Ist das makaber oder was? ;-)

AnonymousAnonymous

59,500

bearbeitet 22. 03. 2006, 00:49 in Plauderecke
Ich habe gerade meinen kanadischen Führerschein bekommen. Und was glaubt ihr war außerdem noch im Briefumschlag? Eine Infobroschüre über Organspenden inkl. Organspenderausweis.

Herzlichen Glückwunsch, hier haben sie ihren Führerschein! Und weil sie als Verkehrsteilnehmer ein recht saftiger Kandidat für den Tod sind, hier gleich noch der Organspenderausweis!

Man, da weiß ich doch echt, warum mir jedesmal wenn ich im Auto sitze der Gedanke durch den Kopf geht, das man im Auto leicht Hops geht :???: :shock:

Kommentare

  • EowynEowyn

    27,156

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ist echt makaber :shock:

    Andererseits finde ich es gut, wenn Werbung für Organspenderausweise gemacht wird. Hier in Deutschland hört man davon viel zu wenig und entsprechend gering ist der Prozentsatz von Leuten, die einen solchen Ausweis haben :sad:
  • AliandraAliandra

    1,030

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Eowyn schrieb:
    Ist echt makaber :shock:

    Andererseits finde ich es gut, wenn Werbung für Organspenderausweise gemacht wird. Hier in Deutschland hört man davon viel zu wenig und entsprechend gering ist der Prozentsatz von Leuten, die einen solchen Ausweis haben :sad:

    daher haben mein freund und ich uns online einen bestellt ! infos dazu lagen bei meinem FA aus ;-)

    @rigmor makaber ja, aber auch irgendwie witzig... und sowas bleibt im hirn haften und teilt sich anderen mit ;)
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Hier in Pennsylvania steht auf dem Fuehrerschein, ob du Organspender bist oder nicht. Die haben gefragt, ich hab ja gesagt, der FS wurde gedruckt und jetzt steht es ganz fest, klar und deutlich, unuebersehbar darauf.
    Fuenf Minuten spaeter traf mich dann der Schock. Ich weiss zwar, dass es dir moralisch richtige Entscheidung fuer den Eventuellfall ist, aber komisch ist mir immer noch.
    Mein Mann hat auch den "Organspender" auf dem FS, und das passt mir gar nicht (muss man nicht verstehen, meine Logik, aendern wollen wir es beide nicht).
    Irgendwo schleicht sich auch der Gedanke ein, was machen den Rettungssanitaeter im Notfall? Wird man da genauso behandelt? Oder suchen sie gleich nach dem FS?
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Jo, du sprichst mir aus der Seele!
    Genau das hat mich nämlich bisher davon abgehalten, den Ausweis auszufüllen: wird man da wirklich noch am Leben erhalten, bzw. dann erst Recht, damit auch schön die frische Leber zum wartenden Empfänger kommt?
    In D hatte ich einen Organspenderausweis, aber irgendwie... ich weiß nicht, ich fühl mich gerade nicht so hundertprozentig dahinter, mich plagen sogar so bescheuerte Fragen wie: wer bekommt meine Organe? Oder anders ausgedrückt: einer netten Person vermache ich sie gerne, sollen sie aus mir rausnehmen, was sie wollen, ich leg keinen Wert mehr auf meinen Körper, wenn er seelenlos ist.
    Aber einem Vergewaltiger oder selbst so einem Typen wie meinem alten Vermieter gönne ich sie nicht!
    Aber die größte Frage ist und bleibt, ob man anders behandelt wird im Ernstfall :???:

    Das die dich in den USA gefragt haben, das nenne ich mal Überrumplungstechnik! Da hätte ich auch sofort "Ja" gesagt. Und prinzipiell denke ich auch, das es was richtig Gutes ist (wobei, an mir forschen lassen möchte ich wiederum auch nur zu einem gewissen Grad :roll: ).
    Aber das man gefragt wird und sofort was sagen soll -und wer sagt schon gerne "Nein" und macht sich damit im Zweifelsfall eher unbeliebt. Heikel! :neutral:
  • EowynEowyn

    27,156

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Na ja, die Amerikaner wissen ja sicher, dass diese Frage auf sie zu kommt und sind entsprechend darauf vorbereitet, was sie sagen wollen. Hier in Deutschland hängt es ja komplett von der Eigeninitiative ab, sich einen Ausweis zu besorgen. Ich fände es sehr gut, wenn das geändert würde und jeder das entsprechend im Ausweis oder im Führerschein stehen hat. Dann MUSS sich mal jeder Gedanken darum machen. Wie viele Leute wären wohl bereits Organspender zu sein, haben sich aber nur nie um einen Ausweis gekümmert, und deren Organe gehen dann im Zweifelsfall einfach verloren :-(


    @Rigmor
    die Gedanken wer dann wohl die Organe bekommt kann ich schon verstehen. Aber sieh es mal so, selbst wenn deine Organe an jemanden gehen, den du nicht leiden kannst, dann rückt damit jemand anderes, nettes auf der Liste der Wartenden einen Platz weiter nach oben und seine Chancen auf ein Organ und damit das Überleben steigen gewaltig. Würde die fiese Person dein Organ nicht bekommen, sähe es auch für die netten, die auf der Liste weiter unten stehen, schlecht aus.


    Darüber, dass ich vielleicht nicht anständig versorgt werde, weil ich einen Organspenderausweis habe, mache ich mir keine Gedanken. Ich hab noch ausreichend Vertrauen in unsere Ärzte. Ob das in einem anderen Land genauso wäre kann ich allerdings nicht beurteilen. Gegenüber den USA hab ich eh jede Menge Vorurteile :???:
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Hallo,

    der Unterschied ist bloß, dass wenn die Eigenschaft Organspender im FS vermerkt ist, man sich nicht kurzfristig wieder umentscheiden kann. Oder man müsste rein theoretisch im Testament mit vermerken, wem man seinen Körper "vermacht". Im deutschen Organspendeausweis kann man auch noch eintragen lassen, welche Organe nicht verpflanzt werden sollen (z. B. Augen).

    Also ich hätte auch ein ungutes Gefühl, dass man als Spender im Zweifelsfall auf der Strecke bleibt, vielleicht ein Grund dafür, dass ich keinen Spenderausweis habe. Hier in D kann man den Ausweis jederzeit in seine Brieftasche stecken oder eben auch entfernen;, wenn es amtlich wäre, würde es mir persönlich schon seltsam vorkommen. Außerdem weiß ich ja nicht, ob ich im Spanienurlaub oder sonstwo sterbe und wie man dann auf diesen Ausweis reagiert(ohne jetzt bestimmte Länder rauszugreifen, dazu kenne ich mich nicht genug mit der Verfahrensweise bei Organspendern aus).

    Liebe Grüße vom Milchmädchen
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ihr könnt doch nicht ernsthaft glauben, dass man nicht ordentlich versorgt wird, wenn man so einen Ausweis hat. :roll:
    Ich glaube, das ist eine Ausrede.
    In den Urlaub muss man ihn ja nicht mitnehmen, wenn man Bedenken hat.
  • HjördisHjördis

    2,857

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Vielleicht wird man ja als Organspender erst Recht geholfen?
    "Ah... Der hier ist Organspender - der andere nicht! Der hier würde anderen Menschen helfen - der andere nicht! Also kümmern wir uns erst um den, der es verdient hat!"


    Vielleicht solltet ihr das mal so herum andenken ;-)
  • Mandy1976Mandy1976

    4,183

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ihr könnt doch nicht ernsthaft glauben, dass man nicht ordentlich versorgt wird, wenn man so einen Ausweis hat. :roll:
    Ich glaube, das ist eine Ausrede.

    So sehe ich das auch! Im übrigen haben Rettungssanitäter zunächst nie Zeit, nach Ausweisen etc. zu suchen, da geht das Leben zu retten vor. Der Ausweis wird oft erst später auf dem Weg ins KH oder im KH selbst gefunden.

    Ich finde das System falsch. Hier muss man sich einen Ausweis besorgen. Da steht schon mal die Faulheit der meisten Leute im Weg.
    Wenns nach mir ginge, wäre jeder Organspender - wer das nicht will, muss sich bei einer benannten Stelle - z.B. Eurotransplant "sperren" lassen. Da wären bestimmt mehr Organspender, weil sie nämlich dazu zu faul wären ;-)
    Bitte nicht falsch verstehen, ich finde es ok, wenn sich jemand dagegen entscheidet. Was mich stört, ist dass sich viele Menschen überhaupt keine Gedanken darum machen. Oder dann eben aus Faulheit nicht reagieren :cry:

    LG
    Mandy
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Genau, ich habe schon oft Frauen entbunden, von denen ich gerade mal den Namen wußte....wenn überhaupt. Wir greifen im Notfall zu, egal wer da Hilfe braucht. Das ist sozusagen ein Automatismus.
    Ich fände Mandys Lösung auch den besseren Weg.
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Eowyn schrieb:
    Na ja, die Amerikaner wissen ja sicher, dass diese Frage auf sie zu kommt und sind entsprechend darauf vorbereitet, was sie sagen wollen.

    Ganz so stimmt das nicht. Mein alter Fuehrerschein war aus Washington State, und dort wurde ich nicht gefragt, Organspender werden nicht auf dem FS vermerkt. Der FS meines Mannes zuvor war aus Texas. Auch dort wird es nicht vermerkt, ebenso in Maine. Von anderen Bundesstaaten kann ich nicht berichten. Mein Mann und ich waren jedenfalls ueberrascht.
    Auf Military ID's widerum ist es in einem Strichcode oder Chip gespeichert.

    Natuerlich glaube ich nicht, dass Sanitaeter erst nach einem Ausweis suchen, bevor sie helfen. Dennoch ist mir nicht ganz wohl bei dem Thema. Das ist eher ein Bauchgefuehl.
  • tortosa01tortosa01

    556

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Hier ist Österreich ist es so dass grundsätzlich jeder Organspender ist. Organe dürfen aber nur unter der Voraussetzung entnommen werden, dass einem anderen Menschen damit geholfen wird. Wenn die Angehörigen absolut dagegen sind, wird aber auch meist darauf verzichtet.
    Bei uns ist man nur dann kein Organspender, wenn man eine Widerspruchserklärung abgegeben hat.

    lg
  • MonicaMonica

    1,525

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Das die dich in den USA gefragt haben, das nenne ich mal Überrumplungstechnik! Da hätte ich auch sofort "Ja" gesagt. Und prinzipiell denke ich auch, das es was richtig Gutes ist (wobei, an mir forschen lassen möchte ich wiederum auch nur zu einem gewissen Grad Rolling Eyes ).
    Aber das man gefragt wird und sofort was sagen soll -und wer sagt schon gerne "Nein" und macht sich damit im Zweifelsfall eher unbeliebt. Heikel!
    In Kalifornien entscheidet man auch mit dem Führerschein ob Organspender oder nicht.
    Das ist eines der Häkchen die man im Antrag setzt, also keine Entscheidung die man im Beisein anderer treffen muss.
    Ich habe 'nein' angekreuzt. Meine Bedenken dabei sind, dass dann nach meinem Tod Entscheidungen getroffen werden die mit meinen Angehörigen nicht abgesprochen sind, dass bis mein Mann oder meine Mutter davon erfahren haben, dass ich verstorben bin, die Organe schon fehlen...
  • Sandy1Sandy1

    15

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Huhu!
    Da muss ich Dir echt zustimmen! :shock:
    Die haben ja Nerven!
    LG
    Sandy
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Wo ist das Problem? Normalerweise bespreche ich doch solche Dinge mit meinem Partner, bevor ich mich für oder gegen Organspende entscheide? Nach einem Tod muss es schnell gehen mit der Organentnahme, sonst wird es nämlich in den allermeisten Fällen nichts mit der Spende. Oder glaubt ihr, man kann Stunden nach dem Tod noch auf den Partner warten, nur damit er/sie den unversehrten Leichnam noch einmal vor der Organentnahme sieht? :shock:

    Ich habe übrigens einen Organspendeausweis, mein Mann ist informiert und wird mich im Fall meines Todes eben nicht mehr unversehrt sehen können. :traurig04: Aber dafür kann ich dann wenigstens unter Umständen noch ein oder mehrere andere schwerkranke Menschenleben retten.

    :byebye01:

    Gisela
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