Der "Früher..."-Thread

TinaLunaTinaLuna

3,602

bearbeitet 11. 05. 2006, 13:28 in Plauderecke
hallo guten morgen!

mir fällt immer wieder auf, dass viele leute gerne mit "früher war alles besser" oder "wir haben das früher aber so gemacht" oder ähnlichem argumentieren.

ich finde, das ist im grunde ein spannendes thema, wir könnten doch mal die kuriositäten von früher zusammentragen - egal ob sitten und gebräuche, kindererziehung oder ernährung!

ich fang gleich mal an mit der rokoko-zeit (hab ich in geschichte gelernt):

aus dieser zeit stammt das "beim gähnen die hand vor den mund halten" - besonders in geschlossenen räumen (theater z. b.). unsere vorfahren hatten so einen mundmuff durch die verfaulten zähne, dass es zum umfallen gestunken haben muss.

auch das "kleine-finger-abspreizen" beim essen und trinken kommt aus dieser zeit. der kleine finger wurde zum kratzen und bohren an allen möglichen und unmöglichen körperstellen hergenommen und da sich nicht gewaschen wurde, hat er natürlich besonders gestunken und wurde daher abgepreizt. (hihi, ich muss immer lachen, wenn ich jemanden seh, der das macht!!!) :grin:

Kommentare

  • TinaLunaTinaLuna

    3,602

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    mmmh... spiel ich hier mit mir allein? ;-)

    in den 50er jahren wurden 3 wochen alte babies mit brei gefüttert - hatte ein kinderarzt beschlossen und alle haben es nachgemacht. ging wohl voll in die hose...

    früher hat man den kindern, wenn sie etwas verbotenes getan haben, einen richtig festen schlag auf die finger gegeben - ohne etwas zu sagen, ohne ärgerlich zu sein. sie sollten "nur" den schmerz spüren und ihre weiteren verfehlungen aus angst vor erneutem schmerz sein lassen.

    und nooooch viel früher haben die damen kleine fellkugeln wie handtaschen getragen - da sollten dann ihre eigenen flöhe hinhüpfen, damit sie etwas ruhe vor den quälgeistern hatten. :biggrin:
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Wann war denn das mit den Flöhen? :shock:
  • dccdcc

    628

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    @ TinaLuna

    eine Superidee dieser Thread. Ich würde auch gerne mit solchem Spezialwissen aufwarten, aber mir fehlen da die Quellen. Es ist auf jeden Fall schon belustigend, was die Leute sich früher haben einfallen lassen, um die Folgen ihrer Waschphobie einzudämmen. Dabei wäre hin und wieder mal waschen so viel einfacher gewesen. Aber es war ja wohl so, daß es vornehmlich in den adligen Kreisen als unschicklich galt, sich zu waschen. Die ärmeren Bürger haben da wohl mehr Hygiene an den Tag gelegt.

    Ich lese bzw. las (bevor ich Paul hatte) ja viel historische Romane. Am Hofe der französischen Könige ging es ja teilweise eklig her. Im Louvre und in Versailles muß es ja oft widerlich gestunken haben, wenn es stimmt, daß die Herrschaften sich dort überall, wo es ihnen in den Sinn kam erleichterten.

    Liebe Grüße
    Jana
  • TinaLunaTinaLuna

    3,602

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    @marlies: das war auch zur rokokozeit - die haben sich doch nicht gewaschen aus angst vor der pest (die steckte nämlich im wasser) - nur gepudert *ihgittihgitt*

    jana, die haben wohl gestunken wie die rätze *lach*

    aber es weiss doch bestimmt jemand noch so tolle weisheiten von mama, oma oder uroma?

    stimmt es z.b. eigentlich, dass man kuchen nicht essen darf, wenn er noch warm ist? also ich hab davon noch nie bauchschmerzen gekriegt...
  • Caro2310Caro2310

    20,547

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ähhhhhhhhhh, ab wann ist denn für Euch früher? Wenn ich die Baby-Zeit meiner Tochter (Heute 18) mit der von Torben vergleiche scheinen dazwischen Welten zu liegen.

    Lieber Gruß
    Caro
  • TinaLunaTinaLuna

    3,602

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    ist ganz egal!!! ob nu vor 500jahren oder vor 15 - früher halt ;-)
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ja:
    nach Obst nichts trinken weil Bauchschmerzen
    nicht mit vollem Magen schwimmen gehen (geht man dann unter?)
    Kirschkerne verstopfen den Magen
    :shock:
    Kinder haben am Tisch den Mund zu halten, und auch immer dann,wenn Erwachsene reden.
    Zuviel lesen schadet den Augen ...mir fällt ganz sicher noch mehr ein.
    Ich hatte eine sehr ergiebige Oma. :grin:
    Das mit dem Kuchen hat glaube ich mit der Hefe zu tun.
  • TinaLunaTinaLuna

    3,602

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    oh ja - meine oma auch!

    von melonen nicht die kerne essen, weil dann ne melone im bauch wächst.

    keinen kaugummi schlucken, der klebt den magen zu.

    und ich wurde als ich schon laufen konnte, mit dem laufställchen am küchentisch festgebunden, damit ich mir nicht weh tu (ich hab da ganze tage drin verbracht...). :shock:
  • catpowercatpower

    719

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    "früher" (ich weiß leider nicht genau wann - und mag jetzt nicht googeln, wahrscheinlich auch 18. jahrhundert oder so in dem dreh) haben sich frauen tollkirsche in die augen getröpfelt, da der wirkstoff atropin die pupillen erweitert, und die augen dadurch schöner wirken. daher satmmt auch der botanische name der tollkirsche "Atropa BELLADONNA" ;-)
  • tortosa01tortosa01

    556

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Hab die Tage mit meiner Schwiegermutter diskutiert von wegen Vollmilch im ersten Lebensjahr usw.

    Zitat:"Na da wären aber früher viele Kinder verhungert wenn sie keine Milch bekommen hätten"

    Das übliche: "Früher ist auch keiner dran gestorben" und "Ach stell dich nicht so an, alles neumodisches Zeug, früher hats auch funktioniert" zum Thema Honig, kein Zufüttern vor dem 7. Monat und schreien lassen hat sie sich inzwischen abgewöhnt, sie weiß dass ich da nicht mehr mit mir diskutieren lasse :biggrin:

    lg
  • FreyaFreya

    577

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Meine Oma (die 1979 gestorben ist) hat zwischen Weihnachten und Neujahr keine weiße Wäsche gewaschen. Angeblich bringt man sonst im nächsten Jahr jemand in weißer Wäsche aus dem Haus -also es stirbt jemand. Die war sehr abergläubisch.

    In diesem Jahr habe ich darüber einen Bericht im Radio gehört. Scheint bei den älteren Leuten weit verbreitet gewesen zu sein.
  • maxi37maxi37

    5,192

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Wir durften oder sollten nie Grimassen schneiden, weil da das Gesicht so stehen bleibt :grin:. Und wenn das mit den Melonen gestimmt hätte, dann hätt ich megaviele Melonen im Bauch. :biggrin: . ich ess nämlich immer die Kerne mit. :grin: .
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Frueher war ja alles besser :biggrin: : So auch die Jugend ;-)

    "Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe."


    (Keilschrifttext aus Ur um 2000 v. Chr.)


    "Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."


    Sokrates (470 - 399 v. Chr.)
  • supisupi

    8,312

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Sind auch Aberglauben erlaubt?
    Dann mal los:
    Beim Schielen bleiben die Augen stehen.
    Wenn Babys gekitzelt werden, stottern sie später.

    Aber: Ich bin nicht abergläubisch, denn das bringt Unglück. :biggrin: :biggrin:
  • mimmi36mimmi36

    511

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    nicht mit vollem Magen schwimmen gehen (geht man dann unter?)
    Uns wurde früher gesagt, man bekommt einen Herzschlag - wir haben dann auch im Schwimmbad gut aufeinanderaufgepaßt.

    Nicht soviel lesen habe ich auch permanent zu hören bekommen.

    Und meine Mutter hat mir keine Brille verpassen lassen, weil ich davon angeblich schlechtere Augen bekomme. Das Resultat war. dass ich in der Schule mal eine ganze Weile nicht lesen konnte, was an der Tafel stand, und einen Mathe-Wettbewerb total in den Sand gesetzt habe, weil ich die Aufgaben nicht lesen konnte und Angst hatte, was zu sagen . :mad:
  • tortosa01tortosa01

    556

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Uns wurde früher gesagt, man bekommt einen Herzschlag

    Ich würd mir eher Sorgen machen wenn man keinen hat :biggrin:
  • DawnDawn

    3,183

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    maxi37 schrieb:
    Wir durften oder sollten nie Grimassen schneiden, weil da das Gesicht so stehen bleibt :grin:.

    Da gibts hier in München (und woanders sicher auch) eine Postkarte, wo eine (gezeichnete) alte, runzlige Frau einen angrinst. So wurde mir gesagt, dass ich mal aussehe, wenn ich Grimassen schneide oder auch zu viel grinse. :shock: Ich muss jedes Mal dran denken, wenn ih an dieser Karte vorbei laufe.
  • CarolCarol

    1,315

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Und die Babys haben abends an in Rotwein getränkten Tüchern genuckelt, damit sie besser schlafen.

    Und der Kaffee wurde zweimal aufgebrüht. Sonntags das erste mal, dann getrocknet, und am darauf folgenden Sonnabend das zweite mal.
  • AnjaHAnjaH

    25,096

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Zwisachen den JAhren darf man nciht waschen ..man wäscht sonst das Glück aus dem HAus.

    Im Teater darf man nicht pfeiffen.

    Das stammt aus Zeiten in denen überwiegend mit Gas geheizt wurde. wenn es irgendwo Pfiff dachte man sofort nach Gasaustritt udn aht die Vorstellung abgebrochen..deshalb durfte im Zuschauerraum nciht gepfiffen werden.

    Säuglingspflege im Mittelalter
    3.1. Säuglingspflege

    Die Vorschläge, die Ärzte wie zum Beispiel Arnald von Villanova (frühes 14. Jahrhundert) oder Bartholomäus Melthinger (1473) im Mittelalter in ihren Schriften bezüglich Säuglingspflege erteilen, muten erstaunlich "modern" an. Es wird empfohlen, den Säugling

    unmittelbar nach seiner Geburt in lauwarmen Wasser zu baden, einerseits mit dem Ziel ihn zu reinigen, andererseits um den Schock abzumildern, den er vom Übergang vom Mutterleib in die Außenwelt erlitten hat, der durch die kalte Luft hervorgerufen werde. Ebenso solle eine Reizüberflutung, vor allem von blendendem Licht, vermieden werden. Das erwies sich nicht als allzu schwierig, da die Beleuchtung im Mittelalter ohnehin meist sehr spärlich war. Warme Bäder werden auch im weiteren Verlauf der Kindheit gerne gesehen, wobei zu beachten ist, daß das Badewasser der Mädchen etwas wärmer sein soll als das der Knaben.

    Als weiteres – auch heute wieder gepflogenes - Element möchte ich eine Illustration aus der Zeit des Spätmittelalters erwähnen, die zeigt, daß die Hebamme den Säugling, dessen Nabelschnur noch nicht durchtrennt ist, der Mutter auf den Bauch legt.

    Bartolomaeus Anglicus empfiehlt übrigens, den Körper des Kindes mit Rosenwasser und Salz einzureiben, um die Haut zu reinigen. Man glaubte, das Salz schüzte die Gliedmaßen vor Kälte und Hitze, die Haut vor Infektionen. Andere Quellen bevorzugen anstatt des "beißenden Salzes" aber Öl zum Einreiben.



    Auch nett das Thema Taufe und Nottaufe im Mittelalter
    Erhaltene Votivbilder zeigen das Problem, das sich

    durch den Tod eines ungetauften Kindes ergeben konnte.

    Nottaufen kamen aus diesem Grunde häufig vor, sie

    durften auch von den Hebammen vorgenommen werden.

    Des öfteren mußten jedoch auch Ermahnungen gegeben

    werden, daß diese Nottaufen ausschließlich mit Wasser

    vorzunehmen seien, und nicht etwa mit Wein, Milch,

    Bier oder ähnlichem.

    :biggrin:
  • mimmi36mimmi36

    511

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    @tortosa
    Ich würd mir eher Sorgen machen wenn man keinen hat
    Einer ist auch schon bißchen wenig :lol:
  • CosimaCosima

    2,173

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Freya schrieb:
    Meine Oma (die 1979 gestorben ist) hat zwischen Weihnachten und Neujahr keine weiße Wäsche gewaschen. Angeblich bringt man sonst im nächsten Jahr jemand in weißer Wäsche aus dem Haus -also es stirbt jemand. Die war sehr abergläubisch.

    In diesem Jahr habe ich darüber einen Bericht im Radio gehört. Scheint bei den älteren Leuten weit verbreitet gewesen zu sein.

    meine schwiegeroma sagt das auch.
    und meine schwimu hat das übernommen, aber sie darf GAR NICHTS waschen, also nicht nur auf das weiß bezogen.

    und das mit dem vollen magen schwimmen habe ich so gelernt, daß man z.b. auch nach einem schweren essen sehr schnell müde ist, da der magen (um es mal bildlich auszudrücken) viel blut aus dem körper rund um den magen zusammen zieht, damit selbiger und der darm richtig arbeiten können. das hirn und die muskeln sind somit nicht mehr so gut mit blut und folglich sauerstoff versorgt, daß es sich wohl nachteilig für den schwimmer auswirken kann, wenn er sich dann übernimmt, da er nicht so leistungsfähig ist, als wenn er nicht unmittelbar vorher gegessen hätte.
    verstanden?

    so haben wir das mal in der schule in bio gelernt.

    gruß,
    cosima
  • TinaLunaTinaLuna

    3,602

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    meine ma hat erzählt, sie durfte sich die haare nicht waschen, wenn sie ihre tage hatte.


    und im 19. jahrhundert durften sich die feinen damen wenn sie schwanger waren, nicht in der öffentlichkeit zeigen, wegen hässlich und anstößig....
  • mimmi36mimmi36

    511

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Zum Haarewaschen fällt mir ein, dass ich die früher allerhöchstens aller 3 Tage waschen durfte, weil sie sonst angeblich fettiger werden. Da meine Haare es aber täglich nötig haben, bin ich also permanent mit fettigen Haaren rumgelaufen :oops: War das schrecklich :flaming01:
  • TinaLunaTinaLuna

    3,602

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    @maria - jetzt wo du es sagst, stimmt, war bei mir auch so!!!! erst mit ca. 14 hab ich dann heimlich täglich gewaschen ;-)
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Sooo verkehrt sind die Aussagen bzgl. Haarewaschen aber nicht. ;-) Je mehr die Kopfhaut ausgetrocknet wird (und das ist mit Shampoo + evtl. Stylingprodukten der Fall), desto intensiver produzieren die Talgdrüsen Fett nach. :sad:
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich meine, das mit den Haaren ist überhohlt.
    Früher wurde ja noch viel eingemacht, und wenn man das während der Periode macht, gehen die Gläser wieder auf.
  • mimmi36mimmi36

    511

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich kenne das auch so, dass die "Schädlichkeit des häufigen Haarewaschens" überholt ist und man die Haare waschen soll, wenn es nötig ist. Wahrscheinlich eben nicht häufiger, aber meine sind z.B. so schlimm, dass ich sie, wenn sie nicht mehr ganz kurz sind, fast 2mal täglich waschen
    könnte.

    @Marlies: Stimmt das mit den Weckgläsern oder ist das auch hinfällig?
  • HerzjeHerzje

    1,048

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Und ein Bäumchen, das man Sonntags pflanzt, wächst nicht richtig an und trägt auch keine Früchte.
    Wenn's danach ginge, hätten wir keine Bäume im Garten.
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Tja, ehrlich gesagt bin ich mir da nicht so sicher. Ich weiß auch nicht, ob da eine These von wegen "unrein" daninter steckt... Fakt ist, es gingen immer mal Gläser auf...
    In der Klosterschule war es ein beliebtes Mittel sich vor dem Küchendienst zu drücken :cool:
  • LouLou

    122

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    - Meine Freundin wollte mich bei der Geburt von Leon erst nicht besuchen, da sie ihre Periode hatte. Ihre Oma hatte ihr eingetrichtert, dass die Babys bei Berührung einer "Blutenden" Neugeborenenakne bekommen (wie hätte ich es dann die ersten 5 Wochen machen sollen?).

    - Wir mussten uns an jedem Kruzifix, der gesichtet wurde bekreuzigen, da wir sonst von Gott bestraft würden. Im strengkatholischen Slowenien stand alle 100m ein Kreuz - da hatten wir immer Einiges zu tun.

    - Wenn die "Zigeuner" vorbeikamen mussten Kinder und Schuhe ins Haus!!!

    - Freitags wird kein Fleisch gegessen.

    - Ich bekam von meiner Oma einen in Zucker oder Honig(!!!) getränkten Schnuller - selbstverständlich gab ich immer Ruhe :biggrin:

    ...mehr fällt mir im Moment nicht ein
  • AnjaHAnjaH

    25,096

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Das mit der Periode kenne ich auch.
    Menstruiernde Frau darf nicht kochen ..sonst verdirbt das essen.

    Das ist übrigens im Judentum immer noch so.
    Das kommt aus dem MIttelalter und liegt an der damalsmangelnden hygiene.. :sad:
  • TinaLunaTinaLuna

    3,602

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    mir ist nochwas zum 18. jahrhundert eingefallen - es gab doch diese "schönheitspflaster" - so kleine runde schwarze aufkleber (marilyn monroe hatte so eins über der lippe, oder sie hat es sich hingemalt). in kostümfilmen sieht das ja immer ganz schick aus, aber fakt ist, die leute damals hatten so schlimme haut, akne und pockennarben, es waren bis zu 42 (oder 47?) dieser schwarzen punkte im gesicht erlaubt. das muss ausgesehen haben.... :razz:
  • Flavia2Flavia2

    405

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    TinaLuna schrieb:
    mir ist nochwas zum 18. jahrhundert eingefallen - es gab doch diese "schönheitspflaster" - so kleine runde schwarze aufkleber (marilyn monroe hatte so eins über der lippe, oder sie hat es sich hingemalt). in kostümfilmen sieht das ja immer ganz schick aus, aber fakt ist, die leute damals hatten so schlimme haut, akne und pockennarben, es waren bis zu 42 (oder 47?) dieser schwarzen punkte im gesicht erlaubt. das muss ausgesehen haben.... :razz:

    Das hätt ich auch mal gern gesehen.... :grin: Allein "erlaubt"... Worüber die "hohen" Leute früher alles so bestimmen durften. Woher weißt Du überhaupt so viel aus der Zeit?

    Außerdem kommt mir grade so das Sruwelpeter- Buch in den Sinn....
  • supisupi

    8,312

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Mir fällt noch was zum Haarwaschen ein:
    Bei un shat man gesagt, dass die Haare schneller wachsen, je öfter man sie wäscht. Ich habe also als Teenie, teilweise täglich meine Haare gewaschen. Schneller ging's trotzdem nicht und ich hab's auch schnell wieder aufgegeben.

    Dann ist es ja "althergekommen" zum Einzug Brot und Salz zu schenken. Weiß jemand woher das stammt?
  • TinaLunaTinaLuna

    3,602

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    @flavia
    ich hatte nen tollen geschichtslehrer, der uns die verschiedenen epochen sehr spannend vermittelt hat - und das zeitalter der oberstinker ist wohl hängengeblieben ;-)
  • tortosa01tortosa01

    556

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    @supi

    Der Brauch, Brot und Salz zu schenken ist schon recht alt, geht glaub ich bis zu den Römern zurück.
    Es steht für Sesshaftigkeit und Wohlstand. Man wünschte dem Bewohner, dass das Brot niemals ausgeht. Salz war damals so wertvoll wie Diamanten. Auch wurde ihm nachgesagt dass es böse Geister abhalten soll.

    lg
  • supisupi

    8,312

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    tortosa: :idea: Aha. Danke für die Info....was ihr so alles wisst hier... *staun*
  • LouLou

    122

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Warum lief/läuft die Frau an der rechten Seite des Mannes? Das Schwert hing links weg. So störte das nicht die Frau und der Mann konnte im Notfall schneller zugreifen - linke Hand war ja verpönt, daher griffen auch die Linkshänder mit der rechten zu!!!

    Ich bin übrigends eine umgelernte Linkshänderin - konnte mein Vater nicht akzeptieren!!! :roll:

    Zugetostet wurde sich übrigends deshalb, da beim kräftigen Zusammenschlag der Kelche der Wein überschwappte und in andere Gefäße kippte. So waren bei eventueller Vergiftungsaktion alle Herren dran. :biggrin:
  • LenchenLenchen

    4,118

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Wir durften früher ewig nichts trinken, wenn wir Eis gegessen hatten, weil es davon Magenkoliken gab. (Die Oma meiner Freundin hat uns das immer so drastisch ausgemalt, dass wir stundenlang kein Glas angerührt haben.) :roll:


    Und zum Thema "ganz früher" könnte ich natürlich ein Fass aufmachen... Die Reifrockkleider waren z.B. so sperrig, dass die Frauen keine Chance hatten, damit aufs Plumpsklo zu kommen, also haben sie sich einfach breitbeinig auf die Wiese gestellt.

    Wenn jemand gestorben ist, wurde die Totenfrau rumgeschickt, die bei allen Nachbarn an der Haustür Bescheid sagte. Dann machte man sich auf den Weg, den Toten noch mal anzugucken, der aufgebahrt in seinem Haus lag. (Das war bei uns noch üblich, als meine Mutter klein war, und die Totenfrau gibt's immer noch.)

    Von einem ganz kuriosen Brauch aus dem Emsland hab ich gestern gehört: Da war es üblich, dass eine ganze Horde Freunde und Verwandte am Morgen nach der Hochzeitsnacht vorbeikam und das Bettlaken auf jungfräulichkeitsbezeugende Blutflecken untersuchte. Für den Fall, dass kein Blut zu finden war, hatte man einen lebendigen Hahn dabei, der auf der Stelle geschlachtet wurde, um Abhilfe zu schaffen.

    Bis ins 19. Jahrhundert hinein war es bei uns auf dem Land unter Besitzbauern üblich, dass es eine "Ehe auf Probe" gab. Die Braut zog nach der Verlobung schon mal ein, und geheiratet wurde erst, wenn auch wirklich ein Erbe unterwegs war. So wurden kinderlose Ehen verhindert. (Und da sag noch mal einer, früher wäre es sittsamer zugegangen.)

    In der frühen Neuzeit (16. - 18. Jhd.) gab es ziemlich strenge Heiratsgesetze und Vorschriften. Leute ohne Besitz konnten kaum heiraten, weshalb die meisten Verbindungen der Unterschicht (zumindest in den Städten) wilde Ehen waren.
    Das durchschnittliche Heiratsalter lag damals bei 28 Jahren. Dass die Leute früher so früh geheiratet hätten, galt nur für die Oberschicht und dann später im 20. Jahrhundert.

    Ich hätt' noch tausend Sachen (ich studier das ja), aber ich will meinen Post nicht noch mehr in die Länge ziehen. ;-)
  • MajonieMajonie

    3,882

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    lena mach mal schön weiter- ich find das echt interessant was ihr so alles auf lager habt :biggrin:
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Aufbahren zu Hause kenne ich noch, im besten Sonntagsstaat.
    War Jemand gestorben, durfte man keine Musik im Haus hören. Warum nicht sagt Oma nie, das war eben "Gesetz".
    Und wenn man in der Nacht den Uhu dreimal rufen hört, stirbt einer :shock: Als meine Mutter (ihre Tochter) starb, war sie deswegen nicht sooo überrascht, weil sie den in Todesnacht gehört hatte.
  • MajonieMajonie

    3,882

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    stimmt das kenne ich mit käuzchen(und die vicher sind mir bis heute unheimlich) auch die erdbeer-einkoch-geschichte kenne ich gut- hat sie mir doch oft zu wenigstens einem bisschen freizeit verholfen.

    mit hefeteig habe ich allerdings tatsächlich probleme wenn ich meine tage habe- der geht nicht richtig :roll:
  • besojo22besojo22

    167

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Meine Schwimu hat erst vor einigen Tagen wieder zu mir gesagt wenn ich den Kuckuck (dieses Jahr) zum erstenaml höre solle ich unbedingt die Geldbörse schütteln damit das Geld nicht ausgeht. :roll: Nunja gestern war es dann soweit..und ich habe natürlich meine Geldbörse geschüttelt :roll: möchte doch nicht dass uns das Geld ausgeht ;-)

    - Zwischen Weihnachten und Silvester soll man keine Wäsche waschen.
    - An Neujahr gibt es immer Sauerkraut (bei schwiegis) :roll: auch damit das Geld nicht ausgeht.
    - Freitags kein Fleisch und keine Wurst

    mir fällt bestimmt noch mehr ein ;-)
  • alicocoalicoco

    277

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ja:
    nicht mit vollem Magen schwimmen gehen (geht man dann unter?)

    Es kann zu Kreislaufversagen führen, da die Gedärme BLut brauchen um zu verdauen und beim Schwimmen alle Muskelgruppen gebraucht werden. Ausserdem ist das kleine Detail dazu auch noch nicht mit vollem Magen in kaltes Wasser schwimmen oder springen.
  • dccdcc

    628

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Lenchen schrieb:
    Bis ins 19. Jahrhundert hinein war es bei uns auf dem Land unter Besitzbauern üblich, dass es eine "Ehe auf Probe" gab. Die Braut zog nach der Verlobung schon mal ein, und geheiratet wurde erst, wenn auch wirklich ein Erbe unterwegs war. So wurden kinderlose Ehen verhindert. (Und da sag noch mal einer, früher wäre es sittsamer zugegangen.)

    Ich spinn das jetzt mal weiter:
    Die Braut wird nicht schwanger (weil es der Bauer nicht bringt :oops: ). Der nimmt sich eine andere und sie bleibt entjungfert sitzen. Früher war man doch praktisch nicht mehr heiratsfähig, wenn man einmal entjungfert wurde.
    Das hat sowas von "Ich kauf doch nicht die Katze im Sack".

    Aber macht mal weiter mit den Geschichten - sehr interessant.

    Liebe Grüße
    Jana
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Die bekamen doch sicher Kranzgeld :grin: ..
    Ich glaube, das Gesetz ist noch gar nicht so lange abgeschafft. Die Braut bekam eine "Entschädigung" wenn ein Verlöbnis gelöst wurde. Sozusagen für entgangene Heiratschancen.
  • TinaLunaTinaLuna

    3,602

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    ja, und der graf oder was auch immer der besitzer des landes für nen titel hatte, hatte auch "das recht der ersten nacht" - heisst, er hat die hochzeitsnacht mit der jungen frau verbracht...
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