Scheidenspülung: Keine zuverlässige Verhütungsmethode

Bei der Scheidenspülung wird die Scheide unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr mit Wasser oder einer Spüllösung ausgespült. Ziel ist es, die Spermien wieder aus der Scheide zu entfernen, bevor sie in die Gebärmutter gelangen. Die Methode ist alt und hält sich hartnäckig – als Verhütung ist sie aber nicht geeignet.

Warum die Scheidenspülung nicht schützt

Spermien sind schneller als jede Spülung: Schon wenige Sekunden bis Minuten nach dem Samenerguss haben die ersten Samenzellen den Gebärmutterhals erreicht. Dort sind sie für eine Spülung nicht mehr erreichbar. Im ungünstigen Fall drückt der Wasserstrahl Spermien sogar weiter in Richtung Muttermund.

Entsprechend schlecht ist die Sicherheit: Der Pearl-Index der Scheidenspülung wird je nach Quelle mit etwa 30 und mehr angegeben. Das bedeutet, dass rund jede dritte Frau, die sich ein Jahr lang nur auf diese Methode verlässt, schwanger wird.

Risiken für die Scheidenflora

Die Scheide schützt sich selbst durch ein leicht saures Milieu und Milchsäurebakterien. Regelmäßige Spülungen – vor allem mit Seife, Essig oder parfümierten Mitteln – stören dieses Gleichgewicht. Das kann Reizungen, bakterielle Infektionen und Pilzinfektionen begünstigen. Vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt die Spülung ebenfalls nicht.

Bessere Alternativen

Wenn Sie zuverlässig verhüten möchten, gibt es deutlich sicherere Methoden:

Ist eine Verhütungspanne passiert, ist die „Pille danach“ eine Möglichkeit. Sie ist in Deutschland rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und wirkt umso besser, je früher sie eingenommen wird. Lassen Sie sich zur passenden Verhütung am besten von Ihrer Frauenärztin, Ihrem Frauenarzt oder einer Beratungsstelle beraten.

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