lila
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In einem halben Jahr…
In einem halben Jahr wurde aus Marlene ein rundum zufriedenes Baby, das gerne lange schläft, Papier frisst und sich einmal um die Längsachse drehen kann. Dieses Drehen geht über die linke Schulter vom Rücken auf den Bauch, und wenn der Forschungsdrang siegt dann noch einmal weiter auf den Rücken. Dabei schlägt allerdings der Kopf oft hart auf die Unterlage, also lässt sie das neuerdings auch wieder sein.
Sie ist fasziniert von Wasser- und Bierflaschen. Aus Mamas Häferl darf sie auch trinken. Nicht so sehr um den Durst zu löschen, viel mehr um das zu tun, was Mama auch tut. Zum Durstlöschen geht der Busen immer noch am besten.
Im Busentrinken könnte man sie zur Weltmeisterschaft schicken, sie wäre wohl gut für die Medaillenränge. Sie braucht die Warze nur in ihrer Nähe spüren, schon schnappt sie zielsicher zu und saugt-schlucht-schnauft, saugt-schluckt-schnauft,… während der ersten Züge macht sie es sich bequem: sie zieht ihre Beinchen an und sucht einen Widerstand, meist Mamas speckig weichen Bauch. Und wenn sie von Papa beim Trinken am Busen gestört wird, hat sie für ihn nur einen verwunderten Blick übrig: „Lass mich jetzt in Ruhe, Mama gehört nun mir allein!“
Papa trägt es mit Fassung, irgendwann streut Sandmännchen den Sand auch in die gegen den Schlaf kämpfenden Augen.
Marlenes Hände sind schon recht geschickt geworden. Zielsicher greift sie Spielsachen, aber auch alles andere, was ihr Interesse weckt: Besteck, Zeitungen, Decken, Hautcremedosen, Breipackungen und natürlich Mamas Handy. Wenn man sie genau beobachtet, merkt man auch schon, dass die rechte Hand etwas geschickter ist. Der Zeigefinger der rechten Hand wird oft erst vorausgeschickt, bevor die ganze Hand zupackt.
Baden ist immer noch kein Höhepunkt in Marlenes Alltag. Breitwillig lässt sie zwar das Babyschwimmen über sich ergehen, und manchmal hat Mama sogar den Eindruck, dass ein vorsichtiges Lächeln über Marlenes Gesichtchen flitzt. Aber beim Baden in der Wanne muss heftig protestiert werden. Dabei hätte sich Papa so bemüht. Einmal hat er sogar einen großen Kochtopf ins Wohnzimmer gestellt, um einmal ein ganz anderes Umfeld zu schaffen. Aber Marlenes Zehen berührten das Wasser im Kochtopf, und das Geschrei ging schon los. Als hätte sie Angst, Papa will Bumstisuppe aus unserem Kobold kochen.
Am Abend, wenn ein anstrengender Tag schon seine Spuren in ihrer Laune hinterlässt, zieht ihr Papa die Windel aus und lässt sie mit nackigem Popo unter der Leselampe strampeln. Derart ins Rampenlicht gestellt ist die Zeit für Marlenes Stimmübungen. Sie übt verschieden Tonlagen, freut sich, wenn Mama oder Papa auch mal ein Wörtchen einzwicken, trällert ansonsten aber ihr jeden Tag etwas variiertes Lied unverdrossen weiter. Wenn dann der Popsch wieder in der Windel verstaut wird und der Pyjama angezogen wird, geht das gut gelaunte Trällern in ein Jammern über. Aber zum Glück hilft dagegen Mamas Busen, und den gibt Marlene nicht mehr so schnell her! Und wehe sie bemerkt, dass der Busen das Bett verlassen hat,… Obwohl, sie weiß mittlerweile ja, dass ein kurzes Raunzen genügt, und der Busen kommt schon angetrabt.
Schlafen darf sie immer noch in Mamas Bett. Nur manchmal wandert Mama in Papas Bett, damit der nicht eifersüchtig wird. Aber in Mamas Bett schläft man halt am besten, weil da der Busen nie weit weg ist und außerdem, weil Mama so lieb ist und immer wieder mal die Hände anfasst, wenn sie Tentakeln gleich die Gegend abtasten. In Mamas Hand haben die erforschungswütigen Hände ein Ziel gefunden.
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Kommentare
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Herzlichen Glückwunsch, auch von meiner Marlene ;-) ,
Katrin
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Bei uns ist's nächste Woche auch so weit und ich kanns kaum glauben. Ein richtig grosses Mädchen schon ...
Dein Text ist wirklich schön
Allerdings versuch ich mir schon die ganze Zeit einen trabenden Busen vorzustellen :cool:
Liebe Grüsse