Ich möchte Euch heute mit einem Gedicht frohe Weihnachten wünschen:
Weihnachten
Die Tage kommen, die Tage gehn,
der schönste Tag hat kein Bestehn,
ob Lenz und Sommer schmückt die Welt,
rasch kommt der Herbst ins Stoppelfeld,
es saust, es schneit, es friert; doch dann -
das Christkind zündet die Lichter an!
O Kindeslust, o Kindertraum,
o liebesheller Weihnachtsbaum!
In dunkle Nächte glänzt dein Licht
so froh voraus, du wandelst nicht;
es sorgt der Mutter Herz, und dann -
das Christkind zündet die Lichter an!
Großmutter spricht: Nur still, nur still!
Denn wenn ein Kind nicht warten will,
vorwitzig schaut, voll Ungeduld,
was dann geschieht, ‘s ist seine Schuld!
Sitz’ still ein Weilchen nur, und dann -
das Christkind zündet die Lichter an!
Das Gretlein sitz ihr stumm im Schoß,
macht nur die Augen hell und groß,
hat für sein fragend Kätzlein dort
kein Auge jetzt, kein Schmeichelwort;
Großmutter blickt so lieb, und dann -
das Christkind zündet die Lichter an! - -
Die Jahre kommen, die Jahre gehn,
der schönste Tag hat kein Bestehn,
‘s ist einmal so von Gott bestellt:
man scheidet täglich von der Welt!
Der dunkle Abend kommt, und dann -
das Christkind zündet die Lichter an!
Gustav Hermann Kletke 1813 - 1886
Ein frohes, besinnliches und gesegnetes Weihnachtsfest
wünscht Euch Iris mit Familie
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Ich wünsche Euch auch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes und glückliches Neues Jahr.
Ich füge mal ein Gedicht bei, dass wir in unserer Kindheit immer aufgesagt haben, bevor es die Bescherung gab:
Von drauß' vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor;
Und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann,
Da rief's mich mit heller Stimme an:
"Knecht Ruprecht", rief es, "alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt' und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
Und morgen flieg ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!"
Ich sprach: "O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo's eitel gute Kinder hat."
- "Hast denn das Säcklein auch bei dir?"
Ich sprach: "Das Säcklein, das ist hier:
Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
Essen fromme Kinder gern."
- "Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach: "Die Rute, die ist hier;
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten."
Christkindlein sprach: "So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!"
Von drauß' vom Walde komm ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's hierinnen find!
Sind's gute Kind, sind's böse Kind?
Theodor Storm.
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(von James Krüss)
Die Weihnachtsmaus ist sonderbar
(sogar für die Gelehrten),
Denn einmal nur im ganzen Jahr
entdeckt man ihre Fährten.
Mit Fallen und mit Rattengift
kann man die Maus nicht fangen.
Sie ist, was diesen Punkt betrifft,
noch nie ins Garn gegangen.
Das ganze Jahr macht diese Maus
den Menschen keine Plage.
Doch plötzlich aus dem Loch heraus
kriecht sie am Weihnachtstage.
Zum Beispiel war vom Festgebäck,
das Mutter gut verborgen,
mit einem mal das Beste weg
am ersten Weihnachtsmorgen.
Da sagte jeder rundheraus:
Ich hab´ es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen.
Ein andres Mal verschwand sogar
das Marzipan von Peter;
Was seltsam und erstaunlich war.
Denn niemand fand es später.
Der Christian rief rundheraus:
ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!
Ein drittes Mal verschwand vom Baum,
an dem die Kugeln hingen,
ein Weihnachtsmann aus Eierschaum
nebst andren leck'ren Dingen.
Die Nelly sagte rundheraus:
Ich habe nichts genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!
Und Ernst und Hans und der Papa,
die riefen: welche Plage!
Die böse Maus ist wieder da
und just am Feiertage!
Nur Mutter sprach kein Klagewort.
Sie sagte unumwunden:
Sind erst die Süßigkeiten fort,
ist auch die Maus verschwunden!
Und wirklich wahr: Die Maus blieb weg,
sobald der Baum geleert war,
sobald das letzte Festgebäck
gegessen und verzehrt war.
Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus, -
bei Fränzchen oder Lieschen -
da gäb es keine Weihnachtsmaus,
dann zweifle ich ein bisschen!
Doch sag ich nichts, was jemand kränkt!
Das könnte euch so passen!
Was man von Weihnachtsmäusen denkt,
bleibt jedem überlassen.
Euch allen Frohe, besinnliche Weihnachten!
25,096
Ladislaus und Annabella
In der Ecke eines Fenster
Unten rechts im Warenhaus,
Sitzt die Puppe Annabelle
Mit dem Bären Ladislaus.
Annabella weint und jammert,
Ladislaus, der grunzt und schnauft:
Weihnachtsabend ist gekommen,
Und die zwei sind nicht verkauft.
"Armer Bär!" seufzt Annabella,
"Arme Puppe!" schluchzt der Bär.
Tränen kullern in die Ecke,
Und das Herz ist beiden schwer.
In dem leeren Warenhause
Löscht man langsam Licht um Licht,
Nur in diesem einen Fenster,
Da verlöscht die Lampe nicht.
Voller Mtleid mit den beiden
Läßt der brave alte Mann
von der Wach- und Schließgesellschaft
Diese letzte Lampen an.
Dann verläßt er Annabella
Und den Bären, welcher klagt,
Und mit sehr gepreßter Stimme
"Lebewohl" und "servus" sagt.
In der menschenleeren Straße,
Abendstill und schneeverhüllt,
Sind die beiden in dem Fenster
Ein betrüblich Jammerbild.
Traurig vor der großen Scheibe
Fallen Flocken, leicht wie Flaum,
Und im Hause gegenüber
Glänzt so mancher Lichterbaum.
Zehn Uhr schlägt's vom nahen Turme,
Und fast schlafen beide schon,
Da ertönt im Puppenhause
Laut das Puppentelefon.
"Hallo!" fragt der Bär verschlafen.
"Hier im Kaufhaus. Wer ruf an?"
Da vernimmt er eine Stimme,
Und die brummt:" Der Weihnachtsmann!"
"Oh!" ruft Ladislaus erschrocken.
"Was darf's sein, ich bitte sehr?"
"Eine schöne Puppenstube,
Eine Puppe und ein Bär!"
"Das ist alles noch zu haben!"
Ruft die Puppe Annabell.
"Kommen Sie zum Warenhause
Unten rechts, doch bitte schnell!"
Das ist eine Überaschung!
Ladislaus kämmt schnell den Schopf
Und die Puppe Annabella
Flicht ein Schleifchen in den Zopf.
Und schon zehn Minuten später
Kommt ein Schlitten, kommt ein Roß,
Und ein Alter steigt vom Schlitten,
Und ein Schlüssel knarrt im Schloß.
Ladislaus, der quiekt und jodelt,
Annabella lacht und singt,
Als der Weihnachtsmann die beiden
In den Pferdeschlitten bringt.
Grad in diesem Augenblicke
Kommt der brave alte Mann
Von der Wach- und Schließgesellschaft
Wieder zur Kontrolle an.
Höflich sagt er zu der Puppe:
"Frohes Fest, mein liebes Kind!"
Während eine kleine Träne
In den großen Schnauzbart rinnt.
"Frohes Fest!" sagt Annabella.
"Frohes Fest!" ruft Ladislaus,
Dann wird's dunkel in dem Fenster
Unten rechts im Warenhaus.
(James Krüss)
Euch allen ein frohes gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest..
Anja und Familie
2,444
(Hilde Fürstenberg)
Weht im Schnee ein Weihnachtslied
Leise über Stadt und Felder,
Sternenhimmel niedersieht,
Und der Winternebel zieht
Um die dunklen Tannenwälder.
Weht im Schnee ein Weichnachtsduft
Träumerisch durch dichte Flocken,
Füllt die schwere Winterluft
Und aus weichen Wolken ruft
Sanft der Klang der Kirchenglocken.
Geht durch Schnee ein Weihnachtskind
Liebend über kalte Erde,
Geht dahin und lächelt lind,
Hoffend, dass wir gütig sind
Und die Menschheit besser werde.
Wir wünschen euch ein schönes, glänzendes und besinnliches Weihnachtsfest!
Tanja, Günter, Selina, Noah, Laura, Lena & Lisa
38,644
wünsche ich Euch allen!!
59,500
Alles Liebe!
Guni und Familie
5,435
Lg
68
LG,
Nici
4,797
2,503
LG von Kathrin mit Familie
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