vor dem Hauskauf heiraten?

kabanykabany

476

bearbeitet 5. 05. 2010, 12:10 in Plauderecke
Hallo in die Runde!

Es scheint, als hätten wir ein schönes Haus gefunden... :happy273:
Obwohl wir beide der Meinung sind, dass wir nicht heiraten brauchen, steht der Gedanke im Raum, vor dem Hauskauf zu heiraten. Ich habe keine Ahnung, ob es Vor- oder Nachteile deswegen gibt.
Was meint ihr dazu? Wir haben einen gemeinsamen vierjährigen Sohn.

Viele Grüße,
kabany

Kommentare

  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    unsere nachbarn haben unverheirat das haus gekauft, dann aber im letzten jahr aufgrund schwieriger erbrechtsverhältnisse infolger der nur vorhandenen lebensgemeinschaft dann doch geheiratet. fragt doch mal bei einem anwalt und/oder notar diesbezüglich nach.
  • EowynEowyn

    27,156

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Da würde ich mich auch vorher vom Notar beraten lassen, ob das irgend einen Unterschied macht.
  • sopie74sopie74

    2,615

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Was Steuern & Co angeht hab ich leider keine Ahnung, ein großer Vorteil am Verheiratet-Sein ist im Fall des Hauskaufs, dass ihr dann in einer Zugewinn-Gemeinschaft lebt. Alles was an Eigentum dazukommt wird - im Falle einer Scheidung - 50/50 geteilt. Im Fall des Hauses gehört es dann also euch beiden, egal wer welchen Beitrag geleistet hat. Wärt ihr nicht verheiratet, gehört jedem das, was er beigetragen hat. Natürlich kann man das auch vertraglich regeln, mit einer vorherigen Heirat wäre das aber nicht mehr nötig.
  • EowynEowyn

    27,156

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    @sopie
    bist du sicher dass das so stimmt? Das Haus kommt zwar als Eigentum dazu, aber es wird ja mit Geld bezahlt dass beide mit in die Ehe bringen. Jedem gehört dann quasi so viel vom Haus, wie er mit in die Ehe gebracht hat. Wenn einer da deutlich mehr beigesteuert hat, gehört ihm auch mehr vom Haus. Das wird bei einer Scheidung alles wieder aufgedröselt. Ich habe das bei Freunden gerade miterlebt. Vom gemeinsam während der Ehe gekauften Haus ist ihr quasi gar nichts geblieben, weil das alles von seinem Geld bezahlt wurde.
  • sopie74sopie74

    2,615

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Da hast du recht, eo, das Geld das vorher da war, bleibt aussen vor. Aber das tut es ja sowieso. Der klassische Fall, dass der Mann von seinem Gehalt die Raten zahlt, ist damit aber abgedeckt. Wenn die beiden unverheiratet einziehen, sie ist nicht oder weniger berufstätig als er, erwirbt er nach und nach Eigentum am Haus, sie eben nicht. Im Falle einer Ehe ist alles Zugewinn, was während der Ehe dazukommt. Das ist quasi die starke juristische Absicherung der 'Hausfrauen-Ehe' (Achtung, nicht schlagen, der Begriff stammt nicht von mir).
  • kabanykabany

    476

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Vielen Dank für die doch aufschlussreichen Antworten. Meine Eltern würden 15.000 Euro zuschießen, "er" würde ebensoviel als bares reingeben. Von mir kommt - Karten auf den Tisch :oops: - nix. Also vielleicht so zwei- bis dreitausend. Meine ersparte Kohle wandert immer auf ein Konto fürs Kind, sodass bei mir nicht viel zu holen ist.
    Wenn ich es richtig verstanden habe, wären wir somit "gleichberechtigt"?!
    Im Prinzip geht es mir gar nicht so darum, was im Trennungsfalle wäre. Sondern um das Erbrecht. Wenn Martin - Gott bewahre - ableben würde, hätte ich (unverheiratet) von seinem Anteil nix und sein Vater und Jakob würden jeder ein Viertel des Hauses bekommen. Da sein Vater schon 66 ist und in dritter, nein vierter Ehe verheiratet ist, würde nach dessen Ableben die vierte Frau einen Teil unseres Hauses erben... und Jakob ein bißchen. Hach wie kompliziert!
    Bitte nicht falsch verstehen: wir verstehen uns alle prima! Aber ihr wißt schon, Pferde... Apotheke :fies03.:
    Unsere Steuerberaterin meinte, rein steuerlich würden wir nichts gutmachen. Ich bin in der Steuerklasse 1B, Martin ist selbständig. Ich kann mir das aber nicht vorstellen. Die Steuerfrau ist aber auch nicht die Hellste...

    Ich warte mal ab, vielleicht habt ihr ja noch weiterhin erhellende Antworten.

    Viele Grüße
    Katja
  • sopie74sopie74

    2,615

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ah, stimmt, Erbrecht gibts ja auch noch.... ALSO: Um deinen Schwiegervater musst du dir keine Sorgen machen, durch die Existenz eures Sohn (der Erbe erster Ordung ist) wird der Vater deines Mannes als Erbe ausgeschlosse. ABER euer Sohn würde im Falle des Falles alles erben, was vorher deinem Mann gehört hat, außer es existiert ein Testament, dass eine andere Reglung bestimmt.
    Als Ehefrau würdest du - im 'Normalfall', heißt ihr lebt in Zugewinngemeinschaft - die Hälfte des Vermögens deines Mannes erben und den kompletten Hausstand. Die andere Hälft würde euer Sohn bekommen, bzw. falls ihr noch mehr Kinder bekommt würden die sich die Hälfte teilen.
    Natürlich ist das auch nicht ganz unkritisch, denn wenn es doof läuft kann dein eigenes Kind im Fall des Todes deines Mannes dich zwingen, ihm seinen Anteil auszubezahlen. Also schlimmstenfalls das Haus zu verkaufen.
    Da gibt es dann Möglichkeiten, das über ein Testament zu lösen, z.B. gibt es das sogenannte Berliner Testament, dass die gemeinsamen Kinder bis zum Ableben beider Elternteile als Erben ausschließt. Ist aber auch nicht 'wasserdicht', dein ein Kind kann immer seinen Pflichtteil (Hälfte des gesetzlichen Erbteils) einfordern.... komplizierte, ihr werdet um eine Rechtsberatung wohl auch nicht drumrumkommen. Aber wenn du die Frage heiraten oder nicht stellst würde ich auf jeden Fall zum heiraten raten ;-)
  • AnjaHAnjaH

    25,096

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Hallo

    Also bei den Steuern ist es erstmal wurscht ob verheiratet oder nicht. Wir haben ja auch grad ein Haus gekauft. Obwohl verheiratet zahlen wir 2x Grundsteuer ect. Und im Kaufvertrag werden wir auch einzeln aufgeführt..halt je nachdem wer wieviel bezahlt.

    Zum Erbrecht: Wenn ein Kind sich seinen PFlichtteil auszahlen läßt im Fall des Ablebens eines Elternteils..kann man es dann aber über ein Testament vom weiteren Erbe ausschließen. Heißt 1x Pflichtteil und dann nix mehr ..auch nicht wenn später der andere stirbt.
  • NanakiNanaki

    3,896

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Also mal ganz ehrlich....ich heirate doch nicht, um vielleicht künftig aufkommende Erbstreitigkeiten zu schlichten?!?!? Entweder ihr wollt heiraten, weil ihr euch liebt und nach aussen hin zeigen wollt, dass ihr zusammen gehört. Oder ihr wollt nicht.
  • sopie74sopie74

    2,615

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Also davon, dass sie sich lieben bin ich jetzt ausgegangen, sie leben zusammen, haben ein Kind und wollen ein Haus kaufen... Die Indizien sprechen dafür, dachte ich ;-) Heirate gehört eben nicht für jeden zwingend zur Liebe. Aber die Ehe ist eben auch ein rechtlicher Rahmen, der sich - was z.B. das Erbrecht angeht - schwer 'imitieren' lässt. Also warum sollten sie einen deutlichen rechtlichen Nachteil hinnehmen?
  • Snoopy82Snoopy82

    7,740

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich kenne mich auf dem Gebiet leider zu wenig aus, um was richtig sinnvolles beitragen zu können ;-), aber ich weiß von Freunden (unverheiratet), dass sich die Erbangelegenheiten testamentarisch gut regeln lassen (und da ist es noch etwas komplizierter, weil es zusätzlich zu dem gemeinsamen Kind noch ein Kind von ihm aus 1. Ehe gibt).

    Es ist halt die Frage: Wenn Ihr eh vorhattet, irgendwann zu heiraten, ist es vermutlich weniger "Aufwand" (hinsichtlich dem ganzen Papierkram), wenn ihr es vor dem Hauskauf macht. Wenn für Euch Heiraten aber grundsätzlcih gar keine Option ist, ist es nur wegen des Hauskaufs nicht zwingend notwendig.
  • sopie74sopie74

    2,615

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Snoopy82 schrieb:
    Ich kenne mich auf dem Gebiet leider zu wenig aus, um was richtig sinnvolles beitragen zu können ;-), aber ich weiß von Freunden (unverheiratet), dass sich die Erbangelegenheiten testamentarisch gut regeln lassen (und da ist es noch etwas komplizierter, weil es zusätzlich zu dem gemeinsamen Kind noch ein Kind von ihm aus 1. Ehe gibt).
    .

    Das mit dem testamentarisch regeln stimmt leider nur zum Teil, denn das kann man eben nicht so regeln wie durch eine Hochzeit. Also wenn der Mann bspw. möchte, dass seine Lebensgefährtin nach seinem Tod in seinem Haus weiterwohnen kann solange sie lebt, kannst du das nicht per Testament sichern. Denn der Sohn ist der gesetzliche Alleinerbe. Selbst wenn der Mann das Kind im Testament quasi enterbt und alles der Lebensgefährtin vermacht, hat das Kind immer noch Anspruch auf den Pflichtteil, der dann die Hälfte von allem ist...
  • kabanykabany

    476

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Vielen lieben Dank für die rege Diskussion. Um mal allen Spekulationen vorzubeugen: ja, wir lieben uns. Da uns beiden aber der standesamtliche Akt und das "verheiratet sein" nichts bedeutet, bzw. es an unserer Liebe nichts ändern, verschönern oder besser machen würde, gehts hier wirklich nur um finanzielle, steuerliche und erbrechtliche Vorteile. Wir rechnen beim Hauskauf mit jedem Cent und wenn mir einer sagt: wenn ihr verheiratet seit, könnt ihr dort steuerlich sparen und habt da finanzielle Vorteile - bitte, dann wird geheiratet!
    Und mal so nebenbei: wir würden auf einem Standesamt im Wohnort meiner Oma heiraten. Die schafft keinen Meter mehr zu Fuß und ich möchte sie gern dabei haben. Dann noch unsere Eltern - fertig. Und wir sagen vorher nicht Bescheid ;-) wir schleifen alle unter einem Vorwand dahin. Damit auch Keiner auf die Idee kommt, sich in Schale zu werfen. Meine Mama wirds mir nachtragen...
    Tage später werden wir unsere Freunde zum Grillen in unseren Garten einladen und nach dem ersten Würstchen wirds dann beiläufig erzählt. Und dann darf - sozusagen als Hochzeitsgeschenke - jeder sagen, wobei er uns beim Hausausbau unter die Arme greift ;-) Ich freu mich jetzt schon auf die Gesichter!

    Viele Grüße,
    Katja
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    na dann sind die würfel doch gefallen ;-) :happy273: !
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    kabany schrieb:
    Tage später werden wir unsere Freunde zum Grillen in unseren Garten einladen und nach dem ersten Würstchen wirds dann beiläufig erzählt. Und dann darf - sozusagen als Hochzeitsgeschenke - jeder sagen, wobei er uns beim Hausausbau unter die Arme greift ;-) Ich freu mich jetzt schon auf die Gesichter!
    Das find ich witzig und ne nette Idee. Und Arbeit von Freunden kann man mit Geld nicht bezahlen!!!
  • kabanykabany

    476

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Juhu!
    Weiß jemand von euch, ob man überhaupt "außerhalb" seines Heimatortes heiraten darf?

    Viele Grüße
    Katja
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    ja, na klar.
  • Mia76Mia76

    655

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Angabe ohne Gewähr: ja, das darf man. Ihr könnt Euch theoretisch jedes Standesamt (zumindest in D) aussuchen...
  • ed24ed24

    1,208

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Wie lustig - bei uns ist gerade die gleiche Fragestellung...
    Wir leben auch unverheiratet mit Kind gluecklich zusammen. Jetzt haben wir ein schoenes Haus gefunden und schlagen uns auch mit dem Gedanken rum: Heiraten ja oder nein.

    Wirklich muessen muss man ja nicht, denn wenn beide im Grundbuch eingetragen sind, wird das Haus geteilt im falle der Trennung. Und erben wird das Kind sowieso. Nur zwischen uns (Eltern) wird es im Erbfall ohne Testament schwierig. Man ist dann quasie Erbverwalter fuer sein Kind, bis das es geschaeftsfaehig ist...

    Tja mal gucken was so kommt.
    Fuer den kredit waere es sicherlich besser wenn wir verheiratet waere.
    Aber irgendwie fuxt es mich - wenn es ums zahlen geht wird man (unverheiratet) immer als 2 Personen gehandelt, aber wenn es um zuschuesse fuer Familien ect. geht ist man ploetzlich doch nicht berechtigt, weil man nichtverheiratet ist. Irendwie ein merkwuerdiges system...

    lg ed
  • kabanykabany

    476

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    :happy273:
    In 14 Tagen ist es soweit. Es wird geheiratet. Die Ringverkäuferin hat sich fast hinter die Theke gelegt, als wir sagten, dass wir Ringe "schnell" brauchen. Und dann: Wooooooaaaaah, sind Eheringe teuer. 1500 Euro. Für die ganz schlichten... Wir sind dann in ein Szeneschmuckgeschäft in der Dresdner Neustadt. Jetzt haben wir viereckige Ringe. Supertoll. Und außergewöhnlich. So, wie wir es wollten. Für 200 Euro.
    Unsere Eltern hatten kurzzeitig Schnappatmung, als wir ihnen unsee Pläne unterbreiteten. Die Oma erfährts erst nächstes Wochenende. Eine schlaflose Woche reicht für sie. Wir heiraten da, wo die Oma wohnt. Sie ist nicht mehr so gut zu Fuß, sie könnte sonst nicht dabei sein. Hintergrund ist, dass sie vor mehr als einem Jahr für einige Monate im Koma lag. Und ich hab am Krankenbett gesagt: wenn Du wieder gesund wirst, heirate ich. Und wenn ich das dann auch noch wahr mache, soll sie unbedingt dabei sein.
    In diesem Sinne: "Ja, ich will!" :sunny:

    Viele Grüße,
    Katja
  • sopie74sopie74

    2,615

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Cool :cool: :happy273: Freut mich, dass wir hier helfen konnten :biggrin: Na dann mal ganz viel Spaß dabei und ein erfülltes Eheleben ;-)
  • kabanykabany

    476

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    :geb37: Danke!

    Viele Grüße
    Katja
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    super :fungif52: :sunny: :happy273: !
    alles gute für euer gemeinsames leben :geb013: :geb37: :baby115:
  • Iris3105Iris3105

    2,619

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Na dann super und alles Gute.
    Ich wollte Dir jetzt eigentlich nur noch, dass Freunde von uns auch unverheiratet sind und trotzdem zusammen gebaut haben. Schwierigkeitsgrad bei denen ist noch, dass sie jeder für sich Kinder aus der jeweils ersten Beziehung haben. Die haben das alles nur über Notar geregelt.
    Es wäre also auch ohne Trauschein gegangen.
  • kabanykabany

    476

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    :eek01: Mist, nun isses zu spät :grin:
    Und gerade gibts Probleme bei Hauserwerb... Ich kringel mich!

    Liebe Grüße,
    Katja
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