Gewissensbisse

bearbeitet 16. 04. 2010, 10:15 in Kita- Kiga- Tagesmutter
Hallo Ihr Lieben,

ich mache mir nun seit Wochen einen Kopf und versuche Kinder und Beruf irgendwie unter einen Hut zu bekommen, ohne wirklich eine gute Lösung zu finden.

Lina ist jetzt fast 20 Monate alt, Noah wird Ende Mai 4 Jahre.

Ich arbeite seit September 2009 (damals 20 Std./Woche), da wir mit dem Gehalt meines Mannes alleine nicht zurecht kommen würden.

Leider waren meine Arbeitszeiten von Anfang an unregelmäßig (mal vormittags, mal nachmittags, mal ganztags, jeder Tag war anders eingeteilt). So waren meine Kinder von Anfang an mit der Situation konfrontiert, sich jeden Tag auf einen etwas anderen Tagesablauf einstellen zu müssen. Das ist nicht nur für Lina schwer, sondern auch für Noah, der dadurch auch nicht jeden Tag den gleichen Ablauf im Kindergarten hat (einmal Nachmittagsbetreuung, einmal nicht).

Zudem war es dann so, dass wir ab September 2009 zunächst mit einer Tagesmutter gearbeitet haben. Sie hat Lina zu den unterschiedlichen Zeiten betreut. Es hat sich dann aber schnell herauskristallisiert, dass diese Betreuungsform für unsere Erfordernisse hinsichtlich der Arbeitszeiten ungeeignet ist. Sie hat selbst 4 Kinder, ständig war eines krank oder es standen Termine an (Ergo etc.) und wir standen ohne Betreuung da oder mussten die Arbeitszeiten wieder ändern.

So beendeten wir den Vetrag und bekamen unser Aupair vermittelt, welches ab November 2009 dann bei uns war. Alles musste schnell gehen und mehr oder weniger ohne große Ausfallzeit bei der Arbeit, da mein Mann noch in der Probezeit war und nicht fehlen konnte und ich ja auch gerade erst angefangen hatte zu arbeiten. Es fand also so gut wie gar keine Eingewöhnung für die Kinder statt. Unser Aupair meisterte ihre Aufgaben zwar wirklich gut und fand auch einen guten Draht zu den Kindern, aber ich musste mir eingestehen, dass Lina große Schwierigkeiten hatte, mit der Fremdbetreuung zurecht zu kommen.

Dann kam die Sache mit der TB-Erkrankung des AuPairs, wie in meinem anderen Beitrag erläutert und wir mussten sie mehr oder weniger von heute auf morgen nach Afrika schicken. Ich nahm Urlaub und innerhalb weniger Tage hatten wir das Angebot, ein AuPair Mädchen aus Australien bei uns aufzunehmen. Weit und breit keine Tagesmutter verfügbar, auch sonst keine Betreuungsmöglichkeit in Sicht, also haben wir uns kurzfristig dazu entschlossen, es mit ihr zu versuchen.

Nun ist sie seit dem 19. März 2010 bei uns und das ist eigentlich die absolute Katastrophe. Sie ist völlig überfordert mit der Betreuung von 2 Kindern gleichzeitig.

Am meisten Sorgen mache ich mir um Lina: seit ich arbeite, hat sie keine gute Bindung mehr zu mir. Wir haben zwar mit der Tagesmutter fast 1,5 Monate Eingewöhnung gemacht, aber Lina konnte keine Bindung zu ihr aufbauen. Da hat irgendwie auch die Chemie zwischen uns Erwachsenen nicht gestimmt. Zudem war die Betreuungszeit dann auch zu kurz (nur knapp 2 Monate). Unser erstes AuPair Emily war 4 Monate bei uns. Da hat sie schon eine Bindung aufgebaut, hat aber trotzdem immer bitterlich geweint, wenn ich morgens gegangen bin. Alles in allem war das aber bisher die beste Betreuung. Mit unserem neuen AuPair kommt sie gar nicht klar. Sie ist nicht in der Lage, sich liebevoll auf Lina einzulassen und Lina fühlt sich da nicht geborgen und sicher.

Auch Noah zeigt hinsichtlich der ständigen Wechsel entsprechende Reaktionen, die mir zeigen, dass er auch Probleme hat, damit klar zu kommen.

Ich fühle mich so beschissen, dass ich arbeiten gehen muss. Am liebsten würde ich einfach zuhause bleiben und selbst auf meine Kinder aufpassen. Aber das würde bedeuten, dass wir finanziell extreme Abstriche machen müssten und dass ich dann nach meiner Elternzeit keinen Anspruch mehr habe auf exakt diese Arbeitsstelle, die ich momentan inne habe (Assistentin der Geschäftsleitung). Ich bin 70% schwerbehindert (hochgradig schwerhörig) und kann mir nicht einfach so mal was anderes suchen. ich möchte aber auch nicht, dass meine Kinder Schaden nehmen. Ich habe nun so viel negatives gelesen über die Fremdbetreuung bei Kleinkindern, dass mir ganz Angst und Bange wird. Ist Lina schon bindungsgestört?

Was sollen wir nun tun?

Wir haben überlegt, dass ich versuchen kann, bei meinem Arbeitgeber andere Arbeitszeiten zu erfragen (Mo-Fr je von 8-12:30H). Dann wäre eine Kontinuität gegeben. Lina könnte dann in dieser Zeit eine private Kinderkrippe besuchen (arbeiten nach dem Waldorf-Konzept und der Pädagogik von Emmi Pikler) und Noah würde in den Waldorf-Kindergarten wechseln (das will ich schon lange, gab aber keinen Platz). Dann wäre ich Nachmittags immer zuhause. In der Kinderkrippe von Lina sind momentan 5 andere Kinder angemeldet. Die eröffnen jetzt ganz neu. Vorgesehen sind 8-10 Kinder. Es gibt 2 Erzieherinnen.

Was meint ihr zu der ganzen Situation?

ndongmo

Kommentare

  • bearbeitet 30. 11. -1, 01:00
    oh man, da ist ja viel losgewesen bei euch :tröst:
    ndongmo3001 schrieb:
    Wir haben überlegt, dass ich versuchen kann, bei meinem Arbeitgeber andere Arbeitszeiten zu erfragen (Mo-Fr je von 8-12:30H). Dann wäre eine Kontinuität gegeben. Lina könnte dann in dieser Zeit eine private Kinderkrippe besuchen (arbeiten nach dem Waldorf-Konzept und der Pädagogik von Emmi Pikler) und Noah würde in den Waldorf-Kindergarten wechseln (das will ich schon lange, gab aber keinen Platz). Dann wäre ich Nachmittags immer zuhause. In der Kinderkrippe von Lina sind momentan 5 andere Kinder angemeldet. Die eröffnen jetzt ganz neu. Vorgesehen sind 8-10 Kinder. Es gibt 2 Erzieherinnen.
    ich glaube, das würde ich bevorzugen. ich finde, das hört sich nach der besten lösung an für euch alle. ich würde auch versuchen, die arbeitszeiten regelmäßiger zu gestalten, so das euer tagesrhythmus annähernd gleich ist.
    wie arbeitet denn dein mann und wie unterstützt er dich denn in der gesamten situation?
  • bearbeitet 30. 11. -1, 01:00
    wie arbeitet denn dein mann und wie unterstützt er dich denn in der gesamten situation?

    Mein Mann arbeitet im Außendienst und hat total familienunfreundliche Arbeitszeiten mit wenig Flexibilität. Er geht morgens um 7 aus dem Haus und kommt oft erst um 20/21 Uhr nach Hause. Zudem hat er alle 3 Wochen am Wochenende noch Bereitschaft und ist dann das ganze Wochenende arbeiten.

    Ich habe ihm gesagt, dass das nicht so weiter gehen kann. Entweder er bekommt mehr Geld dafür dass er sich da aufreibt, oder er schaut nach geregelten Arbeitszeiten mit weniger Überstunden (die ja nicht bezahlt werden). Er kann mich so überhaupt nicht unterstützen. Ich bin momentan sowas von fertig mit den Nerven, dass ich schon wieder kurz vor einem Hörsturz stehe (bzw. Schub meiner Krankheit). Das merke ich immer deutlich daran, dass es in meinen Ohren rauscht wie ein Wasserfall....

    Das Problem mit dem Arbeitsmodell das ich mir ausgedacht habe ist:

    1. Ich habe seit April 2010 neue Arbeitszeiten (nun erhöht auf 26 Std./Woche); dies habe ich im Januar beantragt, da ich dachte, es läuft alles gut mit dem AuPair. Wir können uns das AuPair eben auch nur leisten, wenn ich mehr arbeite. Ist eben ein "Teufelskreis". Das sich die Situation dann so drastisch ändern würde, konnte keiner ahnen und da war dann der Antrag bei meinem AG schon durch. Nun habe ich eben versucht, das mit dem neuen AuPair hinzukriegen, aber das ist die Katastrophe.

    2. ich müsste nun wiederum eine Reduzierung auf 22,5 Stunden und zudem komplett neue Arbeitszeiten beantragen, die für meinen Chef bedeuten würden, dass nachmittags das Sekretariat evtl. nicht besetzt ist bzw. von meiner Kollegin übernommen wird, die an einem anderen Arbeitsplatz sitzt. Er wollte eben bisher immer, dass zumindest von Mo-Do das Büro immer besetzt ist (also dass da jemand im Büro sitzt). Ich traue mich fast gar nicht, ihn das zu fragen.....

    ndongmo
  • bearbeitet 30. 11. -1, 01:00
    hmm, schwierig, aber eine lösung muss ja nun in anbetracht der situation und deiner beschwerden dringend her.
    für wie kooperativ bzw. gesprächsbereit hälst du denn deinen AG ?
  • bearbeitet 30. 11. -1, 01:00
    hmm, schwierig, aber eine lösung muss ja nun in anbetracht der situation und deiner beschwerden dringend her.
    für wie kooperativ bzw. gesprächsbereit hälst du denn deinen AG ?
    Ich habe ihm jetzt eine Nachricht zukommen lassen und hoffe auf baldige Antwort. Im schlimmsten Fall bin ich meinen Job los.

    ndongmo
  • bearbeitet 30. 11. -1, 01:00
    nun warte erstmal ab. vllt. ist er ja gesprächsbereiter als du denkst :tröst:.
  • bearbeitet 30. 11. -1, 01:00
    nun warte erstmal ab. vllt. ist er ja gesprächsbereiter als du denkst :tröst:.

    Er meinte nur, "da müssen wir mal drüber reden". Heute und morgen ist er im Ausland. Da trifft er keine Entscheidung.

    Ich habe heute meine Mutter gefragt, ob sie 2 Wochen Urlaub nehmen kann, da ich ja die Eingewöhnung mit Lina in der Krippe machen muss. Das dauert ja bei so Kleinen bekanntlich länger und ich will es dieses Mal richtig gut und langsam machen. Um nicht auch noch die nächsten 2 Wochen bei der Arbeit fehlen zu müssen, habe ich meine Mutter eben gebeten, nach der Eingewöhnung am Vormittag (die dauert ja erstmal nur 1,5 - 2 Std.) auf Lina aufzupassen, damit ich wenigstens noch ein bißchen arbeiten gehen und meinen guten Willen zeigen kann, nachdem ich jetzt schon so viele Sonderwünsche vorgebracht habe. Sie hat abgelehnt, aus mir unerfindlichen Gründen. Mein Mann kann höchstens 1 Woche frei nehmen und das auch nur mit riesigem Stress. Er war erst vor kurzem 3 Wochen lang krank (Herzbeutelentzündung) und ist noch nicht so lange fest angestellt.

    Ich könnte echt heulen. Ich kann überhaupt nicht mehr schlafen und hoffe nur noch, dass mein Chef mitspielt. Aber bis der sich mal für irgendwas entscheidet, dauert es immer ewig. Obwhl ich ihm gesagt habe, wie dringend es ist und dass ich eigentlich gerade keine Betreuung habe.

    Muss mich einfach hier mal ausheulen...

    ndongmo
  • Caro2310Caro2310

    20,547

    bearbeitet 30. 11. -1, 01:00
    üuh eine schwierige Situation :sad: Mir fällt da leider im moment auch nichts ein was dir helfen könnte :tröst:
  • bearbeitet 30. 11. -1, 01:00
    ich drücke dir die daumen, dass dein chef gesprächsbereit ist und bei euch bald etwas ruhe einkehren kann :tröst:. dass deine mutter euch nicht helfen kann, ist natürlich schade :sad:. gibt es sonst noch jemanden, den du fragen könntest ?
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