Lenchen
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Liebe Mama,
Zu Deinem halben Jahrhundert kann ich ja nun nicht so viel sagen, denn ich war ja nur die zweite Hälfte dabei. Aber die dann doch recht intensiv… Und ich muss sagen, so im Großen und Ganzen bin ich doch recht zufrieden mit Dir! ;-)
Ich kann nicht so genau sagen, was meine erste Erinnerung an Dich ist. Da sind hauptsächlich diffuse Vorstellungen von etwas Weichem, das immer da war. Ich glaube, die erste wirkliche Erinnerung ist die, wo Du und Papa mir gesagt habt, dass ich ein Geschwisterchen bekomme. Das war im Wohnzimmer, und es muss Sommer gewesen sein. Die Rollläden waren jedenfalls unten, aber zwischen den Lamellen fiel Licht hindurch. Das weiß ich noch, aber ob ich mich gefreut habe, kann ich nicht mehr genau sagen.
Während meiner Kindheit warst du – zum Glück – zwar immer irgendwie da, aber an besonders viele herausstehende Begebenheiten kann ich mich gar nicht erinnern. Irgendwann war ich mal bei Dir in der DAK, und Du wolltest mich nicht auf den Arm nehmen, weil ich schon so ein großes Mädchen war. Da hab ich geweint, aber Du hast mich trotzdem nicht hochgenommen. Später hat mir Birgit (oder welches Kindermädchen es zu der Zeit auch immer gewesen sein mag) erklärt, dass das war, weil da ein Baby in Deinem Bauch war. Da hatte ich aber absolut kein Verständnis für.
Wenn Du donnerstags von der Arbeit kamst, durfte ich immer „Die Sendung mit der Maus“ gucken. Irgendwann haben sich dann Deine Arbeitszeiten geändert, Du kamst eine halbe Stunde früher, und ich hab und hab nicht kapiert, dass „Die Sendung mit der Maus“ dann noch nicht kam. Ich hab bloß geheult, weil ich dachte, ich dürfe kein Fernsehen gucken.
Später mussten wir immer die Jacke zumachen, wenn wir raus gingen, da hast Du sehr drauf geachtet. Du hattest immer Angst, dass wir krank werden. Und wenn wir uns dann wirklich mal erkältet haben, haben wir versucht, es Dir zu verschweigen, weil wir ja selber Schuld waren (dachten wir). Wenn wir dann richtig krank waren, gab es aber „Kranken-Bonus“. Dann durften wir im Wohnzimmer auf dem Sofa liegen und den ganzen Tag fernsehen, oder Du hast uns Geschichten vorgelesen.
Als ich größer wurde, hast Du mir verboten, ins Minchen zu gehen, weil Du irgendwelche beruflichen Vorbehalte gegen die Besitzer hattest. Obwohl Du in jungen Jahren selbst dort gewesen bist! Ich bin natürlich trotzdem hingegangen und hab bei Nora geschlafen, damit Du es nicht merkst. Irgendwann haben sich Deine Vorbehalte dann aber zum Glück erledigt, und ich bin quasi dort eingezogen.
Dann erschien Martin auf der Bildfläche. Als ich Dir von ihm erzählt habe, war Dein erster Kommentar: „18? Und schon Abitur? Oh Gott, dann ist das ja ein Ossi!“ Am Valentinstag kam er, um mir Blumen zu bringen. Da hast Du ihn aber doch gleich eingeladen, zum Essen zu bleiben. Ich fand das immer schon toll, dass wir eine so gastfreundliche Familie sind, aber in dem Augenblick fand ich es furchtbar, weil ich doch grad von den Pferden kam und noch nicht geduscht hatte und diesen Kerl eigentlich nur halbwegs elegant wieder loswerden wollte… Und als Martin mich dann am folgenden Wochenende mit ins Kino genommen hat, hast Du Dir die ganze Zeit Sorgen gemacht, er könnte vielleicht doch eine Axt im Kofferraum haben und mich zerstückelt im Wald verbuddeln. Immerhin war er Ossi UND Soldat, bei solchen weiß man nie…
An Martin hast Du Dich dann zum Glück schnell gewöhnt. Du warst es sogar, die in unserem ersten gemeinsamen Sommer vorgeschlagen hat, dass er mit uns an die Ostsee fahren könnte. Aber als wir Dir und Papa ein paar Jahre später unsere Familienpläne unterbreiteten, war Deine erste Reaktion: „Lena, ihr seid ja bekloppt!“ Glücklicherweise scheint sich deine Meinung da inzwischen grundlegend gewandelt zu haben. Ich bin Dir wirklich dankbar, dass Du so oft und so ausführlich Deinen Oma-Dienst wahrnimmst! Und Janis ist mit großer Sicherheit sehr froh, so eine tolle (und in puncto Keksen: großzügige) Oma zu haben!
Ich finde es schön, dass Du Dich (fast) nie in meine Kindererziehung einzumischen versuchst. Und dass Du mir (fast) nie Ratschläge erteilst, wie ich meine Ehe führen sollte. Ich bin Dir sehr dankbar, dass Du Deine Vorurteile überwunden hast, wenn es um Dinge ging, die mir wichtig waren – egal ob es um meinen Kinderwunsch ging, um meinen Ossi, oder um meine bevorzugte Freizeitgestaltung als Teenager. Ich danke Dir, dass Du mich – mit Papa zusammen – großgezogen und einen ganz ordentlichen Menschen aus mir gemacht hast! Danke, Mama! Ich hab Dich lieb!
Deine Lena
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Kommentare
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Denke nicht darüber nach... es ist normal! ;-)
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Habt ihr denn gar nichts lustiges erlebt, was du zu so einem Geburtstags-Werk schreiben könntest?
Sorry, aber für ein Geburtstagsgeschenk gefällt mir das Ganze überhaupt nicht. :oops: So negativ eingestellt.
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Die Jackensache beschreibt die Fürsorge Deiner Mama.
Das Verbot ins "Minchen" (was ist das???) zu gehen zeigt, das Deine Mama sich Gedanken um Dich und Deine Freizeitgestaltung gemacht hat und es ihr nicht egal war wo Du "abhängst".
Das sind doch keine negativen Eigenschaften.
Es ist das was Dir wichtig ist zu erwähnen und Ehrlichkeit ist nunmal nicht immer eitelsonnenschein.
Ich denke deine Mama/Eltern hat dich zu einem Menschen großgezogen der keine Angst hat Tatsachen unverblümt zu berichten ohne sich dabei hinter Verniedlichungen und Beschönigungen zu verstecken, was ja bei solchen Texten/Angelegenheiten gerne mal zur Hand genommen wird.
Ich finde den Text gut.
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So negativ klingen die Sachen nicht, und er wirkt einfach offen - ich lese da weder Vorwürfe noch sonstwas raus, sondern einfach Erinnerungen!
Wenn ich Deine Mutter wäre, würde ich vor Freude heulen, weil Du Dich so detailliert an einzelne Situationen erinnerst!
Außerdem fände ihc es als Mutter sicher ziemlich interessant, wie Deine Sichtweise auf diese Situationen ist, an die sie sich sicherlich zum Teil auch noch erinnert (oder wieder erinnert, wenn sie das liest).
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Gerade die genaue Beschreibung einzelner Situationen finde ich auch total schön, besonders, weil deine Mutter die bestimmt noch gut vor Augen hat.
Wenn du unsicher bist, versuche doch vielleicht noch ein wirklich lustiges Erlebnis hinzuzufügen? Ich finde es aber auch so nicht negativ.
Ich glaube, mein Text würde ähnlich klingen.
Liebe Grüße
Carolin
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Über so einen Text würde ich mich als Mutter weder freuen noch Freudentränen weinen. Aber vielleicht empfindet es deine Mutter ja wie meine Vorrednerinnen und freut sich darüber. Ich kenne sie ja nicht ;-)
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Nicht mehr tragen koennen wegen SS - das duerftest DU mittlerweile vielleicht auch kennen ;-)
Jacken zu weil sie Euer Bestes wollte - auch diese Vorsorglichkeit bist Du bestimmt bei Jannis schon begegnet
Dass sie unverstaendlicherweise was gegen den Martin hatten, naja... wer traut schon dem neuen Freund von Anfang an? ;-)
Und ich denke Du solltest Dir vielleicht Muehe geben noch irgendeine besonders schoene Erinnerung hervorzugraben. Schwanke vielleicht mit Deiner Schwester ein wenig darueber, vielleicht hilft sie Deine Erinnerung auf die Spruenge.
Und wenn die positiven Erinnerungen in der Pubertaet dann zunehmen, warum schreibst Du nicht mal davon?
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Kannst du mal näher sagen wie du das machst.
bittest du um E-Mail Beiträge oder sollen dir die LEute eifnahc irgendwelche DIN-A 4 Seiten schicken und du tippt das ab..oder verschickst du Seiten?
Nur an Leute die auch eingeladen werde?
Das wäre bei uns denk ich ein Problem wenn ich Freunde auf so ne Seite anspreche und mein Vater aber gar nicht vor hat sie einzuladen.. :???:
wie dick wird das Buch,etc..erzähl mal mehr drüber...mein Papa wird nächstes JAhr 60...
das wäre was für ihn
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gruß,
cosima
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Schwierig allerdings, wenn dir bis auf die letzten Passagen keine positiven Sachen einfallen... was dann schreiben?
Ich hab mir wegen deiner Frage mal Gedanken darüber gemacht, wie das bei mir wäre - es würde definitiv noch sehr viel schlimmer ausfallen. In einer Zwickmühle wäre ich da auch: Die wenigen positiven Sachen herausstellen, als wären es die einzigsten Erinnerungen und die vielen negativen verschweigen, als hätte es sie nie gegeben...? Das wäre ja schon furchtbar verlogen. Oder besser garnichts schreiben?
Kannst du dich denn nicht auf eine positive Anekdote beschränken und die ausfürlich ausarbeiten, eventuell etwas humorig? Dann fällt es nicht auf, daß es da ein negatives Übergewicht gibt. Und für mich gibt es das in deinem Text schon ganz deutlich, ich als Mutter wäre sehr wahrscheinlich pissed...
Aus dem Grund haben sowohl ich als auch meine Schwester bei solchen Anlässen vermieden, Lobreden oder Texte zu verfassen und haben lieber schöne Feste organisiert oder solche Geburtstagszeitungen und -bücher oder Diashows erstellt, ohne eigenen "Erinnerungsbeitrag". Von allen eingeladenen handgeschriebene Lieblingsrezepte vorab anfordern und dann binden lassen haben wir auch schon gemacht. Das ist unverfänglicher... ;-)
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Ich glaube, ich muss mir vor allem erstmal klar darüber werden, wie ich dieses Buch überhaupt gestalten will. Es soll kein Hochzeitszeitungs-Friede-Freude-Eierkuchen-Verschnitt werden, und auch keine Gästebelustigung. Eigentlich hatte ich vor, es sozusagen zu einer ernsthaften Biografie zu machen. Es soll Berichte geben, die kapitelweise ihre Lebensabschnitte recherchieren, mit Zitaten von Zeitzeugenberichten und so. Eigentlich wollten Gesa und ich ein ehrliches Spurensuch-Buch machen, so eine Art Resümee der ersten 50 Jahre halt. Und dazwischen immer die persönlichen Seiten der "Zeitzeugen". Aber je länger ich darüber nachdenke, desto unsicherer werde ich mir, ob wir meiner Mutter damit wirklich einen Gefallen tun. Oder ihr nicht nur vor Augen führen, wie ereignislos und enttäuschend ihr Leben verlaufen ist. Sicher, es gibt einige Anekdoten, die man gut aufgreifen kann. Aber nach unseren ersten Recherchen hatte sie doch eine ziemlich traurige, ungeliebte Kindheit, hat einen Beruf aufgezwungen bekommen, mit dem sie sich dann arrangiert hat, hat sich mit Mühe und Not dann erstritten, den Mann zu heiraten, den sie wollte und nicht Opa. Als sie das geschafft hat, hatte sie dann ein recht bequemes, recht ereignisloses Leben mit zwei Kindern und einem Job, der ihr immer weniger Spaß macht. Ein ziemlich normales Leben halt.
Ich denke, ich könnte es hinkriegen, die lustigen Seiten zu betonen. Vielleicht kann ich es ja so machen, dass ich die Anekdoten in den Vordergrund stelle und ausschmücke und sie mit wenigen, nüchternen Sätzen verbinde, die dann die weniger lustigen Hauptanteile ihres Lebens schnell abhandeln. Das wäre vielleicht eine Idee.
Ja, und für meine persönliche Seite könnte ich das ähnlich machen. Das Problem ist, dass mir wirklich wenige oder eigentlich sogar keine lustigen Erinnerungen einfallen, an denen meine Mutter maßgeblich beteiligt ist. Sie war zwar ein verlässlicher Teil meines Lebens, sie hat Frühstück gemacht und gekocht und gewaschen und oft geschimpft (das hab ich schon weggelassen), aber in meiner Erinnerung und wahrscheinlich auch sonst stand sie irgendwie immer in Papas Schatten. Der war und ist bei uns für die Witze zuständig und für die Entscheidungen. Über Papa könnte ich ruckzuck einen schönen Text mit vielen lustigen Begebenheiten schreiben. Da gäbe es mehr als genug, dass ich das (durchaus vorhandene) Negative weglassen könnte, aber an Mama habe ich einfach nicht solche Erinnerungen. Traurig. :sad:
@ Monica: Die Idee, das mit meinen eigenen mütterlichen Erfahrungen in Bezug zu setzen, ist gut, danke! Stimmt, dann hört sich vieles nicht mehr so negativ an.
@ Anja und Cosima: Die Leute, die so eine Seite erstellen sollen, wollen wir sowieso auch als "Zeitzeugen" interviewen. Auf ihrer persönlichen Seite dürfen sie dann halt selbst gratulieren, Fazit ziehen und schreiben, was immer sie wollen. Mit Computer oder Hand, beklebt oder sonstwie dekoriert, und wir scannen das dann. Jedenfalls denken wir uns das so. ;-) Weiß nicht, ob das alles so klappt...
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Lenchen, ich glaube nicht, dass herausragende Ereignisse nötig sind um eine Mama zu Tränen zu rühren. Und ich fidne auch nicht, dass es schrecklich negativ ist. Obwohl ich gestehen muss, das es ein wenig wie ne Aufzählung wirkt in die du weniger deiner Empfindung rein gepackt hast als du könntest. War das Absicht? Ich würde wohl wie ud mittlerweile auch schon geschrieben hast die Anekdoten etwas weiter ausfächern.
Die Texte für den LAG meiner Mama waren übirgens auch ncith alle positiv. Er ist ein ganz sturer Bock,d er sehr verletztend sein kann, ungerecht, selbstgerecht, intolerant... das hab ich ihm alles in Anekdoten aufgetischt :biggrin:, aber er ist super ehrlich, interessiert, unterhaltsam, liebevoll wenn er will, hilfsbereit... und hey, ich bin auch eine "blöde Kuh" und es gibt mehr Menschen, die mich ncith leiden können als solche die mich mögen. Aber dafür ist es um so wertvoller, wenn Menschen die "gute Seite" entdecken, die man ihnen nciht präsentiert. Will damit nur sagen negativ ist nicht gleich negativ. ;-) Ich lese da auch Witz heraus. Du gehst auf ne trockene Art humor voll mit bestimmten Dingen um und deine Mama weiss dich sicher zu nehmen.
Alles in Allem: ich finds gut, würde nur die Anekdoten bildhafter ausführen um sie wirklich in den Bann deiner persönlichen Erinnerungen einzubeziehen.
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Zum Beispiel auch das mit dem Kindermädchen....(wer immer das war)...für mich klingt das alles wie ein einziger Vorwurf. Und ob so ein Anlass der richtig Zeitpunkt ist, würde ich bezweifeln.
Ich denke, Du solltest vielleicht wirklich etwas klären, aber ausgerechnet zu diesem Fest?
Beim mir ist es so, dass ich zu diesem Zeitpunkt für mich selber mal wieder Bilanz gezogen, mir überlegt habe was noch kommen soll usw., und natürlich auch was alles denn schief gelaufen ist. Ich bin nicht der Meinung, alles richtig gemacht zu haben. Trotzdem wollte ich diesen Tag feiern.
Dazu kommen noch die Wechseljahre, die auch nicht immer leicht sind.
Zu so einem Geburtstag würde ich mir nur ungern nur meine sämtlichen Fehler vorhalten lassen.
Selten läuft das Leben nach Plan, und es gibt nicht wenige Leute, die resignieren und sich entsprechend einrichten. Sie reden sich selber ein, zufrieden zu sein, weil ihnen sonst ein großer Teil ihres Lebens sinnlos erscheinen würde. Man kann darüber streiten, ob so etwas gut ist, aber nicht in diesem Rahmen.
Ich bin auch ziemlich erstaunt, dass es doch so Viele hier gibt, die den Text nicht negativ finden.
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die meisten wollen kein resümee ihres lebens vorgehalten bekommen. Das wollen sie allein mit sich ausmachen. Mach es doch nur auf die humporige schiene ;-) eine menge Fotos, ein paar lustige texte, viel lob und viel liebe... und wenn du nichts weißt, dann mach einfach mehr fotos. den anderen text kannst du ihr ja mal danach geben in einer ruhigen Minute, und mit ihr darüber sprechen.
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Für deine Seite fielen mir noch ein: schreib positive Kindheitserinnerungen, z.B. der "Krankenbonus" scheint ja was Schönes gewesen zu sein. Schreib über dein Lieblingsessen, dass sie gut kocht. Schreib, dass sie sich lieb um Janis kümmert (und lass die Vorwürfe mit den Süßigkeiten raus).- Kleb Fotos auf, lass Janis was zeichnen, kleb getrocknete Blüten auf...
Mach es nett! Es ist schließlich ihr Ehrentag, und sie sollte nicht gezwungen werden, über ihr Leben nachzugrübeln. Und sie sollte keine Vorwürfe, schon gar nicht in gebundener Form, geschenkt bekommen. Finde ich zumindest.
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Ich kenne weder Lena noch ihre Mutter, kann also nicht beurteilen, wie diese darauf reagieren würde.
Ich finde jedoch nach wie vor die Gesamtaussage nicht negativ. Es gibt Stellen, an denen Kritik geäußert wird, aber meistens mit Humor und immer gibt es gleich darauf den Schwenk ins Positive.
Lenas Mutter scheint jemand zu sein, der erstmal zurückhaltend auf vieles reagiert und nicht so gut mit seinen Gefühlen nach außen kann.
Aber beim zweiten Anlauf wird dann doch noch alles gut (neues Baby, verwöhnt werden, wenn man krank ist, Minchen, Martin, Familienplanung, gute Oma...)
Allerdings muss ich beim zweiten Lesen zustimmen, dass die Stelle mit dem Kindermädchen schon recht hart ist.
Ich bin übrigens nicht davon ausgegangen, dass der Text vor allen Anwesenden vorgelesen wird, oder?
Liebe Grüße
Carolin
Carolin
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Ansonsten finde ich die Vorschläge von Cora und Smoothie gut. Je nachdem, wie euer Familienton so ist, kann man ja auch ein paar von den" nervigeren" Sachen reinnehmen, wie zum Beispiel dein Lieblingsessen und das, was du überhaupt nicht mochtest, aber dann eben so, dass sie drüber lachen kann und nicht als Vorwurf! Und wie gesagt, nur, wenn das unter euch so üblich ist...
Ich kann übrigens gut verstehen, wie schwer das ist. Ich habe mich bisher aus solchen Sachen immer rausgehalten, da meine Erinnerungen (bei mir ist es ja mein Vater), auch wenn es sich um positive Dinge handelt, auch im Grundton eher negativ gefärbt sind.
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Wenn Du etwas Schönes bringen willst, dann vielleicht was aus den Urlauben?
Du schreibst, dass sich Deine Mama in punkto Mann gegen Opa wehrte - und glücklich wurde. Dann verpacke doch das in ein paar hübsche Worte -und führe mal an, dass es Dich dann nie gegeben hätte, kein Nasi, nix...
Marlies hat Recht, der Spruch "welches Kindermädchen auch immer" kommt nicht schön rüber.
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Wenn du eben nur so negative Erinnerungen hast, dann ist das nun mal so und ich finde schon auch, das es klar wird, das du manches heute besser verstehst (Sendung mit der Maus, schwangerer Bauch usw.).
Das würde ich so lassen. Nur das mit dem Kindermädchen ist wirklich ein Vorwurf. Und das mit dem Omaverhältnis und den Keksen, das würde ich einfach liebenswürdiger schreiben bzw. einfach weglassen.
Und das sie die (fast) nie reinredetet, das würde ich nicht in Klammern schreiben sondern so in den Text integrieren. Ist ja klar, das Mütter einem reinreden, so werden wir auch sein. Deswegen würde ich es nicht "verklammern". Es wird ja trotzdem klar, das sie dich im Großen ung Ganzen schon machen läßt.
Ach ja, und ich finde, es klingt fast so, als wäre deine Mutter schuld daran, das du Martin näher kennengelernt hast. Stimmt das? Oder was wäre gewesen, wenn sie ihn nicht gleich eingeladen hätte ;-)?
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Das mit den Kindermädchen würde meine Mutter, glaube ich, nicht als Vorwurf sehen. Das weiß sie, dass ich mit denen immer durcheinander komme. Mama ist halt schon sehr früh wieder arbeiten gegangen (für westdeutsche Verhältnisse fast skandalös früh ;-)), und wir hatten Kindermädchen, die fast jedes Jahr gewechselt haben. Ich könnte einige Dinge nennen, die möglicherweise in meiner Erziehung falsch gelaufen sind, wo sich meine Eltern falsch verhalten haben, aber ausgerechnet bei den Kindermädchen, da habe ich gar keine bösen Erinnerungen dran. Ich weiß halt nur immer nicht, wer wann auf uns aufgepasst hat, und zu vielen habe ich nicht mal mehr ein Gesicht im Gedächtnis. Da haben wir neulich erst ausführlich drüber gesprochen, inwiefern das für mich und meine Schwester traumatisch - oder eben überhaupt nicht - war.
Auch das mit den Krankheiten. Na ja, das ist schon so eine Sache, wo ich, fürchte ich, einen Knacks wegbekommen habe. Da könnte sie sich vielleicht wirklich Vorwürfe machen. Aber auch da haben wir schon mehrfach drüber geredet. Es ist nicht so, dass ich ihr da völlig neue Erkenntnisse vorknalle. Dass ich trotz Verbot im Minchen war, weiß sie, glaube ich, noch nicht. ;-)
Und ja, ich hab erst beim Schreiben gemerkt, dass meine Erinnerungen so negativ sind. Ich hab erstmal munter drauflosgeschrieben, so probehalber, und mich dann vor mir selbst erschreckt.
Dass man zum 50. vielleicht gar keine Bilanz vorgehalten bekommen will - daran habe ich gar nicht gedacht. Dass man die vielleicht lieber selber ziehen will. Wobei ich auch nicht wertend schreiben wollte, sondern berichtend. Ich persönlich fänd es ungeheuer hilfreich, wenn ich solche Denkanstöße von außen bekäme. Aber ich bin ja nun auch noch keine 50.
Ich denke, ich werde mich wirklich mehr auf die lustigen Sachen konzentrieren.
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Aber zum Geburtstag :traurig08: ....
Ich meine, das ist doch irgendwie ein besonderer Tag und meines Erachtens versaust Du ihr den mit diesem Schrieb ganz schön.
Und außerdem:
Vielleicht findet sie es ja gar nicht so schlimm wie Du? Und falls doch: mußt Du ihr das ausgerechnet am Geburtstag vorhalten?????
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Ich hab es meiner Mutter heut übrigens heut mal vorgelesen und habe - ganz in dem Sinne wie ich es verstanden habe - auch einen witzigen Ton bei einigen Dingen angeschlagen. Meine Mutter würde das nicht so empfinden, dass man ihr da den Spiegel vorhalten wollen würde, um mal endlich zu sagen, was einen stört. Sie hat es so empfunden wie ich, dass man hie rund da was ausbauen könnte, aber dass es nicht angreifend rüberkommt.
Klar es hat viel mit der Persönlichkeit der Mutter zu tun, aber wen Lena das so schreibt, denke ich nicht, dass sie dabei den Charakter/Humor etc ihrer Mutter aussen vor gelassen hat. Sicher haben die beiden schon unzählige Male über die ständig wechselnden TaMü gewitzelt und darüber, dass Lena die immer wieder verwechselt usw. Und sicher haben beide im Nachhinein schhon desöfteren darüber gesprochen wie es war, als Lenas Mama das Minchen verboten hat und dann später wurde es trotzdem zu ihrem zweiten zu Hause. Das sind doch total normale Geschichten, ich seh da absolut keinen Vorwurf.
Hier hat Lena, so wie ich sie verstanden habe, doch nicht IHRE Meinung geschrieben, sondern sie meint eher, dass auch ihre Mutter das so sehen könnte.
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Und dann habe ich mit Papa über unser Projekt gesprochen und ihn gefragt, ob er glaubt, dass Mama das überhaupt haben will. Er findet die Idee sehr gut (was mich schon fast wundert, denn er selbst hasst sogar Poesie-Alben wie die Pest :roll:) und meint, dass Mama das bestimmt toll findet. Er meinte, dass nicht alles rosarot geschminkt werden muss, weil Mama das eh merken würde und ihr dann das ganze Buch nichts mehr wert wäre. Da ist mir aufgefallen, dass Mama und ich vielleicht doch mehr gemeinsam haben, als ich immer dachte. Mir würde es ähnlich gehen. Das heißt ja nicht, dass wir schonungslos auf den schlechten Sachen rumreiten werden. Aber alles Schlechte ausblenden, das wäre halt nur die halbe Wahrheit. Papa meint, wir sollten uns halt auf die lustigen Sachen konzentrieren, und sie hätten auch früher oft genug zusammen über die ganzen Steine in ihrem Weg und das unmögliche Verhalten meiner Großeltern etc. lachen können. Wir haben richtig lange miteinander geredet, wie das damals so war, auch darüber, wie Mama früher so drauf war, in welchen Beziehungen sie sich verändert hat,... War sehr interessant und aufschlussreich. ;-) Die Arbeit an diesem Buch ist irgendwie auch voll die Selbstfindung.
@ Freya: Es kommt halt auch drauf an, wie man den Text verstehen will. Eine "Abrechnung", wie du offenbar, würde meine Mama mit Sicherheit nicht darin sehen. Das weiß sie, dass ich dazu nicht eine solche Gelegenheit missbrauchen würde, sondern, wenn denn nötig, so mit ihr darüber reden würde. Wir haben immer viel miteinander geredet, und im Vergleich zu meinen Freundinnen habe ich meiner Mutter sehr, sehr viel, fast alles, erzählen können. Das ist so eine von den positiven Sachen, die mir und meiner Schwester gestern eingefallen ist, und die ich auf jeden Fall noch einbauen werde. Ich glaube, wenn ich den Text so lassen würde, wie er eingangs steht, wäre meine Mama hauptsächlich traurig, dass ich so wenig positive Erinnerungen an sie habe. Und, wie ich gemerkt habe, sind ja durchaus doch positive Erinnerungen da, die wohl nur etwas länger brauchen, bis ich sie ausgegraben habe.
@ Lorelei: Hey, danke für den "realitätsnahen Elchtest"!
Dass ihr Leben ereignislos verlaufen ist, finde ich mittlerweile übrigens gar nicht mehr, nachdem ich mich näher damit beschäftigt habe. ;-) Es war anfangs mein eigener Eindruck, und ich hatte Bedenken, dass sie das auch so finden könnte, zumindest, wenn sie ihr Leben sozusagen in komprimierter Form vor sich sieht. Aber Papa hat mir gestern schon so viele lustige Geschichten aus ihrer Anfangszeit erzählt, dass ich inzwischen keine Angst mehr habe, dass das Buch zu einem Trauerspiel geraten könnte.
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Schreib doch noch ein "Making Of" zu Deinem Buch, in dem Du ihr ein wenig (verdaulich natürlich) erzählst, wie es zu diesem Buch gekommen ist und welche Probleme und auch welche Erkenntnisse es dabei gab....
Ich glaube, über Deine Ein- und Ansichten könnte sie sich freuen.....
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Was mich nun an dieser Stelle interessiert: Ging es Euch nicht auch so, dass Ihr diese Beziehung jetzt ganz anders seht als Euch das früher möglich war? Also nicht, dass man jetzt hemmungslos abrechnen müsste, aber vielleicht könnte Lenchens anfänglicher Beitrag der Anfang einer neuen Reihe sein, genau in Lenchens Stil :roll: . Geschrieben als Brief an die eigene Mutter, als Therapie sozusagen ;-) Ich wäre da dann evtl. auch dabei. :idea:
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Aber einen psychologischen Effekt hätte es sicher - fragt sich nur welchen... :roll:
2,619
Und Lenchen ist da nicht allein: Ich kann mich noch an einen Fernsehbericht erinnern, in dem der Kronprinz Frederik mit seinem Vater so eine Geschichte vorlas, ich glaube, es war bei seiner Hochzeit.
Darin kam vor: ...Du glaubtest, nur wer züchtigt, der liebt. Und glaube uns, wir haben niemals daran gezweifelt, daß Du uns liebst. .....
So etwas nenne ich Abrechnung, nicht aber das was Lenchen geschrieben hat.