Und wie versteht ihr euch mit euren Müttern?

AnonymousAnonymous

59,500

bearbeitet 20. 02. 2009, 22:51 in Plauderecke
Hallo,

meine Mutter ist heute gekommen, weil wir alle krank sind und sie ist heute und morgen zum helfen da. Es ist super, dass sie in so Situationen, wenn sie Zeit hat und kann, einfach hilft.

Und ich mag sie auch gerne, aber vor allem, wenn sie alleine hier ist, ohne meinen Vater. Ich mag es, wie sie mit der Kleinen umgeht. Sie ist sehr freundlich und geduldig und schmusig, setzt aber auch Grenzen und kann Nein sagen, wenn sie was nicht will. Manchmal veranstaltet sie zuviel Ablenkungsmanöver, das stört mich, aber das ist eigentlich das einzige.

Was ich total schade finde, so wie sie jetzt mit den Enkeln ist, so war sie als Mama gar nicht. Aber nicht, weil sie bös war, sondern ich glaube einfach, dass es früher fast immer so war, seine Kinder eher lieblos und nach der Uhr zu erziehen. Ihr wißt schon, alle vier Stunden füttern und dazwischen schreien lassen, nicht auf den Arm nehmen, das verwöhnt sie zu sehr. Bei meiner großen Schwester hat sie das so durchgezogen, bei mir schon nicht mehr so und bei meinen beiden kleinen Geschwistern war sie ganz anders, viel liebevoller eben.

Sie hat gesagt, dass damals alle, aber wirklich alle, diese Erziehungsmethode befürwortet haben, sie hat nach der Entbindung ein Buch bekommen, da stand das alles drin (das ist doch bestimmt das eine schlimme Buch, ich weiß grad nicht mehr, wie es heißt, aber ich frag sie nachher nochmal) und die Ärzte und Hebammen haben alle ganz vehement darauf bestanden, dass es so und nicht anders richtig ist.

Sie hat mir mal erzählt, dass sie, wenn meine große Schwester geweint hat, zwischen den vier Stunden, zu denen es Fläschchen gab, vor der Kinderzimmertür gesessen hat und selber geweint hat und sich nicht getraut hat, reinzugehen, weil alle ihr davon abgeraten haben, schrecklich.

Na ja, was ich eigentlich sagen will. Vom Gefühl her, von ihrer Ur-Mütterlichkeit her ist sie schon in Ordnung, sie konnte dem nur nicht folgen damals.

Wir haben kein besonders herzliches Verhältnis, aber ich kann sie immer besser respektieren und verstehen, weil sie immer mal wieder von früher erzählt und mir tut das dann so leid, dass sie ihre Mütterlichkeit an uns nicht ausleben konnte, für sie und für uns natürlich auch. Aber es versöhnt mich, wenn ich sehe, wie liebevoll sie mit den Enkeln umgeht, die legt sich auch mit meinen Neffen ins Bett und kuschelt mit denen, bis sie schlafen und so.

Durch diese Art, uns zu erziehen, ist sicher viel auf der Strecke geblieben und viel Distanz zwischen uns. Aber jetzt, wo ich selber nicht mehr so bedürftig bin und ich nicht mehr so viele Ansprüche an meine Mutter habe, kann ich vieles besser verstehen.

Na ja, so Gedanken halt, wenn man wie ich, selten mit seiner Mutter zu tun hat. Wie ist das bei euch?

Kommentare

  • Caro2310Caro2310

    20,547

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Nicht das geeignete Thema für mich. Ich sehe meine Gott-sei-Dank nur selten und könnte darauf auch verzichten. Aber damit würde ich meinen Papa weh tun :sad:
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    :-) jetzt, wo ich selber mama bin, wuerd ich gern mal wieder mit meiner reden.
    oder als ich schwanger war, haett ich mich gern mit ihr gefreut oder - ja, das vor allem - mit angesehen, wie sehr sie sich ueber unsern zwerg gefreut haette - sie waer echt dahingeschmolzen.

    leider lebt meine mutter nicht mehr, und vorher war sie oft genug unmoeglich ... wie muetter eben manchmal so sein koennen - so mutter/tochter-sachen eben (frisur, lebenswandel, fahrweise :roll:).

    aber trotzdem eben meine mama ...

    ich finds toll, wenn man seine mutter mag - nachdem mein verhaeltnis zu meiner nicht soo toll war, leider, und ich gar nicht so genau sagen kann, ob ich sie mochte, wuensche ich mir ja doch, dass mein zwerg mich immer noch mag, wenn er schon gross ist ...

    vielleicht :-)
    blackaliss
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    meine mutter ist immer äußerst liebevoll zu mir und meinem bruder gewesen. sie ist uns emotional auch heute immer noch sehr nah. was den umgang mit lilly betrifft, hat sie sich dennoch viel von uns angenommen. einschlafbegleitung macht meine mutti so wie wir es auch tun. lilly ist quasi das dritte kind meiner mutti.
  • tinattinat

    11,944

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ach, Doro, das klingt traurig... Ich versteh mich gut mit meiner Mutter. Wir nehmen uns beide so, wie wir sind. Früher war sie ein elender Sturkopf - die hat mich mal, ich glaub ich war 12 oder älter, vor Wut vor nem Laden stehen lassen und ist allein nach Hause gerauscht. Oder mein Papa und sie haben mal ne Weile nicht mit meiner Schwester geredet, oder mit sonstigen Verwandten, die fanden beide früher schnell nen Grund warum irgendwer irgendwas falsch gemacht hat :roll: Heute ist sie schon sehr viel gelassener. Zur Kleinen haben meine Eltern leider kaum Kontakt, zu weit weg. Wenn sie sie mal sehen, können sie auch nicht wirklich mit ihr umgehen. Aber meine Mama ist trotzdem eine stolze Oma :)
  • CluelessClueless

    871

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Eigentlich ist meine Mutter klasse und hilft uns wo sie kann. Aber grade heute hatten/haben wir einen riesen-streit. sie ist seit einigen Jahren SEHR im Tierschutz engagiert - was immer alle toll finden und was auch sicher sehr ehrenvoll ist, aber dafür hat sie fast nie zeit für ihre enkel. ich weiß das sie immer kommen würde wenn es brennt, aber sonst .... Vor einem halben jahr fragte sie mich ob es ok wäre wenn sie immer freitags mit meiner tochter schwimmen ginge - sie machte es bisher nur einmal. außerdem konnte die kleine seit 9 monaten nicht mehr bei oma und opa übernachten, weil es immer irgendiwe nicht passt. ich hab schon so oft gefragt und die kleine auch und dann heißt es immer "ja klar", aber dann wird nicht mehr drüber gesprochen und verschoben :sad: Ich weiß auch nicht, irgendiwe dachte ich das sie in ihren enkeln so richtig aufgehen würde und es ist ziemlich schwer zu akzeptieren das es nicht so ist. ich hab heut auch zu ihr gesagt das es ja ihr gutes recht und ihr leben ist, aber doppelt schwer wiegt eben das sie die einzige verwandte in der nähe ist , die überhaupt mehr als hallo und tschüß sagt. sie kam dann gleich heut abend wieder um mir zu helfen die kids ins bett zu bringen, aber sie ist spürbar sauer auf mich und diese hingehuschte stunde hier und da bringt mir (und hauptsächlich auch den kindern) nicht wirklich was. mir wär lieber sie würde das lassen und mal einen oma-nachmittag die woche einführen - aber da sitzt sie lieber 3x die woche auf bauernhöfen rum und fängt katzen :sad:
  • AnjaHAnjaH

    25,096

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich weiß auch nicht, irgendiwe dachte ich das sie in ihren enkeln so richtig aufgehen würde und es ist ziemlich schwer zu akzeptieren das es nicht so ist.

    @Clueless: Nimm mir das bitte jetzt nicht übel und es ist auch nicht gegen die persönlich gerichtet.
    Ich selbst habe mit so einer Einstellung mein Problem. Ich weiß viele denken so..inklusive meiner Schwägerin.
    Aber ich frag mich immer wie ich als Tochter erwarten kann das meine Mutter in der Betreuung ihrer Enkel aufgeht. Meine Mutter hat mich großgezogen, ihr ganzes Leben bis jetzt gearbeitet. Ich bin der Meinung sie hat das absolute Recht jetzt im Alter zu tun und zu lassen was sie wll.

    Meine Kinder sind in erster Linie meine Kinder die ich großziehen muß. Heißt meine Mutter hat für mich 0 Verpflichtungen hier. Das heißt nicht das ich mich nicht freue wenn meine Mama sich um Felix und später auch um das 2. Enkelkind kümmert.

    Und genau unter den Vorraussetzungen macht meine Mama es sehr sehr gerne. Wir haben ein ganz tolles Verhältniss. Meine Mutter wohnt 150km von uns weg..und das ist für alle von uns in Ordnung. Wir sind eine Familie mit starken Zusammenhalt ..müssen aber nicht aufeinander sitzen/wohnen.

    Heißt ich akzeptiere wenn meine Mama sagt ihr dürft gerne über die Feiertage kommen aber bitte mehr als 3 Tage am Stück muß nicht sein ( das sagt sie so nicht ..aber ich weiß das es so von ihr gemeint ist). Meine Mutter braucht ihre Erholungsphasen und ich verstehe das sie mehr als 3 Tage am Stück Felix nicht aushält. Klar um die Geburt rum wird sie ihn mit Hilfe meiner Schwester auch länger nehmen. Und sie hütet ihn auch mal über das Wochenende wenn wir weg wollen. Das finde ich klasse.


    Meine Schwägerin hat ihre Kinder auch von Anfang an 1x die Woche bei meinen Schwiegereltern abgegeben ..ohne je zu fragen ob die das noch schaffen ect. Ich habe da immer nur mit dem Kopf geschüttelt. Meine Schwiegermutter meint zwar immer das sie uns zu selten sieht aber das kann ich gut aushalten. Da ist mir unsere kleine Familie wichtiger.


    Also ich freue mich das meine Mutter einen großen Bekanntenkreis hat, viel unterwegs ist und ich mir keine Sorgen machen muß das sie einsam ist. ;-)
  • CluelessClueless

    871

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Hi,
    da geb ich dir vom prinzip her ja recht, aber ich denke das ist bei uns ein sonderfall. grade das mit dem übernachten war bis letzten sommer eigentlich ganz "normal" geregelt. alle 4-6 wochen war die kleine mal eine nacht dort. aber jetzt eben seit 9 m onaten gar nicht mehr und es geht mir nicht um meine entlastung, denn sie ist ein ungewöhnlich braves kind in der hinsicht (8 uhr ohne murren und weiteres rufen mit buch ins bett, selbstständig licht aus, schläft durch- und das war auch immer bei meinen eltern so), sondern allein um meine kleine die echt schwer enttäuscht ist und die ich schon unzählige male vertrösten mußte. es ist schon ok wenn großeltern das eben nicht wollen, aber dann muß man es auch aussprechen dürfen und ganz klar sagen dürfen, nein die oma will das nicht- und nicht so wie wir hundertmal vertrösten und hoffen das es irgendwann mal klappt. Und ich denke meine mam will das durchaus, aber sie hat mit dem tierheim schlicht und einfach so viel zu tun und auch so viel streß deshalb mit meinem vater das sie nicht noch mehr will. aber nach außen hin gibt sie das nicht zu. als ich kürzlich mit einer freundin und deren mutter auf dem spielplatz war fragte mich die mutter ob meine mam jetzt nicht sauer wäre, denn meine tochter sollte eigentlich an diesem nachmittag zu ihr (das hatte ich vorher erzählt). da ist mir rausgerutscht, sie wäre wohl eher froh, da sie so viel zu tun hätte. das war ja nichts als die wahrheit, aber wenn meine mam das wüßte wäre sie schwer beleidigt, denn nach außen hin will sie genauso eine tolle oma sein wie alle ihre freundinnen (daher kam ja auch der vorschlag mit dem schwimmbad)- nur schafft sie es nicht weil die katzen wichtiger sind. ich liebe katzen und weiß das es toll ist das es leute gibt die sowas tun, aber wenn man 100x sein kind vertösten muß und genau weiß wäre das tierheim nicht würde meine mam die kinder mit größtem vergnügen nehmen ist das schon blöd. es ist einfach eine frage der erwartungshaltung. wenn man weiß woran man ist kann man damit umgehen, aber immer zu hören: im prinzip ja, aber im moment grade nicht, ist ätzend. hätte sie das mit dem schwimmbad nie gesagt oder irgendwann gesagt: hör zu das wird nix, hätte ich es ja gar nicht erwartet, aber jede woche zu hören, ach diesen freitag ist blöd, weil ... ist einfach bescheuert. einmal hab ich ihr gesagt, sie solle nur bescheid sagen wenns mal klappt, das würde ihr viel atem sparen :flaming01:
    Mütter-töchter beziehungen werden echt schwierig wenn enkelkinder ins spiel kommen :sad:
  • CluelessClueless

    871

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    ach ja: das völlig paradoxe ist außerdem das wir kurz nach der geburt meiner tochter genau das gegenteil hatten. ich mochte die kleine nicht abgeben und sie war deshalb beleidigt, sie warf mir vor ich würde ihr ihre enkelin "vorenthalten"
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Meine Mama hat mir noch was erzählt. Meine große Schwester und ich mussten beide ins KH als Baby, meine Schwester direkt nach der Geburt für 2 Wochen und ich mit einem halben Jahr für 6 Wochen. Sie hat uns in dieser Zeit nicht einmal besuchen dürfen und als wir dann wieder da waren, hatte sie nicht mehr das GEfühl, dass wir ihre Babies waren, wir waren ihr so fremd geworden und sie wusste gar nicht mehr richtig, wie sie sich uns gegenüber fühlen sollte. Ich muss sagen, das war damals echt hart, das würden wir uns heute ja gar nicht mehr gefallen lassen.

    Ich finde es vor allem schade für meine Mama, weil sie nie erfahren hat, was ein guter Kontakt zu ihren Töchtern ist und weil sie gefühlsmäßig so eingeschränkt und distanziert ist, natürlich nicht nur deswegen.

    Ich habe ein ganz anderes Verhältnis zu meinen Kindern, aber wie es ist, wenn die mal erwachsen sind, das weiß ich natürlich auch noch nicht.
  • tinattinat

    11,944

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Das ist ja wirklich traurig! Dazu steht übrigens auch was in meinem alten Krankenschwestern-Roman, von dem ich schon mal im Thread über Geburten etc. früher erzählt hatte. Während die Schwester auf der Kinderstation ist, erfährt man, dass die Kinder natürlich alle Heimweh haben, aber die Mütter würden die Krankenschwestern ja nur stören, und wo sollten sie auch schlafen? :roll: So dachte man eben damals. Das ist wirklich unvorstellbar heutzutage...
  • MiaofeliMiaofeli

    3,647

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich bin meiner Mutter sehr ähnlich und froh darüber. Wir haben ein tolles verhältnis und ihre art des Sorgens und der Erziehung passt hier prima ins Forum ;-)
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Hmm, ich habe auch ein zeitweise schwieriges Verhältnis zu meiner Mutter, sie ist früher oft ausgerastet, hat Klapse für normal und notwendig erachtet usw. Seit ich Natalie habe und meine Schwester auch ein Kind sind wir halt auch mal ab und an auf ihre Kindheit zu sprechen gekommen und die war so schlimm und traurig, dass ich verstehen kann, dass sie sehr im Stress war mit 2 Kleinkindern und sehr auf Gehorsam aus war, dass sie oft im Stress war, weil der Hausbau ihr wieder alle Luft nahm (zeitlich und finanziell), die sie gerade wieder in Sicht hatte (sie wollte nicht bauen, mein Vater unbedingt) usw.
    Da gab es noch eine Sache, sie hatte bedingt durch Schläge und Probleme in ihrer Kindheit eine Phobie. DIe bestand darin, dass sie nicht alleine um die Ecke spazieren konnte. Einkaufen, zum Arzt, ganz normale Dinge für Andere, gingen nicht. So mussten wir Kinder dann früh zum Bäcker und Metzger, zur Post usw., wo man uns zwar nett bedient, aber teilweise halt deutlich hat merken lassen, dass wir Kinder waren. Fragen in Richtung Sexualität oder Frauengeschichten konnte ich nie so mit ihr bereden.
    Sie hat uns schon umarmt usw., aber so das ganz enge Mutter-Tochter-Verhältnis war es nicht bisher. Ich liebe sie sehr und bewundere sie für das was sie geleistet hat und immer wieder leistet. Wie Doro sagt, sie geht mit den Enkeln ganz toll um, hat super Spieleinfälle, Geduld, viel Geschick, aber mit uns war das oft ganz anders. Heute verstehe ich teilweise warum sie so war, aber Schläge kommen z.B. bei uns nicht in Frage als Erziehungsbestandteil und schreien lassen auch nicht.
    Ich weiß, dass sie sehr oft aushelfen würde, wenn es ihr gesundheitlich gut genug geht, aber ich will das nicht regelmäßig. Wenn wir uns treffen, wenn ich mal krank bin und mein Mann nicht da, dann bin ich sehr froh, aber ich fordere das nie ein, genauso wie sie nicht darauf besteht. Einladung und Bitte ja, Muss oder Verpflichtung? Nein.
    Ich verstehe, dass es im Falle von Clueless anders aussieht, da wäre ich auch traurig, wenn Versprechungen nicht eingelöst werden. Das ist bei uns leider beim Schwiegervater so.

    LG!
  • AnjaHAnjaH

    25,096

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Das mit den Kinderkliniken war furchtbar. Dafür ist es heute ins Gegenteil umgeschlagen und man erwartet dort das die Eltern selbstverständlich 24h anwesend sind und vorallem die Pflege der Kinder übernehmen. Das ist natürlich auch nicht Sinn der Sache .Schade.

    Also wie schon gesagt habe ich ein sehr gutes Verhältniss zu meiner Mutter. Auch wenn wir Zeiten hatten in denen es nicht einfach war. Ich denke es kam auch dazu das meine Mutter eigentlich recht zügig 2 Kinder wollte und es dann doch 12 Jahre gedauert hat bis Nr 2 kam. Das hat ihr zu schaffen gemacht. Dann hat sie immer gearbeitet..auch Haus gebaut ect...aber wir hatten wirklich eine tolle Kindheit und ich bewundere sie heute noch sehr.
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich war eigentlich immer ein absolutes Papa-Kind und deshalb ist das Verhältnis zu meiner Mutter irgendwie distanzierter. Sie war immer eher die Sanfte, mein Vater und ich hatten denselben Dickschädel, sind zwar oft aneinander gerauscht, waren uns daher aber auch emotional näher. Meine Mutter war eigentlich nie besonders mütterlich, sondern eher ruhig im Hintergrund. Sie hat uns auch nie reingeredet, uns gelobt oder getadelt, sondern uns machen lassen. Hat Vorteile, hat Nachteile ;-) Ihr Verhalten uns gegenüber ist aber - wie eigentlich überall - durch ihre eigene Geschichte geprägt. Ihre Mutter wiederum war eine Übermutter, die ihrem Töchterchen keinen Raum gelassen hat und ihr mit ende 20 noch erzählt hat, was sie wie zu machen hätte. Das wollte sie dann in der Erziehung von uns auf keinen Fall und hat uns eher frei erzogen. Vielleicht ist sie dabei ein bisschen zu sehr in die andere Richtung gerutscht, aber ich denke, das hat schon so gepasst! Immerhin hat sie nun 3 erwachsene Kinder, die alle selbstständig, selbstbewusst und solide im Leben stehen ;-)

    Mit meiner Mutter telefoniere ich eigentlich in der Regel ein Mal pro Woche und wir bequatschen so, was wir gerade lesen, was so passiert ist, was der Kleine macht, aber eigentlich weiss ich nie wirklich, was sie denkt oder fühlt. Ich bin immer wieder erstaunt, wenn wir plötzlich Gemeinsamkeiten finden, wo ich doch immer der Überzeugung war, dass ich eigentlich genau wie mein Vater bin..! Das ist eigentlich ganz spannend :razz: !

    Natürlich hatte ich auch so Phasen, wo ich mir lieber eine andere Mutter gewünscht hätte. Eine, die Pausenbrote schmiert, an Feste geht, am Elternabend teilnimmt, aber letztlich ist es so, wie es ist. Ich hab mal in einem Artikel von einer Psychologin gelesen, man solle nicht damit hadern, was man für eine Mutter hat, das kann man sowieso nicht ändern. Lieber schauen, wo die positiven Punkte sind. Das macht das Miteinander einfacher. Und recht hat sie, finde ich :razz:
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    man solle nicht damit hadern, was man für eine Mutter hat, das kann man sowieso nicht ändern. Lieber schauen, wo die positiven Punkte sind. Das macht das Miteinander einfacher.

    ein toller satz :-) das ist, glaub ich, sowieso die unkomplizierteste art, mit den mehr oder weniger lieben mitmenschen umzugehen ...
    dabei faellt mir gerade ein, dass man das auch grossartig auf die eigenen kinder anwenden koennte :cool:
    andererseits laesst sich das viiiieeeel leichter befolgen, wenn man schon gross ist + sein eigenes leben hat - einem voll mama-gestressten teenager darf man mit sowas wahrscheinlich eher nicht kommen - ich haette jedenfalls die tueren geknallt :biggrin:

    @guniem
    mir ging es frueher genauso wie dir - auch wenn ich mich lange mit meiner mutter unterhalten hatte, wusste ich nachher nicht wirklich, wie es ihr geht + bin ihr selten wirklich nahe gekommen.
    das ging aber allen so, hab ich spaeter erfahren.

    ok, ich war auch vorsichtig, weil sie sich ueber lange zeit ganz gruendlich fuer eine teilnahme an meinem leben disqualifiziert hat. habs trotzdem immer mal wieder versucht + festgestellt, dass das irgendwie nix wird.
    noch viel spaeter hab ich begriffen, dass vieles davon mit morbus parkinson + einer beginnenden dementiellen erkrankung zu tun hatte.

    trotzdem hatte ich eine liebevolle, schoene kindheit. nur spaeter wurds halt schwieriger.

    einerseits find ichs toll, wenn man seiner mutter/seinen eltern nahesteht + bin ein bisschen traurig, dass das bei mir nicht so geworden ist,
    andererseits bin ich fuer mich auch ein bisschen erleichtert, dass das thema mit allen sorgen + emotionen fuer mich erledigt ist.

    blackaliss,
    die jetzt mal essen muss *mnjam*
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    blackaliss schrieb:
    man solle nicht damit hadern, was man für eine Mutter hat, das kann man sowieso nicht ändern. Lieber schauen, wo die positiven Punkte sind. Das macht das Miteinander einfacher.

    ein toller satz :-) das ist, glaub ich, sowieso die unkomplizierteste art, mit den mehr oder weniger lieben mitmenschen umzugehen ...

    Das stimmt schon, finde ich auch, aber ich konnte das erst, als ich älter war. Früher, so bis vor 8 Jahren oder so, war ich oft noch so bedürftig und hatte manchmal, weiß auch nicht wieso, die Hoffnung, dass meine Mama mir mehr gibt, als sie mir geben kann, dass da noch irgendwas kommt und dass sie sich an für mich wichtigen Punkten ändert. Und an diesen Ansprüchen, die ich gestellt hab, bin ich natürlich immer hängengeblieben, weil sie nie erfüllt wurden.

    Jetzt kann ich das besser, dass ich sie so seinlass, wie sie ist, und das positive genieße und mit dem Rest werd ich schon fertig. Aber früher war das schwierig, da dachte, ich hätte das Recht darauf, das zu bekommen, was ich möchte, weil sie ja meine Mama ist.

    Und jetzt, wo ich selber Kinder habe, weiß ich auch, es ist verdammt schnell passiert, einen Fehler zu machen und auch, dass meine persönlichen Probleme meinen Kindern nicht immer guttun und gutgetan haben. Aber manchmal konnte ich es auch nicht ändern, manchmal haben meine persönlichen Probleme sicher schwer auf meinen Kindern gelastet, ohne dass ich sie schlecht behandelt habe, aber den Druck mussten sie trotzdem aushalten.

    Meine beiden Schwestern, die haben keine Kinder, die gehen oft noch total hart mit meiner Mutter und auch mit mir ins Gericht. Die haben wenig Verständnis für die Fehler, die man im Leben so macht und mit denen man seinen Kindern manchmal schaden kann.
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ja, ich verstehe genau, was Du meinst. Ich hatte mit Anfang 20 so eine Phase, wo das mein allbestimmendes Thema war. Ich habe sämtliche Leute damit zugequatscht, imaginäre Briefe an meine Mutter geschrieben, bis ich das Thema für mich mal durch hatte ;-)
    Fakt ist, die Mutter bleibt immer die Mutter, sogar dann noch, wenn sie schon lange nicht mehr ist. Und da ist es doch für einen selbst und für das eigene Leben wichtig, sich von einem bestimmten Bild zu verabschieden und die Realität anzunehmen. Hilft ja nix ;-) Und ich finde, es ist auch ganz richtig, was blackaliss geschrieben hat: man kann dann auch ein Stück loslassen und selbstständig werden..! Deine Schwestern werden sich keinen Gefallen tun, wenn sie mit Deiner Mutter so hart ins Gericht gehen, das schadet ihnen selbst ja am meisten und bringt ihnen überhaupt nichts. Ich finde auch, es gehört zur eigenen Entwicklung, eben NICHT alles an der eigenen Kindheit festzumachen, sondern es als Teil der Biographie anzunehmen..!
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ja, finde ich auch. Und Mütter sind halt auch nur Menschen, die es einfach auch nicht jedem recht machen können und das auch gar nicht müssen. Das ist zwar eine harte Lektion, war es auf jeden Fall für mich als Frau, als ich mich von diesem idealisierten Mütterbild verabschiedet habe und ich finde es auch eine harte Lektion, jetzt als Mutter zu wissen, dass ich einige Dinge meinen Kindern nicht gut beibringen kann, weil ich da selber Defizite habe. Aber auch da werde ich milder mir selber gegenüber, denn wie gesagt, ich bin Mensch und Mutter und nicht vor allem eine Mutter.
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