ich trage mich z.zt. gerade mit dem gedanken, mich zusammen mit meiner jetzigen kollegin in einer gemeinsamen praxis niederzulassen. wir sind beide aus verschiedenen gründen ziemlich unzufrieden mit unserem arbeitgeber, unserer arbeit und der gesamtsituation. alle details hier zu erklären, wäre zu viel.
wir haben uns bereits mehrere räumlichkeiten an einem guten standort angeschaut und sind auch über die notwendigen bedingungen für eine zulassungen durch die KK informiert. wir wissen, dass wir viel werben müssen, haben eine gute infrastruktur vor ort und auch schon ein paar leute (steuerberater, werbefutzi, anwalt, etc.) in der hinterhand, die uns bei vielen dingen helfen können. das thema geld und absicherung für die ersten monate müssen wir noch klären. wahrscheinlich würde uns ein gründungscoach o.ä. begleiten. trotzdem sind wir sehr unsicher, was die führung einer praxis angeht, da wir beide betriebswirtschaftlich absolute laien sind :oops:. natrülich haben wir auch etwas angst vor dem risiko und der frage, was passiert, wenn es nicht gut läuft :confuded:. ich brauch mal ein ideen bzw. meinungen von euch, was für oder auch gegen eine solchen schritt spricht und wie eure erfahrungen bei dem schritt in die selbstständigkeit gewesen sind.
Kommentare
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Was die Betriebswirtschaft angeht: mh, wäre schon gut, wenn sich wenigstens eine von euch dafür interessiert. Man kann das alles den Steuerberater machen lassen - das machen wir auch so, aber eine von uns hat da trotzdem den Durchblick und kann schon auch ein bisschen mit Zahlen. Wegen den Zweifeln: wichtig ist schon, dass ihr euch sicher seid, dass das, was ihr anbieten wollt, auch wirklich gebraucht wird. Eine Konkurrenz- und Marktanalyse ist vor der Selbständigkeit unerlässlich. Wegen der Finanzierung könnt ihr auch nach Möglichkeiten gucken speziell für Neugründungen. Bei der IHK zum Beispiel. Wir hatten seinerzeit eine Förderung durch ein Programm einer Hochschule, mit der wir gar nichts zu tun hatten, aber wir waren halt Hochschulabgänger, da kriegt man eine ganze Reihe Programme. Aber eben auch die IHK und andere Verbände bieten so was an.
Wichtig sind vor allem Kontakte, das haben wir nach nunmehr vier Jahren gelernt. Einer kennt einen, der einen kennt - der empfiehlt einen dann weiter... Hat man noch nicht so viele Kontakte, muss man sie sich schaffen. Das ist nen elendes Geschäft, aber es hilft. Was zur Zeit ziemlich in ist, sind diese Business-Frühstücke, Netzwerktreffen und so weiter. Sucht euch einen Zirkel, in den euer Beruf gut reinpassen könnte - gut sind auch Frauennetzwerke. Dort stellt ihr euch vor, und irgendwann wird jemand vor einem Problem stehen, das ihr lösen könnt, und er wird an euch denken.
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Habt Ihr eigentlich auch Krankenkassentarife?
Dann wäre es nämlich einfacher auszurechnen wieviele Patienten Ihr im Monat braucht um in etwa kostendeckend zu arbeiten. Das kann schon länger dauern, und dafür sollte man auch finanziell gerüstet sein.
Zuerst würde ich dringend anraten, dass Ihr Euch ganz genau über die Aufteilung der Rechte, Pflichten und Kosten einigt. Und dann einen ordentlichen Vetrag macht. Man muss sich nicht sein Leben lang gut verstehen, und kann so späteren Unstimmigkeiten gleich das Wasser abgraben.
In der Hinsicht musste meine Schwester viel Lehrgeld bezahlen.
Mit Betriebsgründungen kenne ich mich nicht aus, aber es gibt auch spezielle Frauenfürderungen vom Land, Bund bis hin zur EU.
Aus meiner Sicht muss man einige Dinge wissen.
Es läuft selten wie geplant :cool:
Man arbeitet immer mehr als man denkt, und vielleicht auch möchte. Die Arbeitszeit ist nicht konform mit den Öffnungzeiten der Praxis. Rechnungen, Berichte usw. schreibt man wenn man Ruhe hat. Und wann ist das? Richtig am WE :confuded:
Die Einkünfte sind monatlich oft schwer kalkulierbar, aber die Unkosten bleiben und werden manchmal auch höher als geplant.
Diese Tatsache erzeugt hohen Druck den man aushalten können muss.
Kein bezahlter Urlaub
Oft weniger Absicherung bei Krankheit und Schwangerschaft
Was passiert wenn einer längerfiristig ausfällt. Wäre z.B. eine Vertretung denkbar?
Fortbildungen auf eigene Kosten
Sowohl bei mir als auch meiner Schwester kann von "freier" Zeiteinteilung kaum die Rede sein. Man nimmt meist mehr Patienten an als man eigentlich kann, um Geld zu verdienen.
Trotzdem könnte ich schon lange nie wieder abhängig arbeiten. Dazu war ich wohl noch nie so gut geeignet. Trotzdem habe ich es lange gemacht, und mich dann gefragt, warum ich nicht eher in die Selbständigkeit gegangen bin.
Es stimmt schon, man muss der Typ dafür sein.
Alleine dass mir kein Frischling von der Uni mehr sagen will wie eine Geburt funktioniert, war den Schritt wert.
Zudem muss ich nur noch für meine Fehler den Kopf hinhalten.
Da fälllt mir eben noch ein, dass mein Schwager auch seit einem Jahr freiberuflich arbeitet. Bei ihm kommt noch Fahrerei und Reisen dazu.
Allerdings kann man seine Branche nicht mit meiner vergleichen.
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@tinat:
selbstständiges arbeiten bin ich gewohnt, da es wenig unterstützung durch meinen jetzigen arbeitgeber gibt und alle probleme, die es gibt, durch mich gesehen und behoben werden müssen
was eine marktanalys angeht, ist es bei uns so, dass das produkt (leistungen der KK) schon immer das selbe ist, wir sicherlich aber ergänzend dinge anbieten können, um ein alleinstellungsmerkmal zu haben. das problem ist, dass die qualität der fachlichen leistung in unserem metier von den patienten häufig nicht so direkt beurteilt werden kann. da geht es eher nach dem prinzip "wo fühle ich mich wohl"?, "wer ist nett ?" und "wo in meiner unmittelbaren nähe ist eine praxis ?".
was eine mögliche förderung angeht, haben wir uns auch schon ein wenig informiert, aber sind bisher nur auf programme für arbeitslose gründerinnen gestossen. eine betriebsbedingte kündigung durch unseren AG kommt nicht in frage. da wir beide unterschiedliche abschlüsse haben (ich uni, meine kollegin staatsexamen) und es wahrscheinlich so aussehen wird, dass meine kollegin offiziell die zulassung beantragen wird, weil es bei der anerkennung meines abschlusses durch die KK noch immer probleme gibt, fällt eine unterstützung durch solche förderprogramme flach. offiziell wird meine kollegin mich dann anstellen, damit wir den stress der zulassung und anerkennung meines abschluss umgehen können. wir werden aber einen vertrag zwischen uns machen, der regelt, dass wir beide gleichberechtigte partnerinnen sind.
was kontakte zu anderen kolleginen angeht, ist es im feld der sprachtherapie häufig so, dass es nicht gern gesehen ist, wenn sich neue kolleginnen niederlassen. die nächsten kolleginnne sitzen auch ein ganzes stück weg von uns, so dass theoretisch kein futterneid aufkommen müsste.
@marlies:
ja, wir arbeiten auch nach KK-tarifen :roll:. eine solche berechnung an patientenzahlen und möglichen einkünften steht demnächst dann jetzt an. wir wissen, dass wir mindestens 6 monate erstmal allein klarkommen müssen, da in der zeit einfach die anlaufphase ist.
ein aufteilung der rechte, pflichten und kosten wird gemacht, da wir eine etwas besondere konstellation haben (siehe erklärung bei tinat).
uns ist bewusst, dass wir ein gehöriges risiko eingehen, aus der festen, unbefristeten stelle mit gutem einkommen in die selbstständigkeit zu gehen und dann probleme auftauchen könnten, mit denen wir zum jetzigen zeitpunkt noch überhaupt gar nicht gerechnet haben. für uns beide zählt vor allem, dass wir unser ding machen können udn wir auch gewissen restriktionen entfliehen könnten. uns geht es nicht darum, mehr geld zu verdienen als vorher. die frage der vereinbarkeit mit familie stellt sich natrülich für mich besonders. meine kollegin hat noch keine familie, lebt aber in einer partnerschaft, wobei ihr freund beruflich sehr viel unterwegs ist und beide sich selten sehen. wir beide passen gut zusammen, haben ähnliche sichtweisen, ergänzen uns fachlich mit unseren jeweiligen schwerpunkten prima und können einfach gut zusammen arbeiten.
dass man viel mehr macht, noch dazu unbezahlt, als die tatsächlich arbeit am patienten, ist uns bewusst. meine kollegin hat vorher 6 jahre lang in einer praxis gearbeitet und hatte dort die fachliche leitung.
wir werden in der nächsten woche uns noch ein objekt anschauen und dann mal mit jemandem reden, der sich mit förderungen auskennt.
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Unter Umständen würde ich evtl. doch noch eine etwas längere Anlaufzeit einkalkulieren.
Der Neidfaktor war bei mir damals sehr hoch. Damit hatte ich nicht gerechnet. Er war aber eher bei meinen früheren Kolleginnen ein Thema. Dabei war ich für die gar keine Konkurrenz.
Qualität setzt sich immer durch. Es kann nur dauern :cool: .
Was ich jetzt so lese, wie Vorausetzungen usw., würde ich ganz persönlich aus dem Bauch eher zuraten. Gerade weil Du Dich momentan nicht wohl fühlst.
Man kann manche Dinge nicht mit einem guten Gehalt aufwiegen.
Was sagen denn Eure Männer?
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wenn wir kündigen würden, um uns in einer praxis anstellen zu lassen, würden wir beide finanziell deutliche einbußen hinnehmen müssen.
mit möglichem konkurrenzgehabe der kolleginnen rechnen wir, da der kuchen eben immer kleiner wird und gerade die ganzen angestammten kolleginnen meckern am lautesten und sehen ihre existenz bedroht.
was die anlaufzeit angeht, hatten wir auch schon überlegt, dass erstmal nur eine von uns kündigt und die andere beim jetzigen AG erstmal ca. 3. monate weiterarbeitet, bis das erste geld von der KK reinkommt. beide wären wir daran interessiert, auf honorarbasis für den jetzigen AG noch was zu machen. ob das was wird, weiß man natürlich nicht. wenn die bockig mit uns sind, dann werden sie es nicht tun. andererseits gibt es auch niemanden, der sich sich bislang beworben hat und geeignet gewesen wäre. so könnte man spekulieren, dass man vllt.eine chance hätte einige stunden in der woche dort noch immer zu arbeiten.
unsere männer unterstützen uns. meiner ist schon etwas stärker involviert als der mann meiner kollegin, da die beiden nicht zusammen leben, aber auch er rät ihr zu diesem schritt. unsere eltern unterstützen uns ebenfalls.
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danke für den tipp mit den buisness angels, da schaue ich gelich mal