Für mich ist das in zwei Hinsichten ein besonderer Tag. Vor 21 Jahren, also am 6. Oktober, hab ich mein erstes Kind bekommen und ich war hochschwanger, als die Mauer fiel, war hin - und hergerissen zwischen Teilnahmslosigkeit den politischen Ereignissen gegenüber, weil ich so auf das Kind gewartet habe und Freude über den Mauerfall.
Wenn ich zurückdenke an die Bilder, wie die Leute quasi aus der DDR rausgequollen sind, krieg ich immer noch eine Gänsehaut und ich finde es toll, dass die Mauer damals gefallen ist. Mich läßt es nicht kalt und ich fände es schlimm, wenn es die DDR in der damaligen Form noch geben würde.
Ich feier jetzt allerdings nicht, aber dran denken tu ich schon.
Ich habe den Mauerfall damals nicht bewusst mitbekommen. Ich war 6, und wir hatten keinerlei Verbindung in die ehemalige DDR ... meine Eltern waren auch nie politisch interessiert, daher wurde auch zu Hause nicht drüber gesprochen. Ich habe irgendwann im 3. oder 4. Schuljahr im Sachunterricht, als wir die Bundesländer gemacht haben, dann gelernt, dass es "alte" und "neue" gibt ;-)
Mein persönlicher Bezug zu dem Tag ergibt sich daraus, dass mein Vater 1995 am 3. Oktober seinen 1. Herzinfarkt hatte ... das ist immer das 1. Ereignis, das mir zu dem Datum einfällt.
Ich als oller Ossi (der nun schon seit 12 Jahren "drüben" lebt) finde den 3.Oktober unwichtig. Der Tag wirde von oben als Tag der Einheit festgelegt und fertig. Ich finde den nicht besonders. Dafür denke ich immer am 7.Oktober an den alten "Tag der Republik" und denke zurück, wie es war, wie es es jetzt ist und erinnere mich an meine Kindheit die doch sehr behütet war. Im Nachhinein bin ich froh, daß ich nur als Kind die DDR erlebt habe, denn da war wirklich alles gut. Wäre ich älter gewesen wären schon politischere Dinge auf mich zu gekommen .....
Ich hätte den 9.November wesentlich besser gefunden als Tag der deutschen Einheit, nur dummerweise fielen da ja irgendwie permanent andere Ereignisse drauf so daß der wohl terminlich nicht in Frage kam. Aber der Bezug wäre eher gegeben gewesen.
Snoopy: Alte und neue Bundesländer in der Schule zu lernen und zuhause nicht drüber zu reden, finde ich irgendwie befremdlich. (Soviel jünger biste ja nun auch nicht...) Dafür muss man doch nicht politisch sein um das mal eben zu erwähnen... :traurig41:
Wie gesagt, sowas (also, aktuelle politische Ereignisse) war bei meinen Eltern nie Gesprächsstoff, erst recht nicht mit uns Kindern ... und unter Kindern auf dem Schulhof auch nicht. Der Osten ist weit weg von Köln ... wir kannten einfach keinen, der in irgendeiner Weise Konakte nach "drüben" gehabt hätte (sei es Bekannte, Verwandte, ....). Vielleicht ist es erwähnt worden - ich erinnere mich jedenfalls nicht daran ... meine früheste Erinnerung ist eben die beim Lernen der Bundesländer in der Schule.
(später habe ich das fehlende Wissen übrigens nachgeholt ;-) ... ich hatte Geschichte als Abifach, und habe mich gerade für die halbwegs jüngere deutsche Geschichte sehr interessiert ... aber das war eben viel später!)
Nur so als naive Frage - hast du das überhaupt nicht mitbekommen damals? Dafür muss man doch keine Verwandten haben um zu merken daß die Mauer fällt... :traurig41: :oops:
Und gleich Geschichte als Abifach ist ja nun der totale Streber... ;-)
Ich sehe daß sicherlich auch anders weil es für mich wesentlich weitreichendere Folgen hatte als für dich. Für mich änderte sich ja alles als Kind. Aber ich fand das auch total spannend! Daß die DDR "schlecht" war, habe ich gar nicht wahrgenommen, deswegen erinnere ich mich vermutlich auch eher an den 7.10. ... ich weiß wie ich mit meiner Mama auf MOntagsdemos war, wie die Züge durch Dresden fuhren und mehrere Nächte lang fast nur Polizei und Krankenwagensirenen zu hören waren. Ich dachte, es käme Krieg. :shock: DAS weiß ich noch.
Aber ich weiß auch, wieam 1.7.1990 die D-Mark kam, das werde ich mein Lebtag nicht vergessen. Ich habe 2 Euro von meiner Mama bekommen mit den Worten "Aber gib nicht alles auf einmal aus!" (Da sieht man, wie wertvoll die für meine Eltern war!! ;-) ) und ich? Ich gehe in den nächsten Laden (da war ja plötzlich alles bunt und die Regale waren voll!) und gebe 1,99€ für einen kleinen Plüschpanda aus. :happy273: Den hab ich noch heute.
An die Einführung des Euro kann ich mich auch erinnern, aber bspw. nicht mit Datum. Weder das Jahr noch der Tag. :oops: Aber da weiß ich, daß ich als erstes nen 20er abgehoben habe. ;-)
Die Kindheitserlebnisse der Wende die bleiben aber eingebrannt...
Nur so als naive Frage - hast du das überhaupt nicht mitbekommen damals? Dafür muss man doch keine Verwandten haben um zu merken daß die Mauer fällt... :traurig41: :oops:
Nein, ich glaube nicht ... wie gesagt, ich war 1989 6, wurde kurz darauf 7 ... ich kann mich nicht daran erinnern, dass irgendwo drüber gesprochen wurde, außer eben später in der Schule. Da war ich aber schon älter, mindestens 2./3. Schuljahr würde ich schätzen. Ich glaube nicht, dass mir vorher bewusst war, dass es eine DDR und eine Mauer gibt.
Für uns änderte sich in dem Moment ja nix ... ich weiß im Nachhinein von Freundinnen, dass bei denen zu Hause drüber gepsrochen wurde, bzw. sie das Ganze im Fernseher gesehen haben - aber bei uns zu Hause war's kein Thema.
Ich bin ja in einem ähnlichen Alter wie du, Snoopy, und ich muss auch sagen, dass ich persönlich nichts von Mauerfall oder der DDR mitbekommen hab.
Die DDR war für uns in Oldenburg eben ein Land, gegen das man im Sport gewinnen wollte und wo manche Menschen Pakete hingeschickt haben, weil die bestimmte Lebensmittel nicht hatten - sagen zumindest meine etwas älteren Schwestern.
Natürlich hat man sich dann später damit schon irgendwie auseinandergesetzt, aber erst im Studium bin ich persönlich mit Leuten in Kontakt gekommen, die 'echt' in der DDR gelebt haben und da merke ich schon immer wieder, wie viele Gerüchte/Märchen hier im "WEsten" kursieren, die mir zumindest nie bestätigt wurden.
GErade so Themen wie Überwachung, Bananen etc
Vor 21 Jahren, also am 6. Oktober, hab ich mein erstes Kind bekommen und ich war hochschwanger, als die Mauer fiel,
:scratch.: Der Mauerfall war doch erst am 9.November!
Im Oktober waren damals Herbstferien, glaube ich. Ein Klassenkamerad ist in Urlaub gefahren und nach den Ferien haben wir erfahren, daß er mit seiner Mutter über Ungarn geflüchtet ist. Irgendwie bin ich heute noch darüber ganz fassungslos, daß sie einfach weggegangen sind und hier alles zurückgelassen haben.
Ich hätte den 9.November wesentlich besser gefunden als Tag der deutschen Einheit,
Sehe ich genauso. Viele denken doch heute "Tag der Einheit"="Tag des Mauerfalls". Wie es wirklich war, wissen wohl nur diejenigen, die es auch interessiert. Das hat Geschichte wohl so an sich.
Daß die DDR "schlecht" war, habe ich gar nicht wahrgenommen,
Dito. Ich kann mich an Wassermelonen, Negerküsse und Apfelsinen erinnern. Und Spielzeug hatten wir wohl auch nicht zu wenig. Als Kind hat man eben andere Bedürfnisse.
Wenn im TV mal Berichte über die DDR sind, schaue ich mir das nach Möglichkeit an. Was da manchmal deutlich wird, ist kaum zu fassen, vor allem in Punkto Mangelwirtschaft. Wie oft denke ich "So blöd können die Poliktiker doch gar nicht gewesen sein. Warum haben die nur so einen Unfug verzapft."
Der 3. Oktober ist mir heute eigentlich nur in einer Hinsicht wichtig: da ist bei uns immer großer Flohmarkt auf dem Turnierplatz. Da freu ich mich schon doll drauf und hoffe auf gutes Wetter. Alles andere was mit dem "Tag der deutschen Einheit" zusammenhängt ist unwichtig geworden. Es ist Geschichte und vorbei.
Edit: @wolkenkranich
Ja die West-Packete waren immer toll. Schokolade und Kaugummis und West-Pullover. Das war wie Weihnachten, so ein Paket aufzumachen.
Ich kann mich an kaum was erinnern. Ich war damals 5. Ich weiß, Bananen gab es bei uns ab und zu, Schokolade sowieso. Wir hatten keine West-Beziehungen, Pakete gab es also nicht bzw. erst nach dem Mauerfall, als wir eine Familie aus dem Nordwesten kennengelernt haben.
An die DM kann ich mich auch erinnern. Unser Nachbar schenkte mir und meiner Schwester ganz viel DDR-Kleingeld. Ich habe mich sehr gewundert, dass man das Geld einfach so durch anderes ersetzen kann.
Und irgendwann später kam in den Nachrichten was über Erich Honecker, ich glaube es war die Nachricht über seinen Tod. Ich habe nicht verstanden, warum meine Eltern so auf diesen Mann geschimpft haben. (Kann ich auch jetzt noch nicht, denn zumindest meine Mutter hat immer ganz begeistert von der DDR erzählt. Sie hat da in Jugendgruppen immer irgendwelche Abzeichen und Medaillen bekommen und war unheimlich stolz drauf.)
Also in historischer Hinsicht ist mir der Feier- bzw. ja eher Gedenktag schon wichtig. Persönlich nicht so. Das war mir lange Zeit alles ziemlich egal, wie groß Deutschland nun ist. Für mich war Dresden alles was ich brauchte, meine kleine Heimat.
Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wobei ich es dann nicht unbedingt mit dem 3. Oktober in Verbindung bringe. Ich lebte damals mit meiner Familie in Nordhessen ganz nah an der Grenze zu Thüringen. Auf einmal war so viel los in unserem kleinen Städtchen. Wir haben in Erfurt Verwandtschaft, so dass sämtliche Familienmitglieder zu uns kamen, ganz spontan und dann bei uns übernachtet haben. Haben damals mit Matratzen improvisiert und es war richtig gemütlich.
Irgendwann nahmen die Besuche Überhand, zumal sie immer unangemeldet erfolgten ;-) Aber das ist eine andere Sache.
Ich weiß noch, dass ich die Kinder aus der ehemaligen DDR um das Begrüßungsgeld beneidet habe. 100 DM war damals für mich unvorstellbar viel Geld. Bei Karstadt war ein kind neben mi, was sich zwischen zwei Puppen entscheiden sollte (wollte es sich vom Begrüßungsgeld kaufen) und dann hat sie beide genommen und ich geglotzt ;-)
Für mich ist der der 3. Oktober auch kein besonderer Tag. Die Mauer fiel ja schließlich fast ein Jahr vorher. Eben im November 1989. Aber es ist ja auch nicht Tag des Mauerfalls, sondern Tag der deutschen Einheit und das dann sicher im politischen Sinne. Mit dem Mauerfall war ja zunächst erstmal Reisefreiheit gegeben, auch wenn klar war, dass es zu einer Vereinigung kommt, sonst hätten wir ja auch nicht alle die 100 DM bekommen. Ich kaufte mir davon übrigens eine Barbie, einen Walkman und einen Schwung Kassetten. Zuhause wurde auf DT64 das Depeche Mode 101-Konzert übertragen und ich nahm das gleich auf und war selig. Das sind meine ersten Erinnerungen an die Zeit. Die Autoschlangen in Richtung Westen und das Gefühl eines Bettlers beim Abholen des Begrüßungsgeldes habe ich auch noch in Erinnerung, aber halt negativ.
Also die Vereinigung war ja ein Prozess, und so ist klar, dass der Feiertag nur soz. ein symbolisches Datum ist. Aber wie gesagt, begehen tue ich den Tag nicht. Man denkt mal dran, aber das war es dann auch schon.
Und klar habe ich mich geärgert, dass es wieder aufs Wochenende fiel und wenn der 3. Okt. aufs WE fällt, fällt auch der Reformationstag auf den gleichen Wochentag und es fällt noch ein Feiertag flach.
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Wenn ich zurückdenke an die Bilder, wie die Leute quasi aus der DDR rausgequollen sind, krieg ich immer noch eine Gänsehaut und ich finde es toll, dass die Mauer damals gefallen ist. Mich läßt es nicht kalt und ich fände es schlimm, wenn es die DDR in der damaligen Form noch geben würde.
Ich feier jetzt allerdings nicht, aber dran denken tu ich schon.
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Mein persönlicher Bezug zu dem Tag ergibt sich daraus, dass mein Vater 1995 am 3. Oktober seinen 1. Herzinfarkt hatte ... das ist immer das 1. Ereignis, das mir zu dem Datum einfällt.
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Ich hätte den 9.November wesentlich besser gefunden als Tag der deutschen Einheit, nur dummerweise fielen da ja irgendwie permanent andere Ereignisse drauf so daß der wohl terminlich nicht in Frage kam. Aber der Bezug wäre eher gegeben gewesen.
Snoopy: Alte und neue Bundesländer in der Schule zu lernen und zuhause nicht drüber zu reden, finde ich irgendwie befremdlich. (Soviel jünger biste ja nun auch nicht...) Dafür muss man doch nicht politisch sein um das mal eben zu erwähnen... :traurig41:
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(später habe ich das fehlende Wissen übrigens nachgeholt ;-) ... ich hatte Geschichte als Abifach, und habe mich gerade für die halbwegs jüngere deutsche Geschichte sehr interessiert ... aber das war eben viel später!)
4,111
Und gleich Geschichte als Abifach ist ja nun der totale Streber... ;-)
Ich sehe daß sicherlich auch anders weil es für mich wesentlich weitreichendere Folgen hatte als für dich. Für mich änderte sich ja alles als Kind. Aber ich fand das auch total spannend! Daß die DDR "schlecht" war, habe ich gar nicht wahrgenommen, deswegen erinnere ich mich vermutlich auch eher an den 7.10. ... ich weiß wie ich mit meiner Mama auf MOntagsdemos war, wie die Züge durch Dresden fuhren und mehrere Nächte lang fast nur Polizei und Krankenwagensirenen zu hören waren. Ich dachte, es käme Krieg. :shock: DAS weiß ich noch.
Aber ich weiß auch, wieam 1.7.1990 die D-Mark kam, das werde ich mein Lebtag nicht vergessen. Ich habe 2 Euro von meiner Mama bekommen mit den Worten "Aber gib nicht alles auf einmal aus!" (Da sieht man, wie wertvoll die für meine Eltern war!! ;-) ) und ich? Ich gehe in den nächsten Laden (da war ja plötzlich alles bunt und die Regale waren voll!) und gebe 1,99€ für einen kleinen Plüschpanda aus. :happy273: Den hab ich noch heute.
An die Einführung des Euro kann ich mich auch erinnern, aber bspw. nicht mit Datum. Weder das Jahr noch der Tag. :oops: Aber da weiß ich, daß ich als erstes nen 20er abgehoben habe. ;-)
Die Kindheitserlebnisse der Wende die bleiben aber eingebrannt...
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Nein, ich glaube nicht ... wie gesagt, ich war 1989 6, wurde kurz darauf 7 ... ich kann mich nicht daran erinnern, dass irgendwo drüber gesprochen wurde, außer eben später in der Schule. Da war ich aber schon älter, mindestens 2./3. Schuljahr würde ich schätzen. Ich glaube nicht, dass mir vorher bewusst war, dass es eine DDR und eine Mauer gibt.
Für uns änderte sich in dem Moment ja nix ... ich weiß im Nachhinein von Freundinnen, dass bei denen zu Hause drüber gepsrochen wurde, bzw. sie das Ganze im Fernseher gesehen haben - aber bei uns zu Hause war's kein Thema.
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Die DDR war für uns in Oldenburg eben ein Land, gegen das man im Sport gewinnen wollte und wo manche Menschen Pakete hingeschickt haben, weil die bestimmte Lebensmittel nicht hatten - sagen zumindest meine etwas älteren Schwestern.
Natürlich hat man sich dann später damit schon irgendwie auseinandergesetzt, aber erst im Studium bin ich persönlich mit Leuten in Kontakt gekommen, die 'echt' in der DDR gelebt haben und da merke ich schon immer wieder, wie viele Gerüchte/Märchen hier im "WEsten" kursieren, die mir zumindest nie bestätigt wurden.
GErade so Themen wie Überwachung, Bananen
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Im Oktober waren damals Herbstferien, glaube ich. Ein Klassenkamerad ist in Urlaub gefahren und nach den Ferien haben wir erfahren, daß er mit seiner Mutter über Ungarn geflüchtet ist. Irgendwie bin ich heute noch darüber ganz fassungslos, daß sie einfach weggegangen sind und hier alles zurückgelassen haben.
Sehe ich genauso. Viele denken doch heute "Tag der Einheit"="Tag des Mauerfalls". Wie es wirklich war, wissen wohl nur diejenigen, die es auch interessiert. Das hat Geschichte wohl so an sich.
Dito. Ich kann mich an Wassermelonen, Negerküsse und Apfelsinen erinnern. Und Spielzeug hatten wir wohl auch nicht zu wenig. Als Kind hat man eben andere Bedürfnisse.
Wenn im TV mal Berichte über die DDR sind, schaue ich mir das nach Möglichkeit an. Was da manchmal deutlich wird, ist kaum zu fassen, vor allem in Punkto Mangelwirtschaft. Wie oft denke ich "So blöd können die Poliktiker doch gar nicht gewesen sein. Warum haben die nur so einen Unfug verzapft."
Der 3. Oktober ist mir heute eigentlich nur in einer Hinsicht wichtig: da ist bei uns immer großer Flohmarkt auf dem Turnierplatz. Da freu ich mich schon doll drauf und hoffe auf gutes Wetter. Alles andere was mit dem "Tag der deutschen Einheit" zusammenhängt ist unwichtig geworden. Es ist Geschichte und vorbei.
Edit: @wolkenkranich
Ja die West-Packete waren immer toll. Schokolade und Kaugummis und West-Pullover. Das war wie Weihnachten, so ein Paket aufzumachen.
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An die DM kann ich mich auch erinnern. Unser Nachbar schenkte mir und meiner Schwester ganz viel DDR-Kleingeld. Ich habe mich sehr gewundert, dass man das Geld einfach so durch anderes ersetzen kann.
Und irgendwann später kam in den Nachrichten was über Erich Honecker, ich glaube es war die Nachricht über seinen Tod. Ich habe nicht verstanden, warum meine Eltern so auf diesen Mann geschimpft haben. (Kann ich auch jetzt noch nicht, denn zumindest meine Mutter hat immer ganz begeistert von der DDR erzählt. Sie hat da in Jugendgruppen immer irgendwelche Abzeichen und Medaillen bekommen und war unheimlich stolz drauf.)
Also in historischer Hinsicht ist mir der Feier- bzw. ja eher Gedenktag schon wichtig. Persönlich nicht so. Das war mir lange Zeit alles ziemlich egal, wie groß Deutschland nun ist. Für mich war Dresden alles was ich brauchte, meine kleine Heimat.
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Irgendwann nahmen die Besuche Überhand, zumal sie immer unangemeldet erfolgten ;-) Aber das ist eine andere Sache.
Ich weiß noch, dass ich die Kinder aus der ehemaligen DDR um das Begrüßungsgeld beneidet habe. 100 DM war damals für mich unvorstellbar viel Geld. Bei Karstadt war ein kind neben mi, was sich zwischen zwei Puppen entscheiden sollte (wollte es sich vom Begrüßungsgeld kaufen) und dann hat sie beide genommen und ich geglotzt ;-)
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Also die Vereinigung war ja ein Prozess, und so ist klar, dass der Feiertag nur soz. ein symbolisches Datum ist. Aber wie gesagt, begehen tue ich den Tag nicht. Man denkt mal dran, aber das war es dann auch schon.
Und klar habe ich mich geärgert, dass es wieder aufs Wochenende fiel und wenn der 3. Okt. aufs WE fällt, fällt auch der Reformationstag auf den gleichen Wochentag und es fällt noch ein Feiertag flach.