hallo guten morgen!
mir fällt immer wieder auf, dass viele leute gerne mit "früher war alles besser" oder "wir haben das früher aber so gemacht" oder ähnlichem argumentieren.
ich finde, das ist im grunde ein spannendes thema, wir könnten doch mal die kuriositäten von früher zusammentragen - egal ob sitten und gebräuche, kindererziehung oder ernährung!
ich fang gleich mal an mit der rokoko-zeit (hab ich in geschichte gelernt):
aus dieser zeit stammt das "beim gähnen die hand vor den mund halten" - besonders in geschlossenen räumen (theater z. b.). unsere vorfahren hatten so einen mundmuff durch die verfaulten zähne, dass es zum umfallen gestunken haben muss.
auch das "kleine-finger-abspreizen" beim essen und trinken kommt aus dieser zeit. der kleine finger wurde zum kratzen und bohren an allen möglichen und unmöglichen körperstellen hergenommen und da sich nicht gewaschen wurde, hat er natürlich besonders gestunken und wurde daher abgepreizt. (hihi, ich muss immer lachen, wenn ich jemanden seh, der das macht!!!)
Kommentare
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in den 50er jahren wurden 3 wochen alte babies mit brei gefüttert - hatte ein kinderarzt beschlossen und alle haben es nachgemacht. ging wohl voll in die hose...
früher hat man den kindern, wenn sie etwas verbotenes getan haben, einen richtig festen schlag auf die finger gegeben - ohne etwas zu sagen, ohne ärgerlich zu sein. sie sollten "nur" den schmerz spüren und ihre weiteren verfehlungen aus angst vor erneutem schmerz sein lassen.
und nooooch viel früher haben die damen kleine fellkugeln wie handtaschen getragen - da sollten dann ihre eigenen flöhe hinhüpfen, damit sie etwas ruhe vor den quälgeistern hatten. :biggrin:
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eine Superidee dieser Thread. Ich würde auch gerne mit solchem Spezialwissen aufwarten, aber mir fehlen da die Quellen. Es ist auf jeden Fall schon belustigend, was die Leute sich früher haben einfallen lassen, um die Folgen ihrer Waschphobie einzudämmen. Dabei wäre hin und wieder mal waschen so viel einfacher gewesen. Aber es war ja wohl so, daß es vornehmlich in den adligen Kreisen als unschicklich galt, sich zu waschen. Die ärmeren Bürger haben da wohl mehr Hygiene an den Tag gelegt.
Ich lese bzw. las (bevor ich Paul hatte) ja viel historische Romane. Am Hofe der französischen Könige ging es ja teilweise eklig her. Im Louvre und in Versailles muß es ja oft widerlich gestunken haben, wenn es stimmt, daß die Herrschaften sich dort überall, wo es ihnen in den Sinn kam erleichterten.
Liebe Grüße
Jana
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jana, die haben wohl gestunken wie die rätze *lach*
aber es weiss doch bestimmt jemand noch so tolle weisheiten von mama, oma oder uroma?
stimmt es z.b. eigentlich, dass man kuchen nicht essen darf, wenn er noch warm ist? also ich hab davon noch nie bauchschmerzen gekriegt...
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Lieber Gruß
Caro
3,602
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nach Obst nichts trinken weil Bauchschmerzen
nicht mit vollem Magen schwimmen gehen (geht man dann unter?)
Kirschkerne verstopfen den Magen
:shock:
Kinder haben am Tisch den Mund zu halten, und auch immer dann,wenn Erwachsene reden.
Zuviel lesen schadet den Augen ...mir fällt ganz sicher noch mehr ein.
Ich hatte eine sehr ergiebige Oma.
Das mit dem Kuchen hat glaube ich mit der Hefe zu tun.
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von melonen nicht die kerne essen, weil dann ne melone im bauch wächst.
keinen kaugummi schlucken, der klebt den magen zu.
und ich wurde als ich schon laufen konnte, mit dem laufställchen am küchentisch festgebunden, damit ich mir nicht weh tu (ich hab da ganze tage drin verbracht...). :shock:
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Zitat:"Na da wären aber früher viele Kinder verhungert wenn sie keine Milch bekommen hätten"
Das übliche: "Früher ist auch keiner dran gestorben" und "Ach stell dich nicht so an, alles neumodisches Zeug, früher hats auch funktioniert" zum Thema Honig, kein Zufüttern vor dem 7. Monat und schreien lassen hat sie sich inzwischen abgewöhnt, sie weiß dass ich da nicht mehr mit mir diskutieren lasse :biggrin:
lg
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In diesem Jahr habe ich darüber einen Bericht im Radio gehört. Scheint bei den älteren Leuten weit verbreitet gewesen zu sein.
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"Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe."
(Keilschrifttext aus Ur um 2000 v. Chr.)
"Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."
Sokrates (470 - 399 v. Chr.)
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Dann mal los:
Beim Schielen bleiben die Augen stehen.
Wenn Babys gekitzelt werden, stottern sie später.
Aber: Ich bin nicht abergläubisch, denn das bringt Unglück. :biggrin: :biggrin:
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Nicht soviel lesen habe ich auch permanent zu hören bekommen.
Und meine Mutter hat mir keine Brille verpassen lassen, weil ich davon angeblich schlechtere Augen bekomme. Das Resultat war. dass ich in der Schule mal eine ganze Weile nicht lesen konnte, was an der Tafel stand, und einen Mathe-Wettbewerb total in den Sand gesetzt habe, weil ich die Aufgaben nicht lesen konnte und Angst hatte, was zu sagen . :mad:
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Ich würd mir eher Sorgen machen wenn man keinen hat :biggrin:
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Da gibts hier in München (und woanders sicher auch) eine Postkarte, wo eine (gezeichnete) alte, runzlige Frau einen angrinst. So wurde mir gesagt, dass ich mal aussehe, wenn ich Grimassen schneide oder auch zu viel grinse. :shock: Ich muss jedes Mal dran denken, wenn ih an dieser Karte vorbei laufe.
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Und der Kaffee wurde zweimal aufgebrüht. Sonntags das erste mal, dann getrocknet, und am darauf folgenden Sonnabend das zweite mal.
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Im Teater darf man nicht pfeiffen.
Das stammt aus Zeiten in denen überwiegend mit Gas geheizt wurde. wenn es irgendwo Pfiff dachte man sofort nach Gasaustritt udn aht die Vorstellung abgebrochen..deshalb durfte im Zuschauerraum nciht gepfiffen werden.
Säuglingspflege im Mittelalter
Auch nett das Thema Taufe und Nottaufe im Mittelalter
:biggrin:
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meine schwiegeroma sagt das auch.
und meine schwimu hat das übernommen, aber sie darf GAR NICHTS waschen, also nicht nur auf das weiß bezogen.
und das mit dem vollen magen schwimmen habe ich so gelernt, daß man z.b. auch nach einem schweren essen sehr schnell müde ist, da der magen (um es mal bildlich auszudrücken) viel blut aus dem körper rund um den magen zusammen zieht, damit selbiger und der darm richtig arbeiten können. das hirn und die muskeln sind somit nicht mehr so gut mit blut und folglich sauerstoff versorgt, daß es sich wohl nachteilig für den schwimmer auswirken kann, wenn er sich dann übernimmt, da er nicht so leistungsfähig ist, als wenn er nicht unmittelbar vorher gegessen hätte.
verstanden?
so haben wir das mal in der schule in bio gelernt.
gruß,
cosima
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und im 19. jahrhundert durften sich die feinen damen wenn sie schwanger waren, nicht in der öffentlichkeit zeigen, wegen hässlich und anstößig....
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Früher wurde ja noch viel eingemacht, und wenn man das während der Periode macht, gehen die Gläser wieder auf.
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könnte.
@Marlies: Stimmt das mit den Weckgläsern oder ist das auch hinfällig?
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Wenn's danach ginge, hätten wir keine Bäume im Garten.
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In der Klosterschule war es ein beliebtes Mittel sich vor dem Küchendienst zu drücken :cool:
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- Wir mussten uns an jedem Kruzifix, der gesichtet wurde bekreuzigen, da wir sonst von Gott bestraft würden. Im strengkatholischen Slowenien stand alle 100m ein Kreuz - da hatten wir immer Einiges zu tun.
- Wenn die "Zigeuner" vorbeikamen mussten Kinder und Schuhe ins Haus!!!
- Freitags wird kein Fleisch gegessen.
- Ich bekam von meiner Oma einen in Zucker oder Honig(!!!) getränkten Schnuller - selbstverständlich gab ich immer Ruhe :biggrin:
...mehr fällt mir im Moment nicht ein
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Menstruiernde Frau darf nicht kochen ..sonst verdirbt das essen.
Das ist übrigens im Judentum immer noch so.
Das kommt aus dem MIttelalter und liegt an der damalsmangelnden hygiene.. :sad:
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Das hätt ich auch mal gern gesehen....
Außerdem kommt mir grade so das Sruwelpeter- Buch in den Sinn....
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Bei un shat man gesagt, dass die Haare schneller wachsen, je öfter man sie wäscht. Ich habe also als Teenie, teilweise täglich meine Haare gewaschen. Schneller ging's trotzdem nicht und ich hab's auch schnell wieder aufgegeben.
Dann ist es ja "althergekommen" zum Einzug Brot und Salz zu schenken. Weiß jemand woher das stammt?
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ich hatte nen tollen geschichtslehrer, der uns die verschiedenen epochen sehr spannend vermittelt hat - und das zeitalter der oberstinker ist wohl hängengeblieben ;-)
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Der Brauch, Brot und Salz zu schenken ist schon recht alt, geht glaub ich bis zu den Römern zurück.
Es steht für Sesshaftigkeit und Wohlstand. Man wünschte dem Bewohner, dass das Brot niemals ausgeht. Salz war damals so wertvoll wie Diamanten. Auch wurde ihm nachgesagt dass es böse Geister abhalten soll.
lg
8,312
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Ich bin übrigends eine umgelernte Linkshänderin - konnte mein Vater nicht akzeptieren!!! :roll:
Zugetostet wurde sich übrigends deshalb, da beim kräftigen Zusammenschlag der Kelche der Wein überschwappte und in andere Gefäße kippte. So waren bei eventueller Vergiftungsaktion alle Herren dran. :biggrin:
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Und zum Thema "ganz früher" könnte ich natürlich ein Fass aufmachen... Die Reifrockkleider waren z.B. so sperrig, dass die Frauen keine Chance hatten, damit aufs Plumpsklo zu kommen, also haben sie sich einfach breitbeinig auf die Wiese gestellt.
Wenn jemand gestorben ist, wurde die Totenfrau rumgeschickt, die bei allen Nachbarn an der Haustür Bescheid sagte. Dann machte man sich auf den Weg, den Toten noch mal anzugucken, der aufgebahrt in seinem Haus lag. (Das war bei uns noch üblich, als meine Mutter klein war, und die Totenfrau gibt's immer noch.)
Von einem ganz kuriosen Brauch aus dem Emsland hab ich gestern gehört: Da war es üblich, dass eine ganze Horde Freunde und Verwandte am Morgen nach der Hochzeitsnacht vorbeikam und das Bettlaken auf jungfräulichkeitsbezeugende Blutflecken untersuchte. Für den Fall, dass kein Blut zu finden war, hatte man einen lebendigen Hahn dabei, der auf der Stelle geschlachtet wurde, um Abhilfe zu schaffen.
Bis ins 19. Jahrhundert hinein war es bei uns auf dem Land unter Besitzbauern üblich, dass es eine "Ehe auf Probe" gab. Die Braut zog nach der Verlobung schon mal ein, und geheiratet wurde erst, wenn auch wirklich ein Erbe unterwegs war. So wurden kinderlose Ehen verhindert. (Und da sag noch mal einer, früher wäre es sittsamer zugegangen.)
In der frühen Neuzeit (16. - 18. Jhd.) gab es ziemlich strenge Heiratsgesetze und Vorschriften. Leute ohne Besitz konnten kaum heiraten, weshalb die meisten Verbindungen der Unterschicht (zumindest in den Städten) wilde Ehen waren.
Das durchschnittliche Heiratsalter lag damals bei 28 Jahren. Dass die Leute früher so früh geheiratet hätten, galt nur für die Oberschicht und dann später im 20. Jahrhundert.
Ich hätt' noch tausend Sachen (ich studier das ja), aber ich will meinen Post nicht noch mehr in die Länge ziehen. ;-)
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War Jemand gestorben, durfte man keine Musik im Haus hören. Warum nicht sagt Oma nie, das war eben "Gesetz".
Und wenn man in der Nacht den Uhu dreimal rufen hört, stirbt einer :shock: Als meine Mutter (ihre Tochter) starb, war sie deswegen nicht sooo überrascht, weil sie den in Todesnacht gehört hatte.
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mit hefeteig habe ich allerdings tatsächlich probleme wenn ich meine tage habe- der geht nicht richtig :roll:
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- Zwischen Weihnachten und Silvester soll man keine Wäsche waschen.
- An Neujahr gibt es immer Sauerkraut (bei schwiegis) :roll: auch damit das Geld nicht ausgeht.
- Freitags kein Fleisch und keine Wurst
mir fällt bestimmt noch mehr ein ;-)
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Es kann zu Kreislaufversagen führen, da die Gedärme BLut brauchen um zu verdauen und beim Schwimmen alle Muskelgruppen gebraucht werden. Ausserdem ist das kleine Detail dazu auch noch nicht mit vollem Magen in kaltes Wasser schwimmen oder springen.
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Ich spinn das jetzt mal weiter:
Die Braut wird nicht schwanger (weil es der Bauer nicht bringt :oops: ). Der nimmt sich eine andere und sie bleibt entjungfert sitzen. Früher war man doch praktisch nicht mehr heiratsfähig, wenn man einmal entjungfert wurde.
Das hat sowas von "Ich kauf doch nicht die Katze im Sack".
Aber macht mal weiter mit den Geschichten - sehr interessant.
Liebe Grüße
Jana
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Ich glaube, das Gesetz ist noch gar nicht so lange abgeschafft. Die Braut bekam eine "Entschädigung" wenn ein Verlöbnis gelöst wurde. Sozusagen für entgangene Heiratschancen.
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