Was für Berufe haben eigentlich eure Mütter?

AnonymousAnonymous

59,500

bearbeitet 6. 02. 2009, 16:54 in Plauderecke
Und habt ihr euch daran orientieren können und sie als Vorbilder nehmen können, was Berufswahl und Karriere betrifft?

Also meine Mutter, die ist 1940 geboren, hat eine Ausbildung an einer FH zur Grafikerin gemacht. Das hat sie total gerne gemacht und ich finde sie auch richtig taleniert, wenn ich mir ihre alten Bilder angucke. Dann hat sie meinen Vater geheiratet und vier Kinder bekommen und nie als Grafikerin gearbeitet. Sie hat zwar viel gemalt und gewebt und war schon ziemlich kreativ zu Hause, aber das ist ja was anderes.

Na ja, ich fand immer, dass ihr das nicht gutgetan hat, dass sie nie arbeiten war, weil sie auch so eine schreckliche Ehe führt (finde ich, ich weiß, dass das total doof ist, sowas zu sagen, aber egal).

Ich selber habe einen typischen Frauenberuf gelernt, mit dem ich keine Karriere machen könnte so ohne weiteres. Ich bin allerdings zufrieden damit und ich hab eigentlich gearbeitet seit ich 18 war, mit Kinderpausen. Bei Carlo und Felix bin ich schnell wieder eingestiegen, jetzt lass ich mir bißchen mehr Zeit.

Ich fand es damals, als ich jung war, schon schwer, mich meiner Familie und besonders meiner Mutter gegenüber durchzusetzen, weil die das ganz schlimm fand, dass ich arbeiten gegangen bin und die hat dann immer meine Kinder so bedauert, was ich völlig überflüssig fand. Jetzt ist mir das alles ziemlich egal, ich bin jetzt schon so alt und was sie denkt, das berührt mich nicht mehr so wie früher.

Wie ist das bei euch? Haben eure Mamas tolle Berufe? Oder sind sie Hausfrau? Und wie sortiert ihr euch da ein?

Kommentare

  • dieUrsidieUrsi

    1,510

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Meine Mutter (BJ 1954) hat Bäckereifachverkäuferin gelernt und nur ein paar Jahr in diesen Beruf gearbeitet. Mit 18 und 19 Jahren hat sie meine Geschwister bekommen. Die Betreuung meiner Geschwister hat meine Oma übernommen, weil meine Mutter weitergearbeitet hat. Dann allerdings als Akkordarbeiterin bei Siemens. Als es meinen Eltern dann finanziell besser ging, hat sie zum arbeiten aufgehört. 9 Jahre später kamm dann ich zur Welt. Ich habe es sehr genossen, das meine Mutter nicht gearbeitet hat. So war sie immer mittags da, wenn ich vom Kindergarten oder Schule kam und konnte mir bei den Hausaufgaben helfen. Als ich dann so ca. 12 Jahre alt war, fing sie wieder zu arbeiten an. Jetzt arbeitet sie als Bedienung.

    Beruflich habe ich mich nicht an ihr orientiert. Allerdings will ich, so fern es finanziell geht, möglichst lange nicht bzw ganz wenig arbeiten, um genauso wie meine Mutter, möglichst viel für mein Kind/Kinder da zu sein.
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Meine Mutter (Jahrgang 1937) hat alte Sprachen in Dänemark studiert, dort meinen Vater kennengelernt, dann geheiratet und irgendwann kamen wir Kinder. Gearbeitet hat sie in ihrem Leben noch nie etwas ausser Haus, ausser einen Kurs an der Volkshochschule für Schwedisch gegeben. Ausserdem hat sie ein Buch aus dem Schwedischen ins Deutsche übersetzt. Das war's. Dementsprechend weltfremd ist sie auch, was die "freie Marktwirtschaft" betrifft und hat etwas komische Vorstellungen davon, was Arbeiten bedeutet. Sie musste sich allerdings in ihrem Leben auch noch nie wirklich Sorgen machen. Schon als Kind war sie das kleine "Prinzesschen". Nachzüglerkind, unglaublich begabt (3 Klassen übersprungen), musisch (spielt verschiedene Instrumente und hat das absolute Gehör), sprachbegabt (spricht 4 Sprachen fliessend und ohne Akzent). Sich als Kind daran zu messen, ist natürlich unglaublich schwer und hat mir oft zu schaffen gemacht.

    Ich glaube, sie bewundert mich insgeheim, wie ich alles - Arbeit, Haushalt, Kind - auf die Reihe bekomme und vielleicht hätte es ihr auch gefallen, etwas anderes zu machen, aber eigentlich, denke ich, ist sie mit ihrem Leben so wie es ist ganz zufrieden ;-)
  • tinattinat

    11,944

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Meine Mutter hat mal Kindergärtnerin gelernt. Ich weiß allerdings jetzt gerade nicht, ob mit Abschluß. Sie wurde ja schon mit 17 schwanger. Ich weiß nicht, ob sie in den Jahren, als meine Geschwister klein waren, gearbeitet hat, aber als ich klein war hat sie stundenweise in einer Apotheke geputzt. Zwischendurch haben mein Vater und sie häufig Zeitungen ausgetragen. Ihre Arbeitsfähigkeit war sicher auch immer durch ihre Gesundheit bestimmt, sie ist von Geburt herzkrank. Mit den Jahren wurde es schwieriger, bis sie schließlich künstliche Klappen bekam. Ich erinner mich aber an Zeiten, da hat mein Opa bei uns Betten gemacht, weil sie gar nicht die Arme heben konnte. Ich hab auch immer so Sachen machen müssen wie Gardinen aufhängen, so etwas war für sie immer zu anstrengend.

    Zum Vorbild nehmen konnte ich mir sie also beruflich nicht, auch meinen Vater nicht, der auch immer nur Hilfsarbeiten erledigt hat (als Bergmann war er halt auch nicht lange gefragt). Ich komme aus einer typischen Arbeitergegend. Da hatte eigentlich niemand große Ambitionen, und wenn ich heute so bei Stayfriends schaue, was aus meinen Klassenkameraden wurde, das sind größtenteils die klassischen Sachen: Arzthelferin, KFZ-Mechaniker... Das ist sicher so eine Mischung gewesen aus dem elterlichen Vorbild und der Perspektivlosigkeit, die man als Hauptschüler auch damals schon hatte.

    Meine Schwester hat das immer schon anders gesehen, sie hat als Verkäuferin angefangen und ist dann in den Öffentlichen Dienst gewechselt und ging in die Beamtenlaufbahn. Wir sind zu viele Jahre auseinander, als dass ich sie als Vorbild gesehen hätte; ich glaube eher, dass meine beruflichen Ambitionen einfach daher kamen, dass ich in der Bücherei arbeitete. Einerseits hatte ich da eben Zugang zu Bildung und konnte mir da einen gewissen Horizont aneignen, andererseits fehlten da die Aufstiegschancen und ich habe gemerkt, dass ich doch ehrgeiziger war.

    Meinen Eltern war immer wichtig, dass ich einen "guten" Beruf bekomme, öffentlicher Dienst war für sie toll, weil sie durch ihren Hintergrund eben ein gewisses Sicherheitsstreben haben. Mein Vater war halt auch häufiger mal arbeitslos, wir hatten immer wenig Geld. Das Ansehen war und ist ihnen aber auch wichtig. Ich weiß, dass sie immer gern erzählt haben, dass ich auf der Höheren Handelsschule war / die Ausbildung gemacht habe / studiert habe.

    Hach ja, ein interessantes Thema hast du dir ausgesucht :)
  • EowynEowyn

    27,156

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Meine Mutter (Jahrgang 1933) war medizinisch technische Assistentin (MTA). Sie hat nach ihrer Ausbildung erst in Deutschland dann auch mal 3 Jahre in New Orleans gearbeitet. Als sie wieder zurück in Deutschland war hat sie dann als Lehrassistentin gearbeitet, das war in ihrem Beruf so das höchste was man erreichen konnte.
    Als mein Bruder auf die Welt kam hat sie erst einmal ausgesetzt und erst als wir dann so ca. 10 Jahre alt waren wieder halbtags angefangen. Leider musste sie ihre Arbeit dann aufgeben als wir umgezogen sind (mein Vater war versetzt worden und da er der Hauptverdiener war blieb nichts anderes übrig). Sie war da 55, da gab es in dem kleinen Ort keine Chance mehr. Sie hat dann noch eine zeitlang einige Stunden in einer Augenarztpraxis quasi als Arzthelferin gearbeitet, aber so richtig klasse war das nicht. Und ihre Arbeit hat ihr sehr gefehlt.

    Ihr großer Traum wäre es immer gewesen Medizin zu studieren und sie hatte wohl gehofft eines ihrer Kinder würde an ihrer Stelle diesen Weg gehen. Aber wir haben beide den technischen Weg eingeschlagen. Und ich habe kurz vorm Diplom mein Studium geschmissen :oops: um dem eigentlichen Berufsziel Familienmanagerin nachzugehen :biggrin:
  • MiaofeliMiaofeli

    3,647

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Meine Mutter hat mit 9 Jahren mit der Erziehung ihrer Schwestern begonnen und nebenher auf dem Feld gearbeitet. Mit einem Vilksschulabschluss ging sie als Teeny in einen Haushalt als Mädchen für alles und mit 18 arbeitete sie in einer Gummifabrik an den Schmelztiegeln. Mit ihrer ersten(ungewollten)Schwangerschaft, wurde sie zur Ehefrau und damit zur Hausfrau gemacht. Sie bekam dann gewollt mich 5 Jahre Später und 7 Jahre später nicht so ganz mit Absicht meinen Bruder. Sie schreibt Gedichte ( 1 veröffentlicher Gedichtband) und Fotografiert leidenschaftlich.

    Sie war und ist als Mutter und Kreative mein positiv Vorbild und was die Berufliche Laufbahn betrifft hat sie all meine Bewunderung, da sie statt Kind zu sein immer hart gearbeitet hat und dennoch nicht daran verbittert ist, sondern ein total positiver Mensch ist. Was den Fleiß und die Power betrifft ist sie beruflich ebenfalls mein Vorbild. Nur ist mein Berufsweg ein anderer, weil ich viel bessere Voraussetzungen habe als meine Mutter als Nachkriegskind ohne Vater vom Dorfe.
  • Caro2310Caro2310

    20,547

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Meine Mutter hat Friseusin gelernt und im Slaon in damaligen West-Berlin als grenzgängerin gearbeitet. Am Tag des Mauerbaus ist sie mit meiner Oma nach Berlin geflüchtet. Mein Vater war schon zwei Tage länger da. Am Anfang hatte sie keine Arbeitsgenehmigung aber sie hat in der Zeit eben privat den Kunden zu hause die Haare gemacht. Nach meiner Geburt hat sie dann Nachts als Briefe-Verteilerin bei der Post gearbeitet und kam dann wenn mein Papa gegangen ist nach Hause. Als ich größer war hat sie dann Vormittags bei der Post gearbeitet. Später hat sie dann in der VHS Steno und Maschieneschreiben gelernt und damit den Seiteneinstieg bei der ehemaligen BfA geschafft. Da hat sie dann bis Zum Eintritt ihrer Erwerbsunfähigkeit gearbeitet.
    Eigentlich war die Berufslaufbahn meiner Mutter nichts für mich. Aber wie das Leben so spielt. Als ich mit meinen beiden Kindern alleinerziehend war und in meinen Ausbildungsberuf keinen Job gefunden habe bin ich dann auch bei der BfA gelandet.
  • AnjaHAnjaH

    25,096

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Meine Mutter ( Jahrgang 1950) ist Zahntechnikerin. Sie hat seit sie 17 ist gearbeitet. Bis ich ca 10 Jahre war auch in dem Beruf. Als ich klein war hat sie z.T Nachts in Laboren gearbeitet..später halbtags.

    Als meine Schwester auf die Welt kam war sie dann erstmal zu Hause hat aber bald einen kleinen Modeladen aufgemacht. Das hat sie dann auch ca 10 Jahre gemacht um jetzt wieder ins Zahnlabor zurückzukehren.

    Mein Vater war Textielbetriebswirt im Einzelhandel insbesondere Teppichhandel. Damit war er immer schon sehr viel außer Haus. Der Handel hat ja schon immer auch Samstags gearbeitet..dazu kamen MEssen und Geschäftsreisen. Irgendwann hat er sich dann selbständig gemacht mit 2 Geschäften für Wäsche ( Tisch-Nacht-Unter-Bettwäsche ect). Später ist er dann ins Angestelltenverhältnis in den Teppichhandel zurückgekehrt.

    Bewundert wie meine Eltern das mit 2 Kindern und beide arbeiten gemeistert haben habe ich immer. Mir tut es auch weh das ich selbst im Moment nicht arbeiten kann.
    Allerdings beruflich habe ich doch was ganz anderes gemacht. Für die Zahntechnik fehlt mir das handwerkliche Geschick. Das Verkäufergen ( Ich verkauf euch auch nen Sack Sand in der Wüste. :oops: ) habe ich von meinem Vater geerbt ..aber in den Handel...niemals.

    Ich weiß was es für eine Familie bedeutet mit den Arbeitszeiten und den Sorgen wenn man selbständig ist. Nein das muß nicht sein.

    Auch meine Schwester macht heute eher was soziales und ist Erzieherin geworden. Obwohl sie sehr gut malen und zeichnen kann..und da sicher hätte was draus machen können.
  • pebblespebbles

    1,660

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Meine Mutter war Lehrerin für Deutsch und Sport, mein Vater für Englisch und Musik. Ich komme aus einer reinen Lehrerfamilie inclusive Onkel und Tanten. Und ratet, was ich geworden bin? - richtig!
    Meine Mutter war 40 Jahre im Schuldienst. Erst an einer katholischen Mädchenschule, als mein Bruder und ich klein waren, ging sie dann ans Abendgymnasium um tagsüber Zeit für uns zu haben. Später haben sich meine Eltern getrennt und sie ging dann an die entsprechende Tagesschule und hat dort einen speziellen Zweig für Frauen mit Familie, die das Abi nachmachen wollen, geleitet.
    Nach beiden Geburten hat sie nach dem Mutterschutz wieder gearbeitet und wir hatten eine Kinderfrau.
    Vor 2 Jahren wurde sie pensioniert (meine Mama, nicht die Kinderfrau ;-) .
    Liebe Grüße
    Carolin
  • dccdcc

    628

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Meine Mutter war bis vor kurzem auch Lehrerin. Vor 1,5 Jahr ist sie mit 60 vorzeitig in Rente gegangen und ist seitdem total aufgeblüht.
    Sie hatte die Lehrfächer Deutsch und während der DDR noch Russisch.
    Fast hätte sie die wissenschaftliche Laufbahn eingeschlagen. Sie hatte bereits die Zulassung zur Promotion und schon das Angebot ihres Doktorvaters als wiss. Assistentin.
    Leider hätte sie dafür von Erfurt nach Greifswald ziehen müssen und sie hatte doch gerade ihre große Liebe kennengelernt und plante mit ihm die Zukunft. Sie wurde dann schwanger, bevor sie sich entscheiden musste. Meine Eltern heirateten und meine Mutter zog dann in die Stadt, in der mein Vater arbeitete. Zunächst jedoch nur fürs Wochenende, denn sie wollte noch ihr Studium hier in Erfurt beenden. Sie bekam meine Schwester und ging dann direkt wieder studieren, d.h. meine Schwester kam in eine sog. Wochenkrippe. Es hat meiner Mutter jedesmal das Herz zerrissen, als sie meine Schwester montags zur Krippe brachte. Meine Schwester wußte unterwegs schon bald, wohin der Weg sie führte und schrie nur noch. Meine Mutter machte das nicht lange mit, brach das Studium ab und nahm eine freie Stelle als Lehrerin an, denn sie hatte ja schon die Lehrbefugnis. So hatte sie ihr Kind wenigstens an jedem Tag. Sie opferte also ihre wissenschaftliche Karriere für die Familie.
    Sie arbeitete dann ohne Unterbrechung (außer ein Jahr Babypause bei mir) als Lehrerin in der Mittel- bis Oberstufenklassen. Die Schule an der sie tätig war, wurde mit der Wende zu einer Haupt- und Regelschule. Und die Hauptschulklassen wurden ihr zunehmend zu anstrengend.
    Mein Vater war ja auch ursprünglich Lehrer für Mathe und Physik.
    Aber das hat sich überhaupt nicht auf mich vererbt. Ich könnte mir nie vorstellen vor einer Klasse Kinder bzw. junger Erwachsener Unterricht zu geben. Ich hasse es vor Leuten zu sprechen.
    Meiner Mutter würde ich auch eher als zurückhaltend bezeichnen, aber sie sagt immer, dass sie als Lehrerin ganz anders ist als privat. Sie meint, ich würde sie dann nicht wiedererkennen - das kann gut möglich sein.
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    meine eltern (beide jahrgang 1949) haben zunächst recht einfach berufe gelernt: geflügelzüchterin und schlosser. dann sind sie zum lehrerstudium delegiert worden und wurden lehrer für deutsch/staatsbürgerkunde (meine mutter) und deutsch/geschichte (mein vater). sie haben dann nach abschluss des studiums an einer polytechnischen oberschule (POS, 1.-10 kl.) und einer erweiterten oberschule (EOS, 11.-12.kl.) als lehrer und z. t. stellvertretende direktoren gearbeitet. 1978 sind beide an die damalige pädagogische hochschule in potsdam als wissenschaftl. MA gewechselt. meine mutter ging in den fachbereich germanistik/lehramt deutsch und mein vater in den fachbereich philosophie. beide haben promoviert und bis zur wende dort in der lehre gearbeitet. mein meine mutter ist immer noch an der uni, mein vati ist dann zu mehreren priv. bildungsträgern gewechselt und hat mittlerweile eine eigene firma.
    geboren wurde ich 1975 und mein bruder 1982. da unsere eltern nie so geregelte arbeitszeiten von tgl. 8-16 uhr hatten, waren wir häufig zu hause bzw. waren nie sehr lange in betreuung, sind aber beide auch im ersten lebensjahr schon in die krippe gegangen. meine mutter hat immer parallel voll gearbeitet.
  • Snoopy82Snoopy82

    7,740

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Meine Eltern haben beide eher "einfache" Berufe gelernt ...
    Meine Mutter (JG 1953) hat nach der Volksschule eine Lehre in einem kleinen Textilgeschäft als Verkäuferin gemacht, später dann aber bis zu meiner Geburt beim ADAC im Büro gearbeitet. Nach meiner Geburt ist sie aber nicht wieder in den Beruf eingestiegen- sie hatte keine Betreuung für mich, 3 Jahre später wurde mein Bruder geboren und als er dann im Kindergarten war, war sie ja schon 6 Jahre raus ... ich denke, sie wollte auch lieber zu Hause bleiben bei uns anstatt arbeiten zu gehen. Als mein Bruder dann auch in der Schule war, hat sie eine Putzstelle in einem privaten Haushalt angenommen, kurzzeitig für ein Jahr ausgesetzt um meine Oma zu pflegen (die dann gestorben ist), dann aber wieder angefangen und irgendwann vor einigen Jahren hat sie dann in der Kirche als Küsterin angefangen und putzt parallel dazu das Pfarrheim (insgesamt kommt sie damit ungefähr auf eine halbe Stelle), weil sie gerne noch etwas auf STeuerkarte arbeiten wollte, für die Rente.
    Mein Vater (JG 1948) hat nach der Volksschule eine Lehre als Schlosser angefangen, jedoch nicht beendet, weil er Geld verdienen wollte/ musste (sein Vater war schon lange tot, sein Bruder heiratete und zog aus, daher musste mein Vater die Familie ernähren ...) - er hat dann in nem Eisenbetrieb angefangen und dort auch 40 Jahre lang gearbeitet (die Lehre hat er nie nachgeholt, aber er hat da ganz normal als Schlosser gearbeitet), bis der Betrieb insolvent wurde ... er war dann ein paar Jahre arbeitslos, und ist mittlerweile Frührentner.

    Ich bin einen etwas anderen Weg eingeschlagen ;-) ... habe nach dem Abi Psychologie studiert, während des Studiums geheiratet und 2 Kinder bekommen und stehe jetzt ganz kurz vor dem Diplom.
  • KatieKatie

    3,507

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Da es von Lehrereltern hier nur so wimmelt, will ich mich gleich mal anschließen :grin: Meine Mama (Jahrgang 1939) ist nach der Wende in den Vorruhestand gegangen und war vorher Lehrerin für Russisch und Sport. Außer 3 Jahren Erziehungsurlaub hat sie immer voll gearbeitet, an der gleichen Schule, an der ich bis zur 10. Klasse auch war. Ich hatte 1 Jahr sogar Sport bei ihr, was zwar nicht optimal war, aber auch nicht so schlimm. Ich fand es als Kind immer toll, eine Lehrerin als Mama zu haben und habe mit Vorliebe Lehrerin gespielt. Es gab x Klassenbücher bei uns, in die ich ständig alles eingetragen habe und Zeugnisse geschrieben und eine Tafel im Kinderzimmer und all solche Sachen. Später als Jugendliche war es dann nicht mehr so toll, besonders wenn andere meinten, Lehrerkinder haben sowieso immer die besseren Noten. Dann wollte ich auch auf gar keinen Fall mehr Lehrer werden. Wollte ich auch heute noch niiiiiiiieeeemals sein ;-)
    Mein Papa (Jahrgang 1940) war schon immer ein Handwerker, er hat Küchen gebaut, dann irgendwann auch mal in dieser Branche als Vertreter gearbeitet, dann ein Küchenstudio gehabt und sowieso immer seine eigene Werkstatt. Dort produziert er auch heute noch alles, was eine Wohnung so braucht (und nicht braucht ;-) ) für unsere Familie und den halben Ort... Das Handwerker-Gen habe ich zu seiner Freude ein bisschen geerbt. Vielleicht fällt das aber auch deshalb so auf, weil mein Mann so gänzlich unbegabt in dieser Richtung ist.
    Ich habe dann nach dem Abi das Studium eingeschlagen, wo meine ganze Familie dagegen war (und nur deshalb), nämlich Jura :roll: Dann kam die Wende, und ich wollte unbedingt nach München. Habe das Studium geschmissen, eine Banklehre gemacht und arbeite bis heute in dieser Bank. Leider ist das eigentlich auch nicht mein Traumjob, darum habe ich vor ein paar Jahren noch ein Fernstudium in Psychologie gemacht und wollte mich eigentlich während der Elternzeit nach einem anderen Job in dieser Richtung umsehen. Bis jetzt blieb`s beim Wollen :confuded: Habe noch 6 Monate "Gnadenfrist", dann müsste ich eigentlich wieder meinen (alten) Job antreten. Mal sehen ;-)
  • tesorotesoro

    4,431

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Meine Mutter ist Instrumentalpädagogin mit Konzertexamen Gitarre und was-weiß-ich-was-fürm-Examen Querflöte. Vatter ist stellvertretender Musikschulleiter in einem recht kleinen Städtchen in NRW.

    Also streng genommen wohl auch Lehrer, oder? :biggrin:
  • sandra_83sandra_83

    1,193

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    meine mutter (bj 60) hat elektrotechnik in dresden studiert. hat dann nach dem studium in weimar eine stelle bei der eisenbahn bakommen und arbeitet bis heute bei der bahntochter, db-energie. mein vater (bj 59) hat maschinenbau studiert, auch in dresden. er hat auch eine stelle in weimar bekommen, hat jedoch eigentlich erst als lokführer gearbeitet und schlosser tätigkeiten verrichtet. als dann mal eine "bessere" stelle frei wurde nach der wende ging er in den bereich db-projektbau, wo er auch heute noch ist. während des studiums kam ich zur welt aber pausiert hat meine mutter nicht wirklich, im studenten-wohnheim sind wir kinder immer von irgendeiner mutti betreut worden, die gerade keine vorlesung hatte. 86 kam dann mein bruder, da war meine mutter dann 1 jahr zu hause aber ansonsten hat sie immer voll gearbeitet.
    das meine eltern bei der bahn arbeiten ist irgendwie familiär bedingt, schon meine oma war dort im unternehmen, damals natürlich noch zu ddr zeiten.
    ich selber studier bauingenieruwesen und habe somit eigentlich etwas die richtung eingeschlagen wo mein paps heute arbeitet. allerdings habe ich das handwerkliche geschick von meiner ma, mein paps ist ein "sesselfurzer" :biggrin:.
    ich selber möchte auch mal zur bahn und habe schon meine eltern als vorbild, zumindest was die arbeitsmoral und die ziele angeht.
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Das sind ja total spannende Geschichte hier, ich find das echt interessant. Und ganz schön viele Lehrer!!
  • Die_JessyDie_Jessy

    277

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Meine Mum ist noch recht Jung (Baujahr 1964) und hat 2001 nach 10 Jahren Mama und Hausfrau sein sich selbstständig gemacht mit diversen Lotto Läden und einer Reiseagentur...
Hey! Melde dich an oder registriere dich, um mitzureden.

Social Media & Apps