Kleines Mädchen nackt im Fahrradsitz unterwegs

sopie74sopie74

2,615

bearbeitet 9. 11. 2008, 02:16 in Plauderecke
Sachen gibts :shock:
Kleines Mädchen nackt im Fahrradsitz unterwegs
Weil ihre eineinhalbjährige Tochter nichts anziehen wollte, hat eine Mutter die Kleine splitternackt auf dem Fahrrad durch München gefahren. Die Juristin erklärte die ungewöhnliche Maßnahme mit den Persönlichkeitsrechten des Kleinkindes.

Bei 11 Grad Außentemperatur und kaltem Herbstwind saß das frierende Mädchen mit bereits bläulich gefärbten Lippen in dem am Gepäckträger befestigten Kindersitz, als Streifenbeamte die 32-Jährige am Montag stoppten. Die Rechtsanwältin erläuterte den Beamten, dass das Kind sich nichts anziehen lassen wollte. Sie als Mutter habe diesen Wunsch zu akzeptieren, sagte die Juristin. Auf weitere Diskussionen wollte sie sich nicht einlassen.

Weiter argumentierte sie, dem Kind sei nicht zu kalt, es sitze ja in ihrem Windschatten. Erst nachdem die Beamten die 32-Jährige aufforderten, dem Mädchen unverzüglich etwas anzuziehen, legte die Mutter dem Kind eine Jacke über, die sie dabei hatte. Danach konnten beide die Fahrt fortsetzen. Die Frau hat nun mit einer Anzeige wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen zu rechnen.

Quelle: Welt online vom 16.10.08

Kommentare

  • mudmud

    580

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Krass! Als wenn ein Kind in dem Alter "zurechnungsfähig" wäre in dem, was es entscheidet.
  • GretchenGretchen

    3,369

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich kenn die Mutter aus einem anderen Forum und weiß, dass sie nicht unverantwortlich handeln wollte oder gehandelt hat. Sie hatte das schon zum Thema gestellt, als es noch gar nicht in der Presse war. Es waren übrigens keine 11 Grad, sondern 16 Grad, das Kind hatte keine bläulich verfärbten Lippen, es hat nicht gefroren und saß auch im Windschatten auf dem Fahrrad und die Mutter hatte Sachen bei sich. Sie hat das Kind immer wieder gefragt und gefühlt, ob es ihm kalt ist.

    Die Sache war die, dass das Kind absolut keine Sachen anziehen wollte und schier halb am Durchdrehen war. Sie hat sich nicht anders zu helfen gewusst, weil sie eine Mutter ist, die 100% den Willen und den Körper ihres Kindes respektiert. Darüber kann man sich natürlich streiten, wie gesagt, ich wäre ehrlich gesagt nicht nackt mit dem Kind durch die Gegend gefahren, im Zweifelsfall wäre ich daheim geblieben.
    Aber mir ist so eine Mutter, die sich Gedanken um das Seelenheil ihres Kindes und dabei eventuell Fehler macht, lieber, als Mütter, die ihre 2jährigen Kinder an der Straßenecke stehen lassen und zu ihm sagen, ich hole Dich wieder ab, wenn Du wieder artig bist und Dein unmögliches Verhalten überdenkst. Vor ein paar Wochen beim Einkaufen erlebt - das Kind hat so bitterlich geweint und hatte panische Angst, mir ist fast das Herz stehen geblieben :sad:
  • sopie74sopie74

    2,615

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ja, ich wollte eigentlich noch was dazu schreiben, hab dann aber gedacht ich stell's jetzt einfach mal in den Raum. Ja, das mit den Medien ist die eine Sache...
    Gretchen schrieb:
    Ich kenn die Mutter aus einem anderen Forum und weiß, dass sie nicht unverantwortlich handeln wollte oder gehandelt hat. Sie hatte das schon zum Thema gestellt, als es noch gar nicht in der Presse war. Es waren übrigens keine 11 Grad, sondern 16 Grad, das Kind hatte keine bläulich verfärbten Lippen, es hat nicht gefroren und saß auch im Windschatten auf dem Fahrrad und die Mutter hatte Sachen bei sich. Sie hat das Kind immer wieder gefragt und gefühlt, ob es ihm kalt ist.
    Da wird natürlich immer gerne was dazugedichtet oder weggelassen, doch kann die Aussage der Mutter nun auch nicht nachprüfen, ist aus meiner Sicht nicht soo dramatisch anders auch bei 16 Grad friert man nackt auf dem Fahrrad...

    Wie auch immer, ich hatte vor einiger Zeit auch so einen ähnliche Thread gelesen, ich glaub im Rabeneltern-Forum, da ging es um ein 13 Monate altes Kind, dass sich nicht anziehen lassen will. Und ich bin einfach nicht sicher, inwieweit solche Diskussionen Sinn machen. Mein Sohn würde sich die Mütze auch bei 40 Grad minus vom Kopf ziehen, weil er - glaube ich - den Zusammenhang zwischen warmen Ohren und der nervigen Mütze nicht schnallt. Er ist einfach noch klein und das darf man nicht außer Acht lassen. Bei uns wirds immer dann schwierig, wenn ich unsicher bin, ob das nun wirklich sein muss. Und ich vermute, ein Kind spürt den Unterschied zwischen 'Das tut mir wirklich leid, dass du das blöde Anziehen über dich ergehen lassen musst, aber ich kann es leider auch nicht ändern' und 'Du armer Schatz, was tut dir die Mama schon wieder an'. Versteht ihr, wie ich das mein?
    Ich glaube, wenn ein Kind in der Lage ist sich verbal mitzuteilen schaut das schon wieder ganz anders aus. Von den 2 Jährigen in unserer Münchner Krippe kam gern mal einer im Schlafanzug, weil's wohl daheim ein kleines Anzieh-Problem gab, das ist finde ich ganz was anderes.
    Ein nacktes Kind in den Fahrradsitz zu schnallen (was ich mir übrigens ziemlich schwierig vorstellen, bei einem total durchdrehenden Kind) ist deutlich über der Grenze und zeigt für mich schon viel Überforderung seitens der Mutter!
    Gretchen schrieb:
    Aber mir ist so eine Mutter, die sich Gedanken um das Seelenheil ihres Kindes und dabei eventuell Fehler macht, lieber, als Mütter, die ihre 2jährigen Kinder an der Straßenecke stehen lassen und zu ihm sagen, ich hole Dich wieder ab, wenn Du wieder artig bist und Dein unmögliches Verhalten überdenkst. Vor ein paar Wochen beim Einkaufen erlebt - das Kind hat so bitterlich geweint und hatte panische Angst, mir ist fast das Herz stehen geblieben

    Mmmmh ja, wenn du fragst, was ist schlimmer geb ich dir recht, doch ständig zaudernde unsicher Eltern, die ein viel zu kleines Kind völlig überfordern und dadurch selber immer überfordert werden sind auch nicht das Gelbe vom Ei - freundlich formuliert...
  • GretchenGretchen

    3,369

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ja, da geb ich Dir Recht! Das kann ich auch so unterschreiben. Mir wäre a) das Kind zu klein für so eine Aktion gewesen und b) würde ich auch mit einem älteren Kind nicht nackt durch die Gegend fahren.

    Aber trotzdem sind solche Situationen immer ein wenig zweischneidig. Ich hatte irgendwo schon geschrieben, dass wir letztens auch ohne Jacke los sind (es waren glaube ich 12 Grad). Ich hatte sie natürlich eingepackt. Mir war es zu kalt, Franz aber nicht. Trotzdem ich ihm diese immer wieder angeboten habe, hat er sie abgelehnt. Und er kennt den Zusammenhang. Wenn wir daheim sind, kommt er z. B. ab und an und sagt, dass er gerne eine Decke hätte, die wäre warm. Ich hab das halt letztendlich akzeptiert, auch wenn mir sowas immer sehr schwer fällt. Ich bin ja auch anders erzogen worden und früher wäre ich der Meinung gewesen, dass Kind wird angezogen und basta. Ich weiß, was gut für ihn ist. Das weiß man aber eben nicht. Das Kind allein kann nur wissen, ob es ihm warm oder kalt ist.
    Ich denke mittlerweile schon, dass kleine Kinder (auch Babys) ein Temperaturempfinden haben, wenn man es ihnen nicht aberzieht, so ähnlich wie mit dem Essen. Das Thema ist nur, dass wir bei Kindern, die noch nicht kommunizieren können, halt nicht erkennen, wenn es ihnen zu kalt oder zu warm ist, weil sie sich nicht ausdrücken können. Wenn ein Baby weint, ja, was hat es dann? Hunger, Durst, kalt, warm, fehlende Nähe, etwas drückt - das können tausend Sachen sein.

    Da sind mir jetzt zuviele aber im Text - wie gesagt, grundsätzlich war ich mit dieser Aktion auch nicht einverstanden!
  • ArmanaArmana

    7,364

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Naja, ich wäre dann wohl auch nicht gefahren, aber weiß man denn, ob die Mutter nicht vielleicht einen dringenden Termin hatte? Dann wäre es vielleicht nochmals verständlicher, finde ich.
    Ich persönlich hätte Kylian wohl nirgends nackt mit hingenommen. Ich könnte das nicht, weil ich mich einfach nicht wohl dabei fühlen würde, vor allem wenn er nachher ne dicke Erkältung hätte. ;-)

    Aber so grundsätzliche Einstellungen, wie: ich weiß, was gut für ihn ist, hab ich abgelegt. Kylian wollte in letzter Zeit morgens schon eine Mütze. Ich bin bisher eigentlich immer so verfahren, so lange wir noch nicht an der Grenze zu Minusgraden sind, braucht er keine Mütze. In letzter Zeit hatte es morgens ja noch immer gute 10 Grad. Anfangs hab ich noch diskutiert und gemeint, dass es doch viel zu warm wäre, er dann nur schwitzen würde und dadurch erst recht krank werden würde. Das hatten wir die vergangenen Winter oft, grade weil er so ein Vielschwitzer ist, weshalb ich zu der Minusgradgrenze übergegangen war. Aber er ließ sich nicht davon abbringen, er WILL eine Mütze. Hat er bekommen - 2 Tage später war er krank. ;-) Nachdem die Erkältung durchgestanden war, blieb die Mütze unkommentiert in der Schublade liegen.
    Zwar nicht so krass wie oben, aber ich finde es zeigt, dass man auch schon kleine Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen lassen sollte.

    Meine Mutter lebt in England. Die hatte sich letztens fürchterlich aufgeregt, dass eine Mutter mit ihren 3 Kindern (zwischen 9 und ca. 3) einkaufen gegangen ist, obwohl diese alle noch ihre Schlafanzüge und Hausschuhe anhatten.... :biggrin:
  • MiaofeliMiaofeli

    3,647

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    ICh denke zwischen einer Mütze oder Jacke und einem nacktem Kind bei 16 Grad ist ein Himmelweiter unterschied. Das hat mit besserwissen nichts mehr zu tun sondern mit gesundem Menschenverstand. Wenn das Kind 2 Meter in die Tiefe springen will, hält man es ja auch ab weil es sich verletzen könnte. Das Kind ist sich der Folgen und Gefahren nicht bewusst und wir Eltern mit den Erfahrungen und dem Wissen sind in der Pflicht ein Kind auch mal vor sich selbst zu schützen.
    16 Grad nackt auf nem Rad sind auch mit Windschatten gerne mal 10-12 Grad, zumal der Windschatten nicht allumgreifend ist. Da kann das Kind schon recht krank werden durch Mutters schuld. Das ist verantwortungslos und schlichtweg dumm.

    Erziehung bedeutet für mich auch Fürsorge und die beinhaltet mein Wissen zum Wohle des Kindes zu nutzen und das auch gegen des Kindeswillen. Wie ist das wenn das Kind nun krank geworden ist durch die Aktion? Nehmen wir an es will die MEdis nicht nehmen und bekommt eine Lungenentzündung, will aber nicht ins KH? Klar ist Mutti dann so vernünftig ( hoffe ich doch ) und geht gegen des Kindeswillen vor. Nur leider zu spät, denn das alles hätte vermieden werden können, wenn sie dem Kind nicht ebenbürtig gegenüberstünde sondern als wissende Frau die sich um dessen Wohl sorgt und das zur not auch gegen den Willen.

    Es gibt Erfahrungen die jeder Mensch machen muss auch ein Kind aber es gibt hierbei Grenzen und die liegen ganz klar dort wo es um die Gesundheit und auch körperliche Unversehrtheit des Schutzbefohlenen geht.

    Gruß feli
  • ArmanaArmana

    7,364

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Nichts anderes sag ich ja. ;-)

    Ein stückweit kann man die Kinder ihre Erfahrungen machen lassen, aber übertreiben muss man es nicht. Wie schon geschrieben, ich hätte es auch anders gemacht. Lediglich habe ich versucht mich in die Lage der Mutter zu versetzen. ;-)
  • MiaofeliMiaofeli

    3,647

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich hatte mich auch gar nicht direkt auf Dich bezogen sondern meine Ansicht gegenüber des Falles geäußert ;-) Ich hatte Dich schon verstanden :grin:

    Was denkt ihr sollte nun passieren? Sollte die Mutter bestraft werden in irgendeiner Form oder vielleicht betreut durch das Ja oder gar nichts und man kann nur hoffen das das Kind näxte Woche nicht ne Pulle Wodka platt machen will ?
  • magnolimagnoli

    471

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    unglaublich sowas, würde mir im Traum nicht einfallen mein Kind nackt mitzunehmen. Habe ich einen dringenden Termin muss ich das Kind eben gegen seinen Willen anziehen - meine Meinung. Ansonsten spar ich mir den Stress und bleib zu Hause.
  • AnjaHAnjaH

    25,096

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich denke die Mutter sollte eine Strafe bekommen...und das JA sollte ihr Möglichkeiten der Hilfe aufzeigen. Aber eine Strafe kann da vermutlich schon wunder wirken.

    Sie hat ganz klar ihre Fürsorgepflicht verletzt. ;-)
  • NaseweisNaseweis

    5,435

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Meine Tochter ist auch in dem alter und hat entdeckt, dass sie sich manchmal nicht anziehen lassen möchte. Aber mir würde nie im leben einfallen mit einem Kind nackt durch die Gegend zu gehen. Es gibt eben dinge, die Kinder nicht wissen oder einschätzen können, deswegen hat man ja schliesslich als Eltern dann die Aufgabe zu handeln etc. .Sachen gibts!
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Also nee, das geht gar nicht. Ich finde, damit räumt man dem Kind viel zu viel Verantwortung ein und verletzt seine Fürsorge - und Aufsichtspflicht massiv. Wenn es nach meinem Kind ging, dann hätte ich seit 4 Wochen keine Windel mehr gewechselt und was weiß ich. Aber wenn es um Schutz, Sicherheit, Anziehen, Medikamente und so weiter geht, da gibt es kein "Das will mein Kind aber nicht". Ich empfinde das als völlige Unsicherheit der Mutter, dass sie sich irgendwie nicht traut, sowas durchzusetzen, das dann aber verpackt in "Das lass ich mein Kind alleine entscheiden). Nee, nee.

    Ob eine Strafe da hilft, wage ich zu bezweifeln. Vielleicht wären ein paar Gespräche mit einem Erziehungsberater sinnvoller, bei Jesper Juul z.B. der das dazu passende Buch "Nein aus Liebe" geschrieben hat.
  • ArmanaArmana

    7,364

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    @ Feli: :oops: Ups, da hab ich dann mal wieder was falsch verstanden. Irgendwie bin ich in dieser SS sowas von empfindlich... :roll:

    Also ich finde auf jedenfall, dass da Kontakt zu einer Erziehungsberatung hergestellt gehört. Foglich würde ich sagen: Auflagen ja, Strafe nein. Was nutzt dem Kind eine Geldstrafe oder eine Bewährungsstrafe der Mutter? Nix. Da halte ich Erzeihungsberatung oder ähnliches schon für sinnvoller.
  • GretchenGretchen

    3,369

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Also eine Strafe verhängen oder Auflagen? Wofür? Dafür dass die Mutter das Persönlichkeitsrecht ihres Kindes achten möchte? Das wäre m. E. nach massiv über das Ziel hinausgeschossen. Wie gesagt, ich hätte es auch nicht gemacht, aber eine Aufsichtspflichtverletzung konnte ich nirgendwo sehen. Die Mutter hatte Sachen dabei, es waren keine Minusgrade und das Kind war in bester Verfassung, es ging und geht im gesundheitlich gut. Wenn man jetzt anfängt mit: es hätte sich erkälten können, es hätte eine Lungenentzündung bekommen etc. ist alles spekulativ und wie ich finde, auch etwas dramatisiert. Ich glaube nicht, dass man sich bei 16 Grad den Tod holt. Früher sind die Kinder bei diesen Graden noch barfuß gelaufen (obwohl sie Schuhe hatten) und wie ich glaube, waren die nicht so oft krank wie unsere Kinder heutzutage.

    Was machen wir denn dann außerdem bei Müttern, die schon ab dem 3. Monat dicken Brei zufüttern, damit es durchschläft oder ihr Kind schreien lassen oder die mir bei 25 Grad im Schatten entgegen kommen: das Kind dick angezogen, auf einer Lammfelldecke sitzend (diesen und letzten Sommer so gesehen). Wenn man für Auflagen oder sowas plädiert, dann sollte man das eher bei diesen Müttern tun und nicht bei welchen, die sich tagtäglich Gedanken machen, wie sie am respektvollsten mit dem Kind umgehen können und dabei vielleicht ab und an über das Ziel hinausschießen.

    Ganz so einseitig würde ich persönlich das Thema nicht sehen. Ich finde das nämlich ziemlich schwierig. Ich würde dem Kind z. B. nicht mit Gewalt die Sachen anziehen wollen, allerdings gibt es natürlich Situationen, da müssen wir beide da durch (Medikamente etc.). Da geb ich Euch Recht.
  • ArmanaArmana

    7,364

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Gretchen,

    an sich hast Du ja recht. Aaaaaber: MUSS ich als Mutter mit dem Kind dann unbedingt rausgehen und MEINEN Kopf durchsetzen? Kann ich dann nicht einfach zu Hause bleiben? Das Recht auf freie Entfaltung gut und schön, Persönlichkeitsrechte ebenso, aber irgendwo hört die Toleranz auf und fängt für mich die Vernunft an. Wie gesagt, dann bleibe ich eben zu Hause. 16 Grad sagt die Mutter, das Thermometer was anderes und die Medien wieder was anderes ;-) - ich denke nicht, dass es hier letztendlich um die Grade geht, sondern einfach darum, dass man das auch anders hätte regeln können.
  • GretchenGretchen

    3,369

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Meine Rede :cool:
    Das Thema an sich ist in dem Forum auch ganz kontrovers diskutiert worden. Da waren wahrlich nicht alle einverstanden, einschließlich ich. Ich würde NIE mit meinem Kind nackt durch die Gegend fahren und da ist mir auch völlig wurscht, wie alt es ist. Da muss mir einfach was anderes einfallen in dieser Situation! Und mit ein wenig Flexibilität bekommt man das auch hin! Du hast völlig Recht!
  • AnjaHAnjaH

    25,096

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Persönlichkeitsrecht hin oder her.

    Nackt mit dem Kind durch die Gegend fahren finde ich geht gar nicht egal bei welchen Temperaturen. Und egal onb 10 12 oder 16 Grad. Wir haben Herbst und damit ist es eindeutig zu kalt für nackt draußen.
    Eine Fürsorgepflicht beinhaltet auch das ich für den Jahreszeiten angemessene Kleidung sorge.

    Frage ist ja nun was mit der Mutter passieren soll. Ich bin schon dafür das man mit ihr ein offizielles Gespräch führt.

    Wenn sie z.B mit ihrer Tochter kurz vor die Türe gegangen wäre um ihr zu zeigen es ist Eiskalt und man muß was anziehen..dann wäre es verständlich gewesen ...so hätte die Tochter eine Begründung für das Handeln der Mutter gehabt.
  • GretchenGretchen

    3,369

    bearbeitet 6. 11. 2008, 19:55
    Sodele...und nun ein Interview mit der Mutter. Ich finde, dass die Sachlage jetzt schon wieder anders aussieht bzw. kann man ihre Beweggründe verstehen - finde ich jedenfalls ;-)

    http://windelfrei.blog.de/2008/11/03/p4 ... ore4977902



    Gut fand ich ihren Schlußsatz:

    "Schauen wir doch mal auf die Straße: Es gibt eine Menge angezogene Kinder, die im Kinderwagen liegen und schreien, schreien, schreien und keiner tut etwas – da würde ich mir wünschen, dass man den Eltern Mut macht und ihnen sagt: Hey, nehmt euer Kleines in den Arm, es ist gerade sehr unglücklich. "


    PS: Link ist von Caro genehmigt.
  • NaseweisNaseweis

    5,435

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Da gebe ich dir allerdings recht! Für mich hört sich das nun schon anders an....
  • MiaofeliMiaofeli

    3,647

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Für mich nicht. Die Wahrheit liegt immer irgendwo dazwischen... Eine Täteraussage ist immer mit Skepsis zu betrachten....
  • GretchenGretchen

    3,369

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    "Täteraussage" :shock:
    Das ist aber schon ein hartes Wort ;-)

    Ich kenn die "Täterin" aus einem anderen Forum jetzt seit anderthalb Jahren und ich glaube schon, dass ich sie einschätzen kann. Genauso wie man hier bei Hebamme4u viele Mütter anhand ihrer tausenden Posts in ihrem Charakter einschätzen kann. Man kann nicht über Jahre und tausenden Posts eine völlig andere Einstellung vorlügen, irgendwann verrät man oder widerspricht man sich ;-)
    Aus diesem Grund deckt sich ihr Interview genau mit den Aussagen, die ich seit anderthalb Jahren von ihr kenne...Daher glaube ich ihr voll und ganz.

    Ein Restrisiko bleibt natürlich immer - aber so ist halt das Leben ;-)
  • AnjaHAnjaH

    25,096

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    hm

    Das Ansinnen der Mutter in Ehren..aber sie hat auch einen Erziehungsauftrag und die Fürsorgeverantwortung für ihr Kind.

    Das klingt jetzt vielleicht wahnsinnig streng aber ist es gar nicht.

    Ein Kind von 2 Jahren ist nur bedingt in der Lage gewisse Dinge einzuschätzen. Dinge die es noch nicht überblicken kann da sind die Eltern gefragt.
    Viele Kinder in dem Alter wollen sich auch nicht mehr wickeln lassen trotzdem kann ich mein Kind nicht stundenlang mit einer vollen Windel rumlaufen lassen..weil das einfach der Haut schadet.
    Genausowenig kann ich es einfach auf den Boden sein Geschäft verrichten lassen...das verträgt eben auf Dauer der Boden nicht.

    Das ist für mich das gleich wie mit Medizin nehmen. Das muß auch sein...ein Kind kann das nun mal nicht abschätzen.

    Wenn du Mutter mit der Kleinen kurz vor die Türe oder auf den Balkon gegangen wäre um ihr zu zeigen das es zu kalt ist..ist das völlig nachzuvollziehen. So aber nicht.

    Selbst bei 30 Grad im Schatten kann ich ein Kleinkind nicht ohne Kleidung in den Fahrradsitz setzen..
    Neben der gesundheitlichen Gefährdung lernt man einem Kind doch auch das es Dinge gibt die man nur zu Hause macht und die eben in der Innenstadt nicht gehen.


    Also für mich sind die Argumente der Mutter nicht in Ordnung.
  • sopie74sopie74

    2,615

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Na ja, deine Aussage, Gretchen, und das Interview werfen schon ein anderes Licht auf die Sache, insofern es nicht mehr anmutet, als wäre die Mutter ernsthaft psychisch beeinträchtig - das war nämlich ehrlich gesagt mein erster Verdacht.
    Ich finde Miaofelis Aussage ziemlich hart, doch so ganz von der Hand weisen würde ich das nicht: Klar würde auch die Mutter versuchen den Sachverhalt im Nachhinein so harmlos als möglich darzustellen.

    Und ich kann auch nicht umhin, das Verhalten als ein bißchen 'vernebelt' zu betrachten, denn wie sie richtig bemerkt hat, kann NIEMAND einschätzen, wie das kleine Mädchen die Temperatur wirklich empfunden hat, aber ganz ehrlich, wie wahrscheinlich ist es bei 16° auf einem Fahrradsitz NICHT zu frieren??? Ist in jedem Fall ziemlich grenzwertig finde ich und ich würde da persönlich die 'echten' Bedrüfnisse über den Willen setzten. Ich gehe auch davon aus, das keine körperliche Gewalt nötig ist um dem Kind etwas anzuziehen, mein Sohn findet anziehen auch schrecklich, doch wir kriegen das mit einigen Mama-Tricks wirklich gut hin. Ich respektiere auch seine Wünsche, rechne aber auch sein fehlendes Urteilsvermögen in Bezug auf einige Ding mit ein. Da sehe ich es als meine Aufgabe, ihm die Sicherheit zu geben, dass er mir eben auch mal vertrauen und bestimmte Dinge hinnehmen muss und dass das nicht notwendigerweise gleich ein Drama wird...

    Wenn man die Situation nämlich z.B. auf das Tragen eines Helm überträgt (hatte das Mädchen einen auf?), finde ich schon viel leichter zu sagen, da gibts bei uns keine Diskussion. Und wenn mein Sohn von meinem Mann mit dem Rad zur TaMu gebracht wird, geht es halt nur mit Helm. Würden wir ihm dass Gefühl gegen, dass das zur Verhandlung steht, hätten wir immer Gebrüll oder würden ihn eben nicht bringen können... So funktioniert es gut, da er weiß, dass es nur mit Helm geht. Und im Gegensatz zu wärmenden Klamotten ist so ein Helm aus Muckels Sicht ein reines Ärgernis, denn die Gefahren im Straßenverkehr sind nun wirklich zu abstrakt für ihn.
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich würde es nicht unbedingt wie Miaofeli ausdrücken, aber eigentlich geb ich ihr doch recht.

    Und dass die Frau nett rüberkommt, das sagt meiner Meinung nichts aus über ihr Verhalten zuhause. Und ich weiß auch, dass "Täter" sich oft sehr positiv darstellen können und nach außen hin nicht als Täter auffallen, zuhause dann aber tyrannisch oder gewalttätig sind. Wobei ich jetzt nicht sagen will, dass die Frau das ist.

    Mir kommt das alles komisch vor und ich denke immer noch, dass die Frau nicht richtig gehandelt hat. Nicht richtig im Sinne ihrer Verantwortung dem Kind gegenüber, auch wenn es als "Toleranz" oder "Wahrung der Persönlichkeitsrechte" dargestellt wird.

    Außerdem würde ich auch nicht wollen, dass irgendwelche Leute meine Tochter nackt sehen, auch wenn es ein natürlicher Zustand ist.
  • GretchenGretchen

    3,369

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Wir haben ja fast dieselbe Meinung zu diesem Thema. Auch ich würde mein Kind nicht nackt durch die Gegend kutschieren - egal wie alt es ist, egal wie die Temperaturen sind. Zumindest würde ich es mit Unterwäsche bekleiden. Ich hab das Interview nur reingestellt, weil dieses eine andere Sichtweise auf den ursprünglichen Zeitungsbericht gibt. Man ist oft mehr geneigt, den Zeitungen Glauben zu schenken, als den jeweiligen Betroffenen (ich schreibe jetzt absichtlich nicht Täterin - weil wo ein Täter, da ein Opfer und als Opfer kann ich das betreffende Kind wirklich nicht sehen).

    Alles in allem ist dies für mich kein einfaches Thema. Weil jeder einen anderen Erziehungs- oder (Nicht)-Erziehungssansatz hat und wie weit will man da in die Privatsphäre der Familien eingreifen? Wenn es eventuell friert (man weiß es ja nicht, ob das Kind gefroren hat, man geht nur davon aus, daher ist es spekulativ), ist es ein Fall für das Jugendamt, wenn es doppelt verpackt und mit Lammfelldecke im Sommer spazieren gefahren wird, schüttelt man nur den Kopf und geht weiter.
    Ich glaube, der Knackpunkt in diesem Fall hier war, dass das Kind NACKT war und das "man" sowas einfach nicht macht. Wenn es nur Unterwäsche angehabt hätte, wäre es in jedem Fall dasselbe Thema gewesen, es hätte jedoch zu keiner Schlagzeile in der Zeitung gereicht. Finde ich blöde sowas!
  • GretchenGretchen

    3,369

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Neben der gesundheitlichen Gefährdung lernt man einem Kind doch auch das es Dinge gibt die man nur zu Hause macht und die eben in der Innenstadt nicht gehen.

    Die gesundheitliche Gefährdung sehe ich in diesem Fall nicht so wie Du, aber bei dem letzteren Punkt stimme ich Dir uneingeschränkt zu! Das sehe ich auch so. Wir haben gesellschaftliche Normen und Werte, die muss man seinem Kind vermitteln. Und dazu gehört auch, dass man nicht nackt durch die Gegend fährt.
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