Heute mache ich mir mal wieder einen Kopf und wollte mal Eure Meinung wissen.
Mir ist aufgefallen, dass ich in schwierigen Zeiten, z.B. Krankheit, Schub, etc. manchmal echt komisch reagiere und bekomme dann immer ein schlechtes Gewissen gegenüber meinem Kind.
Bsp.1. Jacqueline ist ja zur Zeit sehr krank und die Nächte bescheiden. :sad: Ich verstehe ja, dass es ihr nicht gut geht und sie Trost u.ä. braucht, aber nachdem ich mehrere Nächte nur maximal 30 Minuten am Stück geschlafen habe, ertappe ich mich dabei, wie ich heute Nacht zu ihr sagte: "Nun reicht es mir mit Dir aber mal. Geb jetzt Ruhe, wir wollen alle mal schlafen". :fingers: Ist nicht ganz mein O-Ton (den bekomme ich nicht mehr zusammen), aber ich war ziemlich geschockt über mich. Zumal meine Lautstärke auch dementsprechend war. Hatte mich einfach nicht im Griff.
Bsp. 2. Jacqueline trotz. Mir reichts und ich werde irgendwann laut und sage "Zicke" zu ihr. Ich versuche in meiner Erziehung eigentlich nie laut zu werden, da ich denke, es muss auch anders gehn, aber manchmal passiert es dann doch. :fingers: Auch das "Zicke" rutschte mir raus. Schlechtes Gewissen kann wieder kommen !
Habt ihr auch manchmal das Gefühl, diesen Situationen nicht gewachsen zu sein ??? Kennt ihr auch diese "Ausraster" ??? Ist dies wirklich ein Wunsch-Realitäts-Konflikt, da man doch anders reagiert, als man es eigentlich vorhat ??? (da finde ich mich oft zum :groggy: )
Kommentare
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dein kind merkt ja sowieso, dass du dich ärgerst, ich glaube es ist gesünder wenn du dann auch so reagierst und nicht total verständnisvoll und ruhig vorzugeben versuchst, das alles in ordnung ist..
ich versuche mich dann so auszudrücken, dass ich nicht sage "du nervst", "du bist ein böses kind" oder so was. sondern ich versuche, mich in ich-botschaften auszudrücken: "ich bin müde, es ist nacht, bitte schlaf jetzt", "ich ärgere mich, dass du dein glas ausgekippt hast, hol den lappen aus der küche", "ich möchte nicht, dass du die puzzleteile durchs zimmer wirfst. es können welche verloren gehen und das wäre schade. wir räumen das puzzle jetzt ein!", "ich verstehe, dass du dich ärgerst. ich kann es aber nicht ändern (dass keine nudeln mehr da sind, dass du irgendwas noch nicht kannst, etc.)"
und wenn ich mich doch mal im ton vergreife, versuche ich mich zu entschuldigen wenn ich mich wieder beruhigt habe.
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Er weint jetzt auch total schnell selbst wenn ich ihn nur anziehe meint er ich hätte ihm wehgetan (was nicht stimmt) und umarmt mich ganz lieb und weint. Denke das er einfach möchte das ich lieber bin und nicht nur mecker. Ich entschuldige mich auch bei ihm und sage ihm wieder das es mir so schlecht geht und ich lieber im Bett liegen würde etc.
Aber auch was du schreibst kenne ich von mir. Wenn er krank war und wir keinen Schlaf bekommen haben habe ich auch solche Sprüche wie du abgelassen :oops:
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Lukas kann man es jedenfalls ansehen, dass er sich freut *grr* wenn er es geschaftt hat, mich laut werden zu lassen...
Ich hab die Zählmethode eingeführt (3,2,1, danach folgt eine von ihm unerfreulich empfundene Aktion (z.B. unbequem abgeschleppt werden) und er legt es sehr oft drauf an, dass ich anfange zu zählen, um dann zwischen 2 und 1 loszuspurten :flaming01:
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ich arbeite an mir, aber so wirkliche fortschritte sehe ich noch nicht.
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Und es zeigt mir sehr deutlich: "Auch Mamas sind nur Menschen".
Dann wünsche ich Euch allen viel Kraft und Geduld in den schwierigen Phasen der Erziehung. :troest:
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Mir geht es genau so, wie katjaklara geschrieben hat.
Ich finde allerdings auch, dass es ehrlicher ist, dem Kind tatsächlich zu zeigen, dass und wo Grenzen vorhanen sind, auch bei der Geduld und dem Gefühlsleben der Eltern. Das sehe ich so wie tinat.
Wobei ich zugeben muss, dass mir schon auch mal die Pferde durchgehen, da ich zur Zeit eigentlich aus der Ansopannung nicht mehr rauskomme.
Ich handhabe das aber so, dass ich IMMER anschließend noch mal ruhig alles erkläre, was mich gestört hat, warum ich so reagiert habe usw. und falls ich wirklich zu sehr abgehoben habe, dann entschuldige ich mich auch (und habe ein schlechtes Gewissen).
Das "Zählen" machen wir bewusst nicht, weil wir es viel zu oft im Bekanntenkreis erlebt haben, dass der Schuss dann nach hinten losgeht, v.a. wenn man einmal inkonsequent war.
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Soll nicht heißen das man sich gehen lassen sollte aber eben Mensch bleiben und sich wegen "Ausrastern" ( sofern sie nicht die regel sind, sondern wie hier beschrieben von Euch ) nicht so einen Kopf machen sollte. Man entschuldigt sich hinterher, erklärt und verträgt sich. Das gehört zu jedem sozialen Miteinander dazu und schult soziale Kompetenzen. Mama ist ein Mensch wie ich selbst und hat die selben Gefühle. Sie zeigt wie man damit lebt und umgeht ohne sie zu verleugnen.
Gruß Feli
Ps.: Ha mit Elena fliegen hier öfter die Fetzen und sie meinte letztens zu mir "Gut das wir uns aneinander abreagieren können, denn bei Dir bin ich immer sicher, das wir uns wieder vertragen. Dich kann ich nicht verlieren dadurch." Sie reagiert sich ab, ich übe berechtigte Kritik *ggg*