Hallo,
angeregt durch Franziskas Hochzeitsgeschenk-Thread ist mir diese Frage in den Sinn gekommen. Wir haben uns damals nämlich auch nicht drauf verlassen wollen, dass unsere Gäste unser Fest refinanzieren, und haben deshalb studentisch sparsam geplant. Und weil jede Menge Gäste zu der Zeit studentisch pleite waren, hatten wir da auch wirklich keine großen Geldgeschenke zu erwarten. So haben uns zum Beispiel 12 Leute zusammen einen selbstgedrehten Kurzfilm geschenkt, was wir ganz toll fanden. Aber weil wir eben genau damit gerechnet hatten, gleichzeitig aber eine große Hochzeit feiern wollten mit all den Menschen, die uns wichtig sind, haben wir ... studentisch gefeiert. Nicht in einem Hotel, sondern in einem gemütlichen, schönen aber eigentlich ein bisschen zu kleinen Raum, nämlich der alten Mensa unserer Uni. Tische und Stühle gab es da, aber keine weiß lackierten, die man mit Rosengebinden hätte schmücken können, falls Ihr wisst, was ich meine. Wir hatten ein leckeres Buffet vom Catering Service, aber das Personal dazu war uns zu teuer, also mussten alle anstehen und der Bräutigam trug die leeren Platten in die Küche :-). Für eine echte Band hatten wir kein Geld, also gab's Musik "aus der Dose", was aber auch nicht so schlimm war, weil wir ohnehin viel persönliches Programm hatten und darunter auch viele musikalische Beiträge. In der Situation fühlte sich das alles unserem Leben als studierende junge Eltern angemessen an, das Essengehen in der Studi-Kneipe direkt neben dem Standesamt, das Brautkleid von Peek&Cloppenburg, die Kirche, die "nur" mit einem Strauß Sonnenblumen geschmückt war.
Trotzdem merke ich heute, dass es mir oft einen Stich gibt, wenn wir zu Hochzeiten eingeladen werden von den Freunden, die damals pleite kamen und heute als junge Berufseinsteiger ohne Kind so richtig wie im Film heiraten, so "perfekt" irgendwie. Ich weiß, dass es nicht so sein sollte, aber manchmal denke ich dann, dass ihnen unsere Feier im Vergleich in der Erinnerung so schäbig erscheinen muss. Und ich habe mich wirklich schon bei dem Gedanken ertappt, dass wir vielleicht hätten warten sollen - jetzt könnten wir uns auch eine andere Feier leisten, auch, weil wir andere finanzielle Sicherheiten haben. Wenn Freundinnen nun zwei Jahre im Voraus Traumhochzeiten planen, bei denen Geld keine Rolle spielen soll weil es ja um den "schönsten Tag im Leben" geht, tut mir das irgendwie weh. Diese Sorglosigkeit konnten wir uns nicht leisten. Und unsere Hochzeit war schön, aber sicher nicht der schönste Tag im Leben.
Nachdenkliche Grüße
Nora
Kommentare
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wir haben geheiratet, nachdem wir 12 jahre zusammen waren. ich selbst hatte nie diese romantisch-verkläre vorstellung, dass dieser tag der perfekteste und tollste in meinem leben werde soll und ich da prinzessin spielen will ;-) (mein mann übrigens auch nicht - wir sind da beide sehr pragmatisch ;-) ). uns war wichtig, dass wir die hochzeit allein finanzieren und somit auch nach unseren vorstellungen ausrichten können. nicht selten gibt es ja dann schon vorher knatsch, wenn sich eltern/schwiegereltern beteiligen wollen und aber auch gern eigene idee mit einbringen wollen ;-). wir wollten eigentlich in erster linie ein schönes fest mit unseren familien und freunden feiern und haben nach einem analss gesucht ;-).
ich hatte ein schlichten klassischen zweiteiler (langer rock und eine corsage) an, der recht günstig war. ich wollte keinen kopfschmuck, keine handschuhe oder sonstigen firlefanz. die schuhe waren von deichmann und die tasche sowie mein schmuck von ebay ;-). wir haben auch eher "günstig" geheiratet, weil es uns auch unangemessen erschien, für einen tag eine horrende summe bereits in kleidung und ringe zu investieren. wir haben dann in einem schönen restaurant (http://www.kavalierhaus-caputh.de/) gefeiert und da mit unseren lieben einen schönne tag verbracht, der allen in erinnerung geblieben ist.
ich finde, hochzeiten sind so individuell wie das paar, dass sie plant. wenn ich das lese, was du über eure schreibst, nora, wäre ich bei eurer hochzeit gern dabei gewesen und hätte mich sehr wohl gefühlt
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Muss denn eine Hochzeit der schönste Tag im Leben sein? Damals kam mir unsere Hochzeit wie der schönste Tag im Leben vor, aber heute ist es definitv der Tag, an dem ich unseren Kurzen zur Welt gebracht habe und er auf meinen Bauch gelegt wurde. Und so wird bestimmt irgendwann einmal auch dieser Tag von dem nächsten schönsten Tag abgelöst werden.
Und zur Frage: Ja, ich bin im Rückblick mit unserer Hochzeit zufrieden. Wir haben an einem Mittwoch standesamtlich geheiratet im engsten Familienkreis mit anschließendem tollen Essen. Und am Samstag drauf haben wir ne große Party gefeiert in einer gemieteten "Kneipe". Mit 100 Leuten haben wir bis morgens um 3.30 Uhr richtig "die Sau rausgelassen".
Das alles hätte ich nie und nimmer an einem einzigen Tag erleben wollen (so standardmäßig Trauung, Feier, Essen alles in einem Abwasch).
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Ja ich bin mit unserer Hochzeit zufrieden..wir waren 10 Jahre zusammen und ich hab ein paar Träume von mir verwirklicht..mir war das einfach wichtig..ich wollte ein tolles Kleid,einen Gospelchor,Blumenmädc hen,wir haben auf einer Burg gefeiert..hatten eine tollen Polterabend mit tollen Freunden..ich denke gerne dran zurück..
und trotzdem..viel wichtiger ist es mir,dass ich immer noch den tollen Mann an meiner Seite habe und es zwischen uns stimmt..das ist viel wichtiger..und Rafaels Geburt hat alles andere in den Schatten g estellt..finde es also sowieso schwierig mit dem schönsten Moment..es kommt ja noch so viel..
Und was hab ich von einer tollen Feier,wenn die ehe nicht hält..
Ja aber ich bin auch ehrlich..ich denke gerne zurück und freue mich über ein paar umgesetzte Träume..dafür hab ich aber auch 10 jahre "gewartet"bis das so gehen konnte.
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Ich bin aber allerdings auch nicht die, die im Märchenprinzessinnenoutfit vor dem Altar das Ja haucht und alle hinter mir in Ohmacht kippen müssen. ;-) Daher: ja, ich bin zufrieden.
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Wir haben im Ettlinger Schloss geheiratet, was aber einfach der Ort des Standesamts dort für Trauungen war damals und danach hatten wir davor einen Empfang für alle und nachher "nur" für die Familie und engste Freunde Kaffee und Kuchen, anschließend Buffetessen in einem Restaurant (watts, Ettlingen).
Bis zum Kaffee war es schön für mich, nach dem Abendessen begann die Musik und einige Verwandte sind dann nach und nach etwas negativ aufgefallen. Das habe ich leider nicht vergessen können...auch das mein Mann mit seinen Kumpels noch bis 4.30 Uhr anstoßen und aehhh, Trinklieder singen musste, zu einem Zeitpunkt wo man mich schon hätte vor lauter Müdigkeit auf dem Stuhl einschlafen sehen (wenn ich nicht noch die Freundinnen und Ehefrauen der Freunde als Gäste gehabt hätte). Zu den Trauzeugen haben wir fast keinen Kontakt mehr.
Sonst war es ein schöner Tag, das Wetter für September gut und in Erinnerung geblieben ist mir eigentlich mehr die schöne Reise nachher nach Andalusien...da möchten wir auch gerne wieder hin, wenn wir gespart haben...
Das Kleid habe ich noch im Schrank, es ist eine Corsage und ein A-Linie Rock, beides Seidenstoff und wunderschön für mich, aber eher selten einsetzbar. Aber gut, Bekannte von uns haben den Usus, am Tag nach der Hochzeit mit Brautkleid und Anzug ins Meer zu steigen und das Kleid/den Anzug nachher zu schrotten...hmmm, bei EUR 2.000,-- für das Brautkleid der Bekannten alleine wäre mir das zu schade, aber gut, jeder wie er es mag. Es kommt nicht auf die Art und Fülle an, denke ich, eher welche schöne Erinnerungen man verbindet und da kann ein Gartenfest genauso schön sein wie eine Feier mit allem Pomp!
LG!
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Wir wollten die Märchenhochzeit und haben sie unseren Eltern sei Dank auch verwirklichen können..und das war und ist im Nachhinein für uns genau richtig.
Das Kleid war ein Prizessinenkleid aber aus der mittleren Preislage. Mit Schleppe ect. Man muß aber dazu sagen das wir viele Freunde haben die anscheinend nur drauf gewartet haben das wir sagen wie heiraten. So wurden viele Dinge ganz spontan übernommen.
Wir haben im Bekanntenkreis
Eien 2 Mann Band
Eine Kosmetikerin
Eine Friseurin
Einen ausgebildeten Tenor ( das war gut für den Gottesdienst)
Einen Kutschen und Pferdebesitzer
ect
All die Dinge haben sie uns dann angeboten und wir haben angenommen.
So war der Tag erfüllt von Standesamt, Empfang zu Hause über Mittag, Kutschfahrt zur Kirche anschließend große Feier mit ca 80 Gästen im Hotel. Das mitten im August mit fast 30 Grad im Schatten wo es vorher Wochenlang geregnet hatte.
Die Beiträge der Gäste waren toll ...klar den negativ auffallenden Gast gab es auch aber das haben wir so garnicht mitbekommen.
Also für mich war es einer der schönsten Tag. Ich finde auch eine Hochzeit muß zum Paar passen. Wir haben auch schon mit Freunden im Partyzelt gefeiert bei einem kanadisch angehauchten Buffett weil sich die beiden in Kanada kennegelehrnt haben.
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Die Hochzeit selber haben wir nur im engsten Familienkreis gefeiert - unsere Eltern, Geschwister, Großeltern und wir - wir waren keine 20 Mann ;-) Ich fand das aber super schön so - alle hatten einen wirklich engen Bezug zueinander und jeder konnte sich mit jedem unterhalten, alles ganz entspannt und unstressig. Wir haben zwar nur standesamtlich geheiratet, aber ich habe trotzdem mein Traum-Brautkleid getragen - recht schlicht, aber mit so ganz weiten transparenten Ärmeln, so ein bischen Herr-der-Ringe-Elben-mäßig ;-) Das hat von der Atmosphäre her ganz gut gepasst, weil wir auf einer Burg hier in der Nähe geheiratet haben. Gefeiert haben wir nur bis kurz nach 20 Uhr, das hat aber allen völlig gereicht. Mein frisch angetrauter Gatte und ich haben im "Brautgemach" der Burg genächtigt, das war sooooooo romantisch
Am Tag nach der Hochzeit habe ich dann mit ein paar ganz lieben Freundinnen noch eine "After-Wedding-Party" in einem Irish Pub gefeiert, in dem an diesem Abend auch meine hiesige Lieblings-Band (unplugged) gespielt hat. Ich liebe Pubs, ich liebe Live-Musik und meine Mädels sowieso - das war die perfekte Abrundung der Hochzeit code[love100.gif]
Edit: Was mir noch zum Stichwort "perfekt" einfällt: während unserer Flitterwochen in Kanada hatten wir im Vorfeld keine Unterkünfte gebucht, sondern uns immer spontan etwas gesucht. Einmal sind wir in einem recht schäbigen Motel hängen geblieben, weil wir einfach platt waren und keine Lust mehr hatten, noch lange herumzusuchen. Wir sind dann abends mit Dosenbier, Kartoffelsalat aus dem Kühlregal und ein paar kalten Burgern auf dem verwanzten Motel-Bett gesessen und es hat sich trotzdem absolut richtig und perfekt angefühlt, weil wir eben uns hatten - das war das einzige, was zählte. Jetzt im Nachhinein finde ich das sogar irgendwie romantisch ;-)
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das teuerste war das essen, das hat uns mein vater spendiert (ganz stolzer vater der braut ;-) ) und unsere ringe, da haben wir tatsächlich ein bisschen mehr ausgegeben. wir wollten sie zeitlos und schlicht in einer guten qualität.
also ja, ich denke sehr gern an meine hochzeit zurück, ich habe diesen tag sehr genossen. alles in allen wohl eher eine low-budget feier aber für uns die einzig richtige, alles andere wäre nicht authentisch gewesen!
nur das wir keine hochzeitsreise gemacht haben ärgert mich im nachhinein doch etwas, von den geschenken wäre das möglich gewesen, aber meinem mann war es zu der zeit leider wichtiger unseren autokredit damit auszulösen ... :sad: unromantischer kerl! :wut93
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Ich hatte das dazu eine Rund-um-Erneuerung beim Friseur mit Hochsteckfrisur, Augenbrauen zupfen und färben und natürlich Make-Up. Obwohl wir nur standesamtlich geheiratet haben hatte ich auch ein weißes schulterfreies Traumkleid mit Schleppe und dazu Satinschuhe. Das musste einfach sein, da bin ich ganz Mädchen :sunny: Um die Schultern hatte ich dann für draußen eine weiße Wolldecke...
Die Schuhe sind dank des Wetters natürlich ruiniert und das Kleid hat einen grauen Rand.
Am Standesamt haben wir mittags einen kleinen Sektempfang gemacht und dann sind alle erstmal nach Hause gefahren. Das hatten wir so vereinbart, damit Leonard seinen Mittagsschlaf machen konnte und wir auch ein wenig Ruhe hatten.
Abends haben wir dann ein einem Gasthof eine wunderschöne Feier mit Buffet und DJ gehabt. Unseren Eröffnungstanz haben wir zu einem unserer Lieblinglieder (Subway to Sally "Seemannslied") getanzt. Und weil Leonard wie immer nur bei Mama oder Papa sein wollte, haben wir halt zu dritt getanzt. Das war sooooooo schön...
Eigentlich hatte ich auch nicht geplant Leonard den ganzen Abend zu schleppen und hatte gehofft, dass er ausnahmsweise mal in seinem Kinderwagen schläft. Ein Stündchen hat er das sogar getan :happy273: Tja und danach wurde das schöne weiße Kleid, dann halt von der Manduca verhüllt ;-)
Spiele, Torte anschneiden und Brautstrauß werfen wurde alles immer zu dritt gemacht.
Die Torte war auch ein ganz besonderes Highlight. Die hat uns meine Mama als Hochzeitsgeschenk gemacht. Sie bestand aus zwei Herzen und drauf waren ein paar Schoko-Eisenbahnschienen und Jim Knopf und Lukas aus Marzipan. Dazu muss man wissen, dass das Lied "Eine Insel mit zwei Bergen" auf Leonard magische Wirkung hat und somit entsprechend oft bei uns gespielt oder gesungen wird...
Also ich kann nur sagen anfangs dachte ich es kann keine Traumhochzeit werden. Ich durfte ja nichts trinken durfte wegen des Stillens und wie sollte das überhaupt mit dem Kleid gehen...Außerdem war unser Budget auch nicht sooo wahnsinnig groß. Es war ein ganz toller Tag. Es hätte nicht schöner sein können es war genauso, wie es zu uns passt. *Hach*