Wisst ihr, warum der Gründonnerstag eben so heißt? Diese und andere Information zu Ostern, wie früher die Karwoche ablief, warum man wieder mal keine Wäsche waschen soll usw. fand ich bei SWr ganz nett geschildert.
Osterbräuche im Haushalt Hauswirtschaftsplan der Karwoche
An Montag und Dienstag der Karwoche wurden im Haus die Vorfenster entfernt und die Männer weißelten die Wände in Küche und den übrigen Räumen, sofern keine Holzvertäfelung vorhanden war. Das war auch dringend nötig, denn das Heizen im Winter mit oft rußenden Heiz-, Koch,- und Lichtquellen wie Kohleöfen und Petroleumlampen hatten ihre Spuren hinterlassen.
Die Frauen fegten und schrubbten im Haus. Es war eine sehr kraftraubende Arbeit, rationelle Arbeitsmethoden kamen erst um 1920 auf. Möbel und Böden waren oft rau und mussten zuerst gescheuert, gewischt, gewachst und dann poliert werden. Auf die Politur der beliebten Messing- und Kupferteile (Griffe, Töpfe) mit feinem Sand und Wurzelbürsten wurde großen Wert gelegt, auch das Waschgeschirr musste gründlich mit Sodawasser geschrubbt werden. In alten Gesindebüchern kann man nachlesen, dass an diesen Tagen die Familie und das „Hausmädchen für alles“ 16 bis 18 Stunden bei der Hausarbeit im Einsatz waren.
Am sogenannten "krummen Mittwoch" wurden die Öfen ausgekehrt, aber sonst sollte man sich nichts Besonderes vornehmen, „da sowieso alles schief ging“. Man fegte noch Hof und Straße. Ein beliebter Streich war, den zusammen gefegten Kehricht möglichst unbemerkt beim abendlichen Glorialäuten in den nachbarlichen Hof zu befördern. Im Volksmund hieß es, dass jeder, dem dieser Coup gelänge, für den Rest des Jahres vor Ungeziefer in den eigenen vier Wänden gefeit sei. Danach kamen die neuen Besen ins Haus, mit denen gründlich nachgefegt wurde - man nannte dies „den Judas ausfegen“.
Letzte Handlung an diesem Tag: mit dem noch vorhandenen Sauerteig Brot backen, Teigreste wurden aus dem Haus entfernt. Man ließ ihn einfach eintrocknen, denn Sauerteig galt in der Überlieferung als Bild für die Macht des Bösen, weshalb in fast allen Regionen der christlichen Welt die typischen Osterbachwaren reines Hefegebäck sind.
Am Gründonnerstag wurde um das Haus herum gepflanzt und ausgesät, da die an diesem Tag gesäten und gesetzten Kräuter und Pflanzen als besonders widerstandfähig und heilkräftig galten.
Grünes Essen an diesem Tag ist bis heute Tradition sowie die Verwendung von neunerlei Kräutern (z.B. Brennessel, Borretsch, Giersch, Gundermann, Kerbel, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch) – daher stammt übrigens der Ausdruck "Ach du grüne Neune !".
In vielen Haushalten wurde zwischen Weihnachten und Ostern keine Tischwäsche benutzt, vor Ostern wurde sie jetzt gestärkt und geplättet. Da mit Naturstärke gestärkte Wäsche eher durch Ungeziefer befallen wird, hatte man die Tischwäsche ungestärkt eingelagert.
Ab Mittag sollte sämtliche Werktagsarbeit eingestellt werden, doch meist wurde sie einfach im Verborgenen weitergeführt....
Der Karfreitag ist traditionell ein ruhiger Fasttag. In früheren Zeiten durfte auch nur wenig getrunken werden, dafür wurde viel gebetet. Die Kinder hatten sich ruhig zu verhalten und man ließ sogar das Herdfeuer ausgehen. Hausarbeiten außerhalb des Hauses waren verboten.
Der Karsamstag sollte ebenfalls still ablaufen – ein Ding der Unmöglichkeit bei all den häuslichen Vorbereitungen! Der Arbeitsanfall des Ostersamstags war so groß, dass in vielen Familien besonders streng gefastet wurde, um auf das zeitaufwändige Kochen verzichten zu können.
In vielen Gegenden wurde bereits frühmorgens (also nicht erst in der Osternacht) das Osterfeuer vor der Kirche entzündet, von dem man ein glühendes Holzscheit mit nach Hause trug, um das Herdfeuer zu entfachen sowie sämtliche Stuben und Stallungen auszuräuchern. Dieser Holzscheit wurde im Haus unter die Dachsparren gelegt und bei Unwetter hervorgeholt.
An Karsamstag erst wurden traditionell die Ostereier gefärbt, hart gekocht wurden sie bereits während der Fastenzeit, denn der Verzehr von Eiern war beim strengen Fasten nicht erlaubt und das Ei-Überangebot musste haltbar gemacht werden.
Nicht überall wurden die Ostereier versteckt, in einigen Gegenden Süddeutschlands wurden am Karsamstag mit den Kindern Hasengärtchen vorbereitet: Körbe mit Moos und Zweigen hübsch geschmückt wurden dem Osterhasen für die Eier bereit gestellt.
Der Ostersamstag war auch der Tag für das Backen der Osterbrote und Osterkuchen. Die sogenannten "Gebildebrote" hatten eine besondere Symbolik. Der Zopf zum Beispiel galt als Glücksbringer und zusammen gelegt als Osterkranz soll er Glück, Gesundheit und Lebenskraft bringen, die Lämmer symbolisierten das Opferlamm.
Um die an Karsamstag übliche Beichte in katholischen Gebieten zu versüßen, wurden sogenannte "süße Beichtwaffeln" gebacken - als Belohnung für diesen nicht sehr beliebten Gang am Ostersamstag.
In vielen Familien wurde ein Osterkorb vorbereitet mit Speisen, die zum Fest gesegnet und dann verschenkt werden sollten.
Auch das festliche Osteressen wurde bereits am Samstag vorbereitet, da die Ostergottesdienste sehr lange dauerten und die Zeit am Sonntag dafür nicht mehr ausgereicht hätte.
In vielen Gegenden wurde in der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag Osterwasser aus einem Bach oder Brunnen geschöpft. Das Wasser sollte Segens- und Heilkraft haben, wenn es schweigend von jungen Mädchen nach Hause getragen wurde....
Ostersonntag – endlich der Lohn für alle vorherigen Mühen!
Die Hausfrau gab für alle frische Wäsche aus, doch musste man sich in manchen Gegenden zuvor an einem fließenden Bach waschen, um immer jung und schön zu bleiben.
Nach dem langen Festgottesdienst gab es endlich den ersehnten großen Osterbraten, meist Zicklein, Hase, Lamm oder auch einen Osterschinken. Eine richtige Fleischbrühe und ein Nachtisch mit viel Honig und Nüssen mussten ebenfalls sein. Es wurde sehr lange und ausgiebig gespeist und anschließend wurden Osterspiele gespielt. Das beliebteste Oster-Spiel war das Eierschlagen, auch "Eier düpfen", "kicken" oder "titschen". Dabei wird ein Osterei mit der spitzen Seite auf ein anderes Osterei geschlagen. Es wird in der Familie reihum am Tisch gespielt und der, dessen Ei härter war, tritt nun gegen den nächsten an. Sieger ist, wer mit einem unbeschädigten Ei übrigbleibt. Ganz raffinierte Falschspieler traten mit einem Gipsei oder sogenanntem Pechei an! Geschenke gab es nur für die Kinder, meist nur einige bunte Hühnereier - von denen sich am Ostermontag die Kinder nochmals welche bei ihren Paten abholen durften.
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An Montag und Dienstag der Karwoche wurden im Haus die Vorfenster entfernt und die Männer weißelten die Wände in Küche und den übrigen Räumen, sofern keine Holzvertäfelung vorhanden war. Das war auch dringend nötig, denn das Heizen im Winter mit oft rußenden Heiz-, Koch,- und Lichtquellen wie Kohleöfen und Petroleumlampen hatten ihre Spuren hinterlassen.
Die Frauen fegten und schrubbten im Haus. Es war eine sehr kraftraubende Arbeit, rationelle Arbeitsmethoden kamen erst um 1920 auf. Möbel und Böden waren oft rau und mussten zuerst gescheuert, gewischt, gewachst und dann poliert werden. Auf die Politur der beliebten Messing- und Kupferteile (Griffe, Töpfe) mit feinem Sand und Wurzelbürsten wurde großen Wert gelegt, auch das Waschgeschirr musste gründlich mit Sodawasser geschrubbt werden. In alten Gesindebüchern kann man nachlesen, dass an diesen Tagen die Familie und das „Hausmädchen für alles“ 16 bis 18 Stunden bei der Hausarbeit im Einsatz waren.
Am sogenannten "krummen Mittwoch" wurden die Öfen ausgekehrt, aber sonst sollte man sich nichts Besonderes vornehmen, „da sowieso alles schief ging“. Man fegte noch Hof und Straße. Ein beliebter Streich war, den zusammen gefegten Kehricht möglichst unbemerkt beim abendlichen Glorialäuten in den nachbarlichen Hof zu befördern. Im Volksmund hieß es, dass jeder, dem dieser Coup gelänge, für den Rest des Jahres vor Ungeziefer in den eigenen vier Wänden gefeit sei. Danach kamen die neuen Besen ins Haus, mit denen gründlich nachgefegt wurde - man nannte dies „den Judas ausfegen“.
Letzte Handlung an diesem Tag: mit dem noch vorhandenen Sauerteig Brot backen, Teigreste wurden aus dem Haus entfernt. Man ließ ihn einfach eintrocknen, denn Sauerteig galt in der Überlieferung als Bild für die Macht des Bösen, weshalb in fast allen Regionen der christlichen Welt die typischen Osterbachwaren reines Hefegebäck sind.
Am Gründonnerstag wurde um das Haus herum gepflanzt und ausgesät, da die an diesem Tag gesäten und gesetzten Kräuter und Pflanzen als besonders widerstandfähig und heilkräftig galten.
Grünes Essen an diesem Tag ist bis heute Tradition sowie die Verwendung von neunerlei Kräutern (z.B. Brennessel, Borretsch, Giersch, Gundermann, Kerbel, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch) – daher stammt übrigens der Ausdruck "Ach du grüne Neune !".
In vielen Haushalten wurde zwischen Weihnachten und Ostern keine Tischwäsche benutzt, vor Ostern wurde sie jetzt gestärkt und geplättet. Da mit Naturstärke gestärkte Wäsche eher durch Ungeziefer befallen wird, hatte man die Tischwäsche ungestärkt eingelagert.
Ab Mittag sollte sämtliche Werktagsarbeit eingestellt werden, doch meist wurde sie einfach im Verborgenen weitergeführt....
Der Karfreitag ist traditionell ein ruhiger Fasttag. In früheren Zeiten durfte auch nur wenig getrunken werden, dafür wurde viel gebetet. Die Kinder hatten sich ruhig zu verhalten und man ließ sogar das Herdfeuer ausgehen. Hausarbeiten außerhalb des Hauses waren verboten.
Der Karsamstag sollte ebenfalls still ablaufen – ein Ding der Unmöglichkeit bei all den häuslichen Vorbereitungen! Der Arbeitsanfall des Ostersamstags war so groß, dass in vielen Familien besonders streng gefastet wurde, um auf das zeitaufwändige Kochen verzichten zu können.
In vielen Gegenden wurde bereits frühmorgens (also nicht erst in der Osternacht) das Osterfeuer vor der Kirche entzündet, von dem man ein glühendes Holzscheit mit nach Hause trug, um das Herdfeuer zu entfachen sowie sämtliche Stuben und Stallungen auszuräuchern. Dieser Holzscheit wurde im Haus unter die Dachsparren gelegt und bei Unwetter hervorgeholt.
An Karsamstag erst wurden traditionell die Ostereier gefärbt, hart gekocht wurden sie bereits während der Fastenzeit, denn der Verzehr von Eiern war beim strengen Fasten nicht erlaubt und das Ei-Überangebot musste haltbar gemacht werden.
Nicht überall wurden die Ostereier versteckt, in einigen Gegenden Süddeutschlands wurden am Karsamstag mit den Kindern Hasengärtchen vorbereitet: Körbe mit Moos und Zweigen hübsch geschmückt wurden dem Osterhasen für die Eier bereit gestellt.
Der Ostersamstag war auch der Tag für das Backen der Osterbrote und Osterkuchen. Die sogenannten "Gebildebrote" hatten eine besondere Symbolik. Der Zopf zum Beispiel galt als Glücksbringer und zusammen gelegt als Osterkranz soll er Glück, Gesundheit und Lebenskraft bringen, die Lämmer symbolisierten das Opferlamm.
Um die an Karsamstag übliche Beichte in katholischen Gebieten zu versüßen, wurden sogenannte "süße Beichtwaffeln" gebacken - als Belohnung für diesen nicht sehr beliebten Gang am Ostersamstag.
In vielen Familien wurde ein Osterkorb vorbereitet mit Speisen, die zum Fest gesegnet und dann verschenkt werden sollten.
Auch das festliche Osteressen wurde bereits am Samstag vorbereitet, da die Ostergottesdienste sehr lange dauerten und die Zeit am Sonntag dafür nicht mehr ausgereicht hätte.
In vielen Gegenden wurde in der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag Osterwasser aus einem Bach oder Brunnen geschöpft. Das Wasser sollte Segens- und Heilkraft haben, wenn es schweigend von jungen Mädchen nach Hause getragen wurde....
Ostersonntag – endlich der Lohn für alle vorherigen Mühen!
Die Hausfrau gab für alle frische Wäsche aus, doch musste man sich in manchen Gegenden zuvor an einem fließenden Bach waschen, um immer jung und schön zu bleiben.
Nach dem langen Festgottesdienst gab es endlich den ersehnten großen Osterbraten, meist Zicklein, Hase, Lamm oder auch einen Osterschinken. Eine richtige Fleischbrühe und ein Nachtisch mit viel Honig und Nüssen mussten ebenfalls sein. Es wurde sehr lange und ausgiebig gespeist und anschließend wurden Osterspiele gespielt. Das beliebteste Oster-Spiel war das Eierschlagen, auch "Eier düpfen", "kicken" oder "titschen". Dabei wird ein Osterei mit der spitzen Seite auf ein anderes Osterei geschlagen. Es wird in der Familie reihum am Tisch gespielt und der, dessen Ei härter war, tritt nun gegen den nächsten an. Sieger ist, wer mit einem unbeschädigten Ei übrigbleibt. Ganz raffinierte Falschspieler traten mit einem Gipsei oder sogenanntem Pechei an! Geschenke gab es nur für die Kinder, meist nur einige bunte Hühnereier - von denen sich am Ostermontag die Kinder nochmals welche bei ihren Paten abholen durften.