Beim Durchlesen des Blöde-Sprüche-Threads hatte ich grade einen interessanten Gedanken... eventuell hilft es Müttern, deren Mütter in ganz besonders starkem Maße anders gestrickt sind als sie selber, sich da etwas anzunähern. Ich selber hatte die Sprüche natürlich noch nicht, freu mich aber auch schon drauf

:roll:
Disclaimer: Ich möchte selber auf jeden Fall stillen, werde mein Kind nach Möglichkeit nicht schreien lassen und was jetzt kommt, ist bloß eine gedankliche Spielerei!

Stellt euch vor, es ist 2035. Unsere Kinder sind erwachsen und eure Tochter oder Schwiegertochter hat grade ein Baby bekommen.
In den 2020er Jahren haben führende Ernährungsmediziner festgestellt, dass die um 1995-2010 geborene Generation unter starken Mangelerscheinungen leidet, die darauf zurückzuführen sind, dass die Muttermilch für die veränderten Bedürfnisse des 21. Jahrhunderts nicht ausreicht. Also wird wieder mit Flasche gefüttert, mit Hipp-Gläschen ab dem 3. Monat.
Außerdem haben Psychologen in einer bahnbrechenden Studie unter Beobachtung von 300.000 Kindern zwischen 2000 und 2015 herausgefunden, dass Kinder unabhängiger und psychisch gefestigter werden, wenn man sie schreien lässt.
Kaiserschnitte sind dank neuester Technologie eine so unproblematische Sache geworden, dass kaum ein Kind mehr auf dem so genannten natürlichen Wege zur Welt kommt, außer vielleicht mal im Taxi.
Und wir sitzen daneben und kriegen die Krise, versuchen unseren Töchtern klarzumachen, was das für ein Wahnsinn ist, ihr Kind erst mit Futter vollzustopfen und dann schreien zu lassen. "Kinder brauchen Sicherheit! Du darfst dein Baby doch nicht so schreien lassen! Und guck es dir mal an--das wird ja viel zu dick!", während unsere Tochter die Augen verdreht und die Ohren auf Durchzug stellt und und uns dann bittet, wir mögen sie doch bitte ihr Leben leben lassen.
Mütter mit blöden Sprüchen haben's halt alles ganz anders gelernt ;-)
Kommentare
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Bewandert wie ich jetzt mit Kinderpflege bin, bin ich zu meiner Mutter und habe ihr einige Vorwürfe machen müssen. Ich habe ihr gesagt die ganze Penatenschmiererei war nicht so gut für meine Haut, die Antibiotikagabe wegen einer Mittelohrentzündung mit drei Monaten hätte sie mir ersparen sollen, das frühe abstillen war nicht so klasse u.s.w.
Sie mit einem müden Lächeln: "damals war das so und das war das Beste was ich für dich tun wollte"
Ich bis sehr gespannt, welche Vorwürfe mir mein Sohn machen wird, wenn er ein Kind in die Welt setzt und es viele andere neue Erkenntnisse gibt. Ich kann dann auch nur sagen: "Ich wollte nur dein Bestes"
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Was im Umkehrschluß bedeuten würde das es wenig Chancen gibt eine nette Schwiegermutter oder Mutter zu werden :sad: es sei denn wir bleiben wie wir sind und informieren uns fleißig weiter, bleiben offen für neues und lassen die Kinder so machen wie sie wollen :roll:
Na ob das klappt....... :gruebel01:
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klar wollten unsere Mütter/Großmütter zu unserer Babyzeit auch nur das Beste für uns.
Ich finde es aber immer schade, wenn die ältere Generation so garnicht offen für Neues ist oder sich mit den neuesten Erkenntnissen mal auseinandersetzen will.
Ich habe zwei extrem Beispiele: Meine SchwiMu und meine Mutter. Meiner Mutter kann ich alles erzählen und Bücher zum durchschnökern geben und sie setzt sich mit der neuen Situation auseinander und sagt, wenn sie damals schon soviele Informationen gehabt hätte und die Forschung weiter gewesen wäre, hätte sie doch einiges anders gemacht bei der Pflege und Erziehung.
Meine SchwiMu dagegen ist die total verbohrte Person und lässt NICHTS Neues gelten. Alte Zöpfe dürfen um Himmels willen nicht abgeschnitten werden, immer alles schön so lassen wie es immer war. Wenn ich sie das erstemal mit Penatencreme und Puder bei unserer Kleinen erwische, gibst glaub ich mal wieder richtig heftig Krach. Sie ist nämlich unter anderem auch der Meinung, dass genau diese Schmiererei das richtige ist und lässt sich davon mit keinem Argument abbringen. Genauso mit der Schreierei usw. Im Grunde alle blöden Sprüche die es so gibt. Fingernägel schneiden dürfte ich auch nicht (meine neue Hebamme war letzte Woche da und fragte, ob ich schon eine Schere für Babys hätte, hab ich gleich gesagt: Das darf man doch nicht, da schneidet man doch das Leben ab
Ich hoffe ich bin später genauso wie meine Mutter und lasse mir dann von meiner Tochter erzählen, was es so an Neuigkeiten zu dem Thema gibt und blocke nicht alles ab wie meine SchiMu und bestehe auf meiner dann vielleicht verstaubten Meinung.
Gruß
Ellen
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Offenheit für Neues ist das Stichwort... und das gilt nicht nur fürs Kinderkriegen und Schwiegermutter sein. ;-)
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Mensch, das hast Du so plastisch erzählt, dass ich glatt ne Gänsehaut bekommen habe. Ich habe auch schon soooo oft gedacht, ob wirklich alles richtig ist, wie wir das jetzt so machen. Und es kann doch auch nicht alles falsch sein, was früher mal war.
Außerdem hoffe ich doch, dass unsere Mütter und Schwiegermütter jeweils nur das Beste wollen und mit etwas Toleranz sollte man trotzdem miteinander klar kommen. Ich habs sowohl mit Mutter als auch mit Schwiegermutter wohl ganz gut getroffen, die lassen mich machen und wenn ich mal meine Meinung sage, wenn die anders ist als ihre, dann redet mir auch keiner mehr rein.
Liebe Grüße
Heike
PS: Vielleicht solltest Du Bücher nicht nur illustrieren sondern auch selber schreiben
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Und dann noch: stellt Euch vor, Ihr seht einen Tierfilm, so z.B. Mutterbaer mit Babybaer. Ja, und dem Babybaeren geht es echt nicht gut, und die Mutter kriegt das mit. Wir wuerden es doch als "unnatuerlich" empfinden, wenn die Mutter einfach nichts taete um dem kleinen Babybaeren zu helfen oder? Da haette man doch das Gefuehl, Mensch Mamabaer tickt nicht richtig.
Ja, und dann noch: wenn es natuerlich neuere Studien geben wuerde, die wirklich wissenschaftlich und objektiv belegen, dass wir was falsch gemacht haben, und dass man es anders tun muesste, dann waeren wir doch wohl hoffentlich nicht so stur und unbelehrbar? Also ich meine jetzt wirkliche Studien, die nicht von irgendwelchen Konzernen in Auftrag gegeben werden um irgendein Produkt zu promoten.
Ich denke es gibt auch einen gewissen Verdraengungsmechanismus: wenn wir etwas machen, was anderen Menschen weh tut, dann wollen wir uns dem oft gar nicht so aussetzen, weil es oft sehr schmerzhaft ist, das zuzugeben. Das Wissen eigenen Kindern Leid zugefuegt zu haben (weil man sie z.B. hat schreien lassen) muss unheimlich weh tun. Genau das ist wohl bei manchen unserer Muettern der Fall, deswegen verdraengen es wohl viele und sind augenscheinlich so "unbelehrbar". Vielleicht auch: wenn wir es ihnen gleich taeten, dann wuerden sie sich besser fuehlen, wuerden sich bestaerkt in ihrer Erziehung fuehlen. Vielleicht deshalb so oft diese Aufforderung: lasse Dein Kind schreien.
So wie man die Sachen heute sieht, macht es ja das Leben fuer die Muetter vom Arbeitsaufwand nicht leichter (zigmal in der Nacht aufstehen weil Baby schreit, u. ae.). Da wir es uns ja nicht leicht machen und den "steinigeren" Weg gehen, koennen wir hoffentlich besser mit der Kritik unserer Kinder umgehen.
Es ist aber schon ein toller Anstoss die Sachen mal von der Perspektive unserer Muetter zu sehen. Wenn alle Beteiligten das machen wuerden, dann gaebe es bestimmt viel weniger Aerger und Streit. Oeh, sollte ich mich da nicht selber an die Nase fassen? Hilfe!
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ich finde das Gedankenexperiment sehr spannend. Und auch die Diskussion um die Einstellung der Mütter oder Omas...
Dabei finde ich, dass diese Einstellung ganz besonders krass etwas wiederspiegelt, was in unserer Gesellschaft immer mehr "Mode" ist... Der Gedanke und die Einstellung: "Das haben wir schon immer so gemacht!"
Zum ersten Mal ist mir das aufgefallen mit dem Eintritt ins Arbeitsleben. Da kommt man so als Frischling und sieht, was man vielleicht anders oder besser machen möchte... und da kriegt man gesagt: "Nix da, des ham mer scho immer so gemacht..."
Bei meiner letzten Tätigkeit (Qualitätsmanagement) war es genau meine Aufgabe danach zu suchen, was man anders und besser machen kann... meine Güte haben sich da manche Leute angestellt... wieso, weshalb, das haben wir doch schon immer so gemacht...
Ich weiß nicht, ob das Sturheit ist oder einfach Angst... Angst mal was neues zu probieren, einen neuen Weg zu gehen... wenn der nicht weiterführt kann man doch immer noch umdrehen, oder?
Und ich glaube, so sind unsere Mütter und Omas auch. Bei ihnen hat es funktioniert! Wir sind auch alle groß geworden, oder? Und deswegen verstehen sie nicht, warum wir vieles anders machen wollen...
Klar regt es mich auch auf, wenn meine Mutter mich dauernd nervt, ich soll Florian auf den Topf setzen... na und... soll sie doch reden (wobei das der einzige Punkt ist, bei dem sie anderer Meinung ist ;-) )
Ich denke auch, dass sich in der Erinnerung der Mütter und Omas mit der Zeit auch einiges verklärt... Da sind die Kinder schon mit 1 Jahr trocken gewesen... wenn man dann mal nachhakt, dann haben sie zwar mit 1 Jahr schon in den Topf gepieselt, aber nur, weil sie 30 mal am Tag drauf gesetzt wurde... und richtig trocken waren sie dann auch erst 1 bis 1 1/2 Jahre später
Ich hab auch die Befürchtung, dass ich später mal so werde... Ich bin ja jetzt schon so :oops: Na ja, manchmal sehe ich Mütter, da denke ich mir - wie können die nur... Wenn z.B. ein 9 Monate altes Kind mit 5-Minuten-Terrine gefüttert wird :roll: :flaming01:
Da fällt es manchmal schon schwer, den Mund zu halten... und genau so geht es unseren Omis und Mamis auch... ;-)
Ich denke, wir wachsen da alle rein. Wenn die Zwerge erst ein bissel größer sind, dann ist das alles kein Thema mehr und insgeheim sind sie dann stolz, dass wir das gut hingekriegt haben... aber zugeben werden sie es wohl nicht ;-)
Liebe Grüße
Mandy
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In meinem Beispiel da oben war es ja schon fast unrealistisch seriös-- 300.000 Kinder über 15 Jahre, sowas gibt es vermutlich kaum. Aber ich denke, da liegt der Punkt. Vermutlich sind die wenigsten Studien Mittel zum Zweck, um irgendein Produkt zu promoten--sie werden dazu gern genutzt, aber grade in der Psychologie wird doch stärker theoriebasiert gearbeitet, nicht produktorientiert.
Was wir auch gern vergessen, ist, dass es zu jeder Modeerscheinung auch immer Gegenströmungen gibt. Es gibt mit Sicherheit zeitgenössische Studien (wie war das mit dem "Contented baby book" dieser britischen Autorin, das hier vor ein paar Wochen heftig diskutiert wurde?), die meinen, schreien lassen ist gesund, Stillen hilft nicht gegen Krebs und Kaiserschnitte sind ungefährlicher als vaginale Geburten. Das Problem ist immer: Es gibt so viele Faktoren, dass man kaum zu exakten Ergebnissen kommen kann. Und auch das sehen wir grade an einem anderen Thread hier im Forum: man pickt sich immer die Studie raus, die einem grade am besten in den Kram passt, weil man laut derer am wenigsten falsch gemacht hat. Die Mutter eines schwulen Sohnes beispielsweise wird natürlich glauben, dass Homosexualität angeboren und nicht anerzogen ist, um sich selber aus der Verantwortung zu nehmen.
Es wird ja auch in unserer Müttergeneration Frauen gegeben haben, die gestillt haben, die ihr Kind nicht haben schreien lassen usw. Genauso wird es immer Leute geben, die sich gegen den Trend stellen, weil sie nun mal von einer anderen Studie überzeugt worden sind als von der die die Mehrheit der Leute in der Zeit überzeugt hat...
Mama: Bin schon dabei, am Bücher schreiben
360
Na Goldseven, dann druecken wir ganz fest die Daumen, dass das auch noch klappt.[/b][/list][/quote]
59,500
Das ist nämlich mein "persönliches Hauptproblem der Menschheit": Warum kann man/frau nicht einfach auf ihre Instinkte vertrauen? Warum brauchen wir immer irgendwelche Bestätigungen für unser Tun? Warum vertrauen wir Wissenschaftlern mehr als uns selbst? (Zumal in manchen Bereichen echt einiges haarsträubend ist.)
Ich wünsche mir nur eines für die Zukunft: Dass ich die Weisheit habe, so weit über meinen Tellerrand zu blicken, dass ich mich nicht dem Neuen der nächsten Generation verschließe.
@Jenny: Solche Gedankengänge von dir würde ich gern öfter lesen!
:byebye01:
Gisela
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