Mobile Familienberatung

Chipsy72Chipsy72

462

bearbeitet 17. 07. 2006, 11:17 in Plauderecke
Hallo Ihr Lieben,

ich bräuchte mal Eure Meinungen.

Und zwar bin ich im Oktober fertig mit meiner Ausbildung als Kinder-, Jugend- und Familienberaterin. Das war genau getimed, da ich ja im November Termin hab :-)

Danach, bedingt durch mein Baby um ca. ein halbes Jahr nach hinten geschoben, möchte ich in diesem Beruf freiberuflich arbeiten und es gibt da natürlich 1000 Möglichkeiten. Eine eigene Praxis möchte ich vorerst nicht eröffnen, da mir das finanzielle Risiko zu hoch ist. Wenn ich jetzt nicht schwanger wäre, wäre das vielleicht was anderes, da wäre ich wohl risikobereiter. Aber so will ich lieber erst mal auf der sicheren Seite sein.

Mein Schwerpunkt wird wohl vorerst in der Erziehungsberatung liegen (Elterntraining, Vorträge, etc.). Nun meine Frage:

Könntet Ihr Euch so was wie eine „Mobile Familienberatung“ vorstellen? Läge es in Eurem Interesse, dass wenn Ihr so was in Anspruch nehmen würdet, Ihr die Beraterin zu Hause im gewohnten Umfeld empfangt oder wäre Euch ein neutraler Ort lieber?

Vorteile wären meiner Meinung nach z. B.:

Flexibilität – ich kann auch Beratungstermine abends vereinbaren, wenn auch die Väter zu Hause sind (in den Fällen, in denen die Mütter daheim sind)

Sicherheit – im gewohnten Umfeld fühlt man sich doch meist sicherer als in einer „sterilen“ Praxis

Anonymität – d. h. niemand sieht das Auto der Eltern vor meiner Praxis stehn und mein Auto ist ja nicht mit Werbung geklebt (darauf müsste ich dann wohl leider verzichten)

Etc.

Und für mich selbstverständlich eine enorme Kostenersparnis.

Ich bin sehr gespannt auf Eure Meinungen und sage vorab schon mal „Danke“!

Kommentare

  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich fände das eine sehr gute Idee, würde aber auch zu Bedenken geben, dass nicht alle Leute "Fremde" im Haus haben wollen. Für solche Fälle wäre ein Raum sicher nicht schlecht, Aber ich denke, das kann man dann auch im Laufe der Zeit sehen.
  • Annette2Annette2

    440

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Also ich fänds super, wenn ich Dich in Anspruch nehmen müßte, bliebe mir so einiger Streß erspart. Ich hätte, glaube ich, auch keine Angst Dich ins Haus zu lassen, man könnte ja vorher mal telefonieren um sich etwas kennenzulernen.
    Allerdigs: was würde so ein Besuch von Dir denn kosten? Das würde ich in meine Überlegung mit einbeziehen. Je nachdem wie viele Sitzungen nötig sind, geht das ja ordentlich ins Geld. Wenn Du nicht wesentlich teurer wärst als die "ansässigen" wärs mir das auf jeden Fall Wert.

    Liebe Grüße!!
  • dccdcc

    628

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich finde das auch eine gute Idee. Vor Ort kannst du aj vllt. sogar manchmal hautnah die Probleme zwischen Eltern und Kindern miterleben. Gerade bei problematischen Jugendlichen, denn die lassen sich ja nicht so ohne weiteres in eine Praxis schleifen. Sprich wenn der Berg nicht zum Propheten kommt ...

    Aber irgendwie erinnert mich dein Konzept an die Supernanny ;-) so ein ganz bißchen

    Liebe Grüße
    Jana
  • Chipsy72Chipsy72

    462

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Vielen Dank für Eure Antworten.

    @Marlies: Daran hatte ich auch schon gedacht. Und das mit dem Raum hab ich mir auch überlegt, zumal ich wahrscheinlich irgendwann nicht drumrum komme. Aber grad zu Anfang und um zu sehen wie es läuft ist es halt auch eine finanzielle Frage. Außerdem wohnen wir zurzeit noch in Miete, haben aber vor, falls irgendwie machbar, in naher bis nicht allzu ferner Zukunft ein Haus zu kaufen. Optimal wäre dann, wenn ich dort einen oder zwei Räume nutzen könnte. Spart ja auch was an Miete......

    @Annette: Die Kosten lägen auf keinen Fall höher als bei denen, die mit Praxis arbeiten. Ich habe noch nicht genau recherchiert, wie hoch die Stundensätze bei uns in der Umgebung sind (sehr ländlich), aber ich gehe sogar davon aus, dass ich evtl. sogar was drunter liegen könnte. Ich habe ja wesentlich weniger Kosten, als wenn ich eine Praxis anmieten würde.
    Ich könnte mir auch vorstellen, den Stundensatz um einiges unter Wettbewerb anzusetzen und dafür eine Fahrtkostenpauschale. Aber das ist eine Rechensache, das muss ich alles mal durchrechnen.

    @dcc: Das mit den Problemen hautnah seh ich auch so. Zumal es immer was anderes ist, wenn man Dir etwas erzählt und wenn man es dann im Alltag sieht. Als Außenstehende bzw. Beobachter sieht man vieles doch nüchterner und realitäsnäher, als diejenigen die selbst von einem Problem betroffen sind. Und das mit der Supernanny: Ich hab schon drauf gewartet, dass das jemand sagt ;-) :biggrin: Und eigentlich will ich natürlich nicht in diese Schublade gesteckt werden. Das ist aber glaub ich auch ne Marketingsache. Kommt drauf an, wie ich mich dann verkaufe. Da werd ich mir auf jeden Fall ein paar Tips holen. Gehe davon aus, dass auch unser Dozent einem da gerne mit Rat und Tat zur Seite steht, natürlich nicht Tag und Nacht ;-)

    Ich bin aber auf jeden Fall sehr erfreut, dass Ihr das Konzept an sich gut findet. Am Anfang war ich eher skeptisch und dachte die ganze Zeit "Du hast bestimmt irgendwas nicht bedacht, was es nachher als unmöglich erscheinen lässt..." :-)

    Gibts auch Kontra-Meinungen?
  • coracora

    6,187

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    ich kan mir ehrlich gesagt nicht so richtig was vorstellen. Was genau bietest du da an und zu wem bist du in KOnkurrenz?
    Mir fällt da auch nur die supernanny ein bzw das jugendamt - mal abgesehen davon, dass du vielleicht andere umsetzung hast, wäre es aber doch schon sehr ähnlich? Natürlich ohen kameras, aber du gehst in die familien und dieskutierst deren Probleme und guckst dir die Interaktion an?

    Bietet sowas nicht die caritat oder so an und das ist dann kostenlos? Oder psychologen?
  • Chipsy72Chipsy72

    462

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    @Cora: Ich werde zu Anfang eine allgemeine u. spezielle Erziehungsberatung sowie Elterntraining (für z. B. Eltern deren Kinder ADHS haben, oder aggressiv sind, o. o. o.) anbieten. Außerdem habe ich vor Vorträge zu halten, z. B. auch über ADHS, in denen ich natürlich hauptsächlich von meiner Beratungsarbeit berichten werde.

    Von der Supernanny entscheidet es sich in der Form, dass ich nicht in die Familien gehe und den Alltag beobachte, sondern dass diese Beratung nur anstatt in (m)einer Praxis im Haus der Klienten stattfindet. Sprich: Anstelle von am Schreibtisch gegenüber sitzen, sitzt man dann am Küchentisch, Esszimmertisch, o. ä. Positiver Nebeneffekt ist natürlich, dass man unweigerlich den Familienalltag ein wenig mitbekommt, aber wie gesagt, das ist lediglich ein Nebeneffekt.
    Ähnlich ist es aber trotzdem, da hast Du schon Recht, aber Sinn der Sache ist nicht der, dass ich da rumrenne, mit dem Block in der Hand und jede Aktion des Kindes bewerte.
    In direkter Konkurrenz stehe ich eigentlich nur mit anderen, auch caritativen, Erziehungsberatungsstellen. Im Prinzip ist der Beruf des Kinder- Jugend- und Familienberaters ja nicht geschützt und es ist vergleichbar mit einem Psychologischen Berater - den zahlst Du auch privat, wohingegen ein Diplom-Psychologe, der Dich meist ja nicht nur berät sondern auch therapiert auch oft von der Kasse gezahlt wird. Aber auch hier gibt es natürlich welche, die Bertung/Therapie nur privat anbieten, also nicht über die Kasse abrechnen. Die Kasse zahlt nämlich nur nen Appel und ein Ei ;-)

    Was das Jugendamt betrifft, ist es bei uns sogar so, dass spezielle Trainings sogar von denen übernommen werden. Die Jugendämter in unserer Region sind sowas von überlastet, die sind froh für Hilfe jeder Art, evtl. wäre es sogar möglich mit dem Jugendamt zu kooperieren. Ich habe jedoch noch in keiner Richtung konkret was unternommen, habe lediglich bevor ich die Ausbildung begonnen habe, mit einer Bekannten telefoniert, die schon 20 Jahre auf dem Jugendamt arbeitet und die hat mir wärmstens empfohlen das auf jeden Fall zu machen.

    Sollte ich irgendwann einmal Räume haben, werde ich auch spezielle Trainings für Kinder anbieten (ADHS, sozial unsicher Kinder, etc.). Aber das ist ja noch lange hin.
  • coracora

    6,187

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    klingt gut!
  • HuetchenHuetchen

    3,584

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich finde auch, dass sich das gut anhört! Einen Tipp noch für die "Kundenwerbung": Bei uns in der KiA-Praxis hängen im Wartezimmer Telefonnummern von Beratungsstellen aus.
  • MajonieMajonie

    3,882

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    öhm-schäm- ich galub ich hätte da ein kontra :oops:
    ansich finde ich die sache spitzenklasse- aber wer bezahlt das? bezahlt da sha ist die hemmschwelle groß, weil man angst "vor denen" hat, zahlt man selber: wer hat soviel kohle?
    wie läuft das finanziell?
  • Chipsy72Chipsy72

    462

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    @Huetchen: Danke für den Tip. Noch eine Stelle mehr um Flyer zu verteilen! ;-)

    @Majonie: Das waren auch schon meine Gedanken. Aber die Praxis zeigt, dass es wirklich auch privat gezahlt wird. Und wie oben schon geschrieben, manches kann man auch übers Jugendamt abrechnen. Der wichtigste Schritt ist ja, dass sich Eltern bei mir melden. Da ist das dann ja auch eine Frage. Und ein unverbindliches erstes Gespräch kann man sich immer mal leisten (behaupte ich jetzt einfach so). Und dann sieht man ja, wie man es macht..... Da hab ich jetzt keine Bedenken mehr. Aber die hatte ich zu Anfang!
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