Männermedizin

AnonymousAnonymous

59,500

bearbeitet 15. 07. 2004, 16:56 in Plauderecke
Männermedizin

Männer sind das starke Geschlecht! So jedenfalls sehen sie sich selber gern. Biologisch gesehen trifft allerdings eher das Gegenteil zu, denn Männer sind Frauen gegenüber im Nachteil. Sie sterben im Schnitt sechs Jahre früher als Frauen. Und das hat nicht nur genetische Gründe. Viele Männer tragen durch ihr Verhalten selber dazu bei. Aber Mann kann selbst einiges tun, um möglichst lange aktiv und gesund zu bleiben.

Die Gen-Falle
Das sogenannte starke Geschlecht ist offenbar gar nicht so stark, zumindest aus Sicht der Wissenschaftler. Genetisch gesehen sind Männer Frauen gegenüber im Hintertreffen. Das liegt in erster Linie am Y-Chromosom, der Quelle der Männlichkeit. Denn das Y-Chromosom ist in Gefahr. Bei Untersuchung haben Humangenetiker festgestellt, dass das männliche Geschlechtshormon heute nur noch ein Drittel seiner ursprünglichen Größe hat. Außerdem ist der Austausch von Erbinformationen beschränkt, denn nur das männliche X-Chromosom kann seine Gene mit dem weiblichen X-Chromosom austauschen. Das Y-Chromosom bleibt in "Isolationshaft". Durch dieses "Handelsembargo" hat das Y Chromosom heute nur noch 50 Gene. Tendenz abnehmend, zumindest was die nächsten 100 Millionen Jahre betrifft. Der fehlende Austausch der Erbinformationen hat allerdings schon heute eine ganz konkrete Auswirkung: Er macht den Mann anfällig für alle genetisch bedingten Krankheiten. Ist der Mann also ein Irrtum der Natur? Aus Sicht der Evolution dient das X-Chromosom als genetische Brücke, über das die Gene zwischen Frauen hin und herwandern können. Diese "bescheidene Aufgabe", meint der Humangenetiker Steve Jones steht dabei in völligem Gegensatz der gesellschaftlichen Tradition, in der Männer als eigentliche Träger des menschlichen Erbes gesehen werden.

Lieber Mönch, als Mann
Mönche leben länger als andere Männer, Nonnen aber nicht länger als andere Frauen. Das hat eine neue Studie gezeigt. Aber woran liegt das? Die Erklärung ist einfach: das Leben des Mannes ist normalerweise ziemlich gefährlich. Und zwar von Anfang an. Männliche Spermien sind zwar schnell, sterben aber häufiger ab bevor sie am Ziel sind. Männliche Embryonen überleben belastende Bedingungen in der Schwangerschaft seltener als weibliche. Gehirnschäden und Geburtsfehler treten häufiger auf und auch unter den Frühgeburten sind die Jungen in der Überzahl. Ihre Biologie macht sie anfällig, auch in anderer Hinsicht. Testosteron fördert das Risikoverhalten mit drastischen Konsequenzen. Deutlich weniger Jungs erreichen das 20. Lebensjahr als Mädchen. Damit nicht genug. Auch in Sachen Selbstmord sind Söhne dreimal gefährdeter als Töchter. Wenn sie erwachsen sind leben Männer weiterhin auf der Überholspur. Sie haben mehr tödliche Verkehrsunfälle, mehr Alkohol- und Drogenprobleme, mehr Stress im Beruf durch Erfolgsdruck und Wettbewerbsdenken. Dazu kommt, dass Männer weniger auf ihre Gesundheit achten und seltener zum Arzt gehen. Zusammen genommen wirkt sich das ziemlich fatal für den durchschnittlichen Mann aus. Seine Gene und sein Verhalten kosten ihn sechs volle Lebensjahre.

Testosteron regiert den Mann
Ohne Testosteron ist der Mann kein richtiger Mann. Und er wird auch keiner, denn Testosteron sorgt dafür, dass sich beim männlichen Embryo Penis und Hoden entwickeln. Auch das Muskelwachstum und die Fettverteilung wird durch das Männlichkeitshormon gesteuert. Sogar die Art und Weise wie Männer denken, hängt mit Testosteron zusammen. Hohe Werte des Sexualhormons Testosteron stärken die Durchsetzungsfähigkeit und Gedächtnisleistung von Männern. Typisch männliche Eigenschaften wie Tatkraft, Mut und Aggressivität, sind also genauso vom Hormonspiegel abhängig wie die momentane Stimmung. Männer sind aber auch deshalb besser im räumlichen, logisch-mathematischen denken als Frauen, weil das Y Chromosom Gene enthält, die im Gehirn solche männerspezifischen Strukturen formen. Früher dachte man, das Männlichkeitshormon wäre dafür verantwortlich, dass Männer häufiger an Herzinfarkt sterben. Das stimmt wohl nicht. Lebensverkürzend könnte allerdings die Wirkung auf das Immunsystem sein. Denn ab einem bestimmten Lebensalter wirkt sich Testosteron nachteilig aus. Die Infektionsanfälligkeit des Mannes nimmt zu. Damit wirkt es indirekt lebensverkürzend. Studien haben nämlich gezeigt, dass kastrierte Männer ihre "intakten" Geschlechtsgenossen um bis zu 15 Jahre überleben. Testosteron wirkt übrigens nicht als Einzelsubstanz, sondern wird durch Enzyme in Vielzahl anderer Hormone umgewandelt. Bei einem Mangel und dem natürlichen Rückgang im Alter kommt es zu Haarausfall und Potenzverlust, die Fettpolster nehmen zu und die Muskelkraft schwindet. Da Testosteron im Hoden gebildet wird kann ein Mangel auch durch Infektionskrankheiten oder Verletzungen entstehen. Ein weiterer Grund können starke körperliche und psychische Belastungen sein. Das kommt leider in der westlichen Leistungsgesellschaft immer häufiger vor. Besonders junge Männer gehen oft über die Grenze ihrer Kräfte, ohne es zu merken.

Sein bestes Stück
Fortpflanzung ist eine ganz wichtige Sache, noch wichtiger scheint den meisten Männer allerdings, dass was dazu nötig ist - nämlich Sex. Was Männern so durch den Kopf geht enthüllen Ultraschalluntersuchungen bereits im Mutterleib. Demnach haben Jungs bereits einen Monat vor der Geburt ungefähr eine Erektion pro Stunde. Eine Gewohnheit, die sich verfestigt. Nahezu alle junge Männer befinden sich etwa drei von vierundzwanzig Stunden im "Ausnahmezustand". Böse Zungen behaupten, der Penis sei der Sitz des männlichen Gehirns. Tatsache ist, dass sich unzählige Männer mit ihrem Penis identifizieren. Das liegt an ihrer Urangst ihre Gene nicht vererben zu können und damit Konkurrenten unterlegen zu sein, meinen Wissenschaftler. Gesichert ist hingegen die Erkenntnis dass regelmäßiger Sex die beste Medizin des Mannes ist. Bei drei bis vier Geschlechtsakten pro Woche sinkt das Risiko eines Schlaganfalls um die Hälfte. Zudem ist Geschlechtsverkehr ein wirksames Schmerzmittel: Die beim Sex vom Körper produzierten opiumähnlichen Substanzen sollen besonders gegen Gelenk- und Kopfschmerzen helfen. Diverse Hormone, die bei der Liebe ausgeschüttet werden, stärken das Immunsystem, schützen vor Arterienverkalkung und machen Muskeln und Knochen stark.

quelle: planet-wissen

Kommentare

  • lilalila

    2,943

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Bei Untersuchung haben Humangenetiker festgestellt, dass das männliche Geschlechtshormon heute nur noch ein Drittel seiner ursprünglichen Größe hat.

    Da müsste es doch Geschlechtschromosom heißen, ansonsten verstehe ich den Sinn nicht ganz (mein Gott, bin ich doch kleinlich...)
    Früher dachte man, das Männlichkeitshormon wäre dafür verantwortlich, dass Männer häufiger an Herzinfarkt sterben.

    Hab aber schon gehört, dass die Herzinfarkte bei Frauen im Vormarsch sind und bereits fast genauso häufig auftreten. Warum allerdings weniger Frauen als Männer dran sterben, weiß ich auch nicht. Aber meine Theorie: Frauen sind es gewohnt, auf ihren Körper zu hören, nehmen ihn besser wahr und wissen früher, dass etwas nicht stimmt. Immerhin lehrt einem das ja auch eine SS, und die tritt bei Männern äußerst selten auf ;-) . Männer ignorieren Unwohlsein oder Schmerzen lange, und bei Herzinfarkt ist das wohl das Todesurteil.
    Demnach haben Jungs bereits einen Monat vor der Geburt ungefähr eine Erektion pro Stunde.

    :shock: :shock: :shock: :biggrin:
    Ich wusste ja, dass es pubertierenden Jungs bei fast jeder Frau, die sie zu Gesicht bekommen, so ergeht. Aber dass das im Mutterleib so ganz ohne speziellen visuellen Reiz derart häufig funktioniert :fun01:
  • Kayleigh119Kayleigh119

    3,579

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Hallo Lila,

    das mit dem Herzinfarkt bei Frauen stimmt leider nicht ganz. Viele Frauen versterben daran, sogar mehr im Vergleich zu Männern.
    Und das liegt leider daran, dass die klassischen Infarktsymptome bei Frauen eben nicht so auftreteten. Deshalb erkennen die wenigsten den Infarkt und sterben :cry:

    Das ist leider wirklich so.
  • lilalila

    2,943

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Tatsächlich! hab mal gegoogelt, und siehe da...
    Herzinfarkt bei Frauen
    Die häufigste Todesursache bei Frauen sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach den Wechseljahren steigt das Risiko eines Herzinfarktes auf das Vierfache an. Die Wahrscheinlichkeit an einem Herzinfarkt zu sterben ist etwa zehn Mal höher als an Brustkrebs.

    Herzinfarkt bei Frauen
    Herzinfarkt, bisher als typische Männerkrankheit angesehen, wird bei Frauen häufig unterschätzt. Dabei spricht die Statistik eine deutliche Sprache: Während 1994 über 250.000 Frauen an einem Herzinfarkt starben, lag die Zahl bei Männern mit 178.000 deutlich darunter. Tatsächlich ist die Herzinfarktrate bei Männern rückläufig - bei Frauen dagegen ansteigend.

    Besonders Frauen nach den Wechseljahren sind besonders infarktgefährdet. Bis zum Erreichen des Wechsels sind Frauen durch das Geschlechtshormon Östrogen weitgehend vor einem Herzinfarkt geschützt. Durch ungesunde Lebensweise, Rauchen, Übergewicht und mangelnde Bewegung nimmt diese natürliche Schutzfunktion aber auch bei jungen Frauen immer mehr ab.

    Frauen aller Altersgruppen sollten daher bei typischen Beschwerden, wie Atemnot, Engegefühl, Schmerzen in Brust oder Arm auch an die Möglichkeit einer Herzerkrankung denken. Einer der Hauptgründe dafür, dass weniger Frauen als Männer einen Herzinfarkt überleben, liegt auch in der mangelnden Sensibilität gegenüber diesen Alarmsignalen. Die meisten Frauen denken eher an Magen-, Bandscheiben- oder Lungenbeschwerden als an die Möglichkeit eines Herzinfarktes.

    aus:wiens web-service

    Hab wohl was generalisiert, was in meiner Familie so war, Papa stirbt am Herzinfarkt, Mama überlebt ihn (einen eigenen selbstverständlich ;-) ).
    Also meine Geschlechtsgenossinnen, denkt im Alter dran, es könnte auch ein Herzinfarkt sein :idea: , wenn es Euch eng wird ums Herz.
  • Kayleigh119Kayleigh119

    3,579

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    @ Lila sach ich doch ;-)
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