Und habt ihr euch daran orientieren können und sie als Vorbilder nehmen können, was Berufswahl und Karriere betrifft?
Also meine Mutter, die ist 1940 geboren, hat eine Ausbildung an einer FH zur Grafikerin gemacht. Das hat sie total gerne gemacht und ich finde sie auch richtig taleniert, wenn ich mir ihre alten Bilder angucke. Dann hat sie meinen Vater geheiratet und vier Kinder bekommen und nie als Grafikerin gearbeitet. Sie hat zwar viel gemalt und gewebt und war schon ziemlich kreativ zu Hause, aber das ist ja was anderes.
Na ja, ich fand immer, dass ihr das nicht gutgetan hat, dass sie nie arbeiten war, weil sie auch so eine schreckliche Ehe führt (finde ich, ich weiß, dass das total doof ist, sowas zu sagen, aber egal).
Ich selber habe einen typischen Frauenberuf gelernt, mit dem ich keine Karriere machen könnte so ohne weiteres. Ich bin allerdings zufrieden damit und ich hab eigentlich gearbeitet seit ich 18 war, mit Kinderpausen. Bei Carlo und Felix bin ich schnell wieder eingestiegen, jetzt lass ich mir bißchen mehr Zeit.
Ich fand es damals, als ich jung war, schon schwer, mich meiner Familie und besonders meiner Mutter gegenüber durchzusetzen, weil die das ganz schlimm fand, dass ich arbeiten gegangen bin und die hat dann immer meine Kinder so bedauert, was ich völlig überflüssig fand. Jetzt ist mir das alles ziemlich egal, ich bin jetzt schon so alt und was sie denkt, das berührt mich nicht mehr so wie früher.
Wie ist das bei euch? Haben eure Mamas tolle Berufe? Oder sind sie Hausfrau? Und wie sortiert ihr euch da ein?
Kommentare
1,510
Beruflich habe ich mich nicht an ihr orientiert. Allerdings will ich, so fern es finanziell geht, möglichst lange nicht bzw ganz wenig arbeiten, um genauso wie meine Mutter, möglichst viel für mein Kind/Kinder da zu sein.
59,500
Ich glaube, sie bewundert mich insgeheim, wie ich alles - Arbeit, Haushalt, Kind - auf die Reihe bekomme und vielleicht hätte es ihr auch gefallen, etwas anderes zu machen, aber eigentlich, denke ich, ist sie mit ihrem Leben so wie es ist ganz zufrieden ;-)
11,944
Zum Vorbild nehmen konnte ich mir sie also beruflich nicht, auch meinen Vater nicht, der auch immer nur Hilfsarbeiten erledigt hat (als Bergmann war er halt auch nicht lange gefragt). Ich komme aus einer typischen Arbeitergegend. Da hatte eigentlich niemand große Ambitionen, und wenn ich heute so bei Stayfriends schaue, was aus meinen Klassenkameraden wurde, das sind größtenteils die klassischen Sachen: Arzthelferin, KFZ-Mechaniker... Das ist sicher so eine Mischung gewesen aus dem elterlichen Vorbild und der Perspektivlosigkeit, die man als Hauptschüler auch damals schon hatte.
Meine Schwester hat das immer schon anders gesehen, sie hat als Verkäuferin angefangen und ist dann in den Öffentlichen Dienst gewechselt und ging in die Beamtenlaufbahn. Wir sind zu viele Jahre auseinander, als dass ich sie als Vorbild gesehen hätte; ich glaube eher, dass meine beruflichen Ambitionen einfach daher kamen, dass ich in der Bücherei arbeitete. Einerseits hatte ich da eben Zugang zu Bildung und konnte mir da einen gewissen Horizont aneignen, andererseits fehlten da die Aufstiegschancen und ich habe gemerkt, dass ich doch ehrgeiziger war.
Meinen Eltern war immer wichtig, dass ich einen "guten" Beruf bekomme, öffentlicher Dienst war für sie toll, weil sie durch ihren Hintergrund eben ein gewisses Sicherheitsstreben haben. Mein Vater war halt auch häufiger mal arbeitslos, wir hatten immer wenig Geld. Das Ansehen war und ist ihnen aber auch wichtig. Ich weiß, dass sie immer gern erzählt haben, dass ich auf der Höheren Handelsschule war / die Ausbildung gemacht habe / studiert habe.
Hach ja, ein interessantes Thema hast du dir ausgesucht
27,156
Als mein Bruder auf die Welt kam hat sie erst einmal ausgesetzt und erst als wir dann so ca. 10 Jahre alt waren wieder halbtags angefangen. Leider musste sie ihre Arbeit dann aufgeben als wir umgezogen sind (mein Vater war versetzt worden und da er der Hauptverdiener war blieb nichts anderes übrig). Sie war da 55, da gab es in dem kleinen Ort keine Chance mehr. Sie hat dann noch eine zeitlang einige Stunden in einer Augenarztpraxis quasi als Arzthelferin gearbeitet, aber so richtig klasse war das nicht. Und ihre Arbeit hat ihr sehr gefehlt.
Ihr großer Traum wäre es immer gewesen Medizin zu studieren und sie hatte wohl gehofft eines ihrer Kinder würde an ihrer Stelle diesen Weg gehen. Aber wir haben beide den technischen Weg eingeschlagen. Und ich habe kurz vorm Diplom mein Studium geschmissen :oops: um dem eigentlichen Berufsziel Familienmanagerin nachzugehen :biggrin:
3,647
Sie war und ist als Mutter und Kreative mein positiv Vorbild und was die Berufliche Laufbahn betrifft hat sie all meine Bewunderung, da sie statt Kind zu sein immer hart gearbeitet hat und dennoch nicht daran verbittert ist, sondern ein total positiver Mensch ist. Was den Fleiß und die Power betrifft ist sie beruflich ebenfalls mein Vorbild. Nur ist mein Berufsweg ein anderer, weil ich viel bessere Voraussetzungen habe als meine Mutter als Nachkriegskind ohne Vater vom Dorfe.
20,547
Eigentlich war die Berufslaufbahn meiner Mutter nichts für mich. Aber wie das Leben so spielt. Als ich mit meinen beiden Kindern alleinerziehend war und in meinen Ausbildungsberuf keinen Job gefunden habe bin ich dann auch bei der BfA gelandet.
25,096
Als meine Schwester auf die Welt kam war sie dann erstmal zu Hause hat aber bald einen kleinen Modeladen aufgemacht. Das hat sie dann auch ca 10 Jahre gemacht um jetzt wieder ins Zahnlabor zurückzukehren.
Mein Vater war Textielbetriebswirt im Einzelhandel insbesondere Teppichhandel. Damit war er immer schon sehr viel außer Haus. Der Handel hat ja schon immer auch Samstags gearbeitet..dazu kamen MEssen und Geschäftsreisen. Irgendwann hat er sich dann selbständig gemacht mit 2 Geschäften für Wäsche ( Tisch-Nacht-Unter-Bettwäsche ect). Später ist er dann ins Angestelltenverhältnis in den Teppichhandel zurückgekehrt.
Bewundert wie meine Eltern das mit 2 Kindern und beide arbeiten gemeistert haben habe ich immer. Mir tut es auch weh das ich selbst im Moment nicht arbeiten kann.
Allerdings beruflich habe ich doch was ganz anderes gemacht. Für die Zahntechnik fehlt mir das handwerkliche Geschick. Das Verkäufergen ( Ich verkauf euch auch nen Sack Sand in der Wüste. :oops: ) habe ich von meinem Vater geerbt ..aber in den Handel...niemals.
Ich weiß was es für eine Familie bedeutet mit den Arbeitszeiten und den Sorgen wenn man selbständig ist. Nein das muß nicht sein.
Auch meine Schwester macht heute eher was soziales und ist Erzieherin geworden. Obwohl sie sehr gut malen und zeichnen kann..und da sicher hätte was draus machen können.
1,660
Meine Mutter war 40 Jahre im Schuldienst. Erst an einer katholischen Mädchenschule, als mein Bruder und ich klein waren, ging sie dann ans Abendgymnasium um tagsüber Zeit für uns zu haben. Später haben sich meine Eltern getrennt und sie ging dann an die entsprechende Tagesschule und hat dort einen speziellen Zweig für Frauen mit Familie, die das Abi nachmachen wollen, geleitet.
Nach beiden Geburten hat sie nach dem Mutterschutz wieder gearbeitet und wir hatten eine Kinderfrau.
Vor 2 Jahren wurde sie pensioniert (meine Mama, nicht die Kinderfrau ;-) .
Liebe Grüße
Carolin
628
Sie hatte die Lehrfächer Deutsch und während der DDR noch Russisch.
Fast hätte sie die wissenschaftliche Laufbahn eingeschlagen. Sie hatte bereits die Zulassung zur Promotion und schon das Angebot ihres Doktorvaters als wiss. Assistentin.
Leider hätte sie dafür von Erfurt nach Greifswald ziehen müssen und sie hatte doch gerade ihre große Liebe kennengelernt und plante mit ihm die Zukunft. Sie wurde dann schwanger, bevor sie sich entscheiden musste. Meine Eltern heirateten und meine Mutter zog dann in die Stadt, in der mein Vater arbeitete. Zunächst jedoch nur fürs Wochenende, denn sie wollte noch ihr Studium hier in Erfurt beenden. Sie bekam meine Schwester und ging dann direkt wieder studieren, d.h. meine Schwester kam in eine sog. Wochenkrippe. Es hat meiner Mutter jedesmal das Herz zerrissen, als sie meine Schwester montags zur Krippe brachte. Meine Schwester wußte unterwegs schon bald, wohin der Weg sie führte und schrie nur noch. Meine Mutter machte das nicht lange mit, brach das Studium ab und nahm eine freie Stelle als Lehrerin an, denn sie hatte ja schon die Lehrbefugnis. So hatte sie ihr Kind wenigstens an jedem Tag. Sie opferte also ihre wissenschaftliche Karriere für die Familie.
Sie arbeitete dann ohne Unterbrechung (außer ein Jahr Babypause bei mir) als Lehrerin in der Mittel- bis Oberstufenklassen. Die Schule an der sie tätig war, wurde mit der Wende zu einer Haupt- und Regelschule. Und die Hauptschulklassen wurden ihr zunehmend zu anstrengend.
Mein Vater war ja auch ursprünglich Lehrer für Mathe und Physik.
Aber das hat sich überhaupt nicht auf mich vererbt. Ich könnte mir nie vorstellen vor einer Klasse Kinder bzw. junger Erwachsener Unterricht zu geben. Ich hasse es vor Leuten zu sprechen.
Meiner Mutter würde ich auch eher als zurückhaltend bezeichnen, aber sie sagt immer, dass sie als Lehrerin ganz anders ist als privat. Sie meint, ich würde sie dann nicht wiedererkennen - das kann gut möglich sein.
10,947
geboren wurde ich 1975 und mein bruder 1982. da unsere eltern nie so geregelte arbeitszeiten von tgl. 8-16 uhr hatten, waren wir häufig zu hause bzw. waren nie sehr lange in betreuung, sind aber beide auch im ersten lebensjahr schon in die krippe gegangen. meine mutter hat immer parallel voll gearbeitet.
7,740
Meine Mutter (JG 1953) hat nach der Volksschule eine Lehre in einem kleinen Textilgeschäft als Verkäuferin gemacht, später dann aber bis zu meiner Geburt beim ADAC im Büro gearbeitet. Nach meiner Geburt ist sie aber nicht wieder in den Beruf eingestiegen- sie hatte keine Betreuung für mich, 3 Jahre später wurde mein Bruder geboren und als er dann im Kindergarten war, war sie ja schon 6 Jahre raus ... ich denke, sie wollte auch lieber zu Hause bleiben bei uns anstatt arbeiten zu gehen. Als mein Bruder dann auch in der Schule war, hat sie eine Putzstelle in einem privaten Haushalt angenommen, kurzzeitig für ein Jahr ausgesetzt um meine Oma zu pflegen (die dann gestorben ist), dann aber wieder angefangen und irgendwann vor einigen Jahren hat sie dann in der Kirche als Küsterin angefangen und putzt parallel dazu das Pfarrheim (insgesamt kommt sie damit ungefähr auf eine halbe Stelle), weil sie gerne noch etwas auf STeuerkarte arbeiten wollte, für die Rente.
Mein Vater (JG 1948) hat nach der Volksschule eine Lehre als Schlosser angefangen, jedoch nicht beendet, weil er Geld verdienen wollte/ musste (sein Vater war schon lange tot, sein Bruder heiratete und zog aus, daher musste mein Vater die Familie ernähren ...) - er hat dann in nem Eisenbetrieb angefangen und dort auch 40 Jahre lang gearbeitet (die Lehre hat er nie nachgeholt, aber er hat da ganz normal als Schlosser gearbeitet), bis der Betrieb insolvent wurde ... er war dann ein paar Jahre arbeitslos, und ist mittlerweile Frührentner.
Ich bin einen etwas anderen Weg eingeschlagen ;-) ... habe nach dem Abi Psychologie studiert, während des Studiums geheiratet und 2 Kinder bekommen und stehe jetzt ganz kurz vor dem Diplom.
3,507
Mein Papa (Jahrgang 1940) war schon immer ein Handwerker, er hat Küchen gebaut, dann irgendwann auch mal in dieser Branche als Vertreter gearbeitet, dann ein Küchenstudio gehabt und sowieso immer seine eigene Werkstatt. Dort produziert er auch heute noch alles, was eine Wohnung so braucht (und nicht braucht ;-) ) für unsere Familie und den halben Ort... Das Handwerker-Gen habe ich zu seiner Freude ein bisschen geerbt. Vielleicht fällt das aber auch deshalb so auf, weil mein Mann so gänzlich unbegabt in dieser Richtung ist.
Ich habe dann nach dem Abi das Studium eingeschlagen, wo meine ganze Familie dagegen war (und nur deshalb), nämlich Jura :roll: Dann kam die Wende, und ich wollte unbedingt nach München. Habe das Studium geschmissen, eine Banklehre gemacht und arbeite bis heute in dieser Bank. Leider ist das eigentlich auch nicht mein Traumjob, darum habe ich vor ein paar Jahren noch ein Fernstudium in Psychologie gemacht und wollte mich eigentlich während der Elternzeit nach einem anderen Job in dieser Richtung umsehen. Bis jetzt blieb`s beim Wollen :confuded: Habe noch 6 Monate "Gnadenfrist", dann müsste ich eigentlich wieder meinen (alten) Job antreten. Mal sehen ;-)
4,431
Also streng genommen wohl auch Lehrer, oder? :biggrin:
1,193
das meine eltern bei der bahn arbeiten ist irgendwie familiär bedingt, schon meine oma war dort im unternehmen, damals natürlich noch zu ddr zeiten.
ich selber studier bauingenieruwesen und habe somit eigentlich etwas die richtung eingeschlagen wo mein paps heute arbeitet. allerdings habe ich das handwerkliche geschick von meiner ma, mein paps ist ein "sesselfurzer" :biggrin:.
ich selber möchte auch mal zur bahn und habe schon meine eltern als vorbild, zumindest was die arbeitsmoral und die ziele angeht.
59,500
277