Meine Mutter weiß alles besser

Trixy11Trixy11

182

bearbeitet 7. 07. 2008, 00:32 in Plauderecke
Hallo!

Wie kann man sich gegen das übergeschnappte Verhalten der eigenen Mutter wehren? Ich weiß, diese Frage klingt etwas komisch, weiß aber nicht, wie ich sie anders stellen soll...
Seitdem ich mit dicken Bauch allmählich Anzeichen einer nahenden Geburt zeige, wird diese Frau von Tag zu Tag wunderlicher.
Sie sitzt stundenlang in der Küche und sieht sich alle für mein Baby gedachten Bodys und Strampler an. Diese werden von ihr x- mal auseinandergefaltet, dann wieder akribisch zusammengefaltet, etc. Sie bestaunt all die Bodys, als würde sie selbst ein Kind erwarten.
Ich sage, dass ich den dicken Strampler nicht in den Klinikkoffer einpacken möchte, da es möglicherweise viel zu heiß dafür sein wird im August.
Was für ein Quatsch ... natürlich muss das Neugeborene dick verpackt werden mit Body, Strampler, Jacke und Mütze. Außerdem bemängelt sie, dass ich zu wenig Interesse zeige für mein Kind, weil ich mir die Bodys nicht jeden Tag wie sie 30000 Mal anschaue. Sie könnte das den ganzen Tag tun. Sie kritisiert mein Verhalten, dass ich gar nicht wüsste, was ich überhaupt für das Kind zu anziehen besitze! Außerdem beklagt sie, ich hätte nicht einen Strampler selbst gekauft! (Weil sie bereits 10 Stück hatte, als ich gerade im 6. Monat war)
Dank ihres frühzeitigen Eingreifens musste ich ja nicht selbst losgehen und welche besorgen; worauf sie nur kontert: Aber du hättest genug Geld gehabt, um die Sachen selbst zu kaufen!
Bla, Bla, Bla.-
Das macht mich unglaublich wütend. Ich merke rasende Wut in mir aufsteigen und wünschte, ich könnte diese Frau immerzu ohrfeigen.
Manchmal glaube ich, sie würde noch heute gerne mit einen Puppenwagen rumfahren und diese Puppe an- und ausziehen. Sie versteht nicht, dass ich diese Verlangen nicht habe (was ich als Kind auch nie hatte.

Wie werde ich den Stress los? Wie kann ich mich gegen ihre absurden Vorwürfe wehren?
Kennt das jemand von euch? Hat jemand von euch eine anhängliche, gluckenhafte Mutter, die alles besser weiß und permanent, entschuldigt, Scheiße redet?
Egal, was man macht, man macht immer alles falsch :sad:

Kommentare

  • bratenbraten

    2,538

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    daran wirst du dich gewöhnen müssen... wir sind erwachsen, wir können alles machen. aber wenn wir selbst ein kind bekommen werden scheinbar viele werdende großmütter so durcheinander gerüttelt dass man garnicht mehr mitkommt.

    was du versuchen kannst: versuch, deiner ma zu vermitteln, dass es jetzt um dein kind geht. sie hat damals mit dir alles so gemacht, wie sie es für richtig hielt, das gleiche machst du jetzt mit deinem kind. auch wenn die "methoden" oder ansichten heute anders sind. bei sachen, die dir nicht so wichtig sind (welche farbe der strampler hat etc.) kannst du ihr ja ab und zu eine entscheidung überlassen - vielleicht macht es sie froh. bereiche, in denen du deine meinung nicht ändern möchtest, solltest du am besten von anfang an freundlich aber konsequent abgrenzen..
  • Trixy11Trixy11

    182

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Wenn Mütter nach wie vor laut und hysterisch werden, sobald man eine andere Meinung hat, ist die Grenze erreicht, finde ich. Mütter, die zur Ich-bezogenheit neigen, kriegen es nicht mal mit. Jeder Satz beginnt mit "Ich". oder mit - ich finde - gefolgt von "ich glaube" und endet mit - ich habe es doch gesagt.
    Ich kann dieser Frau nicht begreiflich machen, dass ihr Verhalten falsch ist und ICH ein anderer Mensch bin als SIE. Sie versteht es einfach nicht.

    Ist das generell ein Mutter-Kind-Syndrom?
    Woran liegt das? Ist sie begriffsstutzig? Ist sie besitzergreifend? Ich denke nur noch schlecht über meine Mutter und schäme mich dafür. Dabei hat mich diese Frau großgezogen, sie hat mich gestillt und mich geliebt.

    In diesem Falle ist es vielleicht besser, den Kontakt sehr gering zu halten, nur leider bin ich der einzige Mensch, den sie noch hat.

    1215350320_Ringelnatter.gif
  • ArmanaArmana

    7,364

    bearbeitet 6. 07. 2008, 18:27
    Indem Du den Kontakt gering hältst läuft Du letztendlich vor dem Problem davon. Bessern wird es sich aber nicht und Du stößt ihr damit noch mehr vor den Kopf. Ich finde, Braten hat schon alles wichtige erwähnt. Vermittle ihr vorsichtig, aber bestimmt, dass es DEIN Baby ist und dass Du es so machst, wie Du es für richtig hältst.

    Ich habe hier im Haus auch so eine "Glucke". :roll: Allerdings ist es meine Oma und sie ist 75. Da ist nochmal ne ganze Generation dazwischen. Viel mit verstehen, was ich tue und was ich möchte, ist da nicht mehr. Zu ihrer Zeit war es normal, dass man Babys mit Honigschnullern beruhigt hat, zu ihrer Zeit war es normal, dass man Babys auch mal schreien hat lassen, dass sie nicht im elterlichen Bett geschlafen haben und dass sie nicht immer zu Aufmerksamkeit bekommen haben. Kylian ist inzwischen 4,5, wir gehen immer noch nicht konform nebeneinanderher in der Erziehung und Grundsätzen, die wir haben. Viel macht sie oft heimlich bzw versucht es, z.B. dem Kind Schokolade zuschieben, obwohl ich unmissverständlich erklärt habe, dass er keine bekommt, wenn ich es nicht weiß. Sie wirft mir oft unterbewusst vor, eine Rabenmutter zu sein, weil ich meinem Kind keine Süßigkeiten gönne (was nicht stimmt, er bekommt für mein Empfinden mehr als genug, nur möchte ich eben, dass er es unter meiner Aufsicht bekommt, damit ich einschreiten kann, wenn es zu viel wird) usw.

    Es hilft alles nix, Du wirst ihr immer und immer wieder ihre Grenzen zeigen müssen, sonst wird sie es nie verstehen. Es ist schwer, aber sich dabei aus dem Weg zu gehen bringt meist noch mehr Missverständnisse mit sich, da sie gar nicht wissen wird und vielleicht auch nicht verstehen wird, weshalb Du auf einmal den Kontakt minimierst... und gestehe ihr eines zu: sie wird Oma, das ist auch nichts alltägliches und vielleicht trauert sie auch ein bisschen der viel zu schnell vergangenen Zeit hinterher ;-)
    Wer weiss...

    Edit: Was ich noch sagen wollte. Versuch sie nicht auf ihre Fehler hinzuweisen ala Du musst mir nicht immer vorhalten, dass ich mich nicht auf mein Kind freue wie Du es machst. Sondern sag ihr, dass es Dich verletzt, wenn sie Dir so etwas sagt. Ich weiss nicht, aber vielleicht stösst Du dann, auf weniger taube Ohren ;-) Bei meiner Oma hilfts... immer mal wieder *g*
  • Juliane2Juliane2

    955

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Vielleicht klammert sie sich deswegen so an dich?
    Kannst Du die Kontakte nicht ein wenig reduzieren bzw., dass Du sie besuchen gehst und dann wenn Du genug hast wieder gehst? Ich denke auch, Du solltest jetzt mit ihr reden und deine Grenzen ihr klar machen, denn wenn dein Kind auf der Welt ist, wird das sicher nicht einfacher mit ihr.
  • littlejakelittlejake

    3,185

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Juliane2 schrieb:
    solltest jetzt mit ihr reden und deine Grenzen ihr klar machen, denn wenn dein Kind auf der Welt ist, wird das sicher nicht einfacher mit ihr.

    Genau, das Ganze bekommt dann nämlich nochmal eine ganz andere Dimension. Und in der ersten Zeit ist man ohnehin von gewissen Dingen/ Vorgängen verunsichert und sich dann mit seiner Mutter noch auseinanderzusetzen ist bestimmt alles andere als einfach.
    Den Kontakt einzuschränken macht die Situation für dich im Moment vielleicht einfacher, aber an der grundlegenden Problematik ändert es meiner Meinung nach wenig bis gar nichts.
    Der Schritt ein eigenes Kind zu bekommen und dadurch endgültig eine eigene Familie zu gründen ist schon auch ein enormer Abnabelungsprozess zur eigenen Mutter. Bisher war man doch immer noch Kind und plötzlich ist dieses Kind dann selbst Mutter.
    Ich unterstelle deiner Mutter einfach keine böse Absicht hinter ihrem Verhalten, sondern ich stelle mir nur vor, wie sie sich im Moment fühlen mag. Sie ist bestimmt auch aufgeregt und freut sich wahnsinnig auf euer kleines Baby. Als Großmutter kann man ja auch vieles aufholen oder besser machen, was einem in der eigenen Erziehung nicht so gelungen ist. Man hat zwar eine größere Distanz zu dem Kind, aber es ist dennoch ein Teil von einem.
    Du wirst sicherlich nicht umhin kommen ihr freundlich aber bestimmt klarzumachen wo deine persönlichen Grenzen liegen und dass es letztendlich du bist, der Entscheidungen trifft. Vielleicht kannst du ja noch mit einfließen lassen, dass du sie wenn du es für nötig hälts um ihren Rat fragst und von ihrer Erfahrung profitierst, aber in erster Linie eigene Erfahrungen machen möchtest.
    Das wird bestimmt nicht einfach für euch beide, aber letztendlich bist du so nicht zufrieden und sie doch bestimmt auch nicht.
    Dass werdene/junge (nicht auf das Alter bezogen) Mütter dieses Problem mit ihren eigenen Müttern haben ist hier schon oft besprochen worden und es ging hier wirklich vielen so wie dir im Moment.
    LG und viel Erfolg bei dem Gespräch!
  • Trixy11Trixy11

    182

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich werde/will versuchen mit ihr zu reden und ihr meine Grenzen klar und deutlich zeigen. Außerdem nehme ich den Rat an, zu sagen, was mich verletzt, anstatt zu sagen, dass mir etwas nicht passt. Klingt wirklich plausibel.

    Übrigens: Ich habe ihr schon fünfzehntausendmal gesagt, sie solle es unterlassen zu rauchen, wenn ich in ihrer Nähe bin, aber sie hält sich nicht dran. (Ich steige aus dem Auto, ich bin zehn Minuten weg, komme wieder, das Auto ist so blau wie die Sternennacht über der Rhone :roll: Sie sagt, ich könne ja das Fenster aufmachen ) Na ja. Schätze altersbedingte Intoleranz und sture Gewohnheitszwänge reichen sich da die Hände.

    Das nächste Mal werde ich sagen, dass es mich tief verletzt, was sie tut und ich psychisch darunter leide, dass sich meine Mutter gegen meinen ausdrücklchen Wunsch krebserregende Stoffe reinzieht, die mich und mein ungeborenes Baby belasten.

    Im Großen und ganzen haben sicher alle Mütter ihre Macken und die werde ich in 20 Jahren auch haben und meine Kinder werden dann schlecht über mich in Foren reden :confuded:

    Jedenfalls erstmal vielen Dank für die vielen Anregungen und Tipps;
    Grüße Trixy
  • bratenbraten

    2,538

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    die sache mit dem rauch würde ich anders angehen: DU möchtest eben nicht vollgequalmt werden und dein baby auch nciht. (ist ja auch eine sache für später, wenn es dann da ist: hände waschen vor dem baby-anfassen etc.) also: "liebe mama, ich möchte nicht im rauch sitzen und fenster aufmachen hilft erstmal nichts, die schadstoffe sind doch da."
  • ArmanaArmana

    7,364

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    @ Trixy: Also nun gut, das rauchen würde ich auch anders angehen :shock: ;-) Ganz klar!
    Denn da hörts bei mir auf. Ich bin kein militanter Nichtraucher, ich hab selbst geraucht, bis ich von meiner SS erfahren habe, aber ich möchte dennoch, dass andere auf mich Rücksicht nehmen, da ich schwanger bin.

    Da würde ich wahrscheinlich dann doch eher auf die Schiene kommen, dass sie Dir auf der einen Seite erklären will, dass Dir Dein Baby egal ist und auf der anderen Seite haut sie Dir UND dem Baby so dermaßen die Schadstoffe um die Ohren. Was ist da denn schlimmer und nachlässiger? Wenn man die Strampler nicht zig mal am Tag anschaut und faltet oder wenn man mutwillig das Kind und das Enkelkind passivrauchen aussetzt? :roll: ;-)
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