Vielleicht gibt es ja einen postivien Trend in der deutschen Stillkultur? Während zur Zeit unserer Eltern ja niemand ans Stillen dachte oder man es zumindest nicht annahm, stelle ich in letzter Zeit fest, dass immer selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass man Babys stillt. Das äußert sich dann in Nebensätzen wie "Mach dir mal keine Sorgen ums Gewicht, das geht beim Stillen eh schnell runter!" oder "Kommen Sie uns doch gern mal mit ihrem Kind an der Schule besuchen, wir stellen Ihnen dann auch ein Stillzimmer zur Verfügung!"
Grund zur Hoffnung?
Kommentare
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Ich war im August zu Hause und habe mir ständig anhören müssen "Was du stillst noch ???" :shock: "Du musst doch mal langsam mit Brei anfangen!"
Und ich habe dann den kleinen, dicken Nino gezeigt und gefragt "Meinst du mein Kind verhungert ?!"
Und schon waren alle still.
Jetzt ist es so, dass viele Frauen neidvoll sagen, "ich hätte ja auch so gerne sooo lange gestillt, aber ich hatte keine Milch"
Das jede Frau aber stillen kann, wenn sie nur möchte, wissen wir ja ;-)
Für mich ist das alles unter anderem ein Grund eine Ausbildung zur Stillberaterin zu machen.
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Auf der anderen Seite weiß ich von meiner Schwester und von einer Freundin, die ungefähr zeitgleich mit mir entbunden haben, das das Stillen in ihren Gefilden (im Ruhrgebiet), wohl eher noch die Ausnahme zu sein scheint. Meine Schwester hat nach einer Woche abgestillt, meine Freundin pumpt bis heute fließig und füttert außerdem noch pre. Und was die beiden von anderen Müttern die sie kennen erzählt haben, sieht ähnlich aus. Meiner Meinung nach liegt das an den Krankenhäusern, die irgendwie nicht aufs stillen eingestellt sind (meine Freundin fragte 4 Stunden nach der Geburt: "Äh, was ist eigentlich mit Stillen?" und bekam die Antwort:"Jaja, machen sie mal" und an den Hebammen, die entweder nicht geholfen ("Ich komm dann in drei Wochen wieder vorbei") oder noch zum abstillen geraten haben ("Hab ich mir gedacht, das es bei dir nicht klappt. Fahr mal gleich ins Krankenhaus und laß dir was zum füttern geben")
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Ich meine, von dem, was ich bisher gesehen habe, Glück gehabt zu haben--im Eschweiler Krankenhaus scheint Stillen einen relativ hohen Stellenwert zu haben, und es gibt wohl auch einige Fachfrauen, die einen da unterstützen. Aber in zwei Monaten kann ich dazu mehr erzählen!
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Das wäre eigentlich anhand des WHO Kodexes nicht erlaubt! Nicht einmal Vergünstigungen wären erlaubt... Allerdings, wer weiss, was so unter der Hand abgeht...
Da kann ich dich nur unterstützen..
Ich kann mal erzählen, wie ich das in der Schweiz so erlebe:
Die meisten Krankenhäuser sind recht kompentent in Sachen Stillen, es gibt auch viel mehr stillfreundliche Kliniken als in Deutschland. Auch die Ärzte, Mütterberaterinnen und Hebammen sind so weit ich das sehe, dem Stillen gegenüber positiv eingestellt. Die meisten Frauen beginnen zu stillen, allerdings gibt ein grosser Teil nach ca. 3-4 Wochen auf. (meist mit der Begründung "Ich habe zuwenig Milch" oder wegen Milchstauproblemen. Dann beginnen viele mit abstillen so um den 4. Monat rum, da natürlich auch hier die Nahrungsmittelindustrie fix ist und nicht an Werbung und Werbepaketen spart, auch wenn letzteres nicht dem Kodex entspricht.
Allerdings habe ich bis jetzt noch nie gehört "Was du stillst noch? Gib dem armen Bub was rechtes zu essen!" Mag natürlich auch an meinem Umfeld liegen oder an Darios Babyspeck ;-), aber es finden es eigentlich alle gut, dass ich Dario noch voll stille.
Vermutlich, weil Akademiker eher allergieprobleme haben
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"Was soll dein Baby trinken"
ich antwortete:
"Muttermilch"
Sie wieder:
"Und danach?"
Ich wieder" Muttermilch " :roll:
Sie war etwas erstaunt und meinte sie wollte mir das Packet schenken, es war ungeöffnet.
Ich lehnte dankend ab... ;-)
Naja, scheinbar ist die Stillkultur doch noch kaputt.
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Hei, dass Akademiker mehr Allergien haben find ich gut - denn ich bin auf so ziemlich alles allergisch, was kreucht und fleucht - hmmmm - also bin ich hochbegabt ! Ha ! yippie !! Wußt doch schon immer, dass dieses doofe Asthma und Konsorten auch was positives haben müssen.
hmm - allerdings mach ich mir jetzt Gedanken, was mit Finn ist - der zeigt keinerlei Anzeichen von allergischen Reaktionen - oje !
:biggrin: :biggrin: :biggrin: :biggrin: :biggrin:
Nee, mal im Ernst - auch wenns offiziell verboten ist, im KH haben die jede Menge Flaschennahrung rausgerückt, auf der Rechung stand aber nix davon - also ist das bestimmt irgendwie gesponsert, oder ?
Klar haben die nach aussen auch das Stillen propagiert - aber entweder sehr ungehalten gewesen, wenns nicht sofort geklappt hat (und bei wem klappts schon sofort ?) oder einem eingeredet, ja dann müssen sie halt zufüttern...
Allerdings bezieht sich das nur auf die Kinderkrankenschwestern - die Hebammen haben einem unterstützt wo sie konnten (meine Nachsorgehebi kam nach einem Verzweiflungsanruf mitten in der Nacht angesaust um mir beim Anlegen zu helfen - hilfe, ich schweife ab, zurück zum Thema:). Zumindest haben das alle, die mit mir da waren ähnlich gesehen. Allerdings hatte ich den Eindruck, den mir meine Hebamme bestätigt hat, dass so eine Art Konkurrenzkampf zwischen Hebis und Krankenschwestern besteht (nach dem Motto, dass hier ist unser Terrain, misch du dich nicht ein...).
Als es bei mir schon im Krankenhaus überhaupt nicht klappte (bis heute nicht), hat meine Hebi (die dort auch arbeitet) die Schwestern gebeten mir Brusthütchen zu geben, Resultat war, dass ich beim nächsten Stillversuch zu hören bekam, "was mischt sich ihre Hebi ein, ausserdem geht das nicht, da hätten sie ja noch was zum aufpassen und wenn sie schon das stillen so nich gebacken bekommen..." (O-Ton !!).
Die Reaktionen bei mir, wenn ich verneine, dass ich stille bzw. antworte: "ich stille indirekt" also mich immer fleissig melke, sind sehr unterschiedlich, allerdings oftmals negativ - viele finden es überflüssig, dass ich mich weiter so "quäle" und es gäbe doch so praktische Flaschenmilch und Allergie wäre nicht so schlimm, da gäbs doch Medikamente :flaming01: . Nur wenige haben Verständnis für unseren Weg. Aber da ich nicht gerade ne kleine Klappe habe, kriegen die entsprechende Antworten.
Dass wir alles versuchen, um in den kleinen Mumi zu bekommen, finden vorallendingen die Älteren toll, also die Frauen so ab 70. die jüngeren - also meine Elterngeneration (so um die 60 - 40) sind eher die "Flaschenlobby" (O-Ton meiner Mutter: Du hast auch die Flasche gehabt und lebst noch, oder ? - was sie dabei vollkommen vergisst, ich hab Allergien ohne Ende und Übergewicht, aber sie sieht darin keinerlei Zusammenhang!)
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Wann immer ich frage "Warum hast du nicht gestillt " Höre ich "Ich hatte keine Milch" :roll:
Deshalb kann ich nur jeder Schwangeren ans Herz legen, kümmere dich um eine Nachsorge Hebamme.
Denn so lange wie man stillt hat man Anspruch auf eine Hebamme. Ich habe gestern noch mit meiner telefoniert :biggrin:
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Das weiss ich auch nicht. Meine Hebamme hat zu mir gesagt, solange ich stille ( und wenn es ein Jahr ist ) habe ich Anspruch auf sie.
Also ich finde, dass ist ne tolle Sache. Ansonsten kannst du dich bei Stillproblemen aber auch an eine Stillberaterin wenden. Weisst du wie du eine in deiner Umgebung findest ?
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Ich vermute allerdings, dass das Internet als Informationsmedium eine höhere Bedeutung bekommen hat in die letzten 2 Jahren.
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Hier stillt fast niemand, und es wird versucht, es wieder etwas zu propagieren. Ich denke, es ist schon eine Art weltweiter Trend zu beobachten, der wieder hin zum Stillen führt.