Er ist 20, aber er schubt *lang*
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Kommentare
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Kann schon sein, dass ich da etwas verallgemeinert habe, aber der Absatz oben war ja auch nicht das wichtigste, sondern eben die Erklärung dafür, dass die Werte von den Erwachsenen nicht unbedingt für die Jüngeren gelten, und dass Topkapis gutgemeinter Ratschlag für ihn möglicherweise nicht sehr hilfreich ist, eben weil seine Welt vielleicht ne ganz andere ist.
Und wie deine Mutter zu klingen ist vermutlich nix schlimmes, sie ist bestimmt ne nette Frau.
Sorry Topkapi, will hier nicht rumzanken, aber was ich noch schreiben wollte, zum Thema, dass du deine Rolle suchst. Du bist seine Schwester und kannst glaub ich nichts anderes für ihn sein. Ich glaube, dass man nur das sein kann, was man eben ist, und nichts anderes.
Ich finds klasse, dass du den Termin gemacht hast.
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Ich hatte immer das Gefühl, dass auch die Umwelt von mir erwartet, dass ich die Mutter ersetze, das habe ich dann versucht zu tun. Ich fühle mich aber nicht wie eine Mutter eines 20jährigen. Ich will ihm eine gute Schwester sein. Und der Termin bei der Caritas (am 27.10.) zeigt mir vielleicht, wie.
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Ich bin nicht von fach nateurlich,aber ich finde doro hat da Recht..du wirst einfach deine grenzen haben,Ganz natuerliche ,weil du eben seine Halbschwester bist.
Ich versteh dass du sehr besorgt bist,ich wuensche dir das der Termin viel bringt.
Verbote,wie internetverbot,halte ich fuer totalen Quatsch..er ist 20..wenn er das nicht im griff hat,liegen die Probleme doch woanders und das loset es doch nicht so.und was soll das mit samstags arbeiten?Kontrolle?
Nein ,ich glaube das ist der falsche weg..
Kontakte im reallife wuerden sicher gut tun,und da unterschreib ich bei doro,Internet gibt einfach viele moeglichkeiten,da faellt die hem,Schwelle ganz schnell!
Aber wenn er nicht will,wird's sicher schwierig.daher denke ich dass Hilfe von außen ihm vllt auch eine neue Richtung geben wird.
Eine verspätete pupertaet kann ich mir allerdings vorstellen.ich denke dass durch den Verlust der mutter einfach die Entwicklung sehr durcheinader geschmissen wurde.
Sandra..ganz ganz viel Kraft fuer dich und deine Familie..
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Habe natürlich jetzt immer die schlimmsten Gedanken, wenn ich nicht da bin, aber ich kann ja nicht wie ein Aufpasser neben ihm sitzen. Merke, dass es an meinen Nerven zehrt. Ich hab schon wieder Augenzucken und pochendes Zahnweh.
Es ist aber auch alles eine Kacke wieder momentan. :sad:
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ich war am Mittwoch bei der Erziehungsberatungsstelle der Caritas und hatte da ein nettes Gespräch.
Ich habe der Mitarbeiterin erstmal alles erzählt, das dauert natürlich immer was, so verworren, wie unsere Lebenssituation nunmal ist. Ich habe ihr gesagt, dass ich natürlich keine Einschätzung von ihr will, ob sie die Suizidankündigung als schlimm oder weniger schlimm empfindet, sondern dass ich wissen will, wie ich in Zukunft mit meinem Bruder klarkommen kann.
Sie sagte, dass sie drei wichtige Dinge spezielle diesen Abend betreffend raushört: er hatte Urlaub (keinen geregelten Arbeitstag), er war angetrunken und er hatte Liebeskummer. Alles Punkte, die sich gerne negativ selbst bestärken. Das fand ich logisch. Zumal er, als ich ihn morgens um halb sechs von der Wache eingesammelt habe, ziemlich kleinlaut war. Er war erschrocken ob des ganzen Ausmasses.
Sie will das nicht verharmlosen, aber sie sagt, man solle einfach weiterhin am Ball bleiben.
Zu meiner Rolle: ich bin NICHT DIE MUTTER, ich bin eine Schwester und das hat mich beruhigt. Sie meinte, für mich ist die Mutterrolle halt ein leichtes, ich hab zwei kleine Kinder, da wird er halt einfach in einem Rutsch mitbemuttert. Will er aber nicht. Erschien mir logisch. Ich muss das nur besser trennen.
Ich soll es lassen, ihn aufs Geld oder den Führerschein anzusprechen. Er würde den in 3 Jahren noch nicht machen, wenn ich da weiterhin drauf rumreite, da sei er wie ein 2jähriges Kind.
Gut, habe ich gesagt, schwierig ist nur, dass er sein Geld ausgibt und dann am 20. des Monats vor mir steht und um Geldleihe bittet und ich Schuld bin, wenn er dann doch nicht in die Disco kann um Freunde kennenzulernen, denn das will ich ja, und er auch.
Das ist noch ein Konflikt, das muss ich noch diplomatischer machen.
Er hat zu einer guten Bekannten gesagt (sie hat das mir gesagt), wir (also mein Mann und ich) wollen ja nur, dass er den Führerschein macht, damit er die Kinder rumfahren kann.
Das ist so ein Blödsinn, wir haben gar nix, wohin die Kinder gefahren werden müssen.
Was der sich im Kopf so zusammenspinnt....
Ich habe ihn nochmal auf die psychologische Beratung angesprochen und ob er da Hilfe in Anspruch nehmen möchte. Nä, sagt er, die Therapie wäre ja immer abends, wie soll das gehen und und und
Ich habe ihm erstmal gesagt, dass ja keiner von Therapie spricht. Es finden erstmal Gespräche statt.
Wann er denn da hin solle, fragt er, er könne sich keinen Krankenschein nehmen.
Ich sagte, dass dort nicht vermerkt ist, warum man krank ist. Ja, aber sein Chef würde ja fragen und sehen, dass er nicht erkältet sei und dann bohren, warum er einen "Gelben" bräuchte. Er hätte Angst, als "Psycho" abgestempelt zu werden.
Das finde ich erstmal richtig und auch logisch überlegt von ihm. Aber ich habe ihm auch gesagt, dass diese Gespräche auch abends stattfinden können und ich ihn gerne dafür in den Nachbarort fahre.
Das wollte er sich überlegen.
Die Dame von der Caritas fand es erstmal gut, dass er so sozial und überlegt handelt und nicht fehlen möchte auf der Arbeit. Er hätte ein Ziel und das sei gut so.
Sie hat mir noch gesagt, dass es die Möglichkeit gebe, sich online beraten zu lassen.
Das steck ich ihm mal, er findet ja sowieso meist, daß man alles online machen kann.
Alles in Allem geht es mir etwas besser auch wenn ich noch arg in Hab-Acht-Stellung bin.
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Ansonsten find ich gut, was die Frau gesagt hat, ich finde, das klingt positiv, also was sie über ihn sagt. Ich glaub, schwierig wird, dass ihr eure Rollen noch ein bißchen auseinanderfriemelt, also du und dein Bruder. Sie hat das ja treffend ausgedrückt, dass du ja sowieso Mama bist und für dich vermutlich am einfachsten ist, im Mama-Modus zu bleiben, auch wenn du nicht seine Mama bist.
Ehrlich gesagt würde ich versuchen, ihm gegenüber konsequenter zu sein, und ihn seine Verantwortung mehr selber zu überlassen. Also wenn er sein Geld ausgibt, dann hat er halt Pech gehabt und soll dir kein schlechtes Gewissen machen. Ich denke, er lernt besser, mit seinem Geld umzugehen, wenn er knifflige Situationen dann einfach mal selber regeln muss.
Wir haben hier z.B. die Regel, dass Carlo oder Felix bei mir Schulden machen können, wenn sie mir genau sagen, wie und womit sie das wieder abbezahlen und es gibt keine neuen Schulden, solang die alten nicht beglichen sind und wenns dann mal nicht mehr fürs Kino reicht, dann ist das halt so.
Sind jetzt aber wieder nur kluge Ratschläge, so machen wir es eben und ihr findet bestimmt auch einen Weg, wie ihr euch jetzt positioniert. Ich finde, du machst das toll und eure Situation ist ja auch schwierig. Irgendwann findet er es bestimmt toll, dass du ihn als große Schwester nie hängengelassen hast.
Alles Gute hierfür und bis bald
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Ich wünsche dir viel Glück, dass du mehr in deiner Schwesterrolle bleiben kannst und ich würde auch versuchen, was das Geld betrifft konsequenter zu sein. Du kannst ja mal den Spieß umdrehen und ihn fragen, ob er dir was leiht ;-)
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Ich muss lernen, ihn auch einfach mal "machen zu lassen". Das ist schwierig, aber notwendig. Vielleicht hilft mir die Erfahrung, die ich jetzt mache ja schonmal für später. ;-)
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Ich hatte am WE echt den Papp auf, nachdem er mir im Keller (da ist sein Zimmer) entgegenkam und ich ihn freundlich begrüsst habe. Er hat Hallo gesagt, mir allerdings nicht in die Augen geschaut und ist an mir vorbeigelaufen nach oben. Ich wollte grade noch einen Satz ansetzen und ihn was fragen.
Den Rest des Tages habe ich ihn nicht mehr gesehen. Am nächsten Morgen habe ich ihn unten im Zimmer gefragt, ob ich ihn mal was fragen könnte. Ich hätte das Gefühl, dass wir nur noch eine Übernachtungsmöglichkeit für ihn wären, er würde mich ja nicht mal mehr ansehen geschweige denn mir die Tageszeit nennen. Ich habe ihm gesagt, dass ich momentan von seinem Verhalten arg gekränkt bin.
Das habe ich alles in ruhigem Ton gesagt, er hat nur zugehört und meinte dann:"Was willst Du jetzt hören, ich bin seit 3 Minuten auf." :flaming01: :flaming01: :flaming01: :flaming01: :flaming01:
Meint Ihr nicht, ich hätte ein Recht auf nette Behandlung? Er kann mich nicht ignorieren und das werde ich nicht dulden. Die letzten zwei Tage war er morgens nicht im Bad und abends nicht oben. D.h. er hat seit zwei Tagen keine Zähne geputzt. Ich finde sowas einfach nur widerlich. Gestern hat er verschlafen und kam zu spät.
Heute hat er Schule. Er meint, er würde jetzt "sein Leben" führen wollen. Soll er, aber bedingt durch unser Zusammenleben muss man sich immer noch an Regeln halten. Ich halte mich auch an die Regel, sonntags morgens die Kinder nicht um 7 runter zu ihm zu schicken. Könnte ich ja machen, wenn ich lustig wäre, tu ich aber nicht. Weil wir zusammen leben.
Ich bin drauf und dran ihn rauszuschmeissen. Ganz ehrlich. Allein für mein Seelenheil.
Dann hat er Stress mit der Kindergeldkasse, weil er zuviel verdient hat und nun ggf. Kindergeld zurückzahlen muss. Wollte ich mit ihm dort anrufen, aber halt MIT IHM, nicht alleine.
Nö, morgens könnte er nicht, da müsse er arbeiten, da würde er auch nicht um FREI fragen, die Kasse wird sich ja melden bei ihm. Was ist das bitte für ne Haltung?
Und er weiss, dass es höchstwahrscheilich so ist, dass er zahlen muss. Da meint er gestern zu mir, im November bekäme er Weihnachtsgeld, da würde er erstmal richtig fett Klamotten shoppen. :traurig41: :sad:
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Besinn dich auf deine SCHWESTERNrolle!!
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Wie oft und ob überhaupt er sich die Zähne putzt geht dich aber wiederum nichts an, egal ob Mutter oder Schwester, dafür ist er einfach zu alt. Höchstens wenn er dich mit Mundgeruch belästigt und damit deine Grenze verletzt wäre der Punkt wo du etwas sagen könntest.
Für mich hört es sich ganz gewaltig so an als müsstet ihr dringend Abstand voneinander gewinnen.
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Sonst hätte ich das nicht begonnen.
Ich glaube, ich bin nicht teeniekompatibel. :sad:
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Grad war er wieder ganz glücklich und mitteilsam. Er hat den Roller gut verkauft. Darum hatten wir ihn gebeten, denn den hat er nicht mehr benutzt und durchs Rumstehen wird der nicht besser.
Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt...Hormonoverflow dazu wahrscheinlich auch noch.
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Vielleicht ist wirklich einfach die Zeit für Selbstständigkeit. In dem Alter ziehen Kinder ja durchaus auch aus, auch wenn sie bei den Eltern bisher gewohnt haben.
Ich würde das wirklich angehen, denn dann kannst du wieder Schwester sein und er muß nicht das Gefühl der Kontrolle haben. Vielleicht hat er auch das Gefühl, dass er dankbar sein muß...und dass er keine Lust auf Familienleben hat, liegt sicher am Alter und ist eigentlich normal...
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einige Zeit ist vergangen und da ich das Geschehen hier so ein bißchen tagebuchartig aufgeführt habe, mache ich mal weiter.
Es ist zur Zeit ein richtig nettes Zusammenleben mit ihm. Das tut uns sehr gut und wir geniessen es grad alle.
Ich bin entspannter geworden und lasse mich weniger stressen. Eigentlich unglaublich, denn die Weihnachtszeit war sehr anstrengend und eine harte Zeit für mich.
Ich sehe mich nicht mehr als Mutter, zumindest immer weniger. Ich bin nicht mehr sauer auf ihn, wenn er nicht mitißt. Ich koche einfach und wenn er mitißt dann ist gut, wenn nicht, ist auch gut.
Allerdings überlege ich jetzt auch nicht für ihn mit. Wenn ich mal nen harten Tag hatte und nicht mehr kochen will, dann lass ich es. Er hat schon ein paar Male dumm aus der Wäsche geguckt, wenn es nix gab, weil ich es einfach nicht geschafft habe und auch keinen Bock mehr hatte.
Soviel zum Thema Essen und Kochen.
Dann hatten wir das Problem, dass er zuviel Kindergeld bekommen hat. Knapp 2000 Euro. Ich bin seither Empfängerin seines Kindergeldes und wir haben dann immer am Monatsende verrechnet, sodass er weniger zahlen musste, weil das Kindergeld ja ein "Plus" bei uns von ihm war. Nun haben die sich aber verrechnet mit seinem Lehrgehalt und der Waisenrente und wir (also ich, weil ich auf dem Brief stehe) müssen nachzahlen. Der Betrag wurde in einem angefordert, innerhalb von 4 Wochen zu zahlen.
Ich war ziemlich fertig danach. Nico meinte ganz grosskotzig, er würde das schon regeln.
Nun ja, ich habe dann letztendlich um Stundung gebeten und die Familienkasse hat uns jetzt eine Ratenzahlung von 100 Euro/Monat eingeräumt. Das ist supertoll. Nico hätte sonst einen privaten Kleinkredit aufnehmen müssen. Schliesslich ist das überbezahlte Geld ja schon an ihn gegangen. Er zahlt jetzt auch die Raten.
Nun, da er kein Kindergeld mehr bekommt, merkt er, dass so ein Monat Leben ganz schön teuer sein kann. Er hat sich ja vor Monaten eine schweineteure Canon EOS wasweissich gekauft und dann noch einen MAC Mini. Und einen Flatscreen-Bildschirm. Das Geld wurde nur so verprasst.
Jetzt ging ihm der Arsch wohl auf Grundeis, weil ich ihm auch in den letzten Monaten nicht mehr am 20. des Monats was ausleihen konnte, weils bei uns auch knapp war und ich es nicht mehr einsehe.
Ich habe das aber nicht mehr gross kommentiert. Keine pädagogischen Reden gehalten.
Nun hat er gestern seine Kamera für nen guten Preis versteigert und auch der Mac wird verkauft.
Na das nenn' ich mal "Learning by doing" oder auch "Lernen durch Schmerzen".
Aber das alles konnten wir ganz ruhig besprechen. Ich ohne den elterlichen Zeigefinger; und er hat mich für voll genommen und ordentlich mit mir geredet.
Das verbuch ich jetzt einfach mal als Erfolg und einen Schritt in die richtige Richtung.
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Ich hoffe, wir sind auf dem richtigen Weg.
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