollte Dir das alles ersparen, aber die Sache ist noch viel komplizierter. Doch nun haben wir keine Zeit für Erklärungen, wir müssen verschwinden und zwar sofort! Ich bitte Dich, vertrau mir einfach und pack Dir eine kleine Tasche mit den wichtigsten Dingen. Wir fahren zum Flughafen!"
"Aber wo soll es denn hingehen, bist Du wahnsinnig??? Meine Mutter hat morgen Geburtstag und überhaupt: ich denke gar nicht daran, seitdem Du in mein Leben getreten bist lebe ich im absoluten Chaos" schrie ihn Susann an. Mit einem festen Griff packte er sie an den Oberarmen und zwang sie ihn anzusehen. "Wir müssen jetzt schnell handeln, es geht um Deine Sicherheit und unsere Zukunft, vertrau mir einfach und komm mit!"
Wohin denn??
"Das erkläre ich Dir unterwegs, beeil Dich, ich bitte Dich!!"
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