Ich geh seit ein paar Wochen wieder stundenweise arbeiten, im Café und ich hab eine Chefin, also die Frau, der das Café gehört. Und ich stelle fest, dass es echt einen Riesenunterschied für mich ist, mal eine Chefin zu haben, statt wie sonst, Männer.
In meinem vorigen Job hab ich 10 Jahre für einen Mann gearbeitet, ich war Sekretärin von einem Chefarzt in einer Klinik, der Job war Klasse, die Kommunikation mit dem Chef anstrengend und holperig. Man musste ihm alles aus der Nase ziehen und geschickt fragen, wenn er schlecht gelaunt war und man aber unbedingt Infos brauchte. Außerdem hat er nie richtig gesagt, was er wollte, war aber beleidigt, wenn man ihm die Wünsche nicht hellseherisch von den Lippen ablesen konnte, also eher schwierig.
Vorher hab ich auch meistens nur Männer als Chefs gehabt, das war ähnlich wie obiger Chef. Ich war halt immer Sekretärin, für Anwälte oder für Ärzte.
Jetzt die Chefin ist total kommunikativ, sagt was sie möchte, sagt freundlich, wenn was nicht gut läuft, meckert auch schon mal, ist manchmal genervt, wenn viel los ist, aber dabei nicht unfair, kommuniziert viele "Kleinigkeiten", die aber sehr wichtig sind und das Leben leichter machen, wenn man mal kurz drüber spricht und ich find das toll und damit komm ich viel besser zurecht. Und wenn wir nebeneinanderstehen und was arbeiten, dann unterhalten wir uns über alles Mögliche und das ist oft auch ziemlich lustig.
Was habt ihr? Chef oder Chefin? Womit kommt ihr besser klar? Gibts Unterschiede zwischen Frauen und Männern?
Kommentare
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Während meiner Schul- und Studienzeit habe ich knapp 10 Jahre lang gekellnert; da hatten wir ein Chef-Ehepaar ... da kam ich auch mit der Frau viel besser klar als mit dem Mann (wobei ich mit dem Mann nicht schlecht klar kam, er ist auch sehr nett. Aber die Kommunikation war manchmal schwieriger). Allerdings war es zwischen denen auch so geregelt, dass Personalangelegenheiten der Aufgabenbereich der Frau war, daher hatte man einfach mit ihr mehr zu tun.
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Karrieregeile männliche Chefs haben halt oft das Problem, dass es eigentlich nur um die Karriere und so gar nicht um die Inhalte geht. Also völlig egal, ob ein Projekt wirklich sinnvoll ist, wenn sich damit irgendwelche Lorbeeren ernten lassen, muss er dabei sein... nervt mich auch...
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So Frauen hab ich noch nie als Chefin gehabt, kenn ich nur vom Hörensagen aber das stell ich mir total anstrengend vor, vor allem die Kombination, einmal knallhart und dann die Weibchennummer.
Was ich allerdings auch angenehm fand, mein ersten Job hatte ich in Luxembourg in einer Anwaltskanzlei und das waren alles Männer, die waren schon älter und hatten die Karriere in Sack und Tüten, waren alle total erfolgreich und renommiert. Die waren selbstbewußt und lässig, haben viel verlangt, aber waren fair. Die mussten nicht mehr kämpfen. Es war allerdings auch ganz klar, die Männer waren die Macher, wir Frauen waren Sekretärinnen (wobei es da auch zwei männliche Sekretäre gab, aber keine Frau als Rechtsanwältin).
Ansonsten denk ich eigentlich auch wie du Sopie74, dass es in erster Linie von dem Mensch abhängt, und nicht vom Geschlecht. Aber dass Männer und Frauen anders kommunizieren kann man glaub ich trotzdem oft beobachte. Aber Kommunikation ist eben auch nur ein Baustein in der Arbeitsbeziehung.
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Obwohl ich in einem Beruf bin, in dem es fast gar keine Männer gibt, waren meine Vorgesetzten bisher immer Chefs. Letztendlich war das Geschlecht für mich eher zweitrangig, die Ausbildung war eher ausschlagegebend. Hatte ich z.B. einen Chef mit einer pädagogischen Ausbildung, dann war er der Materie sehr nah, und das Wirtschaftliche weniger bzw. stand sich dann selbst manchmal im Weg. Also weil er die pädagogische Seite kannte und die wirtschaftliche Seite vieles icht zu ließ. Da bekam dann mein Chef häufig ein rotes Köpfchen und einen cholerischen Anfall.
Dann hatte ich einen Chef, der sich immer dezent im Hintergrund hielt und dem Weiberhaufen vollkommen unterlegen war.
Momentan habe ich einen Chef, der weit weg ist und mit dem ich kaum Kontakt habe. Umgekehrt merke ich jedoch, wie schwierig es ist ein Team von 15 (jungen) Frauen zu bändigen. Da ist Zickenkrieg vorprogrammiert...jede Woche was Neues. Ich fackel da nicht lang und spreche es gleich an, somit konnte bisher immer alles recht zügig aus dem Weg geräumt werden. Dennoch würde ich mir wünschen, dass unser Team auch aus Männern bestehen würde, ich glaube, dass würde das Klima etwas entspannen.