Kind mit zur Beerdigung?

littlejakelittlejake

3,185

bearbeitet 15. 02. 2008, 23:45 in Plauderecke
Hallo zusammen!
Ich geb´ zu, das ist nicht unbedingt ein nettes Plauderthema, aber in eine andere Kategorie passte es genauso wenig..
Naja, also es geht darum, dass heute morgen meine Oma gestorben ist, im Alter von 85 Jahren. Mittwochs wird voraussichtlich die Beerdigung sein und ich bin eigentlich irgendwie selbstverständlich davon ausgegangen, dass ich meine Tochter (fast 20 Monate) dorthin mitnehmen werde.
Meine Mutter hat dann heute plötzlich davon angefangen, dass wir uns da noch was überlegen sollten, weil sie ja nicht stillhalten und leise sein würde, usw...
Ich sehe das aber eigentlich anders. Selbst wenn sie sich nicht mucksmäuschenstill auf die Kirchenbank setzten wird - was bei ihr auch wirklich nicht zu erwarten wäre - finde ich doch, dass sie dazu gehört und dabei sein sollte.
Wir waren heute morgen auch mit ihr zusammen nochmal bei ihr um uns zu verabschieden und ich fand nichts schlimmes dabei, dass sie in einem Raum mit einer Toten war und sie auch angeschaut hat.
Wir haben ihr dann erklärt, dass sie sehr müde ist und ganz lange schlafen wird.
Erstaunlicherweise fand ich den Anblick meiner toten Oma gar nicht befremdlich. Das war irgendwie ein Abschluss, zu sehen, dass sie ganz friedlich eingeschlafen ist.
Sie war schon länger in einem Altenheim und war streckenweise sehr verwirrt, so dass sie uns kaum erkannt hat, wenn wir zu Besuch waren.
Sobald wir aber die Kleine dabei hatten, hat sie wacher geschaut, teilweise sogar kurze Sätze gesprochen und versucht mit ihr Kontakt aufzunehmen. Sie hat sich sichtlich gefreut, sie zu sehen. Ob sie letztendlich wirklich realisiert hat, dass das ihre Urenkelin ist wage ich zu bezweifeln, aber es hat ihr Freude gemacht.
Sie war eigentlich ihr Leben lang eine recht schwierige Person, recht streitbar und es war nicht einfach mit ihr auszukommen. Dementsprechend haben wir auch kein besonders enges Verhältnis zueinander gehabt, obwohl wir sie regelmäßig besucht haben.
Ich glaube, dass es auch angebracht wäre, wenn ich Hannah mit zur Beerdigung nehmen würde. Der Tod gehört doch irgendwie zum Leben, genauso wie die Geburt.
Wenn sie gar nicht mehr sitzen möchte, dann würde ich natürlich mit ihr rausgehen und ich denke mal traumatisierende Ereignisse wie in Tränen ausbrechende Angehörige wird es wohl auch eher nicht geben, schon alleine aus der Tatsache resultierend, dass sie jetzt einfach ihren Frieden hat.
Wäre die "moderene" Medizin nicht gewesen und wäre es nach ihrem Willen gegangen, dann wäre sie wohl schon längst gestorben, weil sie wohl offenbar selbst nicht mehr so richtig wollte, aber der Herzschrittmacher, Magensonde, usw. ihren Körper am Leben gehalten haben.
Hmm, meint ihr ich sollte da mehr auf die möglichen Bedürfnisse der anderen Angehörigen eingehen? Ich glaube wäre es nach meiner Oma gegangen hätte sie sicherlich nichts dagegen gehabt wenn auf ihrer Beerdigung auch mal ein Kinderlachen ertönt.
Findet ihr das pietätlos?
Ich bin ein bißchen hin und her gerissen... Vielleicht habt ihr ja ein paar Gedanken für mich übrig...

Kommentare

  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Es tut mir leid, dass Deine Oma gestorben ist.

    Ich erzähle Dir mal, wie wir es bei Beerdigungen gehandhabt haben. Wie meine Oma gestorben ist, da war Julia 5 Monate, ähnliche Situation wie bei Euch und wir hatten sie dabei im Tragetuch. Aber sie hat halt auch noch nicht viel mitbekommen.
    Von meinem Bruder die Freundin ist letztes Jahr mit 31 Jahren gestorben und auf dieser Beerdigung hatten wir Julia nicht dabei, da ich sie nicht mit dem Schmerz konfrontieren wollte, der bei Menschen, die jung sterben zweifelsohne sehr gross ist und weil ich es in dieser Situation nicht angebracht gefunden hätte, Julia während der Trauerfeier zu bespielen oder beschäftigen, denn ich hätte mich selbst dann nicht richtig verabschieden können von der evtl.Störung für die anderen mal ganz abgesehen. Meine Schwiegermutter ist mit ihr in der Zeit spazierengegangen, hinterher bei dem Kaffeetrinken war sie dann dabei und das war ok.

    Ich finde, es hängt viel von der Situation ab und wieviel sie schon begreift und mitbekommt. Und ich denke, es kommt darauf an, wieviele Leute dort sind, ist es nur Familie, dann kann man das vielleicht vorher abklären, es gibt immer noch viele, die sich gerade mit Beerdigungen und Verabschieden schwer tun und dann kann es als "störend" empfunden werden, wenn ein Kind lacht oder rumläuft oder vorgelesen bekommen möchte. Klar gehört der Tod dazu, aber ich finde, es genügt in dem Alter, den Kindern davon zu erzählen, ich würde momentan Julia nicht mit auf eine Beerdigung nehmen, weil ich einfach nicht berechnen könnte, wie sie oder die anderen reagieren und vor allem auch, weil Du nicht weisst, wen sie gerade in ihre Beschäftigung einspannen möchte und diese Personen dann vielleicht an ihrem Abschied hindert.
  • Susanne67Susanne67

    4,797

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Du Arme. Das tut mir leid für Dich. Auch wenn sie schon sehr alt war, es ist trotzdem sehr traurig.

    Als meine Großtante gestorben ist, hatte ich Victoria mit knapp 2 Jahren auch dabei. Sie hat gespürt, dass es eine besondere Situation ist und hat sich sehr brav verhalten. Es wäre aber auch nicht schlimm gewesen, wenn sie sich gemeldet hätte. Der Tod gehört zum Leben dazu und je früher Kinder wie selbstverständlich damit vertraut gemacht werden, um so besser. Und für wen sind Beerdigungen denn und wie sollten sie abgehalten werden? Ich meine, vor allem für die Familie und so, wie es sich der Verstorbene gewünscht hätte. Deine Tochter ist die Urenkelin, eine dirkete Verwandte die ihrer Uroma noch viel Freude bereitet hat, wahrscheinlich mehr als viele von jenen, die ihre Teilnahme als pietätlos empfinden würden. Ich fände es pietätlos, wenn ein Mensch, der dem Verstorbenen nahestand, aus Gründen wie "Was sollen die Nachbarn denken..." ausgeschlossen würde. Und die Oma würde es bestimmt schön finden, wenn auf ihrer Beerdigung die Kleine ein Lächeln auf die Lippen der Anesenden zaubert...

    Im übrigen ist die Anwesenheit eines Kindes nochmals ein glasklarer Hinweis darauf, dass das Leben weiter geht. Wir alle kommen und gehen... Das kann für Hinterbliebene auch durchaus tröstlich sein.

    Und wenn die Kleine die Oma schon tot gesehen hat, dann dürfte die Beerdigung für sie gut zu verkraften sein, denn da ist der Sarg ja schon zu. Wenn Du es für Dich schaffen kannst, dass Du Dich um die Kleine kümmerst oder eventuell vor die Tür gehst, wenn sie wirklich zu laut wird, bzw. Dein Partner, ohne in Deiner eigenen Trauer gestört zu sein, dann würde ich sie auf jeden Fall mitnehmen. Du musst Dich wohlfühlen dabei und lass Dir nix anderes einreden.
  • FreyaFreya

    577

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich würde es nicht machen. Beerdigung hat ja auch was mit Abschiednehmen und Erinnerungen zu tun. Mich würde es sehr stören, wenn ein kleines Kind dabei wäre, welches diese Andacht mit Lachen und Plappereien unterbricht. Auch ich selbst könnte mich dann nicht so von der Person verabschieden, wie sie es vielleicht gewollt hätte, weil ich zu sehr mit der Kinderbetreuung beschäftigt wäre.

    Ich denke, es reicht wenn man mit dem Kind zusammen Abschied von der Person in der Kapelle nimmt, aber ein Kleinkind mit auf die Beerdiungsfeier selbst?

    Nein auf gar keinen Fall.
  • littlejakelittlejake

    3,185

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Vielen Dank für eure Gedanken dazu.
    Also ich persönlich hätte eben kein Problem damit wenn ein kleines Kind mal kurz dazwischen plappert.
    Wenn sie laut werden sollte, würde ich die Kirche natürlich kurz verlassen, oder mein Mann würde mit ihr rausgehen.
    Meine Intention sie mitzunehmen war auch nicht vorrangig ihr den Tod zu präsentieren, das versteht sie ja ohnehin noch nicht, sondern auch eine Beerdigung als Teil des Lebens zu sehen.
    Wie gesagt - geschrieben wird es wohl keine Zusammenbrüche oder andere traumatisierende Erlebnisse geben, weil es einfach ein gewissermaßen erwartetes Erlebnis war.
    Sie war alt und hat ihr Leben gelebt, und zuletzt auf den Tod gewartet.
    Bei einem jungen Menschen, der auf tragische Weise aus dem Leben gerissen wird ist das glaube ich eine völlig andere Situation, zu der ich auch mein Kind nicht mitnehmen würde. Vorrangig weil sie die Trauer der anderen Menschen nicht verstehen würde und sie das evtl. verstören könnte.
    Heute bei der Verabschiedung am Totenbett war sie im Nachhinein betrachtet sehr ruhig und hat alles interessiert beobachtet.
    Vielleicht hat sie wirklich gespürt, dass das nichts Alltägliches ist. Ich denke ich werde nochmal mit meiner Mutter bzw. mal mit meinem Vater sprechen, immerhin war es seine Mutter, und dann entscheiden.
    Mein Bauch sagt aber eher ja.
    Susanne67 schrieb:
    Im übrigen ist die Anwesenheit eines Kindes nochmals ein glasklarer Hinweis darauf, dass das Leben weiter geht.
    So waren eigentlich auch meine Gedanken, im Sinne von der Kreis des Lebens und so...
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Bei uns war es üblich, die Verstorbenen noch zu Hause aufzubahren. Als meine Uroma starb war ich vier. Meine Erinnerung daran ist sehr lebendig aber nicht in irgendeiner Form schrecklich.
    Meine Nicht war im gleichen Alter als mein Vater starb. Sie hat die ganze Gesellschaft ein wenig aufgehellt.
    Wenn wir alle früher lernen würden mit Trauer umzugehen, bräuchten wir als Erwachsenen vielleicht keine professionelle Hilfe bei Todesfällen.
    Viele Kinder verstehen sehr wohl, dass etwas Ernstes passiert und sind oft sehr "andächtig" will ich es mal nennen.
    Ich würde sie mitnehmen, denn die Oma hätte es doch sicher gerne wenn alle da sind.
  • NukaNuka

    2,340

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Erstmal natürlich mein Beileid. Andererseits "freue " ich mich, daß Deine Oma jetzt in Ruhe schlafen kann.

    Meine Tochter war bereits auf zwei Beerdigunbgen, allerdings war sie da erst 6 bzw. 7 Monate alt.
    Die Beerdigungen waren prinzipiell sehr schlimm, da meine Schwiegermutter und Schwiegertante völlig unterwartet viel zu jung aus dem Leben gerissen wurden.
    Aber unsere Tochter war wirklich der Sonnenschein schlechthin und hat allen Verwandten wirklich viel Kraft Mut und Freude geschenkt.
    Während der Trauerrede hat der Zwerg zwar lauter lustige Geräusche von sich gegeben, aber gestört hat es niemanden.

    Ich finde, Du solltest tun, was Dein Gefühl Dir sagt.
    ICh persönlich finde es nicht richtig, jemanden von der Trauerfeier auszuschließen. So lange dauert das in der Kapelle doch auch nicht.
    Prinzipiell musst DU auch wissen, was Du Deinem Kind zumuten kannst, in dem Alter kriegen sie ja schon viel mit.
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich seh das so wie Marlies. Ich habe auch noch erlebt, dass die Verstorbenen aufgebahrt wurden und sie einfach noch ein Weilchen dabei sein durften und ich fand das als Kind nicht erschreckend. Es war was besonderes und es war ergreifend und spannend und natürlich traurig, aber das sind ja Gefühle, die einem helfen in so einer Situation. Kinder sind stärker als wir denken und man kann ihnen in der Regel mehr zumuten, als wir Erwachsenen so glauben. Sie hat ja euch, dabei und danach. Mich würde es auch nicht stören, wenn ein Kind bei einer Beerdigung plappert oder so. Oh, mein Kind schreit, ich muss aufhören.
  • Tanja0906Tanja0906

    2,444

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Erstmal mein aufrichtiges Beileid...

    Laura war auch bereits auf 2 Begräbnissen mit, meine Oma als sie knapp 1 Jahr alt war, mein Opa 4 Wochen später. Als sie in der Kirche unruhig wurde (klar wird ihr langweilig) ist mein Mann mit ihr raus und auch auf dem Friedhof nachher ist mein Mann etwas außerhalb gestanden mit ihr. So konnte ich in Ruhe trauern und Laura war trotzdem dabei, sie hat keinen gestört. Danach beim Essen war sie super gut gelaunt und hat viele zum Lachen gebracht. Ich glaube nicht, dass es ihr schadet, sie ist ja noch so klein und versteht nicht worum es wirklich geht und hat das wohl auch schon lang wieder vergessen.
  • heikeschheikesch

    177

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Als meine Mutter vor zwei Monaten gestorben ist, haben wir die Kinder bewusst mit einbezogen. Wir wollten verhindern, dass Oma einfach nur plötzlich weg ist, außerdem waren sie der einzige Lichtblick meiner Mutter in ihren letzten Lebenswochen, so dass sie einfach dazu gehörten. Tabea durfte auch mit in die Totenhalle, als meine Mutter dort aufgebahrt wurde, wir haben ihr alles erklärt (soweit man das kann) und sie durfte sie auch berühren. Wir haben ihr aber ganz bewusst nicht gesagt, dass Oma schläft, sondern nur so aussieht und dass das nur ihr Körper ist, den sie nun im Himmel nicht mehr braucht.
    Für die Begräbnisfeier hatten wir einen "Notfallplan", mit meinen Schwiegereltern hatten wir abgesprochen, schnell mit Tabea rauszugehen, wenn sie offensichtlich von der Situation überfordert ist (an den Tagen vorher hat sie teilweise sehr erschrocken auf meine Trauer reagiert); wenn Judith zu laut geworden wäre, wäre mein Mann mit ihr rausgegangen.
    Allerdings gab es überhaupt keine Probleme, Tabea war in der Kirche bei meiner Schwiegermutter in der Reihe hinter uns und Judith blieb auf meinem Arm ziemlich ruhig. Auch beim Sechswochenamt waren beide Kinder in der Kirche total lieb. Ich würde es jederzeit wieder so machen. Auf dem Friedhof waren die Kinder bei meinen Schwiegereltern, das hatte sich so ergeben. Judith war im Kinderwagen eingeschlafen.
    Auch jetzt fragt Tabea noch oft nach Oma, es scheint schon noch in ihr zu arbeiten, aber wir reden ganz offen darüber.
    Der Bestatter hatte uns auch dazu geraten, die Kinder (vor allem Tabea, die ja schon einiges versteht) in die Trauer mit einzubeziehen.
  • NukaNuka

    2,340

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Eben, das habe ich gestern noch vergessen.
    Auf dem Freidhof selber war das auch kein Thema, da waren soviele Verwnadte, die sich alle unbedingt mit dem Kind beschäftigen wollte ;-)
    Und die Trauerfeier selber war dann natürlich eh nicht mehr so "still", da habe ich mein Kind die ganze Feier über nicht gesehen. Alle haben sich aufs Kind gestürzt. :biggrin:

    Als meine Großeltern gestorben sind (da war ich 12) bin ich entweder auf die Feier hinterher nicht mitgekommen oder es gab keine. Grübel. Da muss ich doch mal nachfragen :shock:
  • puelsekenpuelseken

    796

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich bin auch davon überzeugt, dass Kinder bei einer Beerdigung genauso mit dazu gehören, wie bei allen anderen Ereignissen im Leben. Bitte erzähl ihr aber nicht mehr, dass die Oma lange schläft, das kann bei manchen Kindern tatsächlich zu großen Einschlafängsten führen... ich habe mich mal im Rahmen einer Prüfung mit dem Thema "mit Kindern über den Tod sprechen" beschäftigt. Da war das ein ganz wichtiger Aspekt.
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ja oder wie meine Schwester: Der Opa kommt in den Himmel, und meine Nichte fragt lautstark was Opa in dem Loch macht. :shock:
  • littlejakelittlejake

    3,185

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    puelseken schrieb:
    Bitte erzähl ihr aber nicht mehr, dass die Oma lange schläft, das kann bei manchen Kindern tatsächlich zu großen Einschlafängsten führen... ich habe mich mal im Rahmen einer Prüfung mit dem Thema "mit Kindern über den Tod sprechen" beschäftigt. Da war das ein ganz wichtiger Aspekt.

    Danke, aber sie ist gerade mal 20 Monate alt. Wenn ich ihr erklärt hätte, dass sie tot ist und nicht mehr da ist, das hätte sie sicherlich nicht verstanden...
    Sobald sie aber älter ist, werde ich ihr das natürlich anders erklären. Sie hat an dem Tag, als wir sie noch einmal besucht haben und sie sie tot im Bett hat liegen sehen noch 2-3x gesagt "oma läft, müde...", aber seitdem kam nichts mehr dergleichen.
    Ich glaube das ist für sie damit erledigt und es scheint sie nicht weiter zu beschäftigen.
    Ich geb dir aber uneingeschränkt Recht, dass die Sache mit dem Schlafen keinesfalls eine adäquate Erklärung für ältere Kinder ist.

    Ansonsten danke ich euch allen für eure Anteilnahme und Denkanstösse. Wir haben jetzt beschlossen sie mitzunehmen und wenn es ihr zu lange wird, dann geh ich kurz mit ihr raus.
    Ich denke nicht, dass sich die engere Verwandtschaft (also meine Onkel/ Tanten/ Cousinen etc. ) davon gestört fühlen. Wenn dann sind es wohl entfernte Bekannte, sofern diese kommen, die vielleicht nicht wissen wer Hannah ist (also die Urenkelin mein ich) und sich deshalb vielleicht wundern könnten.
    Ich werde dann mal berichten, wie es abgelaufen ist.
    LG
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Auch von mir, mein aufrichtiges Beileid...

    Mein Opa ist Anfang November ganz unerwartet gestorben. Sehr schlimme Sache, einfach so, umgefallen und weg war er.
    MIr war allerdings von vornherein klar, daß ich Finn, damals 5 Monate alt nicht mitnehme. Meine SchwieMu ist mit ihm ausgefahren. Es mag ja sein, daß Kinder auch bei solchen schlimmen Ereignissen dazugehören, aber in der Kirche ist es laut, die Orgel dudelt, der Pfarrer spricht. Ich habe Rotz und Wasser geheult, wie hätte ich mich da um den Kleinen kümmern sollen?? Außerdem ist das so ein Zappelphillip, er hätte nicht die ganze Zeit stillgehalten. Beim anschließenden Zusammensitzen war er dann auch wieder dabei.

    Natürlich muß das jeder für sich selber entscheiden, aber ich würde es wieder genauso machen.
  • bratenbraten

    2,538

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    ich denke mal, das ist mit das wichtigste: wie kann man selbst mit der situation umgehen, kann man sich vorstellen dabei noch ein kind zu betreuen? wenn man selbst total fertig ist, ist es vielleicht besser, die kleinen nicht mitzunehmen. nur wegen der anderen leute würde ich nicht darauf verzichten.
  • littlejakelittlejake

    3,185

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Wollte euch mal kurz berichten, wie es gestern so gelaufen ist auf der Beerdigung.
    Hannah war morgens erst mit uns zusammen in der Kirche, was ein bißchen mühsam war, weil sie partout herumlaufen wollte und sich die Kirche und die anderen Gäste anschauen wollte.
    Ablenken mit Büchern oder dergleichen ist etwas schwierig gewesen. Ich war dann kurz mit ihr draußen und als wir zurückgekommen sind hat sie ganz friedlich ihrer Puppe Handschuhe aus und angezogen und zwischendurch immer mal wieder lauter mit ihrer Puppe gesprochen oder ein bißchen gesungen.
    Bei der richtigen Beerdigung war sie dann auch dabei und hat während der kurzen Zeremonie am Grab mit den Kieselsteinen am Boden gespielt. Danach hat sie selbst auch ein paar Blümchen auf den Sarg fallen lassen und ein bißchen Weihwasser gespritzt.
    Ich glaube für sie war es mehr ein freudiges Ereignis als eine Beerdigung.
    Während der Kirche war mir ihr gequatsche kurz etwas unangenehm, vor allem weil es dort ja so extrem hallt und sie das gerade spannend fand.
    Aber als alles vorbei war, kam der Pfarrer bei mir vorbei und hat gefragt, ob das das Urenkelchen sei und dass er schon gehört habe, als sie schön gesungen hat während der Messe.
    Ich dachte schon - oh Mann jetzt fängt er an zu meckern oder so - aber seine Reaktion war absolut positiv. Er fände es toll, wenn Kinder dabei seien, sie würden da ein bißchen Leben reinbringen und auch den Hinterbliebenen zeigen, dass das Leben weitergehe. Sie wäre der Blick in die Zukunft unserer Familie...
    Das fand ich wirklich nett.
    Ich denke, wenn man selbst soweit gefasst ist, dass man nicht ständig selbst in Tränen ausbricht, dann sind Kinder auf Beerdigungen wohl kein größeres Problem.
    Falls wir wieder einmal auf eine Beerdigung gehen müssen (was hoffentlich noch sehr lange dauern wird...), dann werde ich es wohl genauso handhaben wie dieses Mal.
    Danke nochmals für eure Denkanregungen und Erfahrungsberichte.
    LG
  • JullaJulla

    5,464

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Schön, dass es so gut gelaufen ist! Ich hab es gerade erst gesehen, sonst hätte ich wohl auch etwas dazu geschrieben. Als mein Opa gestorben ist, war Johan 10 Monate alt und wir hatten ihn auch bei der Beerdigung dabei. Was ich besonders schön fand, war, dass hinterher so viele teilweise für uns fremde Menschen zu uns gekommen sind und erzählt haben, wie fürchterlich stolz mein eigentlich sehr nüchterner Opa auf sein Urenkelchen war. Das war einfach schön und ich denke, dass Johan damit nicht nur gezeigt hat, dass das Leben weitergeht, sondern dass auch mein Opa das zu Lebzeiten so gesehen hat.
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