Flavia2
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Interessant, oder???Das große Babybuch
von Margot Ellak, Erscheinungsjahr wahrscheinlich 1973/74.
Hervorgeholt für Rabeneltern.org von Nirilena
Beim letzten Besuch bei meinen Eltern ist mir auf dem Dachboden zufällig DAS Babybuch meiner Mutter in die Hände gefallen. Also ein Babyhandbuch für die Schwangerschaft und die ersten sechs Lebensjahre.
Hier ein paar Auszüge:
"Das Stillen: 24 Stunden nach der Geburt wird das Kind zum Stillen "angelegt", obwohl die Milchbildung noch nicht im vollen Gange ist....die Brust ist zuvor mit einem in verdünnten Alkohol oder in destilliertes Wasser getauchten Wattebausch abgetupft worden."
"Ein gut entwickeltes Kind wird fünfmal täglich in Abständen von vier Stunden angelegt, und zwar haben sich die Zeiten um 6,10,14,18,22 Uhr bestens eingeführt. Die achtstündige Nachtruhe sollte unbedingt eingehalten werden."
"Genügt die Milchmenge der Mutter in den ersten Tagen nicht, so wird gelegentlich etwas gesüßter Tee zugefüttert, um das Gewicht des Kindes nicht zu sehr absinken zu lassen."
"Da nicht ohne weiteres festgestellt werden kann, wie viel das Kind trinkt, muss es vor und nach dem Stillen gewogen werden." (dann folgen genaue Angaben, wie viel ein Kind trinken MUSS, um gut zu gedeihen)
"Ein schreiendes Baby sollte in der Regel die Mutter nicht beunruhigen, der Säugling stärkt und kräftigt dadurch seine Lungen."
"Der Haushalt soll sich nicht um das Kind drehen, sondern das Kind soll sich in den Haushalt einfügen."
Dann folgt ein genauer Stundenplan, was wann zu tun ist:
"6.00 Uhr: Trockenlegen, dann Stillen oder Flasche geben (die Mahlzeit dauert 15 bis 20 Minuten!), Bäuerchen machen lassen, das Bettchen richten, sauberes Speituch unterlegen. Das Kind auf der anderen Körperseite weiterschlafen lassen.
9.45 Uhr: Das Bad richten, Wäsche und Windeln zurechtlegen. Wassertemperatur mit Badethermometer feststellen (36 Grad), waschen, wenn der Nabel schon abgeheilt ist baden. Dann abfrottieren, Nase und Ohren mit Wattetropfen säubern, Körpercreme und Puder an den leicht wund werdenden Hautstellen verteilen.
Frisches Hemdchen und Jäckchen anziehen. Wickeln, Bettchen richten, stillen/Flasche geben. Baby hinlegen, Fenster öffnen (es darf nicht ziehen), das Kind allein lassen. Es wird bald einschlafen.
14.00 Uhr: Wickeln, stillen oder Fläschchen geben.
15.00 Uhr: Das Kind auf den zugfreien Balkon stellen oder bei schönem Wetter in den Garten stellen. Sonne nicht ins Bettchen oder in den Wagen scheinen lassen. Evtl. Spazierfahrt mit Aufenthalt im Grünen oder in möglichst staubfreier Luft.
17.00 Uhr: Spielstunde für Baby und Ausruhen für die Mutti.
18.00 Uhr: Trockenlegen, stillen oder Fläschchen geben.
22.00 Uhr: Trockenlegen, stillen/Flasche geben. Zimmer lüften, Temperatur prüfen, Fenster verdunkeln, alle Geräusche vermeiden und hoffen, dass Baby bis zum anderen Morgen durchschläft. Die achtstündige Nachtruhe ist für Mutter und Kind äußerst wichtig."
"Das tägliche Bad ist erste Voraussetzung für das Gedeihen des Säuglings."
"5mal täglich, um 6, 10, 14, 18, 22 Uhr, wird das Kind an die Brust gelegt. Die Trinkdauer sollte 15 bis 20 Minuten nicht überschreiten. Zwischenmahlzeiten - weder bei Tag noch bei Nacht - gibt es im keinem Falle, außer auf ärztliche Anweisung, denn der Magen braucht seine Zeit, um die Milch zu verdauen."
"Selbst wenn alle Mahlzeiten voll gestillt werden können, tritt doch etwa im 3. oder 4. Monat bei ausschließlicher Milchernährung ein Mangel an Eisen, Kalk und Vitaminen ein, der eine Zusatznahrung erfordert. Deshalb sollte ab diesem Zeitpunkt 2- bis 3mal täglich nach der Brustmahlzeit ein wenig rohes Gemüse oder Obstsaft mit einem Löffelchen nachgefüttert werden. Baby wird vermutlich Grimassen ziehen und gar nicht schlucken wollen. In diesem Fall füllt man den leicht gesüßten Saft in ein Babyfläschchen mit einem Gummisauger, dann geht es leichter."
"Wann fängt die Erziehung an?
Die Erziehung beginnt am ersten Tag, auch wenn das Kind nichts anderes tut als schlafen, trinken und schreien. Als gesundes, normales Kind bekommt es alle vier Stunden seine Mahlzeit. Während der Nacht aber soll es seine 8stündige Ruhepause haben. Und das ist meistens die Klippe, an der die jungen Mütter scheitern. Beginnt das Kind nachts um 3 Uhr zu schreien, wird die unerfahrene, besorgte Mama denken, dass Baby hungrig ist. Da sie sich für die Nachtruhe verantwortlich glaubt und Rücksicht auf den frischgebackenen Papa und die Nachbarschaft nehmen will, steht sie auf, macht dem Kind ein Fläschchen oder gibt ihm die Brust. Hat sie es einmal getan, wird der kleine Schreihals sich von nun an jede Nacht melden, denn er weiß, was er will.
Natürlich sieht man nach, was der Grund für das nächtliche Schreien sein kann........wickeln........Bauchschmerzen.......... Im anderen Falle aber lässt man das Kind schreien und schiebt das Körbchen oder das Bettchen in einen Raum, wo der Lärm möglichst niemanden stört. Konsequenz ist hier das wichtigste. Das Kind wird schnell merken, dass es sich nicht lohnt um diese Zeit zu schreien, und wird sich in wenigen Tagen daran gewöhnt haben, nachts durchzuschlafen."
Und hier noch etwas zum Trocken werden am Ende des Kapitels über das erste Lebensjahr:
"Weniger erfreulich ist es, wenn man nun täglich 5- bis 8mal aufs das Töpfchen gesetzt wird. Es ist sooo langweilig. Und Mutti bindet einen sogar noch am Tischbein oder an der Badewanne fest, damit man ja nicht aufstehen kann....eine gute akustische Unterstützung ist das Geräusch laufenden Wassers... nachdem die Mutti einige Tage bei dieser Tätigkeit zugegen war, bindet sie das Kind mit einem breiten Gurt (Handtuch), der (das) um den Oberkörper geschlungen wird, so am Tischbein fest, dass es nicht aufstehen kann, und zwar so lange, bis es gelernt hat, sitzen zu bleiben. Dann lässt sie es allein. Das Kind soll nicht länger als 5-8 Minuten sitzen, aber es muss nun täglich um die gleiche Zeit auf den Thron, damit es lernt und weiß, was von ihm erwartet wird."
Gefunden bei rabeneltern.org
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Kommentare
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LG
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d.
ps: ich denke man kann solche ratschläge nicht aus der perspektive von heute bewerten. man muss sich die zeit damals anschauen, die damaligen erkenntnisse, die damaligen lebensverhältnisse und vor allem auf was für behandlungen diese ratschläge die antwort waren.
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Lieber Gruß
Caro
59,500
Dieser Ratschlag ja wohl der absolute Hammer:
Aber auch den hatte meine Mutter gelesen - sie hat mich mit dem Schlafsack am Bett festgebunden, damit ich mich nicht aufsetzen konnte... :???:
59,500
Dort finden sich haargenau dieselben Empfehlungen wieder und ich als Jahrgang 1966 bin heilfroh, dass meine Mutter das damals offensichtlich nicht in die Finger bekam. :???:
25,096
Anno 1975 hat sei einen ähnlichen zur Entbindung in der Klinik bekommen.
Da sind die Dinge hier zum Teil noch harmlos
Bei meiner Mutter stand noch drinne
12-14 Uhr MIttagsruhe für Mutter udn Kidn
udn zum Thema Ernährung bzw wie man ein Fläschchen richtet.
Kondensmilch mit Wasser mischen dazu Öl iund mIlchzucker..udn ab der 4 WOche oder so kann man Zwiebackbrei füttern.
Bin ich froh das meien Mutter das so nicht gemacht hat.
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Aber da haben wir auch Unterlagen gefunden, die Romans Oma bei der Geburt von seinem Papa bekam (vérständlich?).
Dabei ist zum Beispiel ein Zettel mit der Überschrift: "Säuglings.- und kleinkindfürsorge".
Ist im prinzip so wie ein U-Heft nur viel knapper .
Als erstes steht da: "Die beste Ernährung für Säuglinge ist MUTTERMILCH"
Dadrunter dann: "Muttermilch, Sonnenlicht und frische Luft schützen vor englischer Krankheit" Was auch immer das für ne Krankheit ist...?
Und ganz unten dann: "Flaschenkinder sind gefährdet! Ihre entwicklung muss ständig überwacht werden, damit Fehlentwicklung und Krankheit rechtzeitig erkannt une behandelt werden!"
Finde ich ja so, von wegen Muttermilch, ganz gut. Aber dnn war da auch noch ein Zettel bei, wo ne Anleitung drauf steht, wie man Halbmilch und wie man Citretten-Halbmilch zubereitet. Zucker, Haferschleim und Mondamin sind da die Zutaten... :shock:
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Ich habe alles genau so gelernt, wie oben in dem Buch beschrieben. Das waren die neuesten Erkenntnisse! Und wie ich es so sehe, habe ich mich um 360 Grad gedreht, aber eben schrittweise. Wir haben in der Ausbildung noch die Herstellung für Babymilch gelernt....irgendwas mit 1/3 und 2/3 Milch. Muttermilch galt als unzureichend in der Zusammmensetzung!
Allerdings habe ich mich nienich an die Fütterungszeiten gehalten bei meiner Tochter. Das wieder rief meine Oma auf den Plan, die mir prophezeite, mein Kind würde elend verhungern, wenn ich es nicht aufwecken würde. Aber sie lebt noch.
Die Kinder schliefen übrigens auf dem Bauch, weil die Rückenlage für den Kindstod verantwortlich gemacht wurde, Schlafsäcke zum anbinden hatte ich auch. Nur hat sich unsere Tochte ihr Leben lang noch nie anbinden lassen :biggrin:
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Fand ich echt schön, dass zu hören.
Meine einzige "schlimme" Erinnerung, was Sachen Erziehung angeht:
Ich war damals nicht jünger als 2 Jahr und nicht älter als 2 1/2 ahre alt.
Wir hatten Abends Besuch und es war echt schön. Dann musste ich ins Bett, was ich natürlich nicht wollte, denn ich hab so schön mit dem Besuch gespielt.... Naja, trotzdem ins Bett. Da hab ich dann gerufen: MAMA,MAMA.... es kam mir wie ne Ewigkeit vor und niemand kam. Dann fing ich an zu weinen, weil ich dachte, dass die mich nicht hören und schrie dabei immer lauter. Und dann, weil immer noch niemand kam, schlug ich mit meinen Kuscheltieren gegen die Tür, weil ich ja dachte, dass die mich so besser hören. Dabei schrie ich weiter. Plötzlich, ich seh es noch ganz genau vor mir, kam mein Papa rein. er nahm alle Sachen aus meinem Bett. Kuscheltiere, Decke, Kopfkissen. Dann ging er wieder weg. Ich hab geweint und gerufen,weil mir mittlerweile natürlich auch kalt wurde, aber es kam keiner mehr.Irgendwann muss ich wohl irgendwie eingeschlafen sein.... Das war echt schlimm. So schlimm, dass ich es bis heute nicht vergessen habe.
Aber festgebunden wurde ich nie. Immerhin... :???:
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Ja dein Vater ist auch von meiner Milch nicht satt geworden (wir hatte ja nix!) und dann hab ich immer Stärke mit Wasser angerüht... das hat der über Monate bekommen und ist ja auch schön groß davon geworden :shock: . Heute gibts ja Gläschen da braucht man das ja nicht mehr. Du musst dann mal schauen wieviele Wochen du dein Kind satt bekommst!
Mein armer Papa! Bin froh, dass meine Mutter das damals bei mir schon nicht so gemacht hat.
Wer weiß ob sich nicht in fünfzig Jahren auch jemand über unsere heutigen Methoden schlapplacht.
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