Letzte Woche habe ich am eigenen Leib erlebt, wie schlimm das inzwischen in Deutschland geworden ist.
Vorgeschichte: Meine Mutter kommt aus Kroatien, ich bin zweisprachig aufgewachsen und spreche sehr gut kroatisch, aber fast nur im familiären Umfeld.
Hier in Metzingen habe ich eine Mutter kennengelernt, die aus Serbien kommt und da die Sprache fast gleich ist und sie zimlich einsam (obwohl sie auch gut Deutsch spricht) ist, sehen wir uns häufiger, gehen spazieren und sprechen in unserer Sprache. Für mich eine tolle Übung, für sie einfach gut fürs Herz.
Wir gehen also letzte Woche an der Bahnlinie entlang, kommt ein Mann aus einem Garten und fährt uns in breitestem schwäbisch an (zimlich laut und aggressiv): "Mir sin hier in Deutschland, ihr sollet Deutsch schwätze!" Ich war erst mal so baff, daß ich gar nicht wusste, ob der das jetzt ernst meinete und hab lachend gesagt, daß wir ja Deutsch können, aber eben auch gerne mal in unsere Muttersprache reden. Sein Kommentar dazu (er meinte das vorher also tatsächlich bierernst!)war, daß unser Muttersprache doch Deutsch wäre (?! woher weiß der das?!) und dann war er ganz schnell weg...
Hinterher dachte ich dann, ich hätte ihn mal fragen sollen, ob er denn im Mallorca-Urlaub auch Spanisch spricht, schade, daß mir soetwas immer erst so spät einfällt.
Ich war schon geschockt, daß sowas passiert, und finde das sehr dreist und sehr schade, daß es inzwischen schon so ist, daß Mütter mit Kindern einfach so auf der Strasse angefeindet werden... Wo soll das denn noch hinführen?
Traurige Grüsse,
Adriane
Kommentare
59,500
229
LG Andrea
2,469
2,598
Also ich habe bisher zumindest nicht festgestellt, das das im allgemeinen schlimmer geworden ist, aber ich muss zugeben, das ich einige Berichte, die so über die Medien hier reinkommen, schon sehr bedenklich finde.
Als Beispiel, das der Eindruck vermittelt wird, das immer mehr "Ausländer" in Deutschland leben ohne jemals die Sprache zu sprechen, was eine sinnvolle Integration inkl. Jobsuche nahezu unmöglich macht.
Und das kann ich wirklich nicht verstehen. Das ist ja nicht so, das sie auf Urlaub hier sind, diese Menschen leben doch hier. Früher oder später müssen sie doch wenigstens mal in Grundzügen Deutsch lernen? Das würde ich zumindest auf jeden Fall tun, wenn ich in ein anderen Land auswandern würde. Man will sich doch verständigen können?
Oder das es inzwischen schon Schulen gibt, auf denen nur ausländische Kinder unterrichtet werden, weil die Deutschen Kinder dort alle "weggemobbt" wurden. Das kann doch auch nicht der Sinn der Sache sein, oder?
Ich bin die allerletzte Person, die Ausländerfeindlich wäre. Ich habe Freunde über den ganzen Weltball verstreut und ich kriege mich immer wieder in die Wolle mit irgendwelchen "älteren Herrschaften", wenn mal wieder über Ausländer hergezogen wird, aber die Sache hat eben schon zwei Seiten, da kann man nicht nur einen "Schuldigen" heranziehen.
Vermutlich hat der Blödmann, der euch da angemotzt hatte gewußt, das ihr Deutsch sprecht... und grade deshalb die Wut, die er eigentlich auf andere hat, an euch ausgelassen - weil die anderen hätten ihn ja nicht verstanden. ;-) Da nutzt nichtmal aufregen... solche Kleinkarierten Deppen gibt es leider überall, die finden immer irgendwas, wenns nicht die Nationalität oder die Sprache ist, dann eben was anderes.
59,500
Meine Eltern haben 1972 eine Wohnung in einem Stadtrand-neubaugebiet gekauft - wie sehr viele andere (deutsche) Jungfamilien auch. Meine Schwester und ich wuchsen dort zwischen sehr vielen anderen Kindern auf, in meinen Grundschulklassen war der Lernvortschritt sehr gleichmäßig, es gab nur 2 ausländische Kinder in der ganzen Schule, die aber bis zur 2. Klasse perfekt Deutsch sprachen, weil sie nur detsche Freunde hatten. Die Lehrer konnten sich ganz auf den Stoff udn dessen vermittlung konzentrieren und mußten sich nicht sehr intensiv um vile Kinder kümmern, die aufgrund von Sprachproblemen nicht mitkamen. Die Wohnqualität war sehr hoch, es war ruhig, es passierte nichts, es gab kaum Autoverkehr, jeder hielt sich an die Hausordnung, es gab große Gemeindeteilfeste, bei denen alle mitgefeiert haben.
Die Wohnung meiner Eltern hatte damals einen bestimmten Wert in Relation zum gesamten Immobilienmarkt.
Heute hat sie auch einen Wiederverkaufswert (sie wohnen immernoch dort), der aber im Vergleich zu den allgemeinen Marktpreisen um 1/3 niedriger liegt. Die Kinder der Familien wurden groß und übrig blieben die Fast-Rentner in ihren Wohnungen, die der Alterssicherung dienen sollten.
Viele leben schon nichtmehr. Die Erben und Rumäniendeutsche. Das Haus meiner Eltern hat 8 Parteien und sie sind inzwischen die einzigen Deutschen im Haus. Zuerst kamen die Rentner, danach deren Kinder und Enkel. Keiner sprach auch nur ein Wort Deutsch und die Rentner tun das nach mehr als 10 Jahren immernochnicht. Vom ersten Tag an haben sie hier aber Rente bekommen - ohne jemals in eine Rentenversicherung eingezahlt zu haben.
Mein Vater fast 50 Jahre lang eingezahlt - und bekommt eine Rente, die heute knapp über dem Existenzminimum liegt, weil er 65% von seinem Lebens-Durchschnittseinkommen als Rente bekommt. Was er mit knapp 20 in den Nachkriegsjahren verdient hat, war nämlich lächerlich, auch wenn er zum Schluß serh gut verdient hat.
Das schlimme ist: Er bekommt weniger Rente als die rußlanddeutsche Oma, die nebendran wohnt. Sie bat ihn mal, einen Rentenbescheid zu erklären, den sie bekommen hatte und nicht wußte, wo sie das Geld abholen kann...
Das schürt Ausländerhass.
Dazu gibt es ständig Beschwerden wegen Lärm, überall liegen Müll udn Scherben rum und ständig patroulliert die Polizei, weil Horden von nicht deutsch sprechenden, arbeitslosen Jugendlichen pöbelnd, betrunken und randalierend durch den Ort ziehen. Daß man da das Kotzen kriegt, wenn man sich mal eine Wohnung in einem friedlichen Familienwohnviertel gekauft hat, kann ich auch verstehen.
Das nächste Beispiel ist eine sehr große Siedlung hier in Fürth, die aus einer ehemaligen US-Army-Wohnsiedlungt hervorgegangen ist, die nach dem Abzug der Truppen komplett entkernt, hochwertig saniert und als "Neue Gartenstadt"-Wohnungen hochpreisig verkauft wurden. Die Wohnungen waren sehr schnell weg, da wirlich wunderschön mit Balkonen, Spielplätzen, Grünflächen, Infrastruktur - ich kenne zwei Personene, die dort eien Wohnung gekauft haben dun hingezogen sind.
Dann wurde die zweite Hälfte der Häuser ebenso hochwertig saniert und als Sozialwohnungen für Rußlanddeutsche ausgewiesen.
3 Jahr später ist die Zeitung voll mit Wohnungsangeboten der Eigentümer, die die Wohnungen wieder loswerden wollen und das nicht schaffen - nichtmal für den halben Preis. Das Viertel gilt inzwischen als Bronx, die Kriminalitätsrate kommt sicher auch da ran. Die Polizei fährt mehrmas am Tag dort Einsätze, es gibt Schießereien und Messerstechereien.
Die Jugendlichen sprechen so gut wie kein Deutsch, finden deshalb keinen Job, sitzen den ganzen Tag auf der Straße rum und betrinken sich, sind aggressiv. Die Spielplätze sind zerstört, die Spielgeräte werden angezündet, die Häuser beschmiert und demoliert.
Ehrlichgesagt:
Ich kann den Frust und auch die Wut vieler Deutscher verstehen und manchmal werde ich selber wütend. Jeder will deutsch sein und nimmt auch gern Angebote wie Sozialhilfe, Rente, Wohngeld, Kindergärten und Schulen in Anspruch, ohne dafür auch etwas in die Gemeinschaftskasse gezahlt zu haben.
Aber die Sprache lernen? Nö. Sich den deutschen Gesetzen unterwerfen? Nö. Sich an Regeln oder Gepflogenheiten hier halten? Nö. Mit dem Eigentum anderer sorgsam umgehen? Nö.
In meinem eigenen Stadtviertel beträgt der Ausländeranteil 60%. Hauptsächich Türken, Griechen, Italiener. Die Jungen lernen aber alle Deutsch und sie finden auch Jobs. Die älteren, vor allem die Frauen lernen selten mehr als ein paar Worte Deutsch, aber dafür gibt es hier auch die passende Infrastruktur. Aber zumindest die Männer gehen in der Regel arbeiten, zahlen Steuern und alle benehmen sich nachbarschaftlich und vor allem unkriminell. Das Miteinander funktioniert auf dieser gegenseitigen Basis gut. Ich lebe gern hier.
Trotzdem überlege ich, ob ben hier in die Grundschule gehen wird. Das werde ich entscheiden, je nachdem wie das mit dem Mulitkulti-Kinderagarten klappt.
59,500
Nicht jeder, der in seiner Muttersprache spricht, will sich nicht integrieren! Wobei sicherlich diejenigen, die sich nicht integrieren wollen, nur in ihrer Muttersprache sprechen.
Deswegen kann man ersteren aber nicht fehlenden Integrationswillen unterstellen! Ich finde es schlichtweg eine Frechheit, das adpat derartig gemaßregelt wurde. Sowas verbietet sich einfach. Genauso wie Kommentare zu Kleidungsstilen oder anderen Äußerlichkeiten!
Was die Integrationsproblematik angeht, so frage ich mich, ob man wirklich den Ausländern alleine die Schuld in die Schuhe schieben kann.
Was tut denn Deutschland dafür, das sich Ausländer auch in Deutschland zu Hause fühlen. Das sie gerne in Deutschland sind?
Und um noch weiter zu gehen: die Deutschen sterben aus! Deutschland braucht Einwanderer um seinen wirtschaftlichen Standart, sprich, seine Lebensqualität zu halten. Dieses Thema wird von Politikern gerne übersehen nach dem Motto: nach uns die Sintflut. Wäre ja auch unpopulär, "noch mehr" Ausländer ins Land zu lassen.
Nicht, das wir uns Mißverstehen: das Integration absolut Notwendig ist, da sind wir uns einig. Aber ich denke, das es Ausländern in Deutschland nicht besonders leicht gemacht wird, sich zu integrieren. In Deutschland hat man nichts gegen Ausländer. Aber das heißt noch lange nicht, das man offen und interessiert auf die Leute zugeht und nach ihrer Herkunft fragt usw. Das ist genauso tabuisiert wie Nationalstolz. Und ich glaube auch, das das ganze Zusammenhängt. Man ist ja als Deutscher nicht stolz auf sein Land- also will man auch von anderen Nationen nichts darüber hören. Man lebt halt so nebeneinander her und läßt sich in Ruhe- wenn man aus einem anderen Land in ein neues zieht ist das nicht unbedingt das, was einem das neue Land angenehm macht oder weshalb man bereit wäre, sich damit zu identifizieren.
Überhaupt identifizieren: womit (deutschen Gepflogenheiten etc.) sollen sich den Ausländer identifizieren, wenn schon die Deutschen selber sich mit nichts identifizieren?
Und machen wir uns doch nichts vor: der Deutsche an sich ist jemand, der immerzu herumjammert, wie schlimm doch sein Leben ist und der generell immer die Schuld bei anderen sucht: Politiker, Ausländer, was sich da so gerade anbietet.
Wer mag sich mit einem Volk von mißmutigen Gartenzwergbesitzern schon gerne identifizieren?
Also lebt man lieber in seiner eigenen Soße weiter, was auch nicht viel besser ist, denn dann könnte man in der Tat "dahin zurückgehen, wo man hergekommen ist". Und viele würden das sicherlich auch gerne machen, können aber nicht so einfach zurück.
Ich weiß, das es in Stadtteilen mit hohem Ausländeranteil ghettoähnliche Zustände gibt. Aber ich bezweifel stark, das da "die Ausländer" alleine für verantwortlich sind.
Ich lebe in Toronto, einer der multikulturellsten Städte der Welt. Immer wieder wunder ich mich darüber, wieviele Asiaten, Schwarze, Weiße hier gemixt leben. Und es gibt auch Probleme- so ist das nicht. Aber ghettoähnlich? Ne! Ich hab hier noch nie erlebt, das einer wegen seiner Herkunft angemacht worden wäre! Und Schießereien gibts hier auch- in den sozial schwachen Gebieten. Das hat aber mit der Herkunft alleine nicht viel zu tun.
Das Problem muß also woanders liegen!
425
in vielen Dingen kann ich verstehen, was du sagen willst und ich denke oft ähnlich. Gerade in Bezug auf Sprache lernen und Schule.
Zwei Dinge möchte ich trotzdem noch anmerken:
1. Warum sprechen diese Menschen kein Deutsch? Natürlich ist das einerseits Sache der Zuwanderer, auf der anderen Seite hat unser Staat es bisher verpasst eine Integration zu fördern. Warum kommt die Diskussion um die Fragen zur Einbürgerung erst jetzt? Warum wurde nicht schon lange darauf bestanden, daß Kinder Deutsch lernen, bevor sie zur Schule kommen?
2. Woher kommen die Menschen? Würden wir in ihrer Situation nicht auch alles versuchen um nach Deutschland zu kommen? Ich habe selbst gesehen, wie Menschen in Russland leben, und das waren Menschen, denen es nach dortigen Verhältnissen gut ging. Meine eigen Mutter kommt aus einem Dorf in Kroatien, in dem es bis vor einigen Jahren kein Telefon gab, fließendes Wasser gibts dort immer noch nicht (nur aus der eigenen Zisterne) und mein Vater hat dort vor etwas mehr als 30 Jahren das erste Bad gebaut...
Was ich damit eigentlich sagen will: Schuld an der "Misere" sind nicht Zuwanderer, sondern unsere Politik, die sich nicht genügend um Integration bemüht (hat) und die einen Missbrauch erleichtert (Übrigens gibt es Staaten, in denen das ganz anders aussieht: Beispiel Schweden, da muss jeder Zuwanderer staatlich bezahlt schwedisch lernern!).
Warum werden aber die Menschen angreifen, die sich auch nur ein besseres Leben wünschen?
Wir haben Glück, wir sind hier geboren worden.
Liebe Grüße,
Adriane
59,500
Keine Ahnung, wie das in Kanada gehandhabt wird, aber in den USA, in Australien oder der Schweiz sind die Einwanderungsbestimmungen streng - aber wer was kann, nicht kriminell auffällig ist und gerne arbeiten möchte, der ist willkommen.
Wieso nicht auch hier so?
Ich habe kein Problem damit, wenn Menschen anderer Herkunft sich hier in ihrer Muttersprache unterhalten oder ihre Religion ausüben - das gehört zu ihrem kulturellen Hintergrund und ihrer persönlichen Freiheit. Wenn sie allerdings schon Jahre in Deutschland leben und sich nicht auf Deutsch verständigen KÖNNEN, dann finde ich das durchaus kritikwürdig.
Und ich finde es zwar Aufgabe des Staates, Sprachkurse und Integrationsmöglichkeiten anzubieten, aber Aufgabe der ausländischen Mitbürger, das auch wahrzunehmen und die Sprache zu lernen. Würde ich in ein anderes Land ziehen, ich würde das schon vorher tun. Und nicht vom Staat erwarten, daß er mich dort hinträgt und mir mit güldenem Papier den Hintern abwischt.
Hier bilden sich auch keine türkischen, griechischen oder sonstigen Ghettos, es gibt Nachbarschaftsfeste und offene Feste in den ausländischen Kulturvereinen, die gutbesucht sind (auch von mir) und die Kriminalität ist trotz geringem Sozialniveau sogar extrem niedrig - vielleicht ist das aber auch eine Frage der Mentalität? Denn daß für die Zuwanderer aus dem Ostblock weniger Integrations-Angebote gemacht werden als für alle anderen Nationalitäten, möchte ich bezweifeln.
Ich verurteile niemanden, der aus einer misslichen wirtschaftlichen Lage heraus in eine anderes Land geht, weil er sich ein besseres Leben wünscht - aber wieso ist er dann nicht glücklich, daß er die Möglichkeit dazu hat dun macht das beste draus? Also versucht so schnell wie möglich die Voraussetzungen zu schaffen, die es ihm ermöglichen, hier zu arbeiten und Geld zu verdienen, um sich dieses Leben zu finanzieren?
Würde ich in die Schweiz, USA oder nach Schweden gehen und sagen: Hört zu, zuhause hatte ich nichts zu essen, kein Bad, einen Kohlenherd und nichts anzuziehen, weil es keien Arbeit gab, obwohl ich gesund bin und zwei Hände zum Arbeiten habe - also komme ich jetzt zu euch und erwarte, daß ihr mir eine Wohnung mit Bad, WC, Küche, Zentralheizung und Strom umsonst gebt, arbeiten werde ich nicht, denn wie soll ich das auch, schließlich spreche ich eure Sprache nicht, außerdem möchte ich wenn schon soviel verdienen wie ein gelernter Arbeiter.
Was würde mir die Einwanderungsbehörden dieser Länder wohl sagen?
Deutschland stirbt aus und wir brauchen ausländische Zuwanderer, um am Leben zu bleiben - aber bitte solche die auch bereit sind, sich an Deutschland in jeder Beziehung zu beteiligen und nicht nur zu nehmen. Solche Menschen bereichern unser Land sicherlich, aber für mich gehört das Erlernen der deutschen Sprache zwingend dazu. Alerdings möglichst nicht zwingend, sondern freiwillig als Auswahlverfahren vor der Einwanderung.
103
Nur ganz kurz: Du triffst den Nagel auf den Kopf!!! Ich sehe das exakt genau sowie Du - mein Mann ebenso. Der ist übrigens ein "Ausländer" - er stammt aus der Türkei. Aber wenn er es einem nicht sagt, merkt man es nicht..........da hat es geklappt mit der Integration ;-) !
Liebe Grüße,
Nickel mit Connor *08.06.2004
122
Meine Eltern kamen vor 38 Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland. Die wirtschaftliche Situation in unserem Heimatland war nicht gerade die rosigste und D hat damals händeringend Arbeiter gesucht. Da waren 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Sie hatten das Glück, Deutsch bereits in der Schule gelernt zu haben, da klappte es mit der Verständigung auf Anhieb. Meine Eltern eigneten sich ihre Gastsprache im Laufe der Jahre beinahe perfekt an - der Akzent blieb eben, daher werden sie doch noch "geoutet". Ihr wichtigstes Credo war die Anpassung - obwohl die Wurzeln nicht vergessen wurden. Auch wir Kinder wurden darauf getrimmt. Mein Vater pflegte immer zu sagen: halte Deinen Mund und arbeite doppelt so hart wie die Deutschen, dann wirst Du vielleicht akzeptiert. Dieser Satz hallt mir übrigends bis heute nach.
Ich sprach ausschließlich meine Muttersprache, bis ich in den Kiga kam. Dort erlernte ich das Deutsche Sprachgut in windeseile und war dadurch integriert. Als ich dann in die Schule kam sprach ich - so möchte ich behaupten - perfektes Deutsch (einmal abgesehen, von einem geringeren Wortschatz als dem eines Deutschen Kindes). Und hier begann mein Kummer. Die Grundschullehrerin, die uns von der 2. bis zur 4. Klasse begleitete, mochte ausländische Kinder nicht besonders, obwohl die Schule nur spärlich mit diesen bestückt war, die meisten Kinder waren gebürtige Würrtemberger ;-) . Ich hatte mir die Worte meines Vaters schon da gut eingeprägt und war fleißig und dementsprechend gut in der Schule - leider zu gut, wie meine Lehrerin bemängelte. Ich hatte es gewagt, die Klassenbeste zu sein. Mein Zeugnis in der 4. Klasse bestand nur aus einer einzigen Note, der eins. Sie hat mir das nur zu oft vorgeworfen. Bei den Empfehlungen zur weiterführenden Schule warf sie meinen Eltern vor, dass ich auf dem Gymnasium als Ausländerin nichts zu suchen hätte :shock: :shock: :shock: . Ich sei den Ansprüchen dort niemals gewachsen. Zu meinem Glück ließen sich meine Eltern nicht beirren.
In dem Punkt, dass ich auf dem Gymnasium nicht erwünscht sei, hatte sie allerdings recht. Aufgrund meiner Staatsangehörigkeit wurde ich dort bis zum Abi diskriminiert - von Lehrern und Schülern gleichermaßen. Einer meiner Deutschlehrer sagte mir vor versammeltem Schülerpublikum, dass er nicht dulde, dass ich als Ausländerin die Deutsche Sprache besser beherrsche als der Durchschnitt der Klasse!!! So erhielt ich, trotz einer guten 2 im Schriflichen im Zeugnis eine 3. So war sein Weltbild wieder geradegerückt. Als Außenseiter vegetierte ich bis zum Abitur dahin und vereinte mich mit der handvoll Fremden, die es wagten, eine gehobene Schulbildung genießen zu wollen. Nicht genug, dass es für uns eh schwieriger war, da wir keine Hilfe von unseren Eltern erwarten konnten (da zeigte sich die Sprachbarriere ganz offensichtlich). Ich hoffe bis heute, dass diese Art lediglich an dieser Schule praktiziert wurde (leider habe ich Ähnliches von anderen Schulen gehört). Meine Eltern waren leider machtlos, weil sie sich nicht trauten, dagegen anzukämpfen.
Nach dem Abi relativierte sich die Lage absolut und ich fühlte micht zum ersten Mal zu Hause und akzeptiert. Manchmal war es bei offiziellen Dingen etwas mühsam aber durchaus vertretbar. Ich lernte dann auch meinen Mann kennen (ein Urschwabe ;-) ) und wir heirateten irgendwann. So erhielt ich einen Deutschen Nachnamen. Nun war ich äußerlich und namentlich nicht mehr als Fremde auszumachen. Da fiel mir übrigends so richtig auf, welche Vorteile ein Deutscher Name birgt.
Bei meiner Umschulung kam dann allerdings wieder ein Knaller: Mein Chef lud mich (als ich mich beworben hatte) zum Interwiew ein, ich war ihm sympatisch und er gab mir den Ausbildungsplatz. Als ich dann einige Wochen in der Firma war, kam er in mein Büro gerannt, meine Bewerbungsmappe in der Hand und schrie, wie ich ihn nur so blenden konnte, mit meinem gekauften Namen :shock: . Hätte er nämlich gewußt, dass ich Ausländerin sei, hätte er mich nie eingestellt. Ich könne ja bestimmt keinen anständigen Satz formulieren. Dass ich ein Kind habe, hat er auch übersehen (mein Glück). Irgendwann war er aber vom Gegenteil seiner Behauptung überzeugt und dann war alles gut. Aber ich war tatsächlich die einzige Ausländerin in der Firma.
Da war wieder dieser Gong, der mich ein Leben lang vibrieren lässt. Vielleicht bestand mein Fehler darin, gleicher als gleich zu sein - keine Ahnung - und so manches Mal wäre ich lieber eine dieser Frauen gewesen, die außer Brot oder Hallo nichts sagen können und auch so durch fremdartiges Verhalten auffallen - ich denke die haben es doch leichter, da sie ohnehin nichts verstehen :roll:
Dennoch bin ich überzeugt, dass Integration das A und O in einem fremden Land ist und ich kann auch überhaupt nicht nachvollziehen, wie Kinder von ausländischen Familien 3. Generation mit kaum einem Wort Deutsch in die Schule kommen und dadurch das Lernniveau in den Keller senken. Sicher sollte es von Staatlicher Seite eine Art Deutsch-Lern-Pflicht als Teil eines Existenzaufbaus geben aber hier "versagen" doch in erster Linie eben deren Eltern. Niemand verbietet dadurch die Weiterführung der eigenen kulturellen Gepflogenheiten!!!
Genau dieses Verhalten sehe ich auch hier in den USA. Hier leben einige Deutsche Familien - zum Teil seit mehreren Jahren und viele Frauen kennen kaum mehr Vokabeln als Coca Cola oder Mc Donalds!!! Das erschüttert micht zutiefst. Die Kultur hier wird mit Füßen getreten und Kontakte zu den Einheimischen werden gar nicht geknüpft. Dabei sind die Amis wirklich ein offenes Völkchen, das gerne zumindest mal zu einem Pläuschchen bereit ist. Trotz aller Globalisierung bleiben zu viele Barrieren aufrecht. SCHADE
Sorry für das lange Gesülze - musste einfach raus.
38,644
Was ich nachvollziehen kann, ist das Problem am Gymnasium. Zu meiner Schulzeit gingen Arbeiterkinder nicht dahin! Und die die es trotzdem schafften, weil sie so weitsichtige Eltern hatten, wie Du, wurden wirklich schlecht behandelt.
Nun bin ich selber die Ausländerin, und werde leider oft mit eben denen in einen Topf geworfen, die Du beschreibst. Ich würde sagen, dass die Mehrheit der Deutschen hier kein spanisch kann. Momentan ändert sich das zwar, weil viele jetzt zur Arbeit herkommen, aber die Meisten finden das nicht nötig.
Mein Spanisch ist nicht besonders gut, und sorgt immer wieder für Missverständnisse und Lacher. Aber ich bemühe mich und es wird auch von den Leuten anerkannt.
Die gleichen Menschen, die in D Integration und Sprachkurse fordern, wohnen hier in Ghettos, haben ihre deutschen Möbel, Essen, Krankenversicherung, können höchstens Ihren Kaffee auf spanisch bestellen, leben ihren deutschen Rhythmus und wundern sich, wenn sie über den Tisch gezogen werden. Sie pflegen ihre Voruteile und sind mir einfach peinlich.
Aber mir sind auch Deine Lehrer und der Chef peinlich.
59,500
In den Schulen in denen ich war wurden generell die Schüler von den anderen verhöhnt, die Klassenbeste und damit "Streber" waren - aber völlig unabhängig von ihrer Herkunft oder Nationalität. Streber sein war eben uncool...
Es gab in meinen Klassen in Grundschule und Gymnasium öfters nichtdeutsche Schüler (allerdings immer gut deutsch sprechend), die allerdings weder von Lehrern noch von Schülern blöd angemacht wurden. Ich kann mich an ein indisches Geschwisterpaar im Gymnasium erinnern - in den Jungen waren alle Mädchen verknallt und auf das Mädchen waren alle anderen eifersüchtig, weil sie beide so gut aussahen. Eine Jugoslawin war einfach nicht vielbeachtet, weil sie sehr schüchtern war - aber das passierte alles auch deutschen Jugendlichen.
Allerdings wurde ich in der Schule auch sowohl von Schülern als auch Lehrern wegen meiner Körperfülle und später dann wegen meiner Denkvorgänge und meiner Klappe angegriffen und am meisten mußten in der Oberstufe zwei alternative Mädels aushalten, die vor allem von den Lehrern Saures kriegten für ihre selbstbewußte "Revoluzzerhaltung" und ihre Klamotten - es werden wohl immer die angegriffen, die auf irgendeine Art und Weise etwas anderst sind und sich von der Masse abheben - ob das nun wegen ihres Aussehens, ihres Benehmens oder ihrer Nationalität ist.
Menschen sind Herdentiere und die die irgendwie auffällig sind und sich von der Masse abheben, werden als Bedrohung für das System, die Homogenität und die Harmonie der Herde angesehen und ausgestoßen, bzw. werden Ausreißer rüde in ihre Schranken verwiesen... funktioniert im Tierreich überall so. Integration und Anpassung ist deshalb eine sinnvolle Überlebensstrategie innerhalb einer Herde.
Der Mensch sollte vielleicht aufgrund seiner "überragenden" Intelligenz darüber erhaben sein - ist er aber nicht, bzw. nur bis zu einem gewissen Maße. Je größer das subjektive Empfinden der Bedrohung der Herde und ihrer Ordnung durch die Andersartigkeit eines Individuums oder mehrerer ist, desto größer ist die Abwehrreaktion. Verknappung der Ressourcen und Verschlechterung der Lebensumstände erhöht die Aggressionsbereitschaft gegen mögliche Konkurrenten um Lebensraum und Nahrung.
Menschen haben vielleicht ein proportional größeres Gehirn als alle anderen Tiere, aber manchmal sind sie doch nur einen Wimpernschlag von diesen entfernt.
122
da kann ich Dir nur beipflichten. Auch bei uns wurden Streber, anders Denkende,... nicht gerade toleriert.
Sollte denn nicht die Menschen, die aus dem Schema F fallen als das Salz unserer Gesellschaftssuppe gesehen werden?
59,500
Ich bin selber auf einem Gymnasium mit 50% Ausländeranteil gewesen und natürlich hatte meine Schule deswegen von vorneherein einen schlechten Ruf- aber es hat mich doch viel mehr bereichert als belastet! Natürlich gab es auch bei uns doofe Lehrer- aber auf die Ausländerschiene hat sich da niemand "herausgeredet".
Mein Lieblingslehrer hat mir allerdings ein paar Jahre nachdem ich die Schule verlassen hatte mal erzählt, das es irgendwie bergab ginge. Das neuerdings so oft zitierte Sprachproblem!
Als ich zur Schule ging gabs das irgendwie nicht. Da haben alle perfektes Deutsch gesprochen. Die Schule liegt auch im "türkischen" Stadtteil und die meisten sind gleich nebenan auch zur Grundschule gegangen. Da haben sie dann spätestens deutsch gelernt.
Was mich aber auch immer wieder wundert: wie kann man Jahre, ja Jahrzehnte in einem Land leben, dessen Sprache man nicht spricht?
Ich kenn das von zwei Müttern von Freundent: während die Männer bei der Arbeit wenigstens Kontakt zu Deutschen hatten und also auch die Sprache gelernt haben und verstehen können (über die Qualität will ich nichts sagen ;-) Aber es reicht doch gerade so zum Leben) waren die Mütter als Hausfrauen scheinbar immer zu Hause und hatten garkeinen Kontakt zu Deutschen. Das Satellitenfehrnsehen machte es dann auch möglich, das man nichtmal deutschsprachige Fehrnsehsendungen konsumieren mußte und da vielleicht ein bischen gelernt hätte.
Ich hab mich immer mit den Müttern verständigen können und sie haben mich verstanden, so ist das nicht. Man kann ja auch anders kommunizieren. Aber trotzdem finde ich es total verwunderlich, das sie scheinbar nie die Motivation hatten, mal rauszukommen :shock:
Und ganz ganz komisch finde ich, das ihre Kinder ja primär eine andere Sprache sprechen als sie selber.
Wenn ich mir vorstelle, meine Kinder sprechen vornhemlich eine andere Sprache als ich- das finde ich gruselig!
Eine Freundin von mir hat drei Kinder und sowohl sie als auch ihr Mann sprechen zu Hause fast ausschließlich deutsch. Die Kinder aber alle englisch! Das ist doch voll die Entfremdung!?
1,525
Nach den 6 Wochen Sommerferien, verstand ich genug Deutsch um eine Unterhaltung zu folgen und sprach genug um mich mit Lehrern und Mitschülern zu verständigen.
Wo es noch habberte, war im Untericht. Den Lehrern zu folgen war schon keine Leichtigkeit von der Sprache her, dazu kam dass in USA der Lernstoff ein ganz anderer war. Ich kannte mich nicht mit dem Metrischen System aus, nicht der mit der Europäischen Erdkunde oder Geschichte. Sogar die Mathematik schien in Deutschland anders zu sein.
Dazu kam noch, dass ich nie besonders fleissig war und meiner Mutter waren Schulnoten nie wichtig.
Ich hatte natürlich zusätzlichen Deutschuntericht nach der Schule. Kostenloser Sprachuntericht. Extra für Ausländer. Nur schade, dass der absolut für die Füße war...
Am ersten Elternsprechtag, sagte mein Klassenlehrer zu meiner Mutter ich solle lieber auf die Hauptschule wechseln.
Zum Glück hat meine Mutter eingesehen, mit Unterstützung aus unserer Deutschen Familie, dass ich doch 'das Zeug' für die Realschule hatte.
Nur leider musste ich noch einige Jahre mit diesem Lehrer auskommen, der mich eigentlich nie in seiner Klasse haben wollte. Er unterichtete auch die Fächer, die mir mit am schwersten fielen. Deutsch, Geschichte und Erdkunde.
Die Mitschüler waren Ausländer gewohnt. Wir hatten einige in der Klasse, die alle besser Deutsch sprachen als ich. Ich war natürlich ein beliebtes Ziel für Späßchen, ich wurde mit Worten betittelt, von denen sie genau wussten, dass ich die Bedeutung nicht kenne. Ich wurde gerne hochgezogen für Phrasen die aus meinem Mund, durch eine sonderbare Wortwahl sehr eigenartig klangen.
Was soll man sagen, in der Schule wird immer jemand zum hänseln gefunden...
Das Ende von Lied:
Ich spreche heutzutage so gutes Deutsch, dass man im normalem Gespräch nicht merkt, dass Deutsch nicht meine Muttersprache ist. Im Schriftlichen ist es sicher etwas auffälliger. Ich vermute, dass man im Ausdruck merkt, dass ich manchmal Probleme mit der Formulierung habe und auch die Feinheiten der Grammatik fehlen mir.
Aber dennoch, ich habe mich in Deutschland angepasst. So sehr, dass ich Erstaunen ernte wenn ich sage, dass ich Amerikanerin bin.
Ich kenne die Hürden von Ausländern.
Stoiber möchte einführen, dass jeder Ausländer zum Sprachtest muss bevor er eingeschult wird. Im Prinzip finde ich die Idee nicht schlecht. Nur finde ich müssen die Ausländer auch eine faire Chance haben diesen auch bestehen zu können.
Z.B. durch Sprachuntericht, der auch wirklich was nützt!
Ausländerfeindlichkeit in dem Maße wie er hier beschrieben worden ist, musste ich zum Glück nie erfahren. Wenn ich Englisch spreche, halten mich die Leute für ein Tourist.
Es ist extrem bedauernswert, dass es so etwas gibt.
Es ist aber auch bedauernswert, dass es reichlich 'Negativ-Beispiele' von Ausländern gibt. Diese geben den Deutschen erst die Möglichkeit Ausländer als solches zu pauschalisieren und vorurteilen.
Ich versuche immer wenn solche Gespräche aufkommen, darauf aufmerksam zu machen, dass nicht alle Ausländer gleich sind, und dass die Kriminalität z.B. nicht daher kommt weil sie Ausländer sind, sondern weil sie einen niedrigen Bildungsgrad haben, arbeitslos und frustriert sind. Auch viele Deutsche auf denen diese Kriterien passen, verhalten sich auffällig und kriminell.
1,356
Es gibt hier extrem viele jugendliche Nazis, die in der entsprechenden Kleidung und mit den entsprechenden körperlichen Merkmalen rumlaufen.
Auf der ersten Kerwe, die wir hier hatten, habe ich als erstes eine junge Frau mit ausrasiertem Nacken und einem T-Shirt mit der Aufschrift "Deutsche Frauen, Deutsches Volk, Deutsches Blut" Naja, sowas in der Art halt.
Vor Kurzem wurden an viele Unterführungen und Gartenmauern im Ort extrem Rechstradikale Propaganda angesprüht. Darunter z.B. auch der Satz (weiß nicht, ob es erlaubt ist, das hier zu schreiben, wenn nicht, dann sagt Bescheid, ich editier das dann.... :oops: ) "Juden sind in diesem Ort nicht erlaubt!"
Ich habe wirklich eine Zeitlang mit offenem Mund vor diesen Zeilen gestanden. Für mich ist in diesem Augenblick klar geworden, dass ich nicht möchte, dass mein Kind in diesem Ort groß wird. Wir werden vor seinem Kindergarteneintritt hier wegziehen.
Klar, Ausländerfeindlichkeit gibt es überall, aber so extrem kenne ich das nicht. In der kleinen Stadt aus der ich komme, gibt es das nicht, das weiß ich, dort sind die Spryereine eher linksorientiert (ist mir immer noch lieber als so.......) Wenn wir jobmäßig nicht ganz wegziehen müssen, dann gehen wir wieder in meine Heimatstadt zurück.
Furchtbar! Da wird einem wirklich Angst und Bange...ich möchte nicht wissen, wie man sich als Ausländer oder eben als z.B. Dunkelhäutiger Mensch fühlt, wenn man so etwas liest..... :???:
511
Vor ein paar Wochen war ich mit Aaron unterwegs, mußte mich durch eine Gruppe von jungen Männern drängeln und habe noch gehört, wie hinter mir jemand sagte: "Wie kann man nur ein Negerkind haben." Das war jemand, der mit Sicherheit wirklich dumm war, aber es hat mich wirklich getroffen, weniger für mich, umso mehr für mein Schätzchen.
Der Hauptgrund, dass wir aus Halle weggezogen sind, war, dass Skinheads dort zum Straßenbild gehörten.
742
Ich kann es einfach nicht verstehen!
Wie kann man einen Menschen nur nach seinem Aussehen oder seiner Herkunft verurteilen?
Und vor allem, können die "Möchtegern Nazis" von sich wirklich 100% behaupten Deutsch zu sein?- Ich glaube nicht!
Ich war immer bemüht besonders Menschen "fremder Herkunft" kennenzulernen, alleine schon weil mich die Kultur, das Leben, die Religion, die Sprache.... und alles was einen Menschen ausmacht , interessiert.
Was da jetzt in Potzdamm passiert ist macht mich sehr traurig und wütend zugleich. Ich hoffe nur das der arme Mann keine bleibenden Schäden davongetragen hat, seine Arbeit nicht verliert.
Und vor allem das die Schw.. die ihm das angetan haben zur Rechenschaft gezogen werden. Sollche Typen dürften nie wieder aus dem Gefängniss rauskommen.
Da muß man sich schämen Deutscher zu sein!
122
Hier bei uns bin ich überrascht, dass sich so viele Deutsche Frauen isolieren. Englisch lernt jeder in D in der Schule, also sind doch die Grundmauern gelegt. Aber die wenigsten Mütter lernen hier weiter - schon allein ihrer Kinder zuliebe. Und genau die Frauen, die am meisten über die Ausländer in D zetern verhalten sich hier noch viel schlimmer. Sie verhindern dadurch die Integration der Kinder und schaden ihrem eigenen Nachwuchs. So wird auch hier eine Abneigung den Deutschen gegenüber gesät. Doof, oder?
Sorry, habe eben zu langsam getippt. Das mit dem Angriff an den armen Mann habe ich auch mit Erschrecken gelesen. Die schnallen es einfach nicht, die verblendeten Jungs!!! Genau so werden die Barrieren bald so hoch, dass sie nicht mehr überschritten werden können.
572
Mensch das tut mir echt Leid.....sowas gehört sich nicht ich verstehe solche Leute auch nicht......schade drum....
Ich muß aber auch mal was schreiben wegen Außländerfeindlichkeit...nicht nur Deutschland ist leider so auch die NL..... ich hab ne Zeit in den NL gewohnt und als Deutsche hatte ich es echt schwer...nicht bei dennen in meinen alter sondern bei der älteren generation...die dachten sofort an Hitler usw. ich wurde gut angefeindet......
Und zum Thema außländerfeindlichkeit...das hat uns unser Nachbar unter uns vorgeworfen...mit dem haben wir Streit er hatte Polizei geholt wegen Kinderlärm aber das ist ein anderes Thema...also wir und Außländerfeinlich schmarn.......was für ein quatsch......
1: Mein Freund und Papa von Jason ist ein Pole
2:Selbst im Ausland gewohnt
3:Der Ehemann meiner Mama ist ein NL
Es kommt leider von manchen Leute auch ziemlich schnell der Satz"Du bist Ausläderfeindlich..."Das ist auch nicht Korreckt.......oder weil man mit manchen Menschen nun mal nicht gut kann...wie unser Nachbar...er kommt aus der Türkei und ist klar ein Türke...ABER das heißt nicht das wir ihn deshalb nicht mögenNEIN!!Es ist weil er sich so benimmt mir und meinen Kindern gegenüber.....das würd ich auch bei einen Deutschen,Polen,Russen oder wie auch immer sagen ;-) Hey wir sind alle Menschen,egal woher,egal wie man Aussieht das sag ich auch meinen Kindern....aber viele Leute sehen das leider nicht wie ich :sad:
742
511
Man sollte generell nichts pauschal gegen "ausländische Mitbürger" sagen, egal ob man Deutscher oder sonstwer ist. Aber davon mal abgesehen: warum denkst du, ist das das grundlegende Problem? Was würde sich denn deiner Meinung nach ändern, wenn man es dürfte? :shock:
59,500
Mir ist das als ich noch in D gewohnt habe, nie so wirklich aufgefallen. Alleine der Gedanke an sowas wie "nationalstolz" verbietet sich ja aufgrund der deutschen Geschichte.
Wenn ich aber die Kanadier sehe, die ihre Flaggen ans Haus hängen und stolz sind auf ihre Communitys- also die Gesellschaft im großen und auch im kleinen- dann wird mir immer klar, das uns Deutschen da wirklich was essentielles fehlt. Vielleicht ist dieses fehlende Gemeinschaftsgefühl ja dafür verantwortlich, das man immer gerne wegsieht, wenn auf der Straße jemand blöd angemacht wird oder Teenager neben einem im Bus die Fenster zerkratzen. Bloß nicht einmischen, bloß nicht kritisieren. Wer bin ich denn, das ich mir ein Urteil anmaßen darf. Hundehalter lassen ihre Hunde auf den Bürgersteig kacken? Na und! Wir sind doch tolerant!
Irgendwie ist das mit der Toleranz ausgeufert. Keiner fühlt sich mehr für was verantwortlich
Ich denke also nicht, das es helfen würde, wenn man lediglich das Recht einfordert, Kritik üben zu dürfen. Man muß im Gegenzug eben auch Verantwortung übernehmen!
742
Ach herje, das ist wohl falsch verstanden worden.
Pauschalisieren? Um Gottes Willen Nein
Ich sagte ja bereits das ich ein tolleranter Mensch bin und gegen niemanden was habe sollange er nichts gegen mich hat ;-)
Gerade weil wir Deutschen eine dunkle Vergangenheit haben wird man schnell als Nazi abgestempelt.
Siehe Beitrag von fine
So ich hoffe ich hab das klar gestellt.
511
Ja, haste
@ Rigmor: Da stimme ich Dir voll zu! Leider scheint es so zu sein, dass die meisten Dinge immer in Extremen ausgelebt werden, auf ein Zuviel folgt dann logischerweise ein Zuwenig, (so sehe ich zum Beispiel auch die antiautoritäre Erziehung als Antwort auf den Drill der Nazizeit). Dass es immer so schwer ist, einen gesunden Mittelweg zu finden.
742
Da fällt mir aber ein Stein vom Herzen.
Zum Thema noch eine Geschichte die ich vor einer Woche mitbekommen habe.
Ich hab Fabi´s Geburtstagsgäste abgeholt.
Dabei viel mir auf das ein Junge fehlte.
Ich also zu einer der Mütter gefahren und gefragt wo der Junge wohnt.
Sie darauf hin wortwörtlich "die Schwatzen wohnen da vorne in den Sozialwohnungen" "Die Mutter hat das eh nicht verstanden, hat sie sonst auch noch nie :shock: " Ich wußte gar nicht was ich sagen sollte und meine nur welche Sprache die Mutter denn sprechen würde, englisch, französisch?
Darauf die Frau" Weiß nicht, irgendwas afrikanisches Halt :flaming01:
Mir blieb der Kloß im Halse stecken.
Sowas kann ich einfach nicht verstehen!
Hab dann den Jungen abgeholt.
Komisch, denn seine Mutter sprach Deutsch, zwar gebrochen, aber sie hat mich verstanden.- Hat sich sogar rießig gefreut das der Junge auf einen Geburtstag DARF!
Ich hoffe das nicht all die neuen Nachbarn so eine Einstellung haben.
511
Da muß man sich ja eigentlich nicht wundern, dass die Leute nicht motiviert sind, die Sprache zu lernen, wenn man es ihnen von vornherein nicht zutraut. Und Integration ist nunmal beidseitig, und wenn einem so eine Kälte entgegenweht... :sad: Traurig, oder?
356
Wie ich das meine? Als ich eine Ausbildung machte zog ich von zu Hause aus und da ich eine schulische Ausbildung machte riet man mir Wohngeld zu beantragen .Also gut das wollte ich auch...wo macht man das ?Auf dem Sozi .Das ist wohl einer der Orte fuer Auslaenderhass......Ich bemerkt sofort warum es so viele Missverstaendnisse zwischen Auslaendern und Deutschen gibt.Denn als Deutscher wird man behandelt als waere man faul und haette kein anrecht und den Auslaendern wird das Gefuehl vermittelt minderwertig zu sein .Dabei wollten wir dort alle das gleiche nur ein wenig unterstuetzung damit es spaeter besser klappt.WIr wollten nichts was uns nicht zusteht .Ich habe mich gaergert und habe beim verlassen des Bueros laut ueber den faulen Beamten gemeckert wo ich merkte das meine auslaendischen Sitznachbarn mich gut verstanden .Sie sind dort auch ratlos werden rumgeschickt und niemand ist zu staendig und das nur weil man eine Frage hat.
Aber das ist ja nicht nur auf dem Sozi so...Auf zB dem Arbeitsamt ist mir aehnliches passiert.
356
Ich bin super multikulti aufgewachsen mit einer Mutter die mich ermutigte
mit auslaendischen Kindern zu spielen sie sagte immer:das Herkunftsland ,Hautfarbe und Aehnliches sagen gar nichts ueber einen Menschen den mit jedem Zug kommt ein dummer .Dh sei schoen lieb zu allen Kindern denn wir sind alle gleich.Genau das werde ich meinem Kind auch vermitteln denn der hass auf einander ist dumm wir sollten anfangen von einander zu lernen und nicht uns zu beschimpfen.
Zur Sache Sprachen:Ich bin hier in Japan auch Auslaenderin und kann jetzt alle Auslaender in D um so besser verstehn es ist einfach angehnem auch mal in seiner eigenen Sprache zu sprechen .Aber die Landessprache gar nicht zu erlernen verstehe ich nicht da man sie doch taeglich braucht.
Ich in uebrigen fuehle mich meist gar nicht als Auslaender.Grund :Die gastfreundlichen und liebenswuerdigen Japaner!
742
klar ist das traurig.
Wenn wir umgezogen sind versuch ich mal mehr Kontakt zu knüpfen ;-)
59,500
Daß sich niemand mehr für irgendwas verantwortlich fühlt, empfinde ich nicht so. Jeder fühlt sich vor allem und ausschließlich für sein eigenes Hab und Gut verantwortlich und das verteidigt er bis auf Äußerste und attackiert alles, was seinem persönlichen Vermögen potentiell gefährlich werden könnte. Und da sind alle die anderst sind, schnell als mögliche Angreifer ausgemacht, die es zu attackieren gilt.
Aus diesem Grund greifen meiner Meinung nach viele der älteren Bevölkerung Ausländer verbal an. Dazu kommen dann die Jungen ohne Perspektive und oft ohne jeden Ehrgeiz, die nichts haben und dafür dann auch die verantwortlich machen, die anderst sind.
Mit dem Finger auf die anderen deuten und denen die Schuld für eigenes Unvermögen, Versagen, Faulheit, mangelnde Flexibilität, Dummheit oder Schusseligkeit geben, das ist irgendwie extrem weit verbreitet in Deutschland und verbrüdert sich dann noch mit der gesamtdeutschen Lust am Leiden und Jammern...
Halt, insofern gebe ich dir doch Recht: Verantwortung für das eigene Handeln und Tun, für das eigene Leben übernehmen, selber denken, ändern, was man ändern kann und akzeptieren, was man nicht ändern kann, improvisieren, aktiv werden - das ist glaube ich keine deutsche Stärke. Leider.
Über das Thema: "Darf man als Deutscher Menschen anderer Nationalität, vor allem jüdischer/israelischer kritisieren" habe ich an Ostern eine sehr lange Diskussion geführt. Unsere nationalsozialistische Vergangenheit und die damals begangenen Verbrechen scheinen uns dahingehend für immer den Mund zu verbieten - ist das in Ordnung?
Meiner Meinung nach - nein. Ich persönlich habe aus eigener Hand und auch per Wahlentscheidung noch nie einem Menschen anderer Nationalität etwas zuleide getan - meiner Meinung nach berechtigt mich das (und fordert mich sogar auf) zu Kritik an Menschen und Regierungen JEDER Nationalität, die sich in meinen Augen menschenrechtsverletztend verhalten. Auch an Israel.
Ich bin es leid, daß jeder sofort "Nazi" schreit und berechtigte Kritik an persönlichen, politischen und militärischen Entscheidungen ausländischer Bürger und Regierungen als nicht zulässig und moralisch falsch zurückgewiesen wird.
Für mich ist ein Deutscher, ein Europäer soviel Wert wie ein Türke oder ein Chinese, ein Amerikaner, ein Afrikaner, ein Russe, ein Araber und auch ein Israeli - und jeder ist auch gleichermaßen kritikwürdig durch jeden, der die Menschenrechte seinerseits HEUTE achtet und als Mensch immer geachtet hat.
Wenn sich eine bestimmte Volksgruppe, noch dazu in einem anderen Land, ghettoisiert und die Integration komplett ablehnt, dann kritisiere ich das - umsomehr, wenn sich sehr viele davon auffällig nicht an die Gesetze des jeweiligen Landes halten oder/und diesem oder seinen Bürgern materiell oder körperlich schaden.
Das gilt für mich aber für jede Nationalität in jedem Land der Welt.
Würde ich in einem anderen Land leben, wäre es für mich das erste und selbstverständlichste, die Sprache zu lernen und mich mit den Sitten dort zu beschäftigen und sie zu achten. Wenn ich irgendwo Urlaub mache, bemühe ich mich, mich in der Landessprache oder zumindest Englisch zu verständigen, ich benehme mich höflich, halte mich an die Gesetze und z.B. auch an Bekleidungs- oder Essenssitten. Selbiges erwarte ich auch von Besuchern in Deutschland, von Gastarbeitern und von Immigranten.
Das halte ich für eine Frage von Respekt vor anderen Menschen, anderen Religionen und anderen Nationalitäten.
59,500
Alleine um der eigenen Bequemlichkeit willen verstehe ich schon nicht, das man nicht alles daran setzt, eine andere Sprache zu lernen :confused01:
Wenn ich morgen Wehen kriege, wie sollte ich das meiner Hebamme mitteilen?
Ok, ich könnte den Notruf wählen und dann würde man mich in ein KH verfrachten, weil ich schwanger aussehe und entsprechende Schmerzlaute von mir gebe. Und dann? Würde ich nicht die Bohne verstehen von dem was die da von mir wollen.
Ich find die Vorstellung total "scary" :shock:
Ich fands ja so schon schwer ein Auto umzumelden usw., weil man eben so spezifische oder juristische Fachbegriffe erstmal ja nicht kennt. Aber dann muß man sie eben lernen!
Man kann sich doch nicht immer mit Augen zu- Menatlität durchs Leben wurschdeln und darauf hoffen, das im Zweifelsfall Andere den Karren für einen aus dem Dreck ziehen!?