Erziehungsfehler unserer Eltern

LoreleiLorelei

4,536

bearbeitet 23. 03. 2005, 12:54 in Plauderecke
Das viele Dinge "damals" in unserer eigenen Kindheit noch anders liefen haben wir ja hier auf vielerlei Eben schon festgestellt. MEist geht es aber um: durchschlafen, einschlafen, stillen.
Was mich jetzt mal interessiert: welche ERZIEHUNGS"Fehler" eurer Eltern an euch möchtet ihr auf keinen Fall wiederholen, auf jeden Fall anders machen? Und wie sehen eure Eltern diese Problematik.

Mein Vater z.B. hat sich in meiner Erziehung (ich war das erste Kind) bzgl. Dingen wie Ordnung, Sauberkeit, ANstand, Etikette und so totaaaaal eingesponnen. Ich konnte shcon mit Messer und Gabel essen, da konnten andere Kinder noch nicht mal richtig den Löffel halten und das ist leider kein übertriebener Spass. Mein Vater hat mit mir auf eine sehr pedantische Art und Weise beigebracht die Uhr zu lesen. Von Freunden weiss ich, dass das ein längerer Lernprozess war. Mein Vater hingegen hat mir das ein EINEM NACHMITTAG anhand eienr Schachuhr beigebracht.(Keine Ahnung, ob ich es dnan wirklich konnte, ist eigentlich schwer vorstellbar, aber das ist ja auch unwichtig, Entscheidend ist, dass er diesen Schwachsinn versucht hat ;-) ). Das heisst, während ich die eine Uhr lesen musste, hat er die andere schon wieder neu eingestellt. Solche Dinge meine ich.
Heute sagt auch mein Dad, dass er da maßlos übertrieben hat und das er viele Dinge, wenn er sie jetzt reflektiert, entspannter sieht.

Mein Kinderzimmer zB musste immer super aufgeräumt und sauber sein. Boah das finde ich soooo unwichtig. Natürlich muss ein Mensch irgendwann Ordnung lernen, aber meine Schwester hat es gelernt indem sie in der Küche Fächer ein- und ausräumen durfte und das hat ihr Spass gemacht und so hat sie eben Spass an Ordnung gefunden - mal etwas verienfacht darfgestellt.
Ich finde: ein Kinderzimmer darf ruhig unordentlich sein. Im Zweifelsfall muss mein Kind dann damit leben, dss ich ihm leider keine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen kann, denn wenn IHM die Unordnung gefällt ist das seine Sache und völlig ok, aber ICH sitze nun mal nicht gern in Unordnung und stolper dabei über dies und das. Ist etwas verinafacht von mir dargestellt, aber sowas finde ich irgendwie sinnvoller als "Ordnung muss sein, weil Ordnung eben sein muss".

Überhaupt gibt es da tausend Dinge, die angeblich sein müssen. Aufessen z.B. WOZU?? Meinem Freund musste ich auch erstmal beibringen, dass man nicht aufessen muss, wenn man satt ist oder wenn etwas nicht schmeckt und dass das total falscher Anstand ist. Ich sage nur programmierte Essstörung.
Oder wieso muss ein Kind Spinat essen, wenn es den nicht mag? Ich mag ihn doch schliesslich auch nicht und entscheide selbst, dass ich ihn nicht esse. Klar auf gesunde Ernährung muss man achten, aber das geht auch ohne Spinat.

Was fallen euch so für Hingespinste ein, die ihr selbst erlebt habt oder die ihr eben einfach nur nicht selbst durchziehen wollt?!

Kommentare

  • LeahLeah

    409

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich erinnere mich gut an aufessen müssen, das würde ich meinem Kind nie antun.
    Wir durften nicht vom Tisch aufstehen, bevor der Teller nicht leer war. Ich war ein stures Kind, z. B. Weißkohleintopf habe ich nicht gegessen, und wenn ich den ganzen Nachmittag am Tisch gesessen hätte. Was dazu führte, dass mein Bruder häufig heimlich meinen Teller mitgegessen hat, weil er mit mir spielen wollte. Wie ihr Euch vorstellen könnt, war ich ein dünnes Kind und er eher mopsig ...
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Also ich seh zwei Sachen an meiner Erziehung, die ich (hoffe ich ;) ) besser machen werde. Zum einen habe ich nie im Haushalt etwas machen dürfen/sollen, so dass ich als ich dann ausgezogen war, alles komplett selbst lernen musste und da auch das ein oder andere Problem damit hatte. Auch heute würde ich mir noch nicht das Prädikat "super Hausfrau" zuteilen. Aber man wächst ja mit seinen Aufgaben ;)

    Das zweite Problem ist, dass bei uns nie auf ausreichendes Trinken geachtet wurde. Wenn man zum Mittagessen etwas zu trinken haben wollte, wurde schon komisch geschaut, ausser dem Kakao am morgen und dem Tee am Abend musste man sehen dass man etwas trank - und wer achtet da als Kind schon drauf? Naja und jetzt quäle ich mich, wenigstens täglich 2.5 Liter zu schaffen.
  • Snoopy82Snoopy82

    7,740

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Also, was ich auf jeden Fall anders machen möchte: Meine Eltern haben kaum bis gar nicht auf einfache Dinge wie Ordnung, Tischmanieren etc. geachtet ... ich habe mir vieles im Laufe der Jahre selbst beigebracht .... allderings war es nicht so schön, als Kind von anderen darauf aufmerksam gemacht zu werden, dass die Tischmanieren zu wünschen übrig lassen ...
    Mein Bruder z.B. hat sich das alles nicht selbst beigebracht, und ist absolut nicht in der Lage, auch nur das minimalste Bisschen an Ordnung zu halten oder so zu essen, dass man dabei hingucken kann ...
    Das möchte ich meinen Kindern gerne ersparen, indem es da von Anfang an klare Regeln gibt, so dass sie es quasi gar nicht anders kennen ...
  • GoldSevenGoldSeven

    3,151

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Zum Thema "Das mache ich nie mit meinem Kind..."

    Meine Mutter ist Klasse, aber es gibt so ein paar Dinge, die möchte ich meinen Kindern nicht antun. An eiskalten Rosenkohl auf meinem Teller um vier Uhr nachmittags erinnere ich mich auch gut. Interessanterweise erzählte meine Mutter mir viel später, dass sie als Kind immer bis Nachmittags vor ihrem kalten Essen hätte sitzen müssen, bis sie aufgegessen hätte - und das sie das ja bei uns nie tun wollte. Sie schien vergessen zu haben, dass wir darunter auch zu leiden hatten - auch wenn das ausführende Organ da eher mein Vater war.

    Das andere, womit ich ihr heute noch gern die Schamesröte ins Gesicht treibe :biggrin: : Klein-Jenny kommt zu Mama ans Sofa; Mama ist grade Katzenpfötchen. Jenny: "Darf ich auch welche?" Mama: "Ja, drei." Jenny pult also drei Katzenpfötchen aus der Tüte, geht zurück in ihr Zimmer und beißt die Hälfte von einem ab, damit sie lange vorhalten - und sieht im Gehen, wie Mama in die Tüte langt, ne Handvoll rausholt und sie sich in den Mund stopft :biggrin:

    Klar, dass ich, sobald mein Taschengeld für mehr reichte als die Micky Maus, mir Schokoriegel bis zum Erbrechen kaufte :???: Kinder derart kurz zu halten, kann auch nicht gesund sein...

    Als Lehrerkind und selbst Lehrerin halte ich es auch nicht für gut, sich zu sehr in Schulisches einzumischen. Das kann nie gut gehen.

    Ansonsten sehe ich Dinge, die ich an meinen Kindern nicht wiederholen möchte, eher in der Familie der Schwiegereltern. Aber da sind mein Mann und ich uns komplett einig.
  • coracora

    6,187

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich sehs im moment vor allem bei der Ernährung und bei dem Grenzen setzen.
    Bei der Ernährung empört mich immer wieder aufs neue, dass wir mit süßem getröstet wurden :sad: und ich merke, wie mich jedes mal, wenn es mir schlecht geht, der Heißhunger überfällt.... :roll: Meine Mutter meinte auch vor ein paar Monaten, als Caius bei mir auf dem Schoß rumhampelte und sich stieß und aufheulte : "Wenn er größer wäre, würdest du jetzt schnell ein Bonbon reinschieben, dann wäre sofort Ruhe!" - - - - - Oh nein!!!

    Dann gabs bei uns nie Obst, zum Teil lag es daran, dass ich gegen vieles davon allergisch bin, aber doch nicht gegen alles. Aber meine mUtter mag kein Obst, also gabs auch keins, jedenfals nicht selbstverständlich dauernd. Und es wurde rationiert, die süßigkeiten und alles was lecker war, da gabs immer mal ein bisschen - völlig falsch, finde ich! Mein Mann hat sich mal satt gegessen an schoko, der mag seitdem schoko nicht mehr unbedingt, kann auch nur ein Stück essen. bei mir klappt das nicht, ich denke immer, dass ich, solange ich was habe, essen muss.

    Also, das alles mache ich anders, hoffe ich jedenfalls!

    Und bei den Grenzen - ich glaube, ich werde strenger sein als meine mutter in mancher Hinsicht .... ;-)(falls das klappt). Und ich werde nicht über meinen Mann herziehen, sollten wir uns scheiden lassen :cry: ! (Werden wir aber so bald nicht :grin: )

    Meine Mutter war in mancher Hinsicht zu streng, wir durften zB nie was im fernsehen sehen, auch als wir schon etwas älter waren, und alle anderen Kinder darüber geredet haben in der schule, da standen wir immer daneben (ich habe da ein kleines Trauma wegen eines nur halb gesehenen Filmes mit 12 - Mary Poppins... ;-) ), andererseits hat sie aber auch zu viel durchgehen lassen.
    Das werde ich hofentlich nicht so machen, wobei es glaube ich schwieriger ist als man denkt, nicht in erlernte Verhaltensweisen reinzutappen.
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Meine Mutter hat mich (in meiner Babyzeit) bevor sie selber ins Bett gegangen ist immer noch mal "abgefüllt", damit ich auch wirklich durchschlafe.
    Das hat sie mir mal vorgeschlagen, als Matthias eine solche "Nachts essen wollen Phase" hatte. Ich habe dankend abgelehnt.
  • LoreleiLorelei

    4,536

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    GoldSeven schrieb:
    Als Lehrerkind und selbst Lehrerin halte ich es auch nicht für gut, sich zu sehr in Schulisches einzumischen. Das kann nie gut gehen.

    Was genau meinst du denn hier mit "einmischen"?
  • GoldSevenGoldSeven

    3,151

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Lehrerkinder haben mehr als alle anderen unter Sachen zu leiden wie:

    "Was habt ihr auf? Zeig mal dein Heft."
    "Wenn du fertig bist mit Hausaufgaben, guck ich nochmal durch."
    "Wann schreibt ihr die nächste Arbeit?"
    "Ich übe mit dir für Englisch."

    Meine beiden Eltern waren Lehrer ;-)

    Meine Mutter hat sich da schon in der Grundschule komplett rausgehalten. Sie hat nie gefragt, was ich aufhatte oder ob ich schon Hausaufgaben gemacht hätte. Und mir wäre bis zur 11. Klasse im Traum nicht eingefallen, Hausaufgaben einfach nicht zu machen. Ich machte sie einfach, ohne dass sich irgednwer drum kümmern musste. Manchmal erst abends, manchmal sogar erst am nächsten Morgen, wenn ich erst zur 2. musste. Aber das hat mir geholfen, Zeitmanagement zu entwickeln :biggrin:

    Mein Vater mischte sich ein, als ich in Mathe absackte, und ich erinnere mich an einige extrem unentspannte Übungssitzungen für Mathearbeiten. Das war in der 8. Klasse; er unterrichtete Mathe an der Grundschule, aber fachfremd, und hatte ehrlich gesagt von Berechnung von Winkeln noch weniger Ahnung als ich. Als er das merkte, war's ihm peinlich, er konnte es nicht zugeben, und es setzte Ohrfeigen. Das war bitter.

    Ich habe da meine Mama zum Vorbild. Die interessierte sich immer mehr dafür, was in der Pause losgewesen war, wer wen angebagggert hatte und wie's mir gegangen war, freute sich über meine Einsen und tröstete mich für meine Fünfen. Und hörte mich Vokabeln oder Lernstoff für Arbeiten ab, wenn ich drum bat; sonst nicht.
  • NixeNixe

    316

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Das Einzige woran ich mich spontan erinnern kann: Ich wurde nachts in meinem Bettchen angeschnallt, weil ich immer wieder aufgestanden bin. :flaming01: Und als irgendwann mal eine dicke fette Spinne die Wand lang runter auf mich zu gekrochen kam, konnte ich nicht weglaufen... Tja, so weiss ich wenigstens woher meine Angst vor Spinnen kommt.
  • LoreleiLorelei

    4,536

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Jenny, aber dann gehts doch eigentlich mehr um das WIE "mische ich mich ein". Naja du bist da wahrscheinlich traumatisiert. ;-)
    Das GAR NICHT zu kontrollieren halte ich (für mich) auch nciht dür das Optimum. Obwol ich das auch nicht machen werde wie mein Vater. Der hat fast jeden Tag meine Hefte kontrolliert und wenn ihm was nicht passte (zB die kleinen BUchstaben waren nciht alle exakt auf der gleichen Höhe etc.) dann durfte ich unter Umständen das ganze Heft nochmal abschreiben. *freu*

    Nixe, was??? Ach du scheisse, das finde ich ja heftig. Ich finde ja schon diese Anschnallgurte graulig, die man dem Kind wie ne Hundleine anlegen kann, damit sie nicht wegrennen. Das erspart Erziehung was. Wieso soll ich meinem Kind beibringen zu gehorchen, wenn es eine Leine für mich erledigen kann und ich mich nicht drum scheren muss. :flaming01:
  • MajonieMajonie

    3,882

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    ich möchte nie so wie meine eltern zu meinen kindern sein.
    das wäre einfach grauenvoll. aber manchmal ist das tatsächlich schwer- seltsam...

    ich möchte nie:
    meine kinder mit gegenständen schlagen
    ihre seele verletzen
    ihnen haare ausreißen
    ihnen null freiräume geben
    ihnen freunde verbieten
    sie beschimpfen
    nicht merken, wenn eine andere person ihnen leid zufügt

    ich hoffe, das ich es schaffe:
    sie notfalls in einem "vernünftigen" mass zu bestrafen
    ihnen charakterstärke mit auf den weg zu geben
    ihre gefühle zu niemals zu verletzen und ihre wünsche zu tolerieren
    ihre freunde jederzeit willkommen zu heißen
    mich für verbale ausrutscher meinerseits wenigstens zu entschuldigen und zu versuchen es nicht wieder vorkommen zu lassen
    ihr vertrauen zu haben, um das sie mir erzählen wie es ihnen geht


    und ganz allein für mich hoffe ich, das meine kinder später zu mir sagen: mama, unsere kindheit war eigentlich okay...
  • blume79blume79

    119

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    meine schwiegermutter (ehem. krippenerzieherin und säuglingsschwester) hat gestern erzählt, dass die kinder in der krippe mit 5 monaten schon brotscheiben, allerdings ohne rinde bekommen haben! mein mann mußte sich das lachen verkneifen!

    sie ist allerdings auch eine, die uns gefragt hat, ob wir auch alles richtig machen (unsere kleine war mitten im 26er und wollte viel kuscheln, nicht alleine schlafen und hat ca. 1,5 wochen lang die nächte bei mir im bett verbracht).

    naja,...

    lg
  • AnjaHAnjaH

    25,096

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Hallo

    Also bei meinen Eltern sehe ich nichts was ich großartig anders machen will, ganz im Gegenteil.

    Aber die Fehler meiner Schwimu möchte ich nicht wiederholen.

    Bei mir wird auch Felix als Junge in die Geheimnisse des Haushaltes eingeweiht ( Jungs brauchen doch sowas nicht tun oder :twisted: ).

    Bei der Ernährung gibt es sicher keinen Honiggesüßten Schnuller.

    Auch sonst hoffe ich das Felix Respekt, Tischmanieren und Intimsphäre kennenlehrnt (damit haben meine Schwiegers große Probleme).
  • NixeNixe

    316

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Lorelei, mit genau so einer Leine wurde ich festgeschnallt. Über die Schläge die ich ausserdem immer bekommen habe will ich garnicht reden. Jedenfalls hat mir meine Mutter mit 17 das letzte Mal eine runtergehauen - da hab ich ihr gesagt das ich schwanger bin :???:
    Gott sei Dank hab ich mich besser unter Kontrolle, ich kann guten Gewissens von mir behaupten meine Grosse noch nie geschlagen zu haben und das wird sich bei meiner Kleinen auch nicht ändern.
  • babygrillbabygrill

    1,633

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Majonie schrieb:
    ich hoffe, das ich es schaffe:
    sie notfalls in einem "vernünftigen" mass zu bestrafen
    ihnen charakterstärke mit auf den weg zu geben
    ihre gefühle zu niemals zu verletzen und ihre wünsche zu tolerieren
    ihre freunde jederzeit willkommen zu heißen
    mich für verbale ausrutscher meinerseits wenigstens zu entschuldigen und zu versuchen es nicht wieder vorkommen zu lassen
    ihr vertrauen zu haben, und das sie mir erzählen wie es ihnen geht...

    Das wünsche ich mir auch, dass ich das schaffe!

    Und: kennt Ihr dieses Gedicht, "Kinder" von Bettina Wegener?
    Sind so kleine Hände, winzge Finger dran.
    Darf man nie drauf schlagen, die zerbrechen dann.

    Sind so kleine Füße, mit so kleinen Zehen.
    Darf man nie drauf treten, könn sie sonst nicht gehn.

    Sind so kleine Ohren scharf, und ihr erlaubt.
    Darf man nie zerbrüllen, werden davon taub.

    Sind so schöne Münder, sprechen alles aus.
    Darf man nie verbieten, kommt sonst nichts mehr raus.

    Sind so klare Augen, die doch alles sehn.
    Darf man nie verbinden, könn’ sie nichts verstehn.

    Sind so kleine Seelen, offen und ganz frei.
    Darf man niemals quälen, gehen kaputt dabei.

    Ist so’n kleines Rückgrat, sieht man fast noch nicht.
    Darf man niemals beugen, weil es sonst zerbricht.

    Grade kleine Menschen, wär’n schönes Ziel.
    Leute ohne Rückgrat, hab’n wir schon zuviel.
  • handjeryhandjery

    1,392

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich werde meine Kinder nicht zu etwas zwingen, das eigentlich Spaß machen sollte. Mein Vater fand, dass Ballett, Tennis, Segeln und Laufen zu einer guten Mädchen(Aus-)Bildung gehören. Und hat es mir total vergällt, am Segeln finde ich jetzt langsam wieder Spaß, hatte aber mit 18 den B-Schein. Kaum war es in meiner Hand, nie wieder genutzt. Das Reiten mußte ich selbst bezahlen-das erklär mir mal einer. :roll: Das mache ich aber konsequent.

    Ich werde versuchen Verständnis für Unverständnis aufzubringen. Ich habe mit 9 nicht verstanden, warum 1846 das 19. Jh. ist. Daraufhin mußte ich das auflisten, Jahrzehnte und Jahrhunderte von 0 an. Verstanden habe ich es trotzdem nicht.

    Wenn Robin am Sonntag nicht mit uns irgendwohin fahren will, fährt er eben nicht. Familienausflüge nicht auf Kosten der eigenen Leben der Kinder. Alle meine Feunde trafen sich und ich saß mit meinen Eltern gelangweilt am Tegernsee. Die Gedanken die ich hatte möchte ich Robin nicht aufzwingen :biggrin:

    Aber meine Mama: :applause: Viel Verständnis, immer offene Worte, manchmal ein bisschen viel Frauenpower, aber großartig. Mein Vater kam gegen die Weiberfront nicht an. Als ich 14 war und meine Schwester 7 wurde die Ehe geschieden, wir hatten nichts dagegen. Heute sehe ich ihn mit Abstand und etwas mehr Verständnis, war ja gut gemeint, aber falsch gehandhabt.

    Kinder haben eigene Wünsche und Vorstellungen, die werde ich meinen so weit es geht erfüllen, sie nicht in mein Schema pressen.

    Manieren sind etwas anderes, das ist Wertevermittlung, und das ist wichtig. Die Gabel richtig in der Hand halten und langsam essen, sich bedanken, lieber zu oft grüßen, in die Augen sehen, sich entschuldigen - das muß man vorleben und es erledigt sich von allein.

    Aber unfreiwillig mit mir in die Stadt gehen: Nein! Mit dem Hund rausgehen? Ja, aber nicht als "du mußt" sondern als "kannst du mir das bitte abnehmen", und er macht es immer, wenn er Zeit hat. Ich hoffe Mina wird auch so toll wie Robin. :grin:
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