Wir wohnen in einer Wohnanlage, in der die Häuser durch einen schönen Innenhof miteinander verbunden sind. Hier wohnen einige Familien und natürlich haben bei den Temperaturen auch alle die Fenster und Türen auf. Ist ja klar.
Nun sind vor einigen Wochen ins Nachbarhaus in die Parterrewohnung neue Mieter eingezogen, die eine ca. 9-10 Monate alte Tochter haben. Die brüllt spätabends stundenlang wie am Spieß. Klar, Kinder weinen, aber irgendwie hört es sich nicht so an, als würde sie beruhigt werden, sondern sie wird schreien gelassen. Eigentlich Sache der Eltern, nur lagen wir die letzten drei Abende bis um 1 Uhr wach, weil die Kleine 2 Stunden brüllte und wir durch die offenen Türen und Fenster alles hautnah mitbekommen haben. Mir ging es durch Mark und Bein, ich hätte am Liebsten mitgeheult. Aber andererseits denke ich, dass man dann doch auch Fenster zu machen kann, oder? Die Häuser sind gut isoliert, es wird also nicht unerträglich heiß, wenn man Fenster und Türen schließt, und es muß ja nicht der ganze Wohnblock die Brülltiraden mitbekommen, oder?
Hinzu kommt, dass bereits 3 Mietparteien in unserem Haus mich gestern angesprochen haben und gemeint habe, dass unsere Tochter ja nachts sehr laut sei. Finja schläft aber nachts durch bzw. wenn sie morgens zwischen 3:30 Uhr und fünf Uhr kommt, dann bin ich meist vor ihr wach und lege sie gleich an, d.h. sie schreit gar nicht. Mich ärgert das schon, denn die Leute denken, wir wären so laut, sind es aber nicht. Und ich gebe zu: wenn Finja tagsüber weint, dann mache ich die Türen zum Innenhof zu. Find ich einfach rücksichtsvoller.
Meint ihr, da kann man mal was zur Familie sagen ohne gleich als arrogante Nachbarn zu gelten?
Kommentare
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Ich frag mich allerdings eher, was sich dann im Kopf der Eltern abspielt. Sie werden dann wahrscheinlich denken, dass es im Prinzip völlig in Ordnung ist, was sie mit ihrer Tochter machen, und dass es Euch nur stört, weil es eben laut ist. Das würde ich an Eurer Stelle nicht wollen. Deswegen würde ich erstmal, wenn ich sie irgendwo auf der Straße sehe, mitfühlend fragen, was denn die Kleine hat und mal rauskriegen, ob sie wirklich schreien gelassen wird. Wenn ja, dann würde ich versuchen, mich für die Tochter einzusetzen. Wenn sie sich überzeugen lassen, ist das Problem damit ja auch behoben. Wenn nicht, dann würde ich sie bitten, wenigstens die Fenster und Türen zu schließen und ihnen dabei aber auch klipp und klar sagen, was Du davon hältst ("Ich werde schon angesprochen, dass unsere Tochter so laut ist und ich will nicht, dass jemand von mir denkt, dass ich so etwas mache"). Ist im Zweifelsfall vielleicht nicht ganz so wirksam, wie wenn man einfach freundlich wegen der Lautstärke bittet, aber mir persönlich wäre es sehr wichtig, mich von diesen Methoden zu distanzieren.
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das halte ich für eine gute Idee. Obwohl oder gerade WEIL ich das z.Zt. leider von der anderen Seite sehe, mein Kleiner ist echt kein Schrei-Kind, doch wir haben gerade Nachts echt schlimme Zeiten, denn er will ständig Stillen und kriegt wohl nicht genug Milch aus der Brust. Das Ende vom Lied ist leider häufig schlimmes Gebrüll, ich trage ihn und halte ihn und summe etc. aber er brüllt dann einfach so lange weiter, bis er erschöpft einschläft. Und diese 'Zwischenfälle' hatte wir in der letzt Woche oft mehrmals pro Nacht, jeweils zwischen ca. einer viertel Stunde und ner Stunde... Wenn ich dran denke mach ich das Fenster zu aber ich war streckenweise auch schon so verzweifelt und fertig, dass ich das vergessen habe. Draußen hört sich das bestimmt an, also ob ich mein Kind weinen lasse :sad:
Eine Nachbarin, die eine Sohn im Alter meines Sohnes hat, hat mich vor ein paar Tagen auch schon angesprochen, was denn los sei... Das fand ich ganz nett, sie hat sich nicht schlimm gestört gefühlt und wollte nur mal nachfragen ob alles ok sei.
Weil ich ja weiß, dass die anderen im Haus das hören, ist mir ein offenes Wort lieber als wenn alle tuscheln und mir ausweichen... so kann ich erklären was los ist, die 'Fronten' sind klar und ich hab nicht noch ständig ein schlechtes Gewissen den Nachbarn gegenüber...
Viele Grüße, Sophie
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Ich sehe das aus der anderen Richtung - Nadine hat die ersten Monate auch ständig gebrüllt, wir waren am Ende unserer Kräfte und Nerven udn wussten weder uns noch dem Kind zu helfen. Bis sich dann herausstellte, dass sie halt auch nicht "nur" ein Schreikind ist, sondern einen Grund (Schmerzen) hatte.
Erst im Nachhinein haben mir meine Nachbarn erzählt, dass sie Nadien so viel schreien gehört haben und dass sie finden, das hätte sich wirklich "schlimm" angehört und was denn gewesen wäre. Den Arsch in der Hose hatte aber keiner, mal zu kommen udn direkt zu fragen oder ggf. auch Hilfe anzubieten.
Und im Moment sind unsere Nächte auch sehr verschrien, wir können tun und lassen was wir wollen und Nadine schreit auch, wenn wir dabei sind. Ehrlich gesagt mache ich deshalb die Fenster nicht zu. WIr haben 27 Grad im Schlafzimmer (trotz guter Isolation) und müssen die fenster nachts auflassen, sonst gehen wir alle ein dabei. Nadine schwitzt auch sehr leicht und viel, so dass geschlossene Fenster und ein noch wärmerer Raum sicher auch nicht zu einer Beruhigung beitragen würden.
Ich distanziere mich jedoch weit davon, dass wir Nadine "schreien lassen" würden und ich möchte ehrlich gesagt auch nicht halb ersticken nur aus Rücksiicht auf die Nachbarn :oops: da müssen wir dann halt alle durch. Ich denke aber, wenn die nicht genug Arsch in der Hose haben, mal was zu sagen, dann siind sie selber schuld....
Insofern finde ich es echt gut, wenn Du wirklich mal hingehst.
Berichte mal bitte hier, wie es weiter- bzw. ausgeht.
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Mupfel, dein Plan find ich gut.
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Aber es gibt sicher auch noch welche wo die Methode kennen, Kind ins Bett und irgendwann schläft sie ein. Und davon sind die Leute auch überzeugt. Ich sehe es ja an der Erzieherin meiner Tochter ;-) ,sie versucht mich auch oft mit so "klugen" Tips dazu zu bewegen, das Mara quasi durchschläft.
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als Mutter eines ehemaligen Schreibabys kann ich nur sagen, daß es nicht sein muß, daß die Eltern die Kleine schreien lassen.
Unser Sohn hat mitunter Stundne gebrüllt, obwohl wir ihn auf dem Arm oder Bauch leigen hatten. Zum Glück hat es dann von einen Tag auf den anderen aufgehört...
LG, Suse
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Da ich gestern Abend eh noch eine Runde mit dem Hund raus mußte, habe ich auf dem Rückweg kurz bei der Mutter vorbei geschaut und gegen das Fenster geklopft. Sie stand in der Küche beim Abwasch und das Kind lag auf dem Sofa und schrie wie am Spieß. Also war meine Vermutung richtig. In dem Augenblick, in dem sie das Kind hoch nahm, war es ruhig.
Ich hab auch gar nicht groß was gesagt, sondern mich kurz vorgestellt und sie gefragt, ob es möglich wäre, dass sie das Fenster nach 22 Uhr schließt, wenn ihr Baby lange weint. War auch ok.
Für alles weitere an Diskussionen war es mir zu spät, ich weiß auch nicht, ob mich das was angeht, denn irgendwie ist das ja ihre Sache, wenn sie ihr Kind weinen läßt, oder wie seht ihr das?
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Nix für ungut, ja?
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Nee, hab mich da auch nicht getraut, weil man will ja auch nicht als besserwisserische Mutter da stehen. Natürlich tut mir das Baby leid, nur wie bringt man das gescheit rüber? Also mir ist da nix eingefallen, wenn ich ehrlich bin. Es gibt ja auch durchaus unterschiedliche Auffassungen, wie man sein Kind zu Bett bringt. Muss man das vielleicht akzeptieren? Ich frag nur mal ganz doof. :oops:
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Jetzt wissen wir halt nicht, warum sie so handelt. Ich hab schon öfter erlebt, dass es nutzt sich da ein wenig zu solidarisiern, d.h. ich sag bei sowas immer, dass wir das Problem auch hatte, unser Kleiner hat immer geweint aber sobald er ins Tragetuch kam und Körperkontakt hatte war alles super (außer es ist Nacht und er will Milch... uahh ;-) )... ich die Hände frei, er zufrieden... jetzt ist er - tatsächlich - ein schon erstaunliches selbsständige, zufriedenes Kerlchen, das gar nicht mehr getragen werden will sondern die Welt entdeckt.... Blabla... ich hab wirklich bemerkt, dass sowas eher zieht, vor allem wenn die anderen Mütter unter dem Druck stehen, ihr Baby bloß nicht zu verwöhnen, weil Mann oder SchwieMu solche Texte absondern... das weckt ein bisschen den Mutterinstinkt und zeigt ihr auch, dass sie nicht allein ist mit dem Problem - setzt natürlich voraus, dass sie zumindest ahnt, dass es ein Problem gibt...
Na ja, vielleicht triffst du sie mal wieder und kannst ja bei einer kleine Plauderei noch mal darauf zurückkommen... wenn eure eigene Situation nicht als Geschichte taugt, gibts sicher nette, erfolgreiche Trage-Geschichte einer Verwandten oder Freundin von dir? Viele Grüße, Sophie
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Es ist tatsächlich noch so, dass die mehrheit glaubt, dass man ein Baby auch mal schreien lassen muss. Das sagt mir ja sogar die Erzieherin :roll: ich weiss es zwar besser, aber ich mein ja nur! So aus der Welt sind diese Methoden nämlich nicht wie man meint.
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Ja, das ist ein sehr guter Tip. Danke. Ich schau mal, ob ich es umsetzen kann.
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Also, erstmal ist meine Nachbarin super nett. Die Kleine ist 11 Monate alt und mal davon abgesehen, dass sie sich für die abendlichen Schreitiraden tausendfach entschuldigt hat, habe ich einige Punkte mal dezent ansprechen können.
In der Tat ist sie der Meinung, dass die Kleine mit 11 Monaten ihre Grenzen testet :shock: . Da das Gespräch sehr nett war, habe ich vorsichtig angemerkt, dass ich mir das nicht vorstellen kann in dem Alter. Sie schreit wohl sofort, wenn sie hingelegt oder abgesetzt wird und will auf den Arm. Tragetuch ist wohl keine Option, da sie recht schwer ist. Sie hatte mit der Geburt bereits fast 5kg und jetzt wiegt sie 11kg und ihr das Tragen zu anstrengend für den Rücken. Tja, da weiß ich dann auch nicht, was man in so einem Fall macht. Ich mein, mir tut mein Rücken auch teilweise vom Tragen weh und ich kann mir schon vorstellen, dass wenn das Kind von Beginn an so schwer war, der Rücken irgendwann streikt. Was macht man denn dann?
Na ja, sie hat mich auf alle Fälle gefragt, ob wir mal gemeinsam spazieren gehen, vielleicht kann ich ja dann noch einen Vorstoß unternehmen. Sie schien mir jedenfalls in keinem Fall beleidigt oder angefressen.
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- Das Kind in einer geeigneten Tragehilfe zu tragen entlastet den Rücken, da man ja sonst auf dem Arm trägt (selbst wenn mans erst mal unten lässt, irgendwann nimmt ja jede Mutter ihr Kind hoch), so ist das Gewicht direkt am Körper und man nimmt keine Fehlhaltung ein...
- man Sohn hatte bei der Geburt 3590g, sechs Wochen Später aber schon 5400 :shock: Getragen hab ich ihn immer und mein Körper und meine Muskulatur haben sich einfach darauf eingestellt... ist doch Unsinn, das 2 Kilo mehr oder weniger (die in dem Alter ja den Unterschied von einem schweren zu einem leichten Kind ausmachen) so ins Gewicht fallen...
- die Kinder werden vom Tragen wirklich entspannter, getragene Kinder sind aus meiner ganz persönlichen Erfahrung WIRKLICH nicht so fordernd, denn sie müssen nicht um Körperkontakt kämpfen sondern kriegen ihn - ganz selbstverständlich. Mein Sohn ist echt ein Musterbeispiel (und ich weiß noch wie ich als Schwangere augenrollend im Buchladen J. Liedloffs 'Auf der Suche nach dem verlorenen Glück' in der Hand hatte und dachte 'Was ist den das für ein Schmarrn, wie soll ich mein Kind den wie im Urwald aufwachsen lassen, immer bei mir tragen, wo kommen wir den da hin :roll: :roll: :roll: .' Und jetzt ist's echt meine Bibel - aber nur ganz heimlich, denn damit überzeugt man leider niemand... viel zu extrem ;-) )
Das wird also ne harte Nuss, und mit 11 Mo. ist's auch wirklich etwas spät mit dem Tragen anzufangen, aber wenn du vielleicht ein bissl im Sinne des Kindes argumentierst (Das Kind kann ja nichts dafür, dass es schwer ist, braucht trotzdem ganz viel Mama im ersten Jahr... ) machst du auf jeden Fall nix falsch...
Find ich auf jeden Fall toll, dass du dranbleibst
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@Sophie, sicher sind sie nicht so fordernd...aber wie erledigt man denn noch andere sachen im Haushalt? :sad: gerade heute wieder hat Mara eine Laune, da könnte ich gerade selber mitheulen.
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Ich habe durch die tragerei natürlich auch sehr sehr viel positives erfahren. Das muss ich sagen.
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Doch habe ich und ich hatte Finja (13 Wochen) auch gestern im Beco, als ich bei ihr war. Wollte schließlich mit gutem Beispiel voran gehen. ICH habe auch kein Problem damit, 11kg zu tragen, aber sie hat sooft wiederholt, wie stark ihre Rückenprobleme sind und auch als ich sagte, dass es verschiedene Tragehilfen gibt, die da geeignet sind, waren die Schmerzen wieder ein Ausschlußgrund. Ich weiß ja auch nicht, wie doll diese sind. Wenn jemand was mit der Bandscheibe hat bsp. ist Tragen von 11kg bestimmt nicht besonders geeignet.