"Wir schreiben alle" zum Lesen zusammen gefasst

EowynEowyn

27,156

bearbeitet 17. 08. 2005, 16:47 in Plauderecke
Marlies hat ja am Donnerstag letzter Woche eine Geschichte gestartet, an der jeder mitschreiben kann. Ich bin sicher, dass ich nicht die Einzige bin, die einfach nur mitliest, sich aber am Schreiben nicht beteiligt. Da es aber wesentlich flüssiger zu lesen ist, wenn die einzelnen Beiträge etwas zusammen gefasst sind, hab ich mal eben alles bisher Geschriebene hintereinander gehängt. Ich kann ja je nachdem wie viel Zeit ich habe, immer mal wieder die neuesten Fortsetzungen zusammen fassen.

Was bisher geschah:
Es war einmal eine nicht mehr ganz junge Frau. Die wohnte mit Mann und Hund am Meer. Jeden Morgen ging sie mit Ihrem Mann und Hund am Strand spazieren. Und dachte sich dabei immer und immer wieder, wie schön es hier doch war im Vergleich zur lauten, hektischen und stickigen Großstadt, in der sie vorher gelebt hatte. hier war es sonnig, es wehte eine leichte Brise und sie sah hinaus aufs Meer. Dort lag ein Boot vor Anker, von dem gerade ein paar Schnorchler ins Wasser sprangen.
Während der Hund den Möwen nachrannte, wandte sie sich an ihren Mann: "Ich muss Dir was sagen..." `Ich wollte schon immer mal schnorcheln, aber ich habe es noch nie getan.` Er räusperte sich und sagte ja. Sie darauf ich bin hier so glücklich wie noch nie zuvor und trotzdem hab ich das Gefühl, es braut sich was zusammen.
In den letzten Tagen warst du fröhlich... irgendwie jedoch etwas zu fröhlich, unangemessen fröhlich, grundlos fröhlich, ... irgendwie... je mehr ich drüber nachdenke, wirkte deine Fröhlichkeit nicht natürlich."
Sie liefen weiter und er sah sie nur aus dem Augenwinkel an. Innerlich schüttelte es ihn, doch vielleicht musste er einfach endlich offen mit ihr sprechen. Mit Sicherheit hatte sie das Recht zu erfahren, was ihn bewegte und er war einfach nur ein feiger Hund, das wurde ihm in diesem Augenblick klar.. Erholte tief Luft, griff ihre Hand und zog sie herum, um ihr in die Augen zu sehen, ehe er sagte. "ich kann es dir einfach noch nicht sagen. Du musst geduld mit mir haben. Ich weiß, das ist schwer, aber bitte halte noch ein Weilchen aus. Ja, da ist etwas."
Sie starrte ihn an und dachte "oh mein Gott nein, wieso nur hab ich dumme Kuh nachgefragt. Wieso wecke ich schlafende Hunde, wieso kann ich nicht einfach mal meine Klappe halten... ??"
"Ist ok" sagt sie jedoch nur und in ihr droht eine Welt zusammenzubrechen. Es brodelt und rumort. Sie weiß nicht was sie denken soll, ob sie denken soll. Ihre Hände werden feucht und kalt. Ihr Shirt klebt an ihrem Rücken während sie wie beiläufig den Sand mit ihren nackten Füssen aufwirbelt.
Er blickt sie an, wohlwissend wie unwohl ihr sein muss und sagt: "Keine Angst, mein Schatz, es ist bald vorbei" und sofort schloss er sie in seine Arme, wo sie verzweifelt aufschluchzte und sich fragte, was denn so schlimm sein könnte, dass er sich nicht traute, es ihr zu erzählen.

Sie blickte ihrem Hund hinterher der auf einmal laut aufjaulte, zusammenzuckte und wie vom Teufel gebissen aufs Meer hinzu rannte. Sie schaute hin und sah wie er ein Loch zu graben begann.

Für`s Erste wollte sie das Thema ruhen lassen. Sie kannte ihren Mann gut genug, ihn nicht zu drängen. Er würde nichts Bedrohliches für sich behalten. Sie sollte darauf vertrauen, dass er die Entscheidung, wann er sie ins Gespräch ziehen werde, gewissenhaft bedacht habe.

Sie schob vorerst die Gedanken daran beiseite und fragte: "Wann sollen wir bei den Cukrowskis sein, Schatz?? Ich muss auf jeden Fall noch mein Haar waschen. Und vielleicht sollten wir nicht am Strand zurück zum Haus gehen, sondern im Ort noch einen Strauss Blumen besorgen. So ganz mit leeren Händen möchte ich doch nicht kommen, auch wenn sie beide meinen, dass es nicht nötig wäre, etwas mitzubringen."

"Ja natürlich", sagte er, "das machen wir. Lass uns aufbrechen". Er griff ihre Hand, küsste ihr sanft die Schläfe und pfiff nach dem Hund, der sofort zu ihnen stürmte. Er war voller Sand und ganz außer Atem. Außerdem hatte er in dem gebuddelten Loch anscheinend etwas gefunden. Schwanzwedelnd präsentierte er es seinem Herrchen einen alten Schuh. "Na Klasse, was würden wir nur ohne dich tun" scherzte er. Nachdem sie Blumen gekauft hatten, gingen sie nach Hause. Dort wollte sie sich sofort fertig machen für den Abend.

Sie ging dann hoch ins Bad, drehte die Dusche auf und wollte sich ein frisches Handtuch aus dem Schrank holen. Dabei fiel ihr auf, dass es eine gewisse Unordnung gab. Simon war ein absolut gelassener Mensch, aber manchmal zum Leidwesen seiner Frau, ein ziemlich Pedantischer, was Ordnung betrifft. Die Handtücher wild in den Schrank gestopft? Das sah ihm einfach nicht ähnlich. Und was war das hier? Wieso um alles in der Welt hat er im Badezimmer Akten gewälzt??? Was für ein Chaos. Überall liegen Papiere. Teilweise zerrissen und zerknüllt. Langsam fühlte sie sich ganz schrecklich unsicher. Der Boden unter ihr wollte nicht recht fest werden und sie wusste nicht einmal, wieso sie eine solche Lapalie dermaßen aus dem Ruder bringen konnte.

"Susaaaan.... deine Mutter ist am Telefon", schrie er in dem Moment zu ihr hoch.
Immer noch in Gedanken versunken über das vorgefundene Chaos drehte sie den Wasserhahn zu und ging wie in Trance die Treppe runter ans Telephon.

Mami ja was gibt es?...
Doch statt einer Antwort hörte sie ihre Mutter leise schluchzen.
"Ach, Kind! Du ahnst es nicht. Aber früher oder später musste es so kommen!"
Susan hielt den Atem an und presste den Hörer ans Ohr.
"Dein Mann... dein Mann... er hat... er ist Schuld daran!"

"An was, Mami, an was?" drängte Susan "so sag es mir doch!"

Sie hörte wie ihre Mutter tief einatmete:
"Setz Dich, Susan! Vielleicht ist es am besten, wenn Du es von mir erfährst. Dein Mann.....
ja, was denn?, fragte Susan ängstlich...

"Dein Mann, diese Unterlagen..." ihre Mutter schluchzte auf, dann fuhr sie fort: "Du weißt doch, was bei euch im Nachbarviertel passiert ist, dieser große Skandal, oder?"

Susan erbleichte, als sie daran zurückdachte. Es war wirklich schlimm gewesen und sie konnte sich nicht vorstellen, dass ihr Mann irgendetwas damit zu tun hatte.

Damals war alles so undurchsichtig und heute schien es nicht viel klarer zu werden.
Plötzlich schoss Susan ein grauseliger Gedanke durch den Kopf.
"Maam, verdammt, ich muss Schluss machen", sagte sie hastig und legte auf ohne auf eine Antwort ihrer Mutter zu warten.
Simon sah sie verstört an. "Was ist denn los?".
Susann versuche ihre Gedanken zu sammeln, zu sortieren. "Oh, mein Gott, oh mein Gott, was wenn nicht Simon das Bad durcheinander gebracht hat? Was wenn jemand hier war? Was, wenn jemand hier ist????", dachte sie und wagte es nicht auszusprechen.
Simon sah in ihre angsterfüllten Augen und er wusste, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen war, alles zu gestehen.
"Susan. Bitte beruhige Dich. Ich werde Dir alles erklären. Du weißt doch,
dieser Skandal damals im Nachbarviertel," Susan atmete ein wenig auf,
denn nun hielt sie es für unwahrscheinlich, dass noch jemand im Haus
ist. "als es um den Heiratsschwindler ging, der sein Unwesen treibt, sich
immer optisch verändert und daher noch nicht gefasst werden konnte?"

Susan wurde leichenblass. Sollte tatsächlich ihr Simon dieser Betrüger sein? Aber das konnte sie nicht glauben.
Susan starrte ihren Mann an.
"Nein, nein. Ich bin es nicht. Aber ich bin sein Anwalt!
Es tut mir leid. Lass es mich erklären."

Sie sah Simon in die Augen und Tränen der Erleichterung füllten ihre Augen. "Verdammt du Mistkerl, machst du dir eine Vorstellung davon, wozu meine Phantasie fähig ist?? Wieso sagst du mir das nicht? Wieso sagst du mir das erst jetzt?? Wieso verdammtnochmal machst du daraus eine heimliche Staatsaffäre und wieso sieht es oben im Bad aus als hätte man hier eingebrochen???"
Still greift er in ihren Nacken, küsst sie auf die Stirn, zieht sie an sich und stammelt "entschuldige Darling, ich wollte dir keine Angst machen. ... Frieden??"
Ihre Augen sagten "natürlich du Dummkopf" und laut sagte sie: "nun antworte schon".
"ich weiß doch wie sehr du diesen Typen verachtet hast, wie sehr du mit den betroffenen Frauen gelitten hast, wie sehr du dich über all das mit den anderen Frauen aufgeregt hast. Ich habe es einfach nicht gewagt nach Hause zu kommen und zu sagen: Schatz, ich verteidige den Heiratsschwindler, dem du am liebsten das Fell über die Ohren ziehen würdest und Schlimmeres.
Ja und das Badezimmer... das war einfach nur dumm gelaufen. Vorhin als ich duschen war, klingelte das Telefon und wenn man beim telefonieren Akten wälzen will und nicht nackt und tropfend herum stehen mag, naja, dann endet es eben in einem solchen Chaos-Badezimmer".

Susann war sich nicht sicher, ob sie erleichtert oder böse sein sollte. Ihre Unentschlossenheit ausnutzend sagte er "...und wenn wir nicht die Letzten auf der Verlobungsparty sein wollen, dann lass uns endlich die Beine in die Hand nehmen meine Süße."

doch in diesem Augenblick kam wieder der Hund an und hatte diesmal einen anderen Schuh zwischen den Zähnen: Susan wusste sofort, dass es der Schuh ihrer besten Freundin war, den diese am Abend ihres letzten Beisammensein mit dem Heiratsschwindler an hatte und der mitsamt ihrer Kleidung und natürlich Ihm selbst nach ihrem "Nein" zu einer Hochzeit sehr abrupt verschwunden war.

"Du Schwein!" sagte sie "Wie kommst du denn als Anwalt zu diesem Schuh?"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Du Schwein"
"Ein Beweisstück!"
"Ein Schuh?"
"Ein Beweisstück!"
"Nie hörst du mir zu, wenn ich mit dir rede!"
"???"
Da fiel plötzlich ein Schuss!
Susan drehte sich sofort um, aber ihr Mann hatte keine Waffe in der Hand. "Wo kam der Schuss her?" fragte sie panisch. "Schnell weg hier" kam es von ihrem Mann, "Oje, er weiß also Bescheid!...." "Wer weiß Bescheid?" "Hör zu mein Schatz, ich wollte Dir das alles ersparen, aber die Sache ist noch viel komplizierter. Doch nun haben wir keine Zeit für Erklärungen, wir müssen verschwinden und zwar sofort! Ich bitte Dich, vertrau mir einfach und pack Dir eine kleine Tasche mit den wichtigsten Dingen. Wir fahren zum Flughafen!"

"Aber wo soll es denn hingehen, bist Du wahnsinnig??? Meine Mutter hat morgen Geburtstag und überhaupt: ich denke gar nicht daran, seitdem Du in mein Leben getreten bist lebe ich im absoluten Chaos" schrie ihn Susann an. Mit einem festen Griff packte er sie an den Oberarmen und zwang sie ihn anzusehen. "Wir müssen jetzt schnell handeln, es geht um Deine Sicherheit und unsere Zukunft, vertrau mir einfach und komm mit!"
Wohin denn??
"Das erkläre ich Dir unterwegs, beeil Dich, ich bitte Dich!!"

Und hier geht es laufend weiter:
http://hebamme4u.net/forum/viewtopi ... 251#206251

Kommentare

  • EowynEowyn

    27,156

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Die Ereignisse spitzen sich weiter zu und Marlies Hund spielt auf einmal auch eine Rolle :shock:
    Susan war wütend und verwirrt. Sie ging ins Schlafzimmer um eine kleine Reisetasche zu packen.
    Sie versuchte sich zu beeilen, aber ständig schweiften ihre Gedanken ab. Wie kam ihr Mann wirklich zu dem Schuh? Sagte er ihr die Wahrheit? Wer hatte geschossen und warum? Wo ist die Person jetzt?

    Sie hatte erst zwei Hosen und etwas Unterwäsche eingepackt als Simon rein kam, "Wir müssen los!"
    "Ein Moment noch. Ich habe noch nicht fertig gepackt." sagte sie störrisch, während sie zwei Blusen in die Tasche legte.
    "Nur das wichtigste, was fehlt können wir nach kaufen." sagte Simon.
    Susan spürte seine Nervosität. Sie legte noch ihre kleine Schmuckschatulle und ihren Pass in die Tasche.

    Susan und Simon drehten sich zur Tür und wollten endlich gehen als sie einen dunkel gekleideten Mann im Flur stehen sahen. Susan schrie auf und Simon stellte sich schützend vor sie, als plötzlich die Haustür hinter dem Fremden laut ins Schloss fiel und den Hund weckte, der eben noch selig neben der Eingangstür schlummerte. Der Hund fing sofort an zu bellen, der Fremde erschrak fürchterlich, zog einen Revolver hervor und schoss drei mal quer im Zimmer herum. Porzellan zersprang, der Spiegel zerbarst in tausend Stücke und hinterließ eine tiefe Wunde auf Simons Stirn. Susann schrie hysterisch und Simon rief: "Walter! Bist Du wahnsinnig geworden??? Ich hab Dich nicht verraten. Ich weiß nicht wie das geschehen konnte, doch glaub mir, ich habe nichts mit der Sache zu tun." Susann schrie immer noch während der Fremde sich eine Maske vom Kopf riss um den beiden ein völlig entstelltes Gesicht zu offenbaren.

    "Erinnerst Du Dich an daran, Simon, wie ich früher aussah? Das ist Deine Schuld und Du wirst es mir büßen, Du Hundesohn!" Er zielte, schoss und der Hund lag leblos auf dem Boden. Blut durchtränkte den hellen Veloursteppich, während Susann das Bewusstsein verlor und an der Wand entlang auf den Boden glitt.

    "Was willst Du von mir? Noch mehr Geld? Du bist nach unserem Deal einer der reichsten Männer Chicagos geworden". Er ging zum Tresor, schloss ihn auf und warf einige Bündel von Geldscheinen auf das Sofa. "Das ist alles was ich habe, nimm es," rief Simon.

    "ICh brauche Dein dreckiges Geld nicht, Du Hundesohn" und wie zur Bestätigung schoss er abermals ins Zimmer. Das Gemälde an der Wand über dem Kamin baumelte hin und her, bis es sich letztendlich doch entschloss mit einem lauten Knall auf den Boden zu fallen. Simon guckte resigniert auf den dorthin, während der Fremde brüllte: "Genugtuung brauche ich, ja Genugtuung!! Dieses verdammte Leben hat es nicht gut mit mir gemeint und nun bin ich ein Krüppel und Du", er packte Simon am Kragen und setzte ihm den Lauf seiner noch nach Schrot riechenden Waffe auf die Schläfe drückte, "Du bist dran schuld, das wirst Du mir teuer bezahlen! Ich mach Dich fertig! Das schwöre ich Dir!"

    "Sag mir was ich tun soll", winselte Simon. Da gab es abermals einen lauten Knall und Susann verpasste dem Entstellten einen Schlag auf den Kopf, auf die Glasvitrine fallen ließ. Inmitten von Scherben lag der nun da. Susann guckte Simon an und sah sich im Zimmer um. Wie konnte so etwas nur geschehen? In ihrem Haus? In ihrem Leben? "Der zerbrochene Spiegel bringt uns sieben Jahre lang Unglück", rief sie Simon zu. "Lass uns verschwinden" sagte er. "Ich weiß nicht in was Du mich da hineingezogen hast, aber das wirst Du mir erklären müssen," erwiderte Susann. Sie nahm wortlos ihre Tasche, stieg über den Kadaver des toten Viehs und ging zur Tür.

    Während der Fahrt zum Flughafen sagte keiner von beiden ein Wort. Beide waren ganz in Gedanken versunken, als plötzlich Blaulicht vor Ihnen zu sehen war.
    Was tun? Simon war doch bei der Aktion verletzt worden.
    Schon wurden sie von einem Polizisten zum Anhalten aufgefordert. Simon drückte das Gaspedal durch, der Wagen heulte auf. "Bist Du völlig übergeschnappt", brüllte Susan ihn an. Die Ampel sprang auf gelb und dann auf rot, Simon zog die Handbremse an und riß das Steuer nach rechts, der Wagen driftete ab, die Reifen quietschten. Der Polizeiwagen war ihnen auf den Fersen. "Aber warum hältst Du denn nicht an" und "lass mich sofort hier raus, ich ertrage Dich nicht länger, ich hasse Dich", entfuhr es der total verschreckten Frau. "Jetzt halt endlich Deine Klappe, sonst vermöbele ich Dich, Du dumme Kuh", rief Simon zurück. Susan verstummte augenblicklich. Sie heulte leise vor sich hin.
    In einer wilden Verfolgungsjagd ging es quer durch die ganze Stadt. Simon ließ sich von nichts aufhalten, keine rote Ampel konnte ihn bremsen. Doch plötzlich stand mitten auf der Straße ein Hund. Es gab einen lauten Knall als der Hund unter die Räder geriet (Exkurs: der Hund sah übrigens dem von Marlies zum Verwechseln ähnlich, vielleicht war er es glatt), Simon verlor die Kontrolle über den Wagen und fuhr gegen einen Laternenpfahl, der sofort einknickte.

    Susann war wohlauf. Sie drehte sich um, von der Polizeistreife keine Spur. "Simon, Simon", rief sie. Blut strömte aus seiner Nase. Er röchelte "lass uns verschwinden mein Schatz, hilf mir hier raus!" Aber seine Beine waren im Wagen eingeklemmt...


    Und hier wird weiter geschrieben:
    http://hebamme4u.net/forum/viewtopi ... 070#207070
  • AnjaHAnjaH

    25,096

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Dritter Teil dr Zusammenfassung:
    Susann, mein Schatz" sagte er leise. "In meiner Tasche sind meine Paiere. Weiterhin guck auf den Rücksitz, dort habe ich einen Lederkoffer mit Zahlenschloss." Was ist damit?" fragte Susann verstört. "Nimm beides an Dich und lauf. Lauf weg von hier. Es befindet sich ein Flugticket nach Toronto in den Unterlagen in meiner Tasche. Nimm die ganze Tasche mit und lass all Deine Sachen bis auf den Pass hier. Du findest genug Bargeld darin um Dir neue Kleidung zu kaufen. Suche das Hotel Acapulco in Toronto und frage nach einer Frau namens Rigmor. Lauf schnell, Susann, bevor die Polizei die Sachen bei uns findet, bitte", flehte er eindringlich. "Aber ich kann Dich doch nicht alleine hier lassen?!", schluchzte Susann. "Tun Dir die Beine weh?" "Mach Dir bitte keine Sorgen um mich, aber tu was ich Dir sage! Susann, bitte glaube an mich, es geht um unsere Zukunft! Sieh mir in die Augen und sag mir eins:" Susann guckte ihn erwartungsvoll an."Liebst Du mich?" fragte er sie. Sie brach in Tränen aus und wimmerte "jaa". "Dann verschwinde endlich, verschwinde, hörst DU?" Von weitem war eine Sirene zu hören. Susann nahm die Tasche und den Lederkoffer, küßte Simon auf seine blutverschmierte Wange. "Ich liebe Dich wirklich," flüsterte sie leise, "sonst würde ich all dies nicht machen. Als sie sich das letzte Mal nach Simon und seinem total zerstörtem Geländewagen umdrehte, sah sie zwei Polizeiautos. Einige Beamten sperrten die ganze Straße während sich drei bewaffnete Personen dem Wagen näherten. Susann hatte Angst. Angst um Simon, um ihr geregeltes Leben.

    Was war nur geschehen? :roll: Bis gestern lebte sie ein Leben um das sie all ihre Freundinnen beneideten. Zusammen mit Simon verdiente sie eine ganze Stange Geld, von dem sie sich viel leisten konnten. Zumindest mehr als andere Leute in ihrem Alter ohne nennenswertes Erbe. Sie war erfolgreich in ihrem Beruf, sie lebten in einem sehr großzügigem Haus, etwas zu groß für beide. Eine sehr bekannte Innenarchitektin aus Fürth hatte es eigens für das Paar aufwendig gestaltet. Das selbe Haus glich nun einem Kriegsschauplatz, voller Scherben und Blut. Ihr geliebter Hund war tot und sie durfte nicht einmal trauern. Ihr neuer Sportwagen, den sie gerade erst gekauft hatte, würde sie ihn jemals wieder fahren können? Ihre Mutter schoß ihr durch den Kopf. Sie hatte sie gewarnt, doch was wußte die schon? Und wer war diese Frau in Kanada? Wie konnte sie nur in diese verdammte Geschichte verwickelt werden.

    An der nächsten Straßenecke nahm sie ein Taxi zum Flughafen. Der Taxifahrer guckte sie etwas verwundert an. "Geht es Ihnen gut, Fräulein?" fragte er. "Ja ja," stammelte Susann, "bitte beeilen Sie sich". Sie warf einen kurzen Blick auf den Make-up Spiegel. Ihr braunes Haar war ganz zerzaust, ihre Unterlippe aufgesprungen, ihr Gesicht war nun nach dem letzen Kuss auch blutverschmiert. Sie wischte sich mit einem Taschentuch über das Gesicht, als das Taxi am Flughafen vorfuhr. Wortlos bezahlte sie den Fahrer, nahm die Tasche und den Lederkoffer von der Rücksitzbank und verschwand im Flughafengebäude

    Susann fühlte sich sehr unwohl im Flughafengebäude. Überall waren Zollbeamte und Polizei. Sie rechnete damit, jeden Augenblick festgenommen zu werden.
    Unsicher ging sie zum Schalter und fragte nach dem Flug nach Toronto.
    Welch ein Glück, die Maschine war bereits startklar und würde in weniger als einer halben Stunde starten.
    Langsam legte sich ihre Anspannung ein wenig.

    Ihr Platz war am Fenster. Sie warf einen letzten Blick auf das Rollfeld , das durch die untergehende Sonne in ein sanftes Rot getaucht war. Das sanfte brummen der Motoren wurde lauter, Susann wurde in ihren Sitz gepresst, schon schwebten sie. Langsam wurden die Häuser unter ihr immer kleiner, sie seufzte auf lehnte sich zurück und viel in einen unruhigen Schlaf..

    Rigmor geisterte durch ihre Träume..wer ist dann das? Woher kennt er die Person? Und dann auch noch in Kanada??? Und immer wieder sah sie ihren blutenden Mann vor sich. Ob er noch lebt? Was machen sie mit ihm? Wird er ordentlich versorgt???
    Und immer wieder....wer ist Rigmor? Was für ein merkwürdiger Name. So heißt doch kein Mensch. Vielleicht ein Deckname...aber wer braucht einen, und wozu???

    Wenn sie mal genauer überlegte, fielen ihr immer mehr Dinge ein, die komisch waren am Verhalten ihres Mannes. Vor allem innerhalb der letzten 6 Monate. Woher kamen immer diese wahnsinnig hohen Telefonrechnungen. Hatte er nicht gesagt, bei Rigmor handelte es sich um eine Frau?
    Hatte er eine Affäre? War er deshalb in letzter Zeit soviel auf Dienstreise?????

    Kaffee,Saft oder Tee eine laute unsanfte Stimme riß Susann aus ihren träumen.
    Nichts oder doch ein Tomatensaft

    Toamtensaft da war es wieder das Bild von ihrem Mann die blutende Kofpwunde

    Mit Pfeffer oder ohne?

    Ohne Danke. Konnte man sie nicht einfach in Ruhe lassen dachte sich Susann und blickte mißmutig die Sterwardess an die sich mittlerwiele ihren Sitznachbarn zugewandt hatte.

    Sie suchte sich ihre Kopfhörer, etwas Klassik vielleicht kam sie dabei auf andere Gedanken.

    ein leises Adagio drang an ihre Ohren,

    Rigmor,Rigmor...wer ist Rigmor?

    Warum würde er sie zu einer Frau schicken mit der er eine Affäre hatte?
    Was sollte sie bei dieser Frau?
    Wie lange würde sie auf der Flucht sein?
    Würde sie jemals ihre Familie wieder sehen?
    Was würde ihr Mutter jetzt denken? Sicher machte sie sich sorgen...
    Aber was hat er denn überhaupt verbrochen?
    Warum war SIE jetzt auf der Flucht?
    Wie war das nochmal? Was war in ihm gefahren so mit ihr zu reden? Er hatte gesagt er wollte sie 'vermöbeln'.
    Was WAR das alles?
    Die Gedanken schossen ihr wirr im Kopf herum.
    Die Klassische Musik half nichts. Tränen liefen an ihren Wangen runter.

    Sie öffnete den Koffer, um etwas darin zu stöbern. Vielleicht würden die Unterlagen darin Licht ins Dunkele bringen können...


    Brotbackrezepte? Sollte das ein Witz sein??
    Susan hielt ein paar lose Blätter in der Hand. Sie hatte den Koffer geöffnet, vorsichtig. Zuvor hatte sie sich versichert, das ihr Nebenmann schlief. Oder tat er nur so? "Meine Güte, ich werde langsam paranoid!" dachte sie. Sie war mit ihren Nerven reichlich am Ende. Ihr Nachbar schnarchte. Sie nahm allen Mut zusammen und öffnete den Koffer. Eine Bombe würde wohl nicht drin sein, sonst hätten sie sie am Flughafen ja längst hopsgenommen, dachte sie. Mitlerweilen einer kleinen Hysterie nahe. Und nun das!

    Brotbackrezepte! So ein Schwachsinn! Das war doch jetzt wohl nicht war! OK, gut, wußte ja jeder, das es außerhalb von Deutschland kein ordentliches Brot gab. Aber konnte man da nicht ein Buch kaufen oder hinschicken? Und wieso was diese Rigmor scharf auf Rezepte? Und was zum Teufel hatte das alles mit ihr zu tun??? Ihr Hund war erschossen worden, ihr Mann lag vermutlich schwerverletzt in irgendeinem Krankenhaus. Die Polizei verhörte ihn und sie? Sie saß in einem Flugzeug mit nichts als einem Koffer voller sinnlosen Blättern!

    "Ich verstehs nicht! Was soll das alles?", fragte sie sich. Da kam eine Durchsage: "Wir durchfliegen nun ein kleines Gewitter. Bitte schnallen sie sich an!" "Oh man, auch das noch!", dachte Susan und dann ging das Geruckel auch schon los.

    "Au man, es ist doch gestern erst ne Maschine in Toronto abgestürzt, weil sie vom Blitz getroffen wurde!", hörte sie jemanden hinter sich sagen. "Danke, das du mich daran erinnerst! Ach du eine Güte, hoffentlich haben die hier nicht immer so ein Scheißwetter, wir wollten doch mit dem Wohnmobil durchs Land reisen!" bekam der Panikverbreiter von seiner Frau zu hören. "Wenn wir jemals da ankommen "

    "Oh man, können die sich vielleicht über was anderes unterhalten, ich bin eh schon ein nervliches Wrack!", ärgerte sich Susan.

    Da hörte das Geschuckel aber auch schon auf und der Kapitän gab die Ansage zur Landung. Oh wow, da unten war ja schon die Stadt! Man hatte sie eben wegen all der Wolken nicht sehen können. Das da war bestimmt der CN- Tower, das Wahrzeichen der Stadt:

    Viel mehr wußte sie über diese Stadt nicht. Nun ja, darum ging es ja auch garnicht. Ob Rigmor sie erwarten würde?

    Der südländisch anmutende Taxifahrer sollte sie nun zum Hotel Acapulco bringen. Susann saß auf dem Rücksitz und sah desinteressiert aus dem Fenster. Sie wünschte Simon wäre bei ihr. Sie sah eine Telefonkabine vorbeihuschen, dann noch eine. Sie brüllte "STOP" und der Fahrer hielt an. Sie stürzte sich aus dem Wagen, auf den Fernsprechapparat.

    Das Telefon funktionierte mit Kreditkarte. Eifrig fingerte sie ihre VISAkarte heraus, führte sie in die Öffnung ein und wählte mit zitternden Händen die Handynummer von Simon. Es klingelte. Das Herz pochte ihr bis zum Hals, "geh schon ran", flüsterte sie, doch es klingelte leer. Das durfte doch nicht wahr sein, dachte sie sich, als schließlich doch eine heisere Stimme sagte: "Hallo?"

    "Simon!!! Simon??? Ich bin´s!!!"

    "Es tut mir leid, ich kenne Sie nicht, es muss sich um einen Irrtum handeln." Sie erkannte seine Stimme, es war eindeutig er. "Was sagst Du denn da," rief sie in den Hörer, während er erwiderte: "Hören Sie, ich habe keine Zeit für Ihre Spielchen, rufen Sie nie wieder hier an, haben Sie mich verstanden? Nie wieder!" Es klickte in der Leitung. Er hatte aufgelegt. Einfach das Gespräch beendet! "Aber ich bin doch seine Frau! Wie konnte ich mich nur so in diesem Menschen irren?" Susann war verzweifelt, müde, verwirrt und vor allem einsam: Alleine in einem fremden Land, in einer kühlen Stadt. Sie knöpfte Ihren Mantel zu und kehrte resigniert und traurig zurück zum Taxi. Sie hatte keine Lust mehr, sie wollte nach Hause, in ihr Bett, in ihr trautes Heim, das es bis vor wenigen Tagen, ja Stunden noch war.

    Sie checkte im Hotel Acapulco ein. Was besseres fiel ihr im Moment nicht ein. Ihre Gedanken kreißten immer noch um Simons seltsames Verhalten. Ob er abgehört wurde? Das konnte doch schließlich nicht sein Ernst gewesen sein. Oh mein Gott, vielleicht war er mit einer Waffe bedroht worden. Jemand war bei ihm, als sie angerufen hatte. Vielleicht hatte sein seltsames verhalten etwas damit zu tun, das er sie schützen wollte! Wovor auch immer. Wenn ihm etwas zustoßen würde. Ihr wurde schlecht. Überhaupt... sie hatte sein Stunden nichts gegessen, diese Minisnacks in den Flugzeugen, das konnte doch keine ernsthafte Mahlzeit sein. Vom geschmacklichen mal ganz abgesehen.

    Rrrrrrrrrring! Das Telefon! Wer rief sie an? Wer wußte, das sie hier war? SIMON! Sie stürzte zum Telefon und riß den Hörer von der Gabel:"Ja?", rief sie aufgeregt. "Susan, ich bins. Paß auf, ich hab nicht viel Zeit. Die sind hier!!" "Wer die?", wollte Susan wissen "Scheiße, ichwollts vor dir verheimlichen. Ich hab mich da auf was ganz dummes eingelassen. Ich hab Schulden... der Job mit dem Heiratsschwindler sollte mich sanieren.... der Typ kannte noch andere, die in Schwierigkeiten steckten, untergetaucht waren und sich ofiziell keinen Anwalt leisten konnten. Ich dachte, ich kann denen ein bischen was aus der Tasche ziehen. Hab ein bischen viel abgerechnet. Und nun wollen die ihr Geld wiederhaben.... paß auf, du mußt Rigmor treffen!!" "Aber wie???" "geh in die Lobby und frag nach ihr! Und ruf mich nicht mehr an. Ich hab Angst das die sonst herausfinden... Ich hab doch gesagt, Sie sollen mich nicht mehr anrufen! Meine Güte, wie lästig!" "Simon? Simon?" Doch er hatte längst aufgelegt.

    Oh mein Gott, wo war sie da nur hereingeraten?

    Um sich ein wenig frisch zu machen ging sie ins Bad. Oh mein Gott, wie sah sie nur aus. Gott sei Dank hatte sie ihren Make Up-Stift dabei und zauberte sich so ein etwas frischeres Aussehen.

    Dann atmete sie tief durch und machte sich auf den Weg zur Rezeption um nach dieser Rigmor zu fragen.

    Ihr Zimmer war im zweiten Stockwerk.
    Sie stand vor dem Aufzug, hatte schon die Taste gedrückt um ins Erdgeschoss zufahren, zur Rezeption. Als sie darauf wartete, dass der Aufzug kam, hatte sie ein seltsames, ungutes Gefühl.

    Sie entschied sich lieber die Treppe zu nehmen.

    Gerade als sie im Treppenhaus verschwand öffnete sich die Aufzugtür. Zwei dunkle Gestalten traten aus dem Aufzug und gingen geradewegs auf Susanns Zimmer zu...

    Suann kam die Treppe herunter, ging mit festen Schriten durch die Halle zur Rezeption.

    Der Portier fragte : Can I help you ?

    Yes, I hope you can help me, I am looking for a Lady called Rigomr.
    Someone told me I can meet her here.

    Der Portier drehte sich um holte eine Umschlag und übereichte ihn Susann.

    Here is a message for you.

    Susann nahm den Umschlag bedankte sich und wante sich wieder Richtung Eingangshalle.

    Hallo Susan! Dein Mann hat mir Beischeid gegeben, das er nicht kommen kann. Wie bedauerlich. Wir hatten immer so viel Spaß zusammen
    Nun gut, ich hoffe, du hast den Koffer mitgebracht. Morgen ist auf der Danforth im Osten von Toronto ein großes Fest. Da werden wir nicht so auffallen. Wir treffen uns um 11 Uhr beim Starbucks an der Langford Avenue. Paß auf, das dir keiner folgt. Und schließ heute Nacht deine Türe gut ab. Es gibt zwar Leute, die behaupten, man könnte in Kanada die Türen offenstehen lassen, aber das gilt nicht, wenn man Dreck am stecken hat.
    See you!

    Susann blickte von dem Brief hoch den sie in den Händen hielt.
    Wer war diese Frau, Sie und Simon hatten viel Spaß, was hatte er ichr verheimlicht?
    Hatte er etwas eine Liebhaberin gehabt von der sie nichts wußte.

    Nein das traute sie ihm nicht zu, oder doch. Susann schaute wieder auf den Handgeschriebenen Brief.
    Dreck am Stecken.. in was hatte Simon sie da nur reingezogen? Sie konnte sich auif all das keinen Reim machen.

    Sie beschloß sich erstmal um ihr Abendessen zu kümmern.

    Susann stand aus dem großen Ledersesel auf in dem sie in der Eingangshalle gesessen hatte um den Brief zu lesen.
    ging zum Fahrstuhl drückte auf den Knopf und lehne sich leicht gegen die Metallwand des Aufzuges, als sich die Türen schloßen.

    Oben angekommen ging sie geradewegs auf ihr Zimmer zu.

    Die Tür stand offen....


    Alles war durchwühlt und wild durcheinander geworfen.
    Sie bekam einen Krampf in der Magengegend und ihr wurde schlecht.
    Was war das für ein Geräusch? War noch jemand im Zimmer? Blitzschnell drehte sie sich um....

    Und hier wird weiter geschrieben:
    http://hebamme4u.net/forum/viewtopic.php?p=207070#207070
  • AnjaHAnjaH

    25,096

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Und weiter geht es

    ... als die Tür ins Schloß fiel.

    HAstig suchte sie den Lederkoffer. Er war verschwunden mitsamt allen Rezepten. Die Reisetasche war aber noch da. Susann guckte nach, ob ihr Pass und alle anderen Dokumente noch da waren und fand den Pass nicht. Sie kramte das unterste zu oberste, faßte auch unter den Boden der Reisetasche und da war was! :shock:

    Sie zog fünf Bündel Dollarnoten hervor. Deshalb hatte Simon also gesagt, sie sollte sich keine Gedanken um Geld machen, sie hätten genug. Es fiel ihr ein, dass er am Telefon gesagt hatte, er hätte Schulden. Aber wieso hat sie, seine Frau, davon nichts bemerkt? Ihr Bankkonto war eigentlich immer gut gefüllt und sie hatten auch einiges in Fonds investiert, die sie verwaltete. Auch wenn er den Sportwagen bar bezahlt hatte kam ihr das nicht seltsam vor, denn er erzählte ihr von seiner Betriebsprämie. "Wie dumm und naiv bin ich eigentlich", sagte sie zu sich selbst. Ich merke einfach nicht, wer der Mensch ist, neben den ich seit drei Jahren sorglos einschlafe!

    Eilig packte sie ihre Sachen zusammen, denn hier konnte und wollte sie nicht bleiben. Das Hotel war nur von mittelmäßigem Service, fremde Menschen hatten das Zimmer durchwühlt und das Treffen mit dieser Rigmor war vereinbart und sie hatte keinen Anlaß mehr hier zu bleiben. Sobald dies von statten gegangen war, wollte sie wieder nach Hause fliegen. Bei ihrer Mutter konnte sie sicherlich vorerst unterkommen, bis die ganze Sache geklärt würde. Und Simon, den wollte sie vielleicht nie wieder sehen.

    Die Sonne schien freundlich, der raue Wind hatte sich gelegt und die Stadt zeigte sich von seiner besten Seite, als Susann am nächsten Morgen zum vereinbarten Treffpunkt erschien. Sie hatte noch 20 Minuten Zeit bis 11 Uhr und schlenderte gedankenverloren umher. "Sie müssen Susann sein", sagte eine tiefe, freundliche Frauenstimme hinter ihr. Susann drehte sich erschrocken um und blickte in die verschmitzt blitzenden Augen einer Dame. "Es freut mich aufrichtig, Sie endlich persönlich kennenzulernen." "Ja, danke, ebenfalls,"stammelte Susann verlegen. "Sie sind also auch Deutsche" fragte sie. "Ja auf dem Papier schon, aber ich lebe schon seit mehr als 20 Jahren in Kanada," erzählte die Fremde. Susann musterte sie. Sie war um einiges älter als sie. Vielleicht fünfzig oder gar sechzig Jahre alt. Ihr kurzes braunes Haar ließ sie sehr sportlich wirken. "Seit dem Jahr 2026 lebe ich alleine, mein Sohn ging fort um in Deutschland zu studieren." Susann fiel sofort mit der Tür ins Haus: "Was haben Sie mit meinem Mann Simon zu tun?" Rigmors Blick verfinsterte sich. Sie wirkte einen Moment lang abwesend, während Susann überlegte, warum Rigmor all diese perönlichen Dinge erzählte. "Wissen Sie Susann, das ist eine lange Geschichte." Rigmor räusperte sich verlegen. "An der ganzen Sache ist wiederum eine andere Dame schuld. Haben Sie schon einmal den Namen CORA gehört?" Wie einen Blitz durchfuhr es Susann. Doch auf einmal quietschten Reifen, Rigmor packte sie am Arm und zog sie hinter eine Säule. Sie sprach ganz aufgeregt, "Susann, das ist nicht der richtige Platz für Sie hier, Sie müssen verschwinden! Wissen Sie wo Simon das ganze Geld hat?" "Nein!!!" kreischte sie, "woher denn". Sie hörten Absätze klappern, eilige Schritte kamen immer näher, es war mehr als eine einzige Person. Rigmor schob ihren Mantel beiseite und zog eine Waffe hervor. "Nein, nicht schon wieder, seid ihr denn alle wahnsinnig?" rief Susann verzweifelt, "neeeeiiiiiiiiiiin!!!".

    Ich zielte auf einen dieser dreckigen Typen.
    Diese Auftragskiller waren lästig! Immerzu wedelten sie bei erster Gelegenheit mit ihrer Waffe herum. :roll:
    Ich hatte ja die Hoffnung gehabt, das sie sich wenigstens auf diesem großen Volksfest, inmitten einer Menschenmenge vorm Starbucks etwas zurücknehmen würden, aber ja klar, die Erde ist eine Scheibe. :roll:

    Ich packte Susan am Arm. Die Arme war völlig überfordert mit dieser Situation. Sie schien wirklich keine Ahnung zu haben was ihr Mann so hinter ihrem Rücken trieb. Betrug in großem Stil. An Gangstern! Oh man, so blöd konnte auch nur ein Mann sein. Wobei, amüsant war er ja, das mußte man ihm lassen. Und durchaus auch sexy love100: . Oh man, ich glaube, Susan hat echt keinen blassen Schimmer was Simon angeht. Von seiner Schwäche für ältere Frauen - nicht, das ich mich alt fühlen würde ;-) - weiß sie bestimmt auch nichts. Und das er sie nur geheiratet hat, damit er in der Nähe von Cora sein konnte. Naivchen! Cora war ihre "mütterliche" Freundin. Meine wohlgemerkt auch. Eine Superfrau! Wir kannten uns schon lange, hatten uns damals in einem Hebammenforum kennengelernt.
    Ja, ihr lacht, aber so war das im Jahr 2004! Da hat man die Kinder noch mit Hebammen bekommen und nicht mit diesen neumodischen Gebärrobotern, die irgendwelche neumodischen Intelligenzchips integriert haben. Ne, ich bin froh, das ich in der "alten Zeit" meinen Sohn geboren habe. Diese technischen Geburtshelfer, die sofort alles parat haben, Saugglocke und so. Laß mal.
    Früher hatte man ja auch Wehenschreiber- ok, die waren etwas lästig, weil man da seinen Wanst verkabelt hatte und sich von diesem Kasten schlecht wegbewegen konnte. Die Wehen zeichneten die Roboter nun auf und berechneten automatisch die wahrscheinliche Geburtsuhrzeit.
    Das hat schon so manche Gebärende in den Wahnsinn getrieben: "Was? Noch 32 Stunden???" Jaja, die Technik ist nicht immer ein Segen. Aber ich schweife ab...

    Jedenfalls zog ich sie erstmal vom Schauplatz des Geschehens weg. Die Killer lagen am Boden. Und mit ihnen alle im Umkreis von 100 Metern. Die automatische Verteidigungsanlage vom Starbucks hatte Alarm geschlagen. Ich war mit meiner Waffe nah an einen ihrer Sensoren gekommen. Ein ohrenbetäubendes Alarmsignal war das, das so unerträglich war, das jeder, der nicht dagegen geschützt war, bewußtlos wurde. Gut, das ich meine speziellen Ohropax verwendet hatte. Ich hatte sowas schon geahnt!
    Aber diese Pseudokiller, was waren das denn für Anfänger? Die hatten ihre Ohropax offensichtlich zu Hause gelassen. Na, mein Glück. Jetzt hatte ich nur diese schlaffe Susan an meinem Arm hängen. Und die Polizeisirenen kamen immer näher :shock:.

    Ich schleppte Susan in eine Seitengasse in der nur Garagen waren, öffnete eine und wir versteckten uns in dem Gerümpel, der dadrin war. Die Kanadier pferchen ihre Garagen mit Krimskrams so voll, das kein Auto mehr darin Platz hat. Dieses undurchdringliche Gestrüpp würde uns nun zu Gute kommen. Hier konnte uns keiner finden. Und in einer Viertelstunde würde sie auch wieder zu sich kommen und dann würden wir uns gemeinsam auf den Weg nach den Papieren und dem Geld machen. Ich wollte endlich meinen Mann wiederhaben! Aber dazu brauchte ich das Geld!
    Susann hatte irgendwie das Gefühl, schlecht geträumt zu haben. Irgendwie waren das ganz wirre, wilde Träume, gefährlich und beängstigend. Langsam kam sie wieder zu sich. Sie schlug die Augen auf. Ruckartig fuhr sie hoch. Rigmor! Sie hatte also doch nicht geträumt. Ein schreckliches Pfeifen klingelte noch in ihren Ohren nach. Sie hatte fürchterliche Kopfschmerzen.
    Rigmor holte inzwischen einen Komunikator aus der Tasche und öffnete ihn. „Ich werde meine Tochter anrufen, die hilft uns bestimmt hier heraus. Sie kennt sich aus in so was, schließlich ist ihre Schwiegermutter eine der berühmtesten Spioninnen der letzten Jahrzente. Haben sie noch nie was von Babygrill gehört?“

    Susann schüttelte den Kopf. Ihr was das alles so fremd, sie wusste gar nicht, in was sie da geraten war, sie kam doch aus einer völlig heilen Welt und jetzt das! Sie wollte nur noch was gegen ihre Kopfschmerzen und dann weg von allem ....

    Da vielen auf einmal mit lautem Getöse einige Kartons um die am anderen Ende der Garage gestanden hatte.

    Rigmor blickte auf und zog Susann hinter einen Stapel Bretter.

    Wir müssen sofort hier raus flüsterte sie hier ist noch jemand, unddas bedeutet nichts gutes.

    Los wir schleichen uns vorne duirchs Tor, und dann laufen sie nach Links die Straße runter dort steht ein gelbes Haus warten sie dort auf mich.

    Susann tat was man ihr sagte, sie hatte das Gefühl das das wohl das beste jetzt war.

    Sie schlich also hinter Rigmor her aus der Garage raus, zog ihre Schuhe aus und rannte ddie Straße runter.

    Das gelbe Haus konnte sie nicht verfehlen sie lief die Stufen zur Eingangs tür hoch und plötzlich wie aus dem Nichts stand Rigmor wieder vor ihr und bat sie ins Haus.

    Ich habe aus Sicherheitsgründen einen anderen Weg genommen, das war besser so.

    Kommen sie rein Susann und hören mir jetzt genau zu.

    Susann wir müssen hier verschwinden. Morgen früh um 8:00 Uhr geht unsere Maschine nach Italien, Babygrill wird uns dort erwarten, dann Erfahren sie alles weitere.

    Haben sie die Papiere die Simon ihnen mitgeben wollte?

    In Susanns Kopf begann ein Gewitter zu toben.

    Italien? Sie war doch gerade erst hier gelandet, und welche Papiere meinte sie ?

    Doch nicht etwa die Brotbackrezepte.
    Susann versuchte ihre Gedanken zu Ordnen.
    Also hören sie fing sie an zu Antworten...

    "... ich denke überhaupt nicht daran, mit Ihnen irgendwo hin zu reisen! Ich bin eine standhafte Frau, habe noch nie irgend jemanden irgend etwas getan, habe viel Erfolg im Beruf, verfüge über mehr Geld als die meisten anderen in meinem Alter..." entfuhr es ihr. "Ach ja, sind Sie sich da wirklich so sicher?" Es kam Susann so vor, als würde Rigmor sich über sie lustig machen. "Hören Sie mein Schätzchen," fing sie an, "ich komme sehr gut ohne Sie klar, aber vielleicht brauchen Sie mich. Haben Sie sich das schon einmal überlegt? Meinen Sie, diese Auftragskiller von vorhin haben mit Schreckschusspatronen geschossen, wie man sie einst zur Jahrtausendwende benutzte? Das ist ein verdammt ernstes Spiel und ich habe mich bereit erklärt Ihnen zu helfen, wegen Simon" und unterstrich ihre Aussage mit einer wilden Gestik. "Haben Sie etwas mit ihm? Was geht hier vor, wollen Sie mir das endlich mal erklären", entfuhr es Susann. "Die Sache hat mit Cora zu tun und ist eine lange Geschichte, ich erzähle Sie Ihnen später, das sagte ich ihnen bereits, jetzt müssen wir uns beeilen und Ihre Sachen und die Rezepte aus Ihrem Hotel holen!" "Die Rezepte? Aber die habe ich doch gar nicht mehr?" "WASSSS?" Rigmor verlor zum ersten Mal seit sich die beiden kennen gelernt hatten, die Fassung. "Was sagen Sie da, sind Sie sich sicher? Was haben Sie noch für Dokumente von Simon?" "Ich weiß nicht", erwiderte Susann unsicher. "Lassen Sie uns fahren!"

    Rigmor fuhr einen dieser neuartigen gelben Citygleiter. Susann ertrug die Art von Frauen nicht, die trotz Ihres fortgeschrittenen Alters von diesen jugendlichen Statussymbolen Gebrauch machen. Sie musterte sie von der Seite. Sie sah bestimmt einmal ganz adrett aus, als sie noch jünger war. Der Autokommunikator piepste, auf dem Bildschirm war ein gutaussehender älterer Herr zu sehen. "Darling, schön dass Du mich anrufst" flötete Rigmor, "hör mal, ich bin in Schwierigkeiten, die Rezepte sind verloren gegangen. Was machen wir nur?" "Die sind bestimmt schon unterwegs nach Kuba, ich versuche etwas darüber herauszufinden. Am besten Du fährst mit dem Schiff. Ist das junge Ding noch bei Dir?" "Ja, verdammt ich bin noch da," kreischte Susann. "Aber nicht mehr lange!" Der Mann lächelte und sagte: "Sie sind wohl von der temperamentvollen Sorte, was? Ich rufe später wieder an!"

    Susann stieg aus dem Gleiter, begab sich in das Hotel, packte flugs ihre Sachen, Rigmor beglich die Hotelrechnung. Der Kofferraum öffnete sich als sie zurück zum Fahrzeug kan, die Roboterarme fuhren heraus, Susann hing ihr Gepäck daran und flugs wurden die einzelnen Teile im Wagen untergebracht und festgeschnallt. Rigmor telefonierte noch am Hoteleingang, während Susan nachdachte. Über Cora, diesen alten Schnösel vom Autokommunikator, Walter, der in ihrem Haus wild umher schoss, Rigmor und über Kuba und die bevorstehende Schiffsfahrt...

    "SCHIFFFAHRT!!! Oh mein Gott! Ich werde doch immer so furchtbar seekrank! Warum lassen wir uns nicht einfach dahin beamen? Inzwischen gibt es solche Beamstationen doch schon fast an jeder Straßenecke." Gerade als Susann das dachte wurde sie von Rigmor unsanft aus ihren Gedanken gerissen...

    Wir müssen los die Tickets liegen am Hfen für uns bereit.
    Babygrill weiß bescheid das wir erst nach Kuba müsen.
    Durt werden wir von einer gewissen PATY erwartet die extra aus Mexico anreist sie kann uns vielleicht wieterhlfen was die Rezepte angeht.

    Haben sie noch Bargeld Susann?

    Susann schaute sie an und dachte an dei Dollarnoten.
    Rigmor trippelte ungeduldig von einem Fuß auf den anderen, was ist wir brauchen Kohle die Tickets für das Schallgeschwindigkeitsboot gibt es nicht umsonst.

    ja ja ich hab noch etwas das dürfte für die Fahrt reichen entgegnete Susann.

    Die beiden machten sich auf dem Weg zum Überseehafen...

    In der virtuellen Agentur stellte sich das Ticket als ziemlich günstig heraus. Bei der Ankunft am Hafen von Halifax wußte Susann auch warum. Es handelte sich keineswegs um ein Überseeschallboot, sondern vielmehr um ein konventionelles und mindestens fünfzehn Jahre altes Fährschiff. Als sich Rigmor und Susann sich dem Dock näherten, sahen sie die Offiziere an Deck stehen, die auf das Fußvolk herab guckten und sich amüsierten. "Männer!" zischte Rigmor. Diese Frau hatte das andere Geschlecht offensichtlich satt. Susann traute sich nicht zu fragen, ob sie geschieden, verwitwet oder getrennt lebte. Vielleicht war ihr Mann auch beruflich unterwegs und sie lebte nur weitgehend allein seit ihr Sohn nach Deutschland zog. Sie musterte Rigmor noch einmal kurz von der Seite. Sie trug einen Ring an einer Kette. Was mochte das wohl bedeuten. Es konnte viele Bedeutungen haben. "Simon wird mir viel zu erklären haben," dachte Susann, "wenn ich ihn nicht vorher umlege, den Bastard!"

    An der Schiffsrezeption bekamen sie ihren Kabinenschlüssel. "First Class" sagte der Offizier, der ihnen den Chip zusteckte und musterte die beiden, als wollte er sagen, na für die Suite hats wohl nicht gelangt. Susann drehte sich um und ging ein paar Schritte, als sie Rigmor einholte und bekannt gab, "den Flur entlang, den Aufzug zum Deck 8 und sodann nach rechts, dort finden wir unsere Kabine."

    Es roch etwas streng. Susann kannte diesen Geruch schon seit ihrer Kindheit: es roch wie das Mottenmittel bei ihrer Großmutter. Selbst die Tischdecken hatten damals diesen Geruch an sich. Sie hat ihn mindestens seit 2013 nicht mehr gerochen, als ihre Oma starb. "Mensch Omi, wenn Du wüßtest was mir gerade widerfährt", seufzte Susann leise und hörte sich zu Rigmor sagen:

    "Hören Sie zu, ich möchte dass wir unsere Kabine in eine Suite tauschen, ich hab noch soviel Geld, außerdem habe ich noch meine Kreditkarten dabei, die werden sie wohl auf diesem Kahn annehmen." "Vielleicht brauchen wir das Geld noch" zweifelte Rigmor. "Das ist mir egal, aber hier bleibe ich jedenfalls nicht! Wenn ich schon eine Kabine mit Ihnen teilen muß, so möchte ich wenigstens ordentlich schlafen." Sie drehte sich auf dem Absatz um und ging zur Tür. "Wir sehen uns an Deck," rief sie Rigmor zu, die einfach nur zustimmend seufzte.

    Susann begab sich zur Schiffsrezeption. Sie war nicht besetzt. Sie sah sich um und entdeckte wenige Meter weiter ein Büro in dem zwei Männer saßen. Rauch dubelte. Sie näherte sich und konnte sehen, dass der Raucher in Dokumente vertieft war, während der andere aufgeregt telefonierte. Sie verstand kein Wort. Offensichtlich handelte es sich um ein wichtiges Gespräch, denn es hörte sich an als ob er schimpfte. Susann klopfte und der Raucher guckte aus seinen Blättern auf. Susann erklärte nun, dass sie eine Umbuchung der Kabine wünschte. Der Angesprochene erklärte ihr, dass sich der Zahlmeister sogleich persönlich um sie kümmern würde und deutete auf den telefonierenden Mann. Susann wartete.

    Endlich legte dieser auf. Er wurde nun erst aufmerksam auf Susann. Einige Worte des Tischnachbarn ließen ihn aufstehen, mürrisch machte er eine Kopfbewegung und deutet Susann an, ihm zu folgen. Er setzte sich an der Rezeption: "Sie sind deutsch?" fragte er und Susann nickte. "Wie ist Ihr Name?" und guckte sie zum ersten Mal an. Sein deutsch hatte einen starken Akzent "Was geht Sie das an!" meckerte Susann, besann sich aber sofort, als ihr der Zahlmeister stereotyp erklärte, dass er diese Angaben bräuchte, wenn er ihr Ticken ändern sollte. Kleinlaut sagte sie "Susann Feigenschneider." Er sah sie mit seinen großen, dunklen Augen an und lächelte zum ersten Mal. "Susanna - ein schöner Name", sagte er. Es herrschte Stille. Susann erwiderte sein Lächeln und die beiden sahen sich in die Augen. Es fiel ihr auf, dass er eigentlich gar nicht hässlich war. Im Gegenteil. "Mit wem reisen Sie? Mit Ihrem Mann?" "Oh, nein!" erwiderte Susann und fügte rasch hinzu "mit meiner Freundin". Der Zahlmeister sah sie unentwegt an und sagte: "Sie sind wunderschön Señorita, so darf ich sie doch nennen, Sie sind doch eine Señorita, veros?" Sie errötete.

    "Meine Güte, das hat mir gerade noch gefehlt", murmelte sie. Aber es gefiel ihr auch irgendwie. "Wieviel Geld schulde ich Ihnen"? "311 Dollars" sagte der Offizier und Susann begann in ihrer Tasche zu kramen. "Ich habe aber nur 300, hier und jetzt" sagte sie. "Ich muss erst noch zu meiner Reisebegleitung und den Rest holen." "KEin Problem," grinste der Seemann. Ich werde nicht fort gehen. Ihre Kabinennummer lautet 476, auf Deck 9" sagte er und gab ihr den entsprechenden Kabinenchip in die Hand. Dabei berührte er etwas länger als nötig ihre Hand und strich ihr mit den Fingern über die Handinnenfläche. Susann erschauderte. Eilig lief sie davon.

    Sie dachte kurz an Simon. Versuchte aber sofort den Gedanken zu verdrängen. Der hatte sie offenbar mehr als einmal hintergangen. Und vor allem war er weit weg! Aber wo dachte sie denn hin? Sie erschrak vor sich selbst, hatte sie doch keine Absichten mit diesem Kerl. Sie hatte hier Wichtigeres zu tun. Sie war mit einer fremden Frau hier, befand sich in diesem fremden Land und eigentlich wollte sie nichts sehnlicher als wieder nach Hause zu gelangen. Doch dieser Zahlmeister hatte wirklich wunderschöne Augen. Sie glaubte sich zu erinnern, dass er einen Ring trug. Ob er verheiratet war? Sehr charmant jedenfalls.

    Sie fand Rigmor an Deck und übergab Ihr den Suiteschlüssel. "Mehr als 300 Dollar sind eine Menge Geld" bemerkte Rigmor, als sie ihr unauffällig ein Bündel Banknoten zusteckte." "Sie kennen ja meine Meinung" entgegnete Susann, "wir sehen uns in der Suite" und trottete zurück zur Rezeption. Es waren noch mehr Offiziere dort und sie unterhielten sich mit dem Zahlmeister als Susann zurückkam. Als Susann ihn ansprach verstummten sie und zogen von dannen. Susan bezahlte flugs und traute sich nicht mehr mit dem Seemann zu flirten. Es war ihr zu peinlich. Seit vielen Jahren war sie nicht mehr so verlegen. "Wir sehen uns bestimmt wieder," sagte dieser, als sie sich letztlich doch noch umdrehte, "schließlich dauert die Reise drei Tage und drei Nächte und das Schiff ist nicht allzu groß". Susann klopfte das HErz. "Wenn Sie jemanden brauchen, wenn wir um das Bermuda-Dreieck segeln, so stehe ich Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung." Susann drehte sich noch einmal um, wagte ein Lächeln und der Zahlmeister blinzelte ihr zu. Er gefiel ihr...

    Oh man, diese Susann ist ja ein ganz schönes Früchtchen :mad: Sows schnöseliges ist mir ja schon lange nicht mehr untergekommen. Macht voll einen auf "Tochter aus gutem Hause". Kein Wunder, das Simons Herz Cora gehört. Die hat wenigstens Feuer unterm Hintern und ist an anderem interessiert als an Handtaschen (sorry, Marlies ;-) ).
    Ich will aber die Suite! :roll: Nerv! Naja, mir solls recht sein, dann hockt sie mir nicht so sehr auf der Pelle. Da haben wir wenigstens zwei Kingsize Betten statt einem. Und der Blick auf Meer kommt hier auch besser als wenn man aus einem Bullauge gucken muß.

    Wo bleibt sie denn??
    Das sie die Rezepte nciht mehr hat ist natürlich ärgerlich! Da hätte man ein Heidengeld mit verdienen können: eine anständige Bäckerei, die richtiges deutsches Brot backt. Bua, dieser Labberkram hier, da werde ich mich wohl nie dran gewöhnen. Das geht Paty genauso. Die hat es geschafft und eine deutsche Bäckerei in Mexico aufgemacht. Und die Mexikaner stehen drauf! :shock: Von ihr kann ich mir so einige Tips holen.
    Und außerdem kennt sie sich im Drogengeschäft aus, das hilft uns in Simons Fall weiter. (Der hatte im übrigen die Rezepte von Cora, der Meisterbäckerin in Mannheim) Wir brauchen noch das ein oder andere Druckmittel gegen die Ganoven. Die wollen Geld von Simon wiederhaben, das er garnicht hat. Jetzt setzen sie ihn unter Druck, d.h. er braucht etwas in der Hand, das sie wiederum unter Druck setzt.

    Naja, wenigstens hat GoldSeven schon ihre Kontakte spielen lassen und navigiert uns nun nach Mexiko oder Kuba oder wo auch immer hin. Ihr kann man voll vertrauen. Außerdem beherrscht sie das Fach "Geschlehctsumwandlung" wie keine andere in ihrem Fach. Im Jahr 2005 fand ich Rollenspieler ja immer etwas sonderlich... Mit selbstgebastelten Waffen und Outfits im Wald herumrennen :roll:
    Aber seit es diese ganzen Tools gibt, die es einem erlauben wirklich so auszusehen und auch zu agieren wie die Figur die man spielt, hat das ganze etwas an Pepp gewonnen.
    Jedenfalls... es ist doch immer wieder nett, sie auf dem Kommunikator zu sehen und nicht zu erkennen ;-)
    Susann ist voll drauf reingefallen... meine Güte wo bleibt sie denn?

    Ach, wäre Manfred doch hier, ich vermisse ihn so sehr!! Naja, der hatte sich verdrückt, nachdem die Kinder ausgezogen waren. :cry:
    Wenn ich endlich zu Kohle käme! Dann würde er mit Sicherheit zurückkommen. Davon hat er immer geträumt, ein sorgloses Leben und nicht arbeiten müssen. Und nach 20 Jahren Ehe hatte er einfach die Nase voll, mich weiterhin durchzufüttern.
    Nun ja, ich habe mich nie sonderlich um Arbeit gerissen. Wenn es nicht sein mußte. Diese Angelegenheit hier verschafft mir die Möglichkeit uns eine neue Existenz aufzubauen (die Bäckerei wäre eine Goldgrube). Außerdem läßt Simon einen Batzen Geld für meine Hilfe springen.

    Wo bleibt den Susann? Ob sie über Bord gegangen ist? Ich faß es nicht! Die knutscht mit dem Zahlmeister herum! Naja, dann braucht Simon kein so schlechtes Gewissen mehr zu haben wegen Cora!

    Ob babygrill neue Informationen hat? Ich ruf sie gleich mal an.

    Susann überlegte krampfhaft, wie sie es am Besten anstellen könnte, den Zahlmeister nochmal in ein Gespräch zu verwickeln. Sollte sie ihn einfach fragen, ob er am Abend mit ihr den Mond anschauen wolle? Oder stand er nicht auf so romantischen Kitsch? Sollte sie lieber irgendwas zur Suite oder zum Schiff fragen?
    Noch während sie so an der Reeling stand klopfte ihr jemand auf die Schulter.
    Sie zuckte zusammen, nicht verwunderlich nach allem, was sie jetzt in kürzerster Zeit erlebt hatte. Sie drehte sich um und rechnete damit, in Rigmors Gesicht zu blicken. Aber das war nicht Rigmor. Der Zahlmeister lächelte sie mit strahlendweißen Zähnen an. "Hab ich sie erschreckt? Das wollte ich nicht! Ich habe sie so ganz einsam hier stehen sehen und da ich gerade meine Schicht beendet hab, dachte ich mir, ich könnte ihnen vielleicht etwas Gesellschaft leisten!?"

    Susann blickte verlegen auf den Boden. Hoffentlich merkte dieser äußerst attraktive Mann nicht, daß sie gerade schamhaft errötete. Wie sehr hatte sie sich gerade noch eine Begegnung mit ihm gewünscht und nun wußte sie nicht einmal, was sie sagen sollte.
    "Entschuldigung?"
    Susann erschrak. Sie räusperte sich. "Nein, sie haben mich nicht erschreckt, ich meine, kein Problem, ich habe nur...ich wollte nur, ich sah gerade so aufs Meer......."
    'Warum fällt mir nun einfach nichts ein, was ich sagen könnte? Ich stottere hier rum wie ein Schulmädchen, das zum ersten mal mit einem Jungen spricht. Ich könnte mich ohrfeigen!' dachte sie.
    "Dann will ich sie mal nicht weiter stören!"
    "NEIN!" Susann schrie beinahe. Und wurde deswegen gleich noch roter im Gesicht. Sie wollte auf keinen Fall, daß er nun ging. "Haben sie heute Abend schon was vor? Ich meine, ich wollte sie fragen, ob sie mir heute Abend vielleicht ein wenig Gesellschaft leisten könnten!"

    "Gerne! Um 20:13Uhr hier an der gleichen Stelle?
    Susann wunderte sich über diese komische Zeit, nickte und schon war der schöne Zahlmeister verschwunden. Sie wußte noch ncith mal seinen Namen!
    Susann drehte sich um und wollte gerade wieder zu Suit gehen als sie direkt in das Gesicht von Rigmor blickte.

    Ich habe sie schon die ganze Zeit gesucht, fauchte sie Susannn an,was machen sie hier nur.
    Das geht sie gar nichts an entfuhr es Susann.

    Da irren sie sich aber gewaltig und glauben sie mir es ist besser für sie wenn sie mit mir zusammenarbeiten, verstanden.
    Und jetzt kommen sie endlich, Rigmor zog Susann am Ärmel hiter sich her.
    LostInteger der Boss der Mailänder Untergrundorganisation mit dem Decknamen HEBAMME4U ist soeben auf dem Schiff gelandet, und wir sollten ihn nicht zulange warten lasen.

    Organisiertes Verbrechen Susann klappte den Mund auf und zu, hatte sie richtig gehört was hatte sie damit zu schafffen?
    Rigmor lief immer schneller ,Susann hatte Mühe ihr mit ihren hohen Absätzen zu folgen.
    Immer weiter lief sie
    Halt nicht so schnell schrie Susann, Rigmor drehte sich um;dann ziehen sie halt ihre Schuhe aus.
    Susann befolgte ihre Anweißung, was im Moment sicher klüger war.

    Nachdem sie etliche Gänge entlang gelaufen waren und viele Treppen überwunden hatten, kamen sie in einen englischen Saloon.
    Es schien als sei er völlig leer.

    Doch nein ganz hinten am letzten Tisch saß ein sehr adrett aussehender Herr in den mittlerern Jahren.
    Rigmor richtete sofort das Wort an ihn...

    "Na endlich, wo bleibst du denn??? Ich dachte schon ich müßte das Ding alleine wuppen, wie fast immer". Sie erntete nur ein spöttisches Lächeln.

    Susann machte sich gerade noch Gedanken, was wohl "Wuppen" sei, als sie beim Näherkommen plötzlich genauer das Gesicht des Mannes sehen konnte. Sie erschrak fürchterlich. Eine riesige Narbe zog sich über seine gesamte rechte Gesichtshälfte. Es sah wie eine schlimme Verbrennung aus. Das komplette Ohr fehlte!

    Dieser LostInteger ist aber zum fürchten!
    Naja, ein Gutes hat es ja: Susann, dieses Weibchen wird vor dem bestimmt Halt machen. Eben hat sie noch mit dem Zahlenmeister geflirtet.

    Zurück zum Geschäft. Den Typen hier hat Babygrill mir geschickt. Keine Ahnung, wie ich mit dem umgehen soll. Wenigstens hat er gute Drähte zum Untergrund. Aber Babygrill taucht bestimmt auch bald auch. Ihr Jet ist zwar letztens erst an einem Berg zerschellt, aber Schnudi hat seiner "Memme" wie er seine Mutter liebevoll nennt einen Helokopter zum Geburtstag geschenkt. Und wir haben hier ja diesen Landeplatz.
    Vielleicht bringt sie ja auch Cora mit?

    Susann schaute in den Himmel und entdeckte in der Ferne einen Hubschrauber. Er kam direkt auf das Schiff zu, ziemlisch schnell war er unterwegs.
    Was es jetzt wohl da wieder so eiliges gab? Susann wurde das alles langsam zuviel. Am Liebsten würde sie den Zahlmeister schnappen, mit ihm in den gerade landenden Hubschrauber einsteigen und einfach davon fliegen. Am Liebsten auf eine einsame Insel, wo nur sie und der Zahlmeister waren....

    Da kommt sie ja! Endlich. Noch ein paar Minuten alleine mit dieser Schnecke Susann und ich dreh durch. Von dem unfreundlichen Gangster da mal ganz abgesehen.

    Ist das ein Wind!
    ....
    Mh? Babygrill hallo! Schön, dich wiederzusehen! Wie geht es Schnudi? Und Luise? Was? Wieso erzählst du mir das erst später? Was ist denn passiert? :shock:
    Ja, hast ja Recht, erstmal kümmern wir uns um diese Type, die du mir hier geschickt hast. Ach ja, und das hier ist... darf ich vorstellen: "Susann, Simons Frau!"
    "Ja, Schätzchen, Babygrill kennt Simon auch. Wer nicht?" Hahaha, da amüsieren Babygrill und ich uns aber über Susanns fragendes Gesicht.

    "Aber erzähl, was fangen wir mit diesem LostInteger an?"
    Ok, der hat Kontakte zur kubanischen Unterwelt, welche wiederum Kontakte zur deutschen haben womit wir bei den Kollegen, mit denen Simon sich eingelassen hat wären.
    Wieso will uns dieser LostInteger eigentlich helfen, Babygrill? Ach so, verstehe. Er ist dir noch einen Gefallen schuldig.
    Dann redest du am Besten mit ihm!

    Mir war ein wenig übel. Der letzte Abend war sehr heftig, der Wein ausgezeichnet und der Helikopterpilot ein echter Anfänger; dieser Kombination hält keine Dame in den Wechseljahren stand!

    Das Wiedersehen mit Rigmor freute mich sehr, wir umarmten uns herzlich. Seit der romantischen Hochzeitsfeier in Castelnuovo Magra hatten wir uns nicht wiedergesehen. "Wo ist er denn, Mr. LostinSpace" fragte ich sie, während sie mich unter Deck bugsierte. "Den schickt uns die Comadrona selbst, wußtest Du das nicht, Birgit?" fragte ich. "Birgit," sie lächelte mich an und setzte fort "so hat mich schon lange niemand mehr genannt. Es ist, als würdest Du eine andere rufen. Eine, die noch richtig jung und knackig ist. Weißt Du noch, damals, als wir mit den anderen ..." "jetzt nicht," entgegnete ich ihr. "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, ich weiß um Deine hoffnungslose Romantik, deshalb hab ich Dir ja auch von Luise zu erzählen, aber später."

    "Da bist Du ja", begrüßte ich LostInSpace. Hat Dir die Comadrona auch das Päckchen mitgegeben?" Ja, das hätte ich fast in den Anden verloren". "Verloren??!!!" Er lachte hämisch. Susann mischte sich ein: "hört mal, freut mich ja für Euch, aber ich hab heute abend noch was anderes vor". Sie wandte sich zur Tür und wollte gehen, als sich LostInSpace vor sie stellte, drohend seinen Arm ausstreckte und mit seiner finstersten Stimme verdeutlichte:

    "...
    Junge Frau sie täten gut daran sich an unsere Anweißungen zu halten, sonst könnte es etwas ungemütlich für sie werden, und das wollen wir doch alle nicht,oder.

    Ein fießes Grinsen stand im Gesicht von LostInteger, Susann fröstelte, was wurde hier gespielt?
    Susann machte einen Schritt zurück und ließ sich auf einen der Barhocker fallen.

    Also wandt sich LostInteger an Babygrill: die Rezepte haben wir in Kuba sichergestellt, und diese fiese Truppe um Gisela festgesetzt.
    Das ist ja wirklich eine Schreckschraube. Intelligent aber eben auch nicht perfekt. :biggrin:

    Jetzt müssen wir nur noch Jauchzerle finden, aber da wird uns Paty behilflich sein.

    Kümmert ihr euch um diese nette Dame hier und schaut das sie nicht entwischt, bis Simon seine Schulden bezahlt hat.

    Ach ja dem ist übrigens der halbe Westeuropäische Untergrund auf den Fersen. Schon verwundelich mit wem der sich alles eingelassen hat.

    Na ja mir soll es egal sein, ich bekomme schon was mir zusteht.

    Und nun gehen wir alle zum Dinner.

    Und keien falschen Bewegungen gute Dame, Lost Integer packte Susann am Kinn und zog sie zu sich hin. Hübsches Gesicht haben sie, und das soll doch so bleiben oder.

    LostInteger machte Platz, Rigmor packte Susann am Arm und zog sie hinter sich her zu ihrere Suit.

    Dort schloß sie die Tür und schaute Susann an, so jetzt werde ich ihnen mal was erklären begann sie...

    Plötzlich krachte es laut, Susann und Rigmor stürzten auf den Boden. Das Schiff war offensichtlich gegen irgend etwas aufgefahren. Vielleicht ein Felsen! Susann schrie auf, das Licht flackerte kurz und erlosch. "Geht es Ihnen gut, haben Sie sich weh getan?! Ich kann meinen Fuß nicht bewegen," rief Rigmor. Susann durchfuhr es wie einen Blitz, das war ihre Gelegenheit. Sie stürzte zur Tür, riß sie auf, Rigmor schrie "Susann, bleiben Sie stehen, lassen Sie sich erklären! Sie Biest!" Sie verdammtes Biest, Sie können mich hier doch nicht so liegen lassen!"

    Susann antwortete nicht. Sie lief. Ihre Uhr zeigte kurz nach 20 Uhr an. Sie lief zur Rezeption. Als sie um die Ecke rannte, sah sie Babygrill und LostInSpace dort stehen. Sie nahmen ihren Kabinenschlüssel in Empfang. Aus dem Lautsprecher tönte in englischer und spanischer Sprache, dass sich die Passagiere ruhig verhalten sollten, es sei absolut nichts Schlimmes passiert und der Kapitän hätte alles unter Kontrolle. Sie versteckte sich hinter einer Säule und atmete tief durch. "Jetzt darf nichts schief gehen," dachte sie. Sie war außer Atem. Ihr Herz schlug bis zum Hals. "Haut doch endlich ab, lasst mich alleine, ich muss mit dem Zahlmeister sprechen", flehte Susann. Vorsichtig lugte sie erneut um die Ecke. Der Zahlmeister verließ die Rezeption und näherte sich ihr. Er wollte wohl zum Aufzug. "Ja, ja, braver Offizier, komm her, ja bitte! Wenn aber diese verrückte Babygrill jetzt auch noch hier her kommt , bin ich erledigt," dachte sie.

    Der Zahlmeister ging an ihr vorbei, er sah sie nicht. Vor dem Aufzug drückte er den Knopf und verschränkte beim Warten die Arme hinter sich. Er sah verdammt gut aus in seiner Uniform. Der Aufzug klang kurz, das Zeichen, dass er sich auf dem Deck befand, die Türen sprangen mechanisch auf. Der Offizier blies sich seine dunklen Haare aus der Stirn und setzte sich in Bewegung. Susann rannte auf ihn zu und sprang im letzten Moment, bevor sich die Türen schlossen hinein. Der junge Mann war sehr überrascht.

    "Aber was machen Sie denn da?" "Sagen Sie kein Wort, bitte!" rief Susan. Der Zahlmeister war sprachlos und sah Susann mit seinen großen dunklen Augen an. "Bitte bringen Sie mich weg!" "Aber wir hatten doch eine Verrabrredung," brachte der Erstaunte mit seinem südlichen Akzent hervor. "Haben Sie sich bei dem Zusammenstoß mit dem Fischerboot verletzt", fragte er weiter. "NEin, aber ich werde verfolgt, bitte helfen Sie mir"!

    Der Zahlmeister drückte sie sanft gegen die Aufzugswand und küßte sie auf den Mund. Susann presste die Lippen zusammen. Er gab nicht nach, sie schloß die Augen, als sie eine Sekunde später wieder der Klingelton der stumpfsinnig aufspringenden Aufzugstür in die Realität zurück brachte. "Bitte bringen Sie mich weg, ich flehe Sie an," flüsterte sie.

    "Aber ja doch, Susann," flüsterte der Zahlmeister zurück. "Das hatte ich sowieso vor, doch vorher wollte ich Ihnen noch den Sonnenuntergang zeigen. Das gleicht einem wahren Spektakel hier auf See." "Neeeeeiin, das geht leider nicht, bitte nehmen Sie mich ernst! Wie heißen Sie eigentlich," fragte sie ihn.

    Er zögerte einen Moment und lächelte sie sodann belustigt an. Er glaubte ihr offenbar nicht. "Domenico," sagte er. "Ich heiße Domenico." Er streckte seine Hand aus, nahm die ihre und sagte freundlich und bestimmt, "kommen Sie mit mir, ich bringe Sie in meine Kabine. Dort sind Sie sicher, keiner wird sie finden können und Sie werden mir alles in Ruhe erzählen."

    Domenico hielt ihre Hand immer noch fest, als er mit der Linken seinen Chip aus der Anzugstasche angelte und sie in die Türöffnung schob. Susann beobachtete ihn, er bemerkte es und lächelte ihr aufmunternd zu. Er ließ ihr den Vortritt, schloß die Türe hinter sich und begleitete sie zum etwas altmodisch anmutenden Divan in der Mitte der Kabine. Sie sah sich um. Es roch nach einem herben Aftershave. Sie konnte Düfte bei Männern nicht ausstehen, doch sie war gerne bereit in diesem Fall eine Ausnahme zu machen. Auf dem Stuhl vor dem Schreibtisch lagen vereinzelte Wäschestücke. Der Offizier nahm sie hastig herunter und legte sie etwas verlegen in die Schublade neben dem Bücherschrank. Auf dem Schreibtisch lagen einige Akten wohlgeordnet. Drei Ordner standen an der Wand. Ansonsten wirkte der Raum unbewohnt. Eine Tür führte vermutlich zum Bad. Ein Vorhang führte zu einem anderen Raum.

    Der Zahlmeister ließ sich auf das Sofa neben Susann sinken. Seine Finger waren nicht sonderlich groß. Er strich Susann über die Wange und flüsterte, "Ihre Haut ist so zart."

    "Sagen Sie mir bitte, was das für eine Tür ist und was sich hinter dem Vorhang befindet." Sie sprang aufgeregt auf, er lachte, "ach kommen Sie, hören Sie doch endlich auf, gehen Sie hin und gucken Sie nach!" Tatsächlich befand sich hinter der Tür ein ganz kleines Badezimmer. Er schob den Vorhang zurück. Dort stand einfach nur ein großes Bett. Es war ungewöhnlich hoch, mindestens 1,30 Meter, weiß, ´Cubenia´, der Name der Schifffahrtsgesellschaft war auf die Bettwäsche gepägt. Er zog sich die Anzugsjacke aus und zog Susann zu sich. Mit seinen Fingern fuhr er ihre Lippen entlang. Er schloß die Augen, um sie einen Moment später wieder zu öffnen. Er studierte die Form der Lippen um sie auswendig zu kennen, bevor er sich ihnen wieder näherte. Susann war auf einmal ganz kleinlaut, "Domenico", wisperte sie. Er küßte sie. Sie blieb regungslos. Doch seine Lippen verfügten über eine unglaubliche Überredungskunst. Die ihren willigten ein. "Domenico", wiederholte sie, "Domenico, helfen Sie mir, ich bitte sie!" "Natürlich, natürlich werde ich ihnen helfen," flüsterte er zurück, "kommen Sie ganz nahe, dann geht es besser!" Seine Hände fuhren in ihr Haar, sie verschwanden völlig darin. Susann konnte die Handbewegungen hören. Sie sank neben ihn und begann, ihm sein weißes Hemd nach oben zu ziehen. "Ich werde verfolgt," ließ sie ihn wissen. "Von wem" lautete seine Gegenfrage. "Das weiß ich nicht," sagte sie. "Das wissen Sie also nicht" sagte er ihr ungläubig ins Ohr. Er strich ihr über ihren Pulli und zog ihn nach oben. Seine Hände verloren sich nun auf Susanns Rücken unter dem Pulli. "Das ist eine ganz ganz lange und unglaubliche Geschichte", seufzte sie, während sie ihm seine dunkle Krawatte und sie ihm vorsichtig über den Kopf zog. "Ich liebe ganz lange Geschichten und habe ganz lange Zeit,"ließ er sie wissen. Er drehte sie auf den Bauch und küßte sie auf ihren Nacken. Susann erschauderte angenehm. So hatte sie sich schon lange nicht mehr gefühlt. Sie drehte sich um, sie wollte diesem Mann, der sie mit seiner Art so verzauberte, in die Augen schauen. Sie fuhr mit ihren Händen seinen Oberkörper entlang, als sie ihn flüstern hörte: "Es ist wunderschön, Ihnen beim Erzählen Ihrer Geschichte zuzuhören, Susann. Es sind die schönsten Geschichten, die es gibt und ich wünschte Sie würden niemals aufhören."

    Und sie erzählte ihm das ganze unglaubliche Kuriosum. Bis zum Schluß. Alles erzählte sie und die Geschichte beanspruchte sehr viel Zeit. ;-)

    "Das ist ja irre," sagte Domenico und zog seine Krawatte zurecht. "Schließ die Türe hinter Dir ab, ich komme in etwa 20 min zurück zu Dir." Er küßte sie zum Abschied auf die Stirn. Susann blieb alleine zurück.

    Rigmor hatte sich mittlerweile aus ihrer mißlichen LAge befreit und humpelte laut schimpfend in das kleine Bad.

    Dort setzte sie sich auch den Badewannenrand und begutachtete ihren immer dicker anschwellenden Fuß, als es an der Tür klopfte.

    Wer ist da?

    Ich bins Babygriil

    Ach ja komm rein es ist offen.

    Babygrill stapfte ins Zimmer und blieb vor der immer noch auf der Badewanne sitzenden Rigmor stehen.

    Herrje das sieht aber nicht gut aus , murmelte sie. Wo ist Susann.

    Susann, Susann hör mir auf mit dieser dämlichen Pute. Erst macht sie nur Ärger und dann nutzt sie den erst besten Moment um zu verschwinden.

    Verschwinden? Was sagst du da? Das Gesicht von Babygrill verlohr jegliche Farbe.

    Ja ich sag fir doch sie ist abgehauen.

    Mist, weißt du was das heißt? LostInteger ist kein Freund von solchen Sachen.
    Wo, könnte sie stecken?

    Ich hab ne Ahnung, sagte Rigmor, sie wird bei ihrem Zahlmeister sein.
    Sie hatte sich mit ihm verabredet.

    Gut dann werden wir das ganze Schiff nach ihr durchkämmen, ach ja und der Hubschrauberlandeplatz muß gesperrt werden.

    Komm ich bring dich erstmal zu einem Arzt, so kann das ja nicht bleiben.

    Babygrill half Rigmor auf die Beine und schleppte sie zur Rot-Kreuzstation des Schiffes.
    Dort nahm sich ein sehr junger hübscher Arzt des Fußes an.
    Rigmor schaute durch den offenen Türspalt auf den Flur;

    Da, da ist er
    Wer? Babygrill verstand nicht
    Na der Zahlmeister, komm hefte dich an seine Füße ich komme schon klar.
    Äh ja natürlich, und schon war Babygrill verschwunden.

    Aua, raunzte Rigmor den Arzt an das tat aber gerade weh.
    Verzeihung die Dame. AnjaH unsere Krankenschwester wird den Fuß noch verbinden und in 2 Tagen sehe ich sie wieder zur Kontrolle.
    Ja ja schon gut, Rigmor musterte ihn und sah ihm Gedanken verlohren nach wie er hüftschwingend den Raum verließ

    Susann saß auf dem Bett des Zahlmeisters und träumte gerade ein wenig vor sich hin, als mit lautem Knall die Tür aufflog, und sie in das wutverzerrte Gesicht von Babygrill blickte.....

    "Du dämliches Flittchen! Was hast du dir nur dabei gedacht? Hast du geglaubt, du könntest so einfach verschwinden?" zischte Babygrill mit wütend zur Fratze verzerrtem Gesicht.

    Susann zuckte wegen des Knalls zusammen, hob dann aber mit beängstigend ruhigem Gesichtsausdruck den Kopf und sah Babygrill direkt und fast trotzig in die Augen.
    Dann senkte sie den Blick wieder auf die Papiere, die sie aufgeschlagen vor sich auf dem Bett liegen hatte. Zwei weitere Aktenordner lagen neben ihr.
    "Hier..." sagte sie mit bedrohlich ruhiger Stimme und schob Babygrill den aufgeschlagenen Aktenordner hin. Aus ihrer Stimme war jede Angst und Verunsicherung verschwunden, ihr Ton war schneidend wie Eis.

    Es wäre mir beinahe peinlich gewesen, läge die Geschichte nicht schon so lange zurück, dass es nur noch einem Schatten in meiner Erinnerung glich. Neben dem eng beschriebenen Papier hielt Susann die "Beweisfotos" in der Hand.

    mit seltsam ruhiger Stimme, die fast schon eisig klag, fragte Susann: "was hast Du mir zu sagen? Ich warte auf eine Erklärung! Dachtest Du wirklich, ich sei zu blöd, um herauszufinden, was hier gespielt wird? Wie lange geht das schon so? Und was hast Du nun vor? Ich finde, Du bist mir nun einige Antworten schuldig!"

    Susann blickte Babygrill tief in dei Augen, sie zuckte nicht mal mit einer Wimper und war gespannt auf die Antworten.
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