Bin ich denn so altmodisch?

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Kommentare

  • GretchenGretchen

    3,369

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Da magst Du recht haben, Miaofeli.
    Ich wollte nämlich eben schon losplautzen, dass ich mein Kind natürlich nicht in mein Leben "quetsche", wie Du geschrieben hast. ;-) Ich denke, dass macht hier in diesem Forum sowieso niemand. Deswegen fand ich den Ausdruck etwas überzogen. Wir versuchen alle, uns auf die Bedürfnisse unserer Kinder einzustellen, aber darüber hinaus darf man auch nie die eigenen Bedürfnisse vernachlässigen. Das ist auch nicht im Sinne vom Kind. Denn da verpasst ja auch das Kind eine ganze Menge vom Leben.

    Natürlich war mein Zwerg auch mal quengelig und es war partout nicht möglich, mit ihm einen schönen Abend zu verbringen, gerade in der Zahnungszeit. Dann hab ich mich darauf eingestellt, ich gehe auch nicht weg, wenn es mir schlecht geht - ob nun psychisch oder physisch, ist da völlig wurscht.
    Aber ansonsten hat er natürlich auch die Abende mit uns verbracht - wo die auch immer stattgefunden haben. Für ihn war nicht wichtig, nach 20.00 Uhr daheim, sondern bei seinen Bezugspersonen zu sein.
    Wenn man es mal so sieht: Die Natur hat die Kinder bestimmt nicht so veranlagt, dass sie zu festen Zeiten daheim sein müssen und den überwiegenden Teil der ersten Monate nur die Mutter zu sehen bekommen. Die Natur hat große Familien geplant, die alle um das Kind herum sind. Da wäre theoretisch Lärm, Geschrei, Streitereien - das volle Programm. Damit können Babys umgehen und dabei auch seelenruhig schlafen. Die Erfahrung hab ich selbst oft genug gemacht. Denn selbst in der größten Menschenmenge findet man intime Momente, in denen das Kind merkt, ich bin gut aufgehoben, Mama/Papa sind da, mir kann nichts passieren. Und diese Momente hab ich eigentlich soweit immer gefunden. Wenn nicht, bin ich nach Hause. Auch nicht schlimm. Dann klappt es eben beim nächsten Mal. Schwierig wird es jedoch, kann ich mir vorstellen, wenn man monatelang solche Ansammlungen meidet und dann das Kind somit aller Jubeljahr mal damit konfrontiert. Das geht dann oft nach hinten los.

    Das Beispiel mit dem weinenden Kind in Italien?, wo sich niemand darum gekümmert hat - das ist natürlich völlig falsch und das käme bei mir auch gar nicht in die Tüte. Aber das findet man hier in Deutschland auch, das passiert dann halt daheim hinter verschlossenen Türen, weil die Kinder nach 20.00 Uhr nicht mehr draußen sein sollen. Das hat nichts damit zu tun, dass die Kinder so spät abends noch draußen sind, sondern hat was mit dem fehlenden Einfühlungsvermögen der Eltern zu tun.
  • rajenriverrajenriver

    4,287

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Nein, den Rummel meide ich, weil es dort einfach zu laut, zu eng und zu nervig ist. Bis man da mal nen Meter gelaufen hat, ist ne viertel Stunde rum. Und wenn ich nur dran denke, dass die da alle saufen und rauchend um den KiWa stehen...näää!

    Und ansonsten bekommt sie natürlich auch andere zu sehen, aber grundsätzlich ist es zu Hause ruhig, ich bin nun mal meistens alleine mit ihr und da läuft nur mal n Radio oder so. was soll man dagegen tu? Ich kann ja nun nicht den ganzen Tag nur on Tour sein, damit sie lernt, dass es auch laut sein kann und es auch andere Leute auf der Welt gibt. Die meisten gehen den ganzen Tag arbeiten, und abends ist nun mal Schlafenszeit für Annika, da brauch ich nicht noch weg gehen. Vielleicht ist sie ja damit auch ein Exot :roll: Kann mir leider keine große Familie aus dem Bein schneiden, auch wenn die Natur das vorsieht...
  • GretchenGretchen

    3,369

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ist klar, rajenriver....
    deswegen hatte ich vorher geschrieben, dass jeder sein Leben lebt und zwar so, wie alle Familienmitglieder sich wohl fühlen. Fertig.
    Ich wollte damit nur sagen, dass es - in meinen Augen - nicht notwendig ist, das Kind vor Rummel zu bewahren oder darauf zu achten, dass die Bettgehzeiten eingehalten werden und dergleichen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass die Natur da so unflexibel sein soll. Wir haben zwar ein bewegtes Leben, aber selbstverständlich sind wir auch nicht 7 Tag die Woche unterwegs...vielleicht kommt das so rüber, dem ist aber definitiv nicht so ;-)
  • MiaofeliMiaofeli

    3,647

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Gretchen schrieb:
    Deswegen fand ich den Ausdruck etwas überzogen.

    Na dann verstehst Du ja warum ich Glasglocke, Überbemuttern und Überbehüten so blöd finde ;-) Das eine Extrem ist ebenso wenig fair wie das andere ;-)
  • rajenriverrajenriver

    4,287

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Miaofeli schrieb:
    Gretchen schrieb:
    Deswegen fand ich den Ausdruck etwas überzogen.

    Na dann verstehst Du ja warum ich Glasglocke, Überbemuttern und Überbehüten so blöd finde ;-) Das eine Extrem ist ebenso wenig fair wie das andere ;-)

    Ich mag euch zu gerne lesen...
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich habe jetzt nicht die ganze Diskussion gelesen, aber ich finde die Frage, ob ich mein Kind mit auf die Kirmes o.ä. nehme, hat nix mit altmodisch sein zu tun. Das ist eine Frage der Einstellung, also ob ich das will oder nicht.
    Ich finde, daß es Kinder in dem Alter von Anika nicht mehr schadet, wenn man mal ein Ründchen über den Rummel macht. Ist doch spannend. Schön im Tuch oder im Ergo auf den Rücken und gut ist.
    Das sage ich aber jetzt, weil ICH selbst auch gerne mal eine Runde auf die Kirmes gehe. Nicht um Karussells zu fahren, sondern um zu gucken und zu essen und nen netten Mittag zu verbringen. Mittlerweile will Greta dann ja auch mal fahren. Finde ich wirklich nicht schlimm und Lotte war noch sehr viel kleiner als Anika, als wir sie mitgenommen haben.

    Wenn Du, Rajen, jetzt aber so gar keinen Bock auf Rummel hast und es einfach nicht gut findest, daß Anika dem ganzen Trubel ausgesetzt ist, dann ist das doch auch in Ordnung. Da sollte auch keiner Deiner Familie was gegen haben.

    Ich denke nur mittlerweile auch, daß ich nicht auf alles verzichten möchte, nur weil ich ein kleines Kind (naja, so klein ist die Lotti ja nicht mehr) habe. Keine Ahnung, ob das ne Denke ist, die sich erst beim zweiten Kind einstellt. Bei Greta habe ich auch auf vieles verzichtet, was ich gerne gemacht hätte. Bei Lotte will ich es nicht mehr, dann wäre ich nur noch daheim.

    Und wenn ich jetzt an die ganzen Weihnachtsmärkte denke...ich lieeeeeebe Weihnachtsmärkte.... :roll:
  • AnjaHAnjaH

    25,096

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Will ich weg gehen, mach ich das eben ohne Kind und wenn das noch nicht geht warte ich bis es so weit ist...

    Dsa muß ich nochmal aufgreifen. Es gibt Dinge die kann man nicht verschieben. Dazu gehören z.B Familienfeiern in Lokalen...Geburtstage ect richten sich selten nach Babys.

    Ansonsten schließe ich mich hier Gretchen und co an. Ich würde nicht auf alles verzichten wollen. Gerade in einem Alter in dem sie noch in Tuch oder Wagen schlafen ist es doch einfach die Kinder mitzunehmen.
    Klar geht ich nicht in einer verrauchte Kneipe oder stürz mich am Samstag nachmittag auf den Rummel.
    Aber man kann ja auch etwas ruhigere Zeiten aussuchen.

    Und spätestens mit dem 2. Kind geht es garnicht anders als Nr 2 eben mitzunehmen.
    Julia war mit 10 Tagen auf dem Abschlußfest von Felix Ferienfreizeit..tja ging eben nicht anders.
    Sie war auch schon auf einer Eigentümerversammlung, wir mit mir zum Elternabend im KIGA gehen, darf mit zum Gespräch mit der Schuldirektorin ect ect...

    ICh habe auch Felix immer mitgenommen so war er es einfach gewöhnt überall zu schlafen. Gerade in seinem ersten Lebensjahr waren wir auf einigen Feiern eingeladen. Und es hat sich immer ein ruhiges Plätzchen zum schlafen für ihn gefunden.
  • EowynEowyn

    27,156

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    ICh habe auch Felix immer mitgenommen so war er es einfach gewöhnt überall zu schlafen. Gerade in seinem ersten Lebensjahr waren wir auf einigen Feiern eingeladen. Und es hat sich immer ein ruhiges Plätzchen zum schlafen für ihn gefunden.
    Aber auch das ist vom Kind abhängig ob das klappt oder nicht. Cosmo ist ja nun auch gewöhnt überall mit hin zu müssen. Aber er hat jetzt mit drei Monaten schon große Mühe dann in den Schlaf zu finden. Und in der regel ist er sehr schnell wieder wach, weil er einfach den Übergang in die nächste Schlafphase nicht schafft. Im Tragetuch schläft er zwar, aber dann muss ich die ganze Zeit rumlaufen, stehen und wippen reicht da nicht. Ablegen geht mal im Tiefschlaf, aber nach 20 Minuten ist die Schlafphase rum und dann brüllt er, weil er nicht ausgeschlafen ist und nicht wieder einschlafen kann.
    Klar muss er trotzdem mit, ich kann nicht alles absagen. Aber entsprechend sind dann die Abende und Nächte. Und ich bin froh, wenn ich ab und an einen ruhigen Tag für ihn habe, wo er zu hause so schlafen kann wie er das mag. Wenn er mein erstes Kind wäre, würde ich sicher deutlich weniger unterwegs sein, einfach weil ich merke wie sehr ihn das anstrengt.
  • AnjaHAnjaH

    25,096

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    @Eo: Ich verstehe was du meinst.
    Natürlich mach ich auch nicht absichtlich mehr Lautstärke und Trubel als nötig. Aber eben auch nicht umgekehrt Heißt ich schaffe keine künstliche Ruhe. Meine Kinder müssen zwangsläufig mit der Unruhe unserer Gesellschaft klar kommen.
    Egal ob das der Baulärm von gegenüber ist, der laute Brude der samt Papa durchs Haus tobt, die Tatsache das die KG das Kind eben aus dem gewohnten Rhythmus zum turnen weckt ect ect

    Heißt der normale Alltag mit allem was dazu gehört läuft hier weiter. Wir waren heute mit 4 Leuten in der Innenstadt im Kaufhaus. Felix brauchte Schuhe und die Kleine noch ne Jacke ect. Klar war das laut und voll..ging aber eben nicht anders.

    Und so wie es Dinge gibt die man nicht vermeiden kann..gibt es Dinge die ich nicht vermeiden will bei all den Dingen die sein müssen.

    Heißt ich will mich mit anderen Müttern treffen und quatschen auch wenn es laut wird weil 4-5
    5 Jährige durch eine Turnhalle toben.


    Und Julia schläft dann oft auch nur kurz und im Tuch. Gut ich darf wenigstens stehen dabei..sitzen geht hier auch nicht.
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