Hat den Bericht jemand gelesen? Ich fand ihn ziemlich einseitig und nicht sehr objektiv. Obwohl es bestimmt sein kann, dass es solche Hebammen auch gibt. Schade, vom Focus bin ich eigentlich andere Artikel gewohnt :sad:
Also einseitige Berichte ist man oder zumindest ich, ich werde mal nicht so allgemein daher faseln - durchaus gewöhnt. :biggrin: Aber erzähl uns doch mal ein bissel mehr darüber. Bin neugierig geworden. Welche Ideologien verfolgen die dort angesprochenene Hebammen denn??
Es geht um das Thema Geburtshilfe - mit vielen Negativbeispielen, wie oft es z. B. passiert ist, dass Kinder bei Haus- bzw. Geburtshausgeburten gestorben sind; wieviel Leid und Schmerzen Mütter während der Geburt aushalten mussten und dass wohl viele Babys schwere Geburtsschäden hatten, nur weil dei Hebammen auf eine natürliche Geburt gedrängt haben - oftmals gegen die Diagnose und Empfehlung der Gynäkologen und Geburtsmediziner. Die Statistiken wären wohl so schlecht, weil "viele Hebammen die Grenzen ihres Beruftsstandes nicht akzeptieren".
Und das die DEVK im Jahre 2003 Hunderten der 1500 Hausgeburtshebammen die berufliche Haftpflicht gekündigt haben. Bei sechs von ingesgesamt neun Schadensfällen hatten die Kinder schwerste Geburtsschäden erlitten, was die Versicherung bis zu 2,5 Mio. kosten kann - hier laufen wohl noch die Verfahren.
So in diesem dem Tenor geht der ganze Artikel...
wie gesagt - sicherlich gibt es schwarze Schafe auch unter Hebammen...wieso auch nicht. Aber deswegen hätte man doch den Artikel etwas objektiver schreiben und auch mal die andere Seite beleuchten können...
Ich bin überzeugt, hier gerade etwas geschrieben und abgeschickt zu haben, jetzt ist es weg! Hoffe, das es nicht im falschen Thread gelandet ist!
Und jetzt noch mal: Ich habe gerade den Artikel online gelesen, er ist wirklich deftig. Lob auf Wunschkaiserschnitt, einseitig, subjektiv und in einem Stil, den ich hier nicht erwartet hätte.
quote]Ideologinnen im Kreißsaal
Hebammen drängen Schwangere zur natürlichen Geburt – manchmal mit dramatischen Folgen.
Für Uschi Glaser, 44, war klar, dass ihr Baby „ganz ohne Apparatemedizin und natürlich zu Hause“ auf die Welt kommen sollte. Obwohl die Hausgeburt für eine Frau ihres Alters die medizinisch unsicherste Variante darstellt, wurde sie von ihrer Hebamme auch mehrere Tage nach dem errechneten Geburtstermin nicht zur Kontrolle in eine Klinik geschickt. Sie brauche keinen Ultraschall, habe sie zu ihr gesagt.
Zwei Wochen später provozierte Glasers Hebamme die Wehen mit einem Rizinus-Cocktail. Es verstrichen weitere zehn Stunden, in denen sich das Befinden der werdenden Mutter aus Fürstenfeldbruck rasant verschlechterte. Schließlich ließ sie sich in die Klinik einliefern. Die Ärzte stellten sofort eine dramatische Diagnose: lebensbedrohliche Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie). Ohne Infusionen und Kaiserschnitt wären Mutter und Kind wenig später gestorben. Ihre Hebamme, wundert sich Glaser, hatte zwar auch alle notwendigen Daten erfasst und in die Akte eingetragen: Eiweiß im Urin, erhöhter Blutdruck, Ödeme. „Sie war aber der Meinung“, ärgert sich die Sozialpädagogin, „dass das nicht so schlimm sei und wir es trotzdem weiter zu Hause versuchen sollten.“
Gewiss: Die meisten werdenden Mütter schätzen die praktische Erfahrung der Hebammen und ihr sensibles Gespür für die Nöte der Frauen in der Ausnahmesituation. „Bei der Geburtsvorbereitung, Babypflege und Nachsorge fand ich die Hebamme sehr hilfreich“, meint Caroline Schneider*, Mutter eines siebenjährigen Sohnes aus Berlin. Aber während der Geburt steuern manche Gebärhelferinnen einen gefährlichen Kurs. Frauen fühlen sich mitunter durch Hebammen zur natürlichen Geburt gedrängt – oftmals gegen die Diagnose und Empfehlung von Gynäkologen und Geburtsmedizinern.
Der Frauenarzt der Berlinerin machte sie im achten Monat darauf aufmerksam, dass ihr Baby bereits zu diesem Zeitpunkt einen sehr großen Kopfumfang hatte, und empfahl einen Kaiserschnitt. In der Klinik war man anderer Meinung. Schneider hörte, wie die Lehrhebamme zu einer Schülerin sagte: „Selbst wenn es klar ist, dass aus einer vaginalen Geburt nichts wird, ist das Wichtigste, die Frau zu motivieren.“ Nach 16 Stunden Wehen sank die Sauerstoffkonzentration im Blut des Babys dramatisch ab. Die Gebärende war kaum noch ansprechbar. Ein Kaiserschnitt nach weiteren acht Stunden rettete das Kind. „Warum musste es dem Kind erst so schlecht gehen?“, beschwert sich die 37-Jährige. „Warum haben die uns beide so gequält?“
Treten während der Geburt überraschende Komplikationen auf, kann das Leben von Mutter und Kind in akute Gefahr geraten. Gesundheitliche Folgeschäden führen zu meist langwierigen und kostspieligen Kunstfehlerprozessen. Der Versicherungskonzern DEVK kündigte 2003 hunderten Hausgeburtshebammen die berufliche Haftpflicht. Bei sechs von insgesamt neun Schadensfällen hatten die Kinder schwerste Geburtsschäden erlitten, was die Versicherung die Deckungssummen von bis zu 2,5 Millionen Euro kosten kann – die Verfahren laufen noch.
Rund 950000 Euro Schmerzensgeld erhielt eine Familie aus dem Kreis Soest. Wegen eines Kunstfehlers der entbindenden Hebamme erlitt das Baby einen Hirnschaden und erblindete. Ein Junge, der auf Grund der falschen Behandlung der Gebärhelferin nicht sprechen, greifen und nur mit fremder Hilfe essen kann, bekam 350000 Euro Schmerzensgeld, so entschied das Landgericht München 2005.
Dietrich Berg, der ehemalige Leiter der Frauenklinik St. Marien in Amberg, hat 103 Publikationen über Sterbefälle von Babys bei der Hausgeburt ausgewertet. Demnach ist ihr Mortalitätsrisiko gegenüber der Klinikgeburt fünfmal so hoch. Die Dunkelziffer würde ein noch größeres Risiko dokumentieren. Da es keine Dokumentationspflicht und Qualitätskontrolle für die außerklinische Geburtshilfe – Hausgeburten sowie von Hebammen geleitete Geburtshäuser – gibt, wird nur über 80 Prozent dieser Geburten Bericht erstattet, so Berg. Die übrigen 20 Prozent, ist der Professor sicher, „sind die ganz problematischen Fälle“. Außerdem werden Mutter und Baby zumeist an Ärzte im Krankenhaus übergeben, wenn die Situation bedrohlich wird. Mögliche Geburtsschäden tauchen dann in den Statistiken der Krankenhäuser auf. Zudem ziehen die wenigsten Frauen selbst bei offensichtlichem Fehlverhalten die Hebammen zur Verantwortung.
Konkurrenz statt Kooperation. Der Paragraf 4 des Hebammengesetzes gibt den Hebammen immense Macht: Sie dürfen allein eine Geburt leiten; ein Arzt muss jedoch immer eine Hebamme im Team haben. Allerdings muss eine Hebamme einen Arzt hinzuziehen, sobald erste Anzeichen medizinisch relevanter Probleme auftreten. Genau diese Grenze ihres Berufsstandes wollen manche Hebammen nicht akzeptieren. Nicht wenige Hebammen, weiß Klaus Diedrich, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, „wettern gegen alles, was aus der Medizin kommt, von einfachen Schmerzmitteln über die Periduralanästhesie bis zum Kaiserschnitt“. Ärzte, so der Professor, seien für sie nicht Partner, sondern Konkurrenten. „Sie haben Angst um ihren Berufsstand.“
Ich habe diesen unseligen Bericht Anfang der Woche gelesen und es hat mir die Sprache verschlagen!
Ich bin eine Frau, die schnell mal zum Schmerzmittel greift, bzw. schulmedizinische Mittel nicht ablehnt.
Trotzdem habe ich einen wahren Klinikmarathon abgelegt, um natürlich entbinden zu dürfen.
Es gibt so viele unterschiedliche Frauen, die so verschiedene Vorstellungen von "ihrer" Geburt haben, dass man das doch nicht einfach so verallgemeinern darf!
Ein Haus- oder Geburtshausgeburt ist doch keine fahrlässige Körperverletzung von Mutter und Kind!
Ich hatte einige Risiken, daher wurde mir ja auch ständig zum KS geraten, gleichzeitig war ich auch nicht von meiner Kraft überzeugt. Also wollte ich eine Klinikgeburt. Ich wollte die Sicherheit, aber eben mit dieser Sicherheit in Ruhe natürlich entbinden.
Wenn ich mich im Geburtshaus oder in meiner Wohnung am Besten fühle, werde ich auch dort die beste Geburt haben!
Es gibt gute und schlechte Hebammen, mal stimmt die Chemie, mal nicht. Das ist bei Ärzten doch nicht anders!
Ich habe in den verschiedenen KHs viele Hebammen kennengelernt. Dabei waren 2 "schlechte", das ist doch ein guter Schnitt! Die eine war als bei mir losging total arzthörig und hat nichts getan, außer mir mitzuteilen, dass ich falsch atme und verschwand. Die Ärztin hat die Geburt mit Gel eingeleitet, obwohl sie doch schon im Gange war :flaming01: nur weil auf dem CTG keine wehen zu sehen waren :twisted:
Die andere "schlechte" Hebi arbeitet mit in der Praxis meines FAs. Da stimmte einfach die Chemie nicht, ich mochte es noch nicht einmal, wenn sie meinen Bauch abgetastet hat, aber da kann doch die Frau nichts für... Ich habe mich von meinen Hebammen ansonsten super betreut gefühlt! Da hat mich niemand zu etwas gezwungen, das ich nicht wollte. Ich habe meine PDA von der Hebi bekommen, die Ärztin wollte sie nicht genehmigen! Also hat die Hebi in der Anästhesie angerufen.
Ich sage nur: Augen auf bei der Wahl von Hebammen und Ärzten!
Es gibt gute und schlechte. Bei der Hebi muss die Chemie und die Einstellung passen, aber das ist doch äußerst individuell!
Meine Lieblingshebi entbindet im medizinischen Rahmen nach dem Wunsch der Mutter. Egal ob Klinik- oder Hausgeburt, auch bei BEL, aber sie würde nie sagen, das machen wir so, weil es möglich ist!
Das ist für mich eine optimale Hebi und davon gibt es sicherlich ganz ganz viele!
Ich möchte niemals auf eine gute Hebamme verzichten!
Viele Kliniken haben anscheinend Angst vor Hebammen :cool: .
Hier bei uns gibt es so eine Art von Konkurrenzkampf um die Schwangeren.
Da wundert mich die Färbung dieses Artikels nicht.
Das ist mir jetzt schon ein paar Mal aufgefallen, dass der Focus in Sachen Geburt und Kindererziehung eine ganz fürchterliche Einstellung propagiert. Vor einiger Zeit hatten sie eine kurze Meldung mit einem glühenden Pladoyer für den Wunschkaiserschnitt drin. Und vor bestimmt schon mehr als einem Jahr gab es als Aufmacherthema irgendwas über die Mutation der Frau zur Mutter (ich glaube, das war sogar ein Zitat). Ich weiß es nicht mehr ganz genau, was da im Detail dringestanden hat, aber es ging auf jeden Fall darum, dass die Mütter heute zunehmend Übermütter sind, es für unverzeihlich halten, wenn sie ihr Kind schreien lassen (was, wenn ich mich recht erinnere, in einem Nebensatz mit dem Hinweis auf Herrn Ferber als völliger Unsinn abgestempelt wurde) etc. pp. :roll:
Möglich, dass die im politischen Bereich Kompetenzen haben...
Ich glaube, das Problem ist auch, dass im Top-Journalismus halt nur Frauen arbeiten, die, wenn überhaupt, die komplett durchorganisiserte Familie mit WKS nach Redaktionssitzungstermin haben (jetzt etwas überspitzt gesagt). :???:
Ja aber gerade Du solltest wissen, dass trotzdem das Handwerk stimmen sollte. Oder sehe ich das falsch?
Es stimmt nicht, dass es keine Zahlen gibt, es stimmt so nicht, was mit den Versicherungen gelaufen ist. Es stimmt auch nicht, dass es keine Qualitätssicherung gibt. Geburtshäuser haben strengste Auflagen!! Und werden mehr kontrolliert als Krankenhäuser. Wir haben Zahlen und Fragebögen erarbeitet, die unabhängig kontrolliert werden, bevor davon nur irgendein andere Berufszweig geredet hat. Und wo sind Vergleiche? Wo steht, was in Krankenhäusern schief geht?
Es ist gerade eine Stellungnahmen vom Gesundheitsministerium gekommen, die uns das Recht auf Vorsorge bestätigt. Fragt sich also, wer da wohl Angst hat.
Gerade im Moment habe ich das von der Kollegin bekommen, die angeblich zitiert wurde
Sorry, laaaaaaaaang
Von Helga Albrecht erhielt ich heute die Information, dass Sätze eines Interviews, welches ich am 19.1.06 Frau Kunz (Focusredakteurin) telefonisch gegeben hatte in dem Artikel "Ideologinnen im Kreißsaal" erschienen sind. Gerade eben fand ich ein Belegexemplar (heute ist Mittwoch) in meinem Briefkasten. Dieses Interview entstand nach dem Kontakt des Verlages Gräfe und Unzer, in dem das Buch "Hebammen Gesundheitswissen" von Nora Szasz und mir im März erscheinen sollte, bzw. nun ist. Es war gedacht als eine unterstützende Bekanntmachung des Erscheinens und sollte um die Qualitätkriterien und Wichtigkeit unserer Hebammenarbeit gehen. Voller Freude zu meinem Lieblingsthema der letzten Jahre in Veröffentlichungen und auch in dem Buch befragt zu werden, führte ich ein 1,5 stündiges Telefongspräch mit Frau Simone Kunz.
In diesem Interview erzählte Frau Kunz von den schlechten Erfahrungen in ihrem Bekanntenkreis mit der Arbeit freiberuflich arbeitender Kolleginnen. Sie schilderte Fälle, in denen gegenüber den betreuenden Hebammen nur noch der Eindruck von Inkompetenz, bzw. einer eigenen Ideologie von "richtig" und "falsch", unabhängig von den Wünschen der Frau und dem Wohlergehen des Babys das Resultat der Begleitung während der Geburt war. Diese Kolleginnen würden auch an einer Zusammenarbeit mit Ärzten/Ärztinnen keine sinnvolle Unterstützung, selbst in "schwierigen" Situationen sehen. Des weiteren hatte Frau Kunz den Eindruck, dass wir als Berufsstand etwas gegen "Wunschkaiserschnitte" hätten, (in ihrem Artikel Soft-Sectio, den Begriff kannte ich noch gar nicht!) weil wir dann ja nicht mehr gebraucht würden. Genauso sei es ja wahrscheinlich mit unserer Sorge um die Existenzberechtigung unseres Berufes, da es ja Geburtsvorbereiterinnen vor der Geburt und Laktationsberaterinnen nach der Geburt gäbe, die unsere Aufgaben übernehmen könnten.
Solch ein Wind war mir bisher selten entgegengepustet! Nichtsdestotrotz habe ich mich in meinen Antworten um sachliche und nicht polarisierend Aussagen bemüht. Zu den Erfahrungen der Frauen aus ihrem Bekanntenkreis (siehe Artikel) konnte ich natürlich nicht viel sagen. Meine Antwort darauf war, dass ein Einhalten der Grenzen unseres Tuns in der Hausgeburtshilfe und außerklinischen Betreuung bedeutet, dass wir beim Erkennen von Pathologie in eine geburtshilfliche Abteilung mit ausreichender Ausstattung überweisen. Ich habe explizit auf die guten Statistiken in der außerklinischen Geburtshilfe hingewiesen, und ihr das Angebot gemacht, ihr die Zahlen zukommen zu lassen. Habe auf Qualitätsstandarts unser Arbeit hingewiesen und auch, dass Grenzen unseres beruflichen Tuns klar definiert sind. Ich habe nie behauptet, dass unsere Statistiken schlecht seien, sondern darüber gesprochen, dass es bei allen beteiligten Berufsgruppen in der Geburtshilfe (auch Geburtshelfer/innen benannt) wichtig sei, Empfehlungen und Richtlinien gemeinsam zu erarbeiten und sich auch daran zu halten, damit eine gute Betreuung von Mutter und Baby gewährleistet sind. Zum "Wunschkaiserschnitt" hatte ich Frau Kunz auf das Buchmauskript (war ihr vom Verlag zugesandt worden), Seite 172, und den häufiger auftretenden Komplikationen als nach vaginaler Geburt hingewiesen. Außerdem erklärte ich ihr die Wichtigkeit unserer Arbeit auch vor und nach einem geplanten Kaiserschnitt. (Vorbereitung auf die Operation vorher und Hilfe nachher z.B.beim Anlegen des Kindes ect.)
Am Ende des Interviews bot ich ihr weitere Unterstützung beim Recherchieren von Hintergrundwissen an und wir vereinbarten, dass ich vorm Erscheinen das Interview zur Autorisierung zugeschickt bekommen würde. Das Erscheinungsdatum des Artikels sollte in der 2. Märzhälfte sein.
Am 6. März telefonierte ich dann noch einmal mit Frau Kunz, die mir Teile der von ihr beabsichtigten Zitate von mir losgelöst aus dem Kontext vorlas. Sie sagte, dass ihr Artikel leider immer weiter hätte gekürzt werden müssen und sie dann sehen würde, was dabei an Darstellung zu den Themen herauskommt. Bei diesem Telefonat korrigierte ich, dass ich nicht für den Bund Deutscher Hebammen spreche, sondern als Silvia Höfer und dass ich an den Empfehlungen neben vielen anderen Kolleginnen mitgearbeitet habe und nicht Alleinautorin bin. Das hatte ich so bei dem Interview auch nicht dargestellt! Danach rechnete ich weiterhin mit dem Zusenden des fertigen Artikels vor der Veröffentlichung, was nicht stattfand.
Beim Lesen bin ich nun zu der Ansicht gekommen, dass nichts von meinen Aussagen, die deutlich komplexer und nie polarisierend gegen die Arbeit unserer Berufsgruppe waren, der ich seit 21 Jahren als freiberufliche Hebamme ja selber angehöre, im Text umgesetzt wurde. Es sind Sätze losgelöst aus einem Kontext und ich werde mich bei der Focusredaktion gegen den Umgang mit diesen Zitaten wehren und einen Gegendarstellung schreiben.
Im Moment bin ich wirklich entsetzt und verletzt über eine solche Berichterstattung mit meinen Zitaten, weil mit Zahlen dumm umgegangen wird und meine Arbeit der letzten Jahre ad absurdum geführt wird.
Ich habe Ihnen im Anhang eine Zusammenfassung meiner beruflichen Laufbahn als Hebamme zugeschickt und hoffe, dass Ihnen und mir die Erklärungen und Richtigstellung der Zusammenhänge bei der Flut der verständlichen Proteste weiter hilft.
Mit freundlichem Gruß
Und das vom Berufverband
Hallo alle Mitgliedsfrauen des BDH,
wir wussten bereits im Vorfeld, dass dieser FOCUS-Artikel erscheinen wird, das heißt wir waren vorgewarnt worden.
Die Autorin des Artikels Simone KUNZ ist Redakteurin beim FOCUS und hat letztes Jahr mit Prof. Klaus Dietrich (Reproduktionsmediziner in Lübeck, auch im Artikel erwähnt) zum Thema „Kinderwunscherfüllung“ ein Buch geschrieben.
Das „eigentliche“ Thema des Artikels ist die Konkurrenz, die Sicherung des eigenen Arbeitsplatzes und die Diffamierung anderer Berufsgruppen, die die eigene Existenz bedrohen können. Das heißt, die versuchte Stigmatisierung der Hebammen weist in dieser Lesart zurück auf die sich bedroht fühlenden Gynäkologen.
Wir haben überlegt, ob Helga Albrecht, als Präsidentin des BDH, Stellung zum Artikel nehmen soll – haben uns aber nach interner Diskussion dagegen entschieden. Einmal, weil wir die Befürchtung haben, dass alles, was wir sagen, ähnlich falsch und diskriminierend dargestellt wird – weil es genau so gewollt ist und zweitens, weil der FOCUS nicht zur Veröffentlichung einer Gegenrede verpflichtet ist.
Deshalb haben wir uns für einen anderen Weg entschieden. Wir haben alle deutschen Frauen,- Kirchen,- und sonstige Verbände angeschrieben und diese um Leserbriefe gebeten. Die Diakonie, Erziehungswissenschaftler und diverse Frauengruppen haben bereits reagiert und zum Teil sehr kritische Gegenpositionen bezogen – wir hoffen dass sie veröffentlicht werden.
Als zweites haben wir Kontakt mit Silvia Höfer (früher Verleger) aufgenommen – das ist die im Text zitierte Hebamme. Sie hat sich einen Rechtsanwalt genommen und wird eine Gegendarstellung erstreiten – diese MUSS dann veröffentlicht werden.
In den unzähligen Anrufen und Mails sind sehr viele konstruktive Anregungen von Ihnen gekommen. Notiert habe ich mir die Idee mit Stern-TV (Begleitung einer Hebamme bei der Arbeit), die Idee mit den Kinowerbespots (da wurde schon ein Filmemacher genannt) und dass der internationale Hebammentag am 5. Mai zur Richtigstellung genutzt werden soll.
Deshalb stelle ich Ihnen in den Anhang noch mal die Pressemeldung des BDH zum 5. Mai.
Immer wieder wird gefragt „Wer ist eigentlich Silvia Höfer?“
Deshalb finden Sie im Anhang auch einen Brief von Silvia Höfer, in dem sie Stellung nimmt.
Daraus wird ersichtlich, dass Silvia Höfer von der berichtenden Autorin „über den Tisch gezogen“, d. h. instrumentalisiert worden ist. Ich kenne ähnliche Situationen, in denen einzelne Sequenzen aus einem langen Interview herausgepickt werden und in einen verfremdeten Zusammenhang gestellt werden: Das ist mieser Sensationsjournalismus!
Kritisiert werden muss deshalb die Autorin Simone Kunz und nicht die Hebamme Silvia Höfer! Darüber hinaus muss sich die Kritik gegen die Auftraggeber des Artikels und gegen schlechten journalistischen Stil richten.
Die Situation unter den Basis-Hebammen, die Silvia Höfer nicht kennen, ist sehr aufgeheizt. Deshalb bitte ich euch/Sie alle um Besonnenheit und um Solidarität innerhalb des Verbandes.
Damit ich nicht falsch verstanden werde: Hebammen sind sicher nicht die besseren Menschen aber Ärzte auch nicht. Und ich lese auch hier so Manches über Kolleginnen, was mir nicht gefällt. Meine Arbeitsweise ist ganz bestimmt auch nicht das Richtige für jede Frau. Nur so schlechte Arbeit bringt mich auf die Palme. Zum Glück haben wir hier genug davon :biggrin:
@Gisela: die Aktionen werden auf Kreisebene organisiert. Bielefeld wäre das bei Euch, denke ich.
Damit ich nicht falsch verstanden werde: Hebammen sind sicher nicht die besseren Menschen aber Ärzte auch nicht. Und ich lese auch hier so Manches über Kolleginnen, was mir nicht gefällt. Meine Arbeitsweise ist ganz bestimmt auch nicht das Richtige für jede Frau. Nur so schlechte Arbeit bringt mich auf die Palme. Zum Glück haben wir hier genug davon :biggrin:
Welch ein Aufschrei ging durch unser Land, wenn genau so ein Artikel mit umgekehrten Vorzeichen geschrieben würde? Wenn die Ärzte und Krankenhäuser die "Buhmänner" wären? :shock:
@Gisela: die Aktionen werden auf Kreisebene organisiert. Bielefeld wäre das bei Euch, denke ich.
Jut, ich geh Montag mal telefonieren. Irgendwie fällt es mir langsam schwer, die Füße still zu halten. :oops:
Was kann man anderes von so einem von Lobbyisten unterwanderten Magazin anderes erwarten? :flaming01: :ih:
Es gibt in Deutschland keine einzige Zeitung, die nicht von irgendjemanden unterwandert ist. Trotzdem hab ich bis jetzt den Focus als gutes konservatives Blatt angesehen, das sich u. a. auch für die Pressefreiheit (die in diesem Land leider NICHT praktiziert wird) eingesetzt hat, wo andere Blätter den "Schwanz" eingezogen haben.
Dieser Artikel geht aber eindeutig zu weit. Selbst wenn ich momentan nicht schwanger und dadurch für solche Themen extrem sensibilisiert wäre, wäre mir diese Art von Berichterstattung sauer aufgestoßen.
So etwas kann man nur unprofessionell nennen!
Mein Mann hat diesen Artikel auch gelesen und ist jetzt sehr verunsichert, was ich auch nachvollziehen kann. Er hat sich mit dieser Thematik ja auch nicht so auseinandergesetzt wie ich...viele andere Menschen werden genauso reagieren. So ein Schaden ist nur durch einen Gegenbericht wieder gutzumachen. Vielleicht greift ja eine andere Zeitschrift dieses Thema auf - dann wäre nur zu hoffen, dass deren Recherchen besser sind.
LG
Gretchen
Hey!1 Frage - 100 Antworten!
Im BabyForum kannst du dich einfach, sicher und anonym mit (werdenden) Mamas und Papas in deiner Nähe austauschen. Registriere dich jetzt, um alle Bereiche zu sehen und mitzuplaudern:Kostenlos registrieren
Hey & Hallo im Forum!
Neu hier? Tritt unserer Community bei um alle Bereiche zu sehen und (werdende) Eltern kennenzulernen!
Kommentare
4,536
LG, Lore
3,369
Und das die DEVK im Jahre 2003 Hunderten der 1500 Hausgeburtshebammen die berufliche Haftpflicht gekündigt haben. Bei sechs von ingesgesamt neun Schadensfällen hatten die Kinder schwerste Geburtsschäden erlitten, was die Versicherung bis zu 2,5 Mio. kosten kann - hier laufen wohl noch die Verfahren.
So in diesem dem Tenor geht der ganze Artikel...
wie gesagt - sicherlich gibt es schwarze Schafe auch unter Hebammen...wieso auch nicht. Aber deswegen hätte man doch den Artikel etwas objektiver schreiben und auch mal die andere Seite beleuchten können...
sowas nennt sich Journalismus :roll:
LG
Gretchen
38,644
3,369
511
Und jetzt noch mal: Ich habe gerade den Artikel online gelesen, er ist wirklich deftig. Lob auf Wunschkaiserschnitt, einseitig, subjektiv und in einem Stil, den ich hier nicht erwartet hätte.
727
38,644
3,882
edit: habs gefunden, und lese noch. aber ich bin schon jetzt auf 180 :flaming01:
38,644
Dazu der Leserbrief einer Kollegin
http://focus.msn.de/gesundheit/geburtsh ... 20739.html
und ein Kinderarzt
http://focus.msn.de/gesundheit/geburtsh ... 20741.html
[/quote]
1,315
Echt? Ich hätte von Hr. Markwort nicht viel anderes erwartet...
38,644
837
Ich habe diesen unseligen Bericht Anfang der Woche gelesen und es hat mir die Sprache verschlagen!
Ich bin eine Frau, die schnell mal zum Schmerzmittel greift, bzw. schulmedizinische Mittel nicht ablehnt.
Trotzdem habe ich einen wahren Klinikmarathon abgelegt, um natürlich entbinden zu dürfen.
Es gibt so viele unterschiedliche Frauen, die so verschiedene Vorstellungen von "ihrer" Geburt haben, dass man das doch nicht einfach so verallgemeinern darf!
Ein Haus- oder Geburtshausgeburt ist doch keine fahrlässige Körperverletzung von Mutter und Kind!
Ich hatte einige Risiken, daher wurde mir ja auch ständig zum KS geraten, gleichzeitig war ich auch nicht von meiner Kraft überzeugt. Also wollte ich eine Klinikgeburt. Ich wollte die Sicherheit, aber eben mit dieser Sicherheit in Ruhe natürlich entbinden.
Wenn ich mich im Geburtshaus oder in meiner Wohnung am Besten fühle, werde ich auch dort die beste Geburt haben!
Es gibt gute und schlechte Hebammen, mal stimmt die Chemie, mal nicht. Das ist bei Ärzten doch nicht anders!
Ich habe in den verschiedenen KHs viele Hebammen kennengelernt. Dabei waren 2 "schlechte", das ist doch ein guter Schnitt! Die eine war als bei mir losging total arzthörig und hat nichts getan, außer mir mitzuteilen, dass ich falsch atme und verschwand. Die Ärztin hat die Geburt mit Gel eingeleitet, obwohl sie doch schon im Gange war :flaming01: nur weil auf dem CTG keine wehen zu sehen waren :twisted:
Die andere "schlechte" Hebi arbeitet mit in der Praxis meines FAs. Da stimmte einfach die Chemie nicht, ich mochte es noch nicht einmal, wenn sie meinen Bauch abgetastet hat, aber da kann doch die Frau nichts für... Ich habe mich von meinen Hebammen ansonsten super betreut gefühlt! Da hat mich niemand zu etwas gezwungen, das ich nicht wollte. Ich habe meine PDA von der Hebi bekommen, die Ärztin wollte sie nicht genehmigen! Also hat die Hebi in der Anästhesie angerufen.
Ich sage nur: Augen auf bei der Wahl von Hebammen und Ärzten!
Es gibt gute und schlechte. Bei der Hebi muss die Chemie und die Einstellung passen, aber das ist doch äußerst individuell!
Meine Lieblingshebi entbindet im medizinischen Rahmen nach dem Wunsch der Mutter. Egal ob Klinik- oder Hausgeburt, auch bei BEL, aber sie würde nie sagen, das machen wir so, weil es möglich ist!
Das ist für mich eine optimale Hebi und davon gibt es sicherlich ganz ganz viele!
Ich möchte niemals auf eine gute Hebamme verzichten!
LG
1,048
Hier bei uns gibt es so eine Art von Konkurrenzkampf um die Schwangeren.
Da wundert mich die Färbung dieses Artikels nicht.
4,118
Möglich, dass die im politischen Bereich Kompetenzen haben...
Ich glaube, das Problem ist auch, dass im Top-Journalismus halt nur Frauen arbeiten, die, wenn überhaupt, die komplett durchorganisiserte Familie mit WKS nach Redaktionssitzungstermin haben (jetzt etwas überspitzt gesagt). :???:
38,644
Es stimmt nicht, dass es keine Zahlen gibt, es stimmt so nicht, was mit den Versicherungen gelaufen ist. Es stimmt auch nicht, dass es keine Qualitätssicherung gibt. Geburtshäuser haben strengste Auflagen!! Und werden mehr kontrolliert als Krankenhäuser. Wir haben Zahlen und Fragebögen erarbeitet, die unabhängig kontrolliert werden, bevor davon nur irgendein andere Berufszweig geredet hat. Und wo sind Vergleiche? Wo steht, was in Krankenhäusern schief geht?
Es ist gerade eine Stellungnahmen vom Gesundheitsministerium gekommen, die uns das Recht auf Vorsorge bestätigt. Fragt sich also, wer da wohl Angst hat.
38,644
Gerade im Moment habe ich das von der Kollegin bekommen, die angeblich zitiert wurde
Sorry, laaaaaaaaang
59,500
@Marlies: Falls der BDH noch ein paar Mitstreiterinnen und Helferinnen für den Hebammentag braucht, stelle ich mich sofort zur Verfügung. :twisted:
38,644
@Gisela: die Aktionen werden auf Kreisebene organisiert. Bielefeld wäre das bei Euch, denke ich.
59,500
2,598
Ich glaube es wird Zeit das Abo endlich mal zu kündigen. Das ist auf jeden Fall ein fantastischer Grund dafür! :twisted:
3,369
Es gibt in Deutschland keine einzige Zeitung, die nicht von irgendjemanden unterwandert ist. Trotzdem hab ich bis jetzt den Focus als gutes konservatives Blatt angesehen, das sich u. a. auch für die Pressefreiheit (die in diesem Land leider NICHT praktiziert wird) eingesetzt hat, wo andere Blätter den "Schwanz" eingezogen haben.
Dieser Artikel geht aber eindeutig zu weit. Selbst wenn ich momentan nicht schwanger und dadurch für solche Themen extrem sensibilisiert wäre, wäre mir diese Art von Berichterstattung sauer aufgestoßen.
So etwas kann man nur unprofessionell nennen!
Mein Mann hat diesen Artikel auch gelesen und ist jetzt sehr verunsichert, was ich auch nachvollziehen kann. Er hat sich mit dieser Thematik ja auch nicht so auseinandergesetzt wie ich...viele andere Menschen werden genauso reagieren. So ein Schaden ist nur durch einen Gegenbericht wieder gutzumachen. Vielleicht greift ja eine andere Zeitschrift dieses Thema auf - dann wäre nur zu hoffen, dass deren Recherchen besser sind.
LG
Gretchen