TV-Tipp heute...

Mandy1976Mandy1976

4,183

bearbeitet 20. 04. 2004, 10:52 in Plauderecke
Montag, den 19.04.2004
20.15 - 21.45

Der Fernsehfilm der Woche

Königskinder

Teenager-Liebesdrama, Deutschland, 2002

Gemeinschaftsproduktion von ZDF und ARTE

Merle und Abel sind ein Liebespaar. Sie sind beide 18, gehen noch zur Schule und haben den Kopf voller Träume. Auf gar keinen Fall will der Mädchenschwarm und Schulversager Abel das werden, was die Familie von ihm erwartet: Vaters Nachfolger als Schleusenwärter mit Schankrecht an der Elbe. Abel will die große Freiheit, aber nicht im nahen Hamburg, sondern in den USA. Seit Jahren steht für ihn fest: Abel wird Stuntman beim Film. Da fängt man unter Los Angeles gar nicht an! Merle ist ein bisschen realistischer als Abel. Sie lässt sich von Abels Träumen mitreißen, aber eigentlich gefällt es ihr an der Elbe auch gut. Sie jobbt in der Kneipe von Abels Eltern, schmeißt ihrem allein erziehenden Vater den Haushalt und ist so praktisch veranlagt, dass es ihr selbst schon manchmal unheimlich wird.

Abel ist mal wieder sitzen geblieben und droht von der Schule zu fliegen. Auf der großen Sommerferienparty wird der Kummer in Alkohol ertränkt. Abel will endlich weg. Doch plötzlich wird alles anders: Merle stellt fest, dass sie schwanger ist - und das schon im fünften Monat. Für eine Abtreibung ist es zu spät. Das verzweifelte Liebespaar beschließt, die Schwangerschaft vor Eltern und Freunden zu verheimlichen: Aber dazu müssen sie weg von zu Hause. Hinter dem Rücken seines Vaters bekniet Abel seine gutgläubige Mutter, ihm 3000 Euro für einen Stuntman-Kurs in Hamburg zu überlassen. Die Mutter gibt ihm das Geld, weil sie aus eigener Erfahrung weiß, was es heißt, wenn man mit 18 keine Träume mehr haben darf.

Hamburg ist die Hölle für Abel und Merle. Sie können sich nur eine schäbige Kiezpension leisten. Merles Bauch wird dicker, und das Geld reicht hinten und vorne nicht. Abel jobbt, und Merle muss entsetzlich vernünftig sein. Sie lacht nicht mehr, und dabei wäre sie so gern wie früher: kindisch, verspielt und ahnungslos. In großer Not weiht Abel seinen Busenfreund Oliver in seine Pläne ein. Mit Olivers Hilfe und seinen Kenntnissen als Rettungssanitäter bringt Merle ihr Baby anonym in einem Motel zur Welt. Sie hat einen Entschluss gefasst: Abel soll das Baby sofort nach der Geburt wegbringen. Aber das Baby soll nicht auf der Straße ausgesetzt werden wie so viele andere. In der Hamburger Goethestraße gibt es die "Babyklappe". Dort können Neugeborene anonym beim "Projekt Findelbaby" abgegeben werden, ohne Angst vor Strafverfolgung. Merle hat gelesen, dass Babys dort sofort medizinisch versorgt werden und dann zu Pflegeeltern kommen.

Abel trinkt sich Mut an und betäubt seine Verzweiflung. Allein trägt er seinen Sohn zur Babyklappe - und ist dabei selbst noch ein total überfordertes Kind. Er nimmt ein Pappkärtchen und drückt die Hand seines Baby auf ein Stempelkissen - zur Erinnerung. Wie betäubt fahren die beiden Teenager zurück nach Hause. Fragen stürmen auf die beiden ein. "Und jetzt gehen wir nach Amerika", antworten sie und wollen es selbst gern glauben. Endlich frei sein, nie wieder vernünftig sein, nie wieder dran denken. Aber Merle gelingt das nicht. Sie weint Tag und Nacht und weiß selbst nicht, warum. Dann schenkt sie Abel einen Stadtplan von Los Angeles. Jetzt ist es an Abel, eine Entscheidung fürs Leben zu treffen ...

Die mehrfach preisgekrönte Hamburger Autorin Beate Langmaack hat mit "Königskinder" eine sensible, emotional sehr starke Teenager-Liebesgeschichte geschrieben, der es gelingt, sich auf der Basis solider Recherchearbeit und ohne falsche moralische Scheuklappen der Problematik von anonymer Geburt und "Babyklappe" zu nähern. Regisseurin Isabel Kleefeld fand in einem aufwändigen Casting die beiden hochbegabten Nachwuchsdarsteller Luise Helm und Adrian Topol. Für die Hauptrollen in "Königskinder" erhielten Luise Helm und Adrian Topol den Deutschen Fernsehpreis 2003 in der Kategorie "Beste Nachwuchsschauspieler".

Kommentare

  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Wow, der Film hört sich ja sehr traurig an irgendwie...
    Hat ihn jemand gesehen? Wie ging er denn dann aus?
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ja ich hab ihn gesehen. Ich fand ihn schön nur das Ende war bißchen blöd:

    Merle weint Tag und Nacht weil sie bereut ihr Baby weggegeben zu haben. Abel fährt daraufhin nach Hamburg und bring mit einer Betreuerin der Babyklappe das Baby zu Merle zurück. Merle ist glücklich, Abel aber nicht den wenn er bei Merle und dem Baby bleiben will muß er als Schleußer arbeiten, was er ja nicht will. Da schenkt ihm Merle den Stadtplan nach Los Angeles und Abel fährt mit kleinen Dampfern Richtung Amerika. Am Ende sieht man Merle und ihren Sohn der mittlerweile ca. 2 Jahre alt ist. Abel schickt ne Karte aus Arizona, die aber ins Wasser fällt. Merle sitzt dann mit Abels Eltern auf einer Bank.

    Ich dachte eigentlich die Postkarte fällt ins Wasser und da steht drauf das er wieder zurückkommt, sie kann es aber nicht lesen, er steht plötzlich vor ihr, sie ist total überascht und HAPPY END. Aber auch ohne war es ein schöner Film. HAt ihn noch jemand gesehen? Wie fandet ihr ihn?
  • Mandy1976Mandy1976

    4,183

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Hi,

    also ich hab ihn auch gesehen. Ich fand ihn auch gut. Mir hat das Ende allerdings gut gefallen. Es war nicht so ein klassisches Happy End, wie das oft in Filmen ist. Aber im realen Leben ist es ja auch nicht immer so ;-)
    Trotzdem sind ja doch alle irgendwie glücklich geworden. Merle mit ihrem Sohn, Abel als Stuntman in Amerika und die Großeltern sind auch happy.

    Mir hat´s gefallen.

    LG
    Mandy
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ach, zum Glück hat sie wenigstens ihren Sohn wieder :smile: . Meiner schwangerschftshormongesteuerten Seele hat es richtig wehgetan, zu lesen, dass sie ihn in die Babyklappe legen... ;-)
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