Hallo ihr,
das ist zwar für mich ein sehr ernstes und kein Plauderthema, aber ich stell's jetzt trotzdem mal hier rein weil ich sonst nicht so ganz wusste wohin damit.
Mein Mann möchte für unser zweites Baby einen Vaterschaftstest machen lassen. Ich bin damit prinzipiell einverstanden, obwohl ich es hirnrissig und rausgeschmissenes Geld finde, aber das ist bei ihm so eine Glaubenssache, für die er sich glaub ich am ehesten politisch engagieren würde wenn er da Ambitionen hätte: die Rechte der Väter und dass jeder Vater das Recht darauf haben sollte überprüfen zu lassen ob es auch wirklich sein Kind ist etc. etc. .... aber das ist ein anderes Thema. Auch das Thema Vertrauen (Angeblich - so sagt er - glaubt er schon dass das sein Kind ist und dass ich ihm nicht fremdgegangen bin, sehr gnädig; er möchte nur nicht in einigen Jahren vielleicht aus irgendwelchen Gründen anfangen zu zweifeln und die Beziehung zu dem Kind belasten. Bei Erik erübrigt sich das, oder zumindest ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich geringer, da er auf einer mehrwöchigen Neuseeland-Reise "entstanden" ist.) ist ein anderes Thema.
Was ich gern wissen möchte: er hat da jetzt aus dem Web so halbgare Informationen und meint aufgrund dessen, dass das so läuft: nach der Geburt (die wir täglich erwarten) meldet er das Kind beim Standesamt an, erkennt aber die Vaterschaft nicht an und das Jugendamt macht dann einen Test. Oder so ähnlich.
Ich glaube dass dann aber mit Sicherheit irgendwas darüber in unserem Familienbuch landet bzw. muss nicht unsere Hebamme im Geburtshaus auch schon irgendwas in das Stammbuch schreiben (zumindest sollen wir es ja zur Geburt mitbringen)?
Ich will ihm seinen Test nicht verweigern, aber ich weiß ja das Ergebnis (es IST natürlich SEIN Kind!!!) und möchte um jeden Preis verhindern dass nur wegen so einer Marotte (sorry aber seh ich so) dann hinterher sowas in unserem Familienbuch drinsteht. Stellt euch mal vor unser zweiter Sohn schaut dann irgendwann mal in diese Unterlagen (ich persönlich war irgendwann mal neugierig auf diesen Kram mit Geburtsurkunden und so und habe mir das von meinem Vater zeigen lassen) und sieht dann, dass sein Vater ihn nach der Geburt erstmal nicht anerkennen wollte - das ist doch Horror! Und das NUR aus Prinzip, nicht weil ein begründeter Verdacht existiert (dann könnte ich's ja noch verstehen)!
Kann mir irgendjemand da mit fundierten Infos weiterhelfen? Das wär super lieb. Das Ganze belastet mich grad echt sehr, da es ja auch jeden Moment mit der Geburt losgehen kann und ich das unbedingt vorher geklärt haben möchte...
Viele Grüße
Steffi
Kommentare
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Seine Motivation beim Amt zunächst die Vaterschaft nicht anzuerkennen ist wohl hauptsächlich dadurch bedingt dass er meint, wenn er da einmal die Vaerschaft anerkannt hat wird er das "nicht mehr los", also kann das nicht revidieren, falls sich rausstellen sollte, dass es doch nicht sein Kind ist (rein theoretisch; in der Praxis ist das wie gesagt eh alles hinfällig...). Weißt du vielleicht, ob das denn überhaupt stimmt?
Er meint dass aufgrund eines privat durchgeführten Tests die Vaterschaft nicht angefochten werden kann.
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Ein Test ist das Private, ein Gutachten das Gerichtliche. Das Gerichtliche ist unanfechtbar und gültig, das private rechtlich irrelevant sondern nur eine reine " Jetzt weiß ich es sicher" Sache.
Er hat trotz Anerkennung 2 Jahre Zeit , wenn berechtigte Zweifel bestehen, gerichtlich die Vaterschaft anzufechten.
Ein privater Test steht einem Gerichtsweg nicht im Wege aber er wird vor Gericht nicht anerkannt. Das bedeutet. Wenn der Test negativ ist und die Vaterschaft aufgrunddessen angefochten werden soll ( und kann! Denn hier wird ein berechtigter Zweifel nachgewiesen ) , so wird das Gericht nicht aufgrund des privaten Tests ein Urteil fällen, sondern einen weiteren Test anordnen.
Wenn es ihm also wirklich nur darum geht einen Test machen zu lassen, weil er grade ne Rechtsfimmel hat aber keine Zweifel an seiner Vaterschaft, so geht ihm nichts verloren, wenn er einen privaten Test macht. Fällt dieser negativ aus, kann er dennoch Klagen und die Vaterschaft aberkennen lassen.
Auch eine Test vor der GEburt ist möglich aber mit Risiken verbunden.
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Darf ich denn jetzt noch ganz unverschämt fragen woher du diese Infos weißt? :oops: Bist du selbst Juristin bzw. arbeitest auf dem Gebiet? Nur damit ich meinem Mann sagen kann woher ich das weiß und dass diese Aussagen Hand und Fuß haben...
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Also wenn ihr verheiratet seid, ist er immer der Vater. Sogar wenn es nachweislich nicht sein Kind ist.
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Dein Mann, vorausgesetzt Ihr seid verheiratet, hat also gar nicht die Möglichkeit, die Vaterschaft erstmal nicht anzuerkennen, das geschieht automatisch. Dein Ehemann steht also mit Anmeldung des Kindes als Vater im Stammbuch.
Wie bereits oben beschrieben wurde, hat er nur die Möglichkeit bei berechtigten Zweifel (den er dann auch noch nachweisen muss) die Vaterschaft anzufechten. Sollte das dann über das Amt laufen, muss er im Falle einer bewiesenen Vaterschaft alle Kosten des Verfahrens tragen, was sich in den 1000ern abspielt. Nur wenn er nicht der Vater wäre, entstehen ihm keine Kosten. Ein privater Test kostet so ab 350 Euro je nach Labor und Unternehmen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Sind alles reine Erfahrungswerte sowohl beruflicher als auch privater Natur. Ich betreue junge Mütter und ihre Kinder in der stationären Jugendhilfe und habe es dort häufiger mit ungeklärten oder nicht anerkannten Vaterschaften zu tun...Soviel dazu.
Ich wünsche Euch für die Geburt alles Gute und hoffe, dass sich Dein Mann trotz seines Bedürfnisses nach Absicherung und Bestätigung auf das zweite Kind einlassen kann - und das nicht erst, wenn ein Ergebnis vorliegt. Wäre doch schade wenn er sich emotional um diese spannende und schöne Zeit des Kennenlernens bringen würde... ;-)
LG Mia
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Hab`s trotzdem mal stehen lassen....
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Ich fand anfangs die bloße Tatsache völlig bescheuert und habe zwei Tage nur geheult (als er es mir gesagt hat, dass er so einen Test machen möchte), habe mich aber mittlerweile damit abgefunden, zumal er wie gesagt sagt es geht ihm NUR um das Langfristige, also falls wir mal wieder ne Ehekrise haben (und die hatten wir, wenn auch ein Jahr BEVOR ich zum zweiten Mal schwanger geworden bin), damit er dann nicht anfängt zu zweifeln ob das zweite auch wirklich sein Kind ist.
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Wie geht es dir damit? Mich würde das ganz schön traurig machen.
Ein Kind das aus Liebe (hoffentlich) entstanden ist sollte doch mit Vertrauen aufwachsen.
Und ein Kind, bzw. die Zeugung eines Kindes sollte doch ein Urvertrauen einer Ehe mit sich bringen.
Wenn mein Mann auf den Trichter käme so einen Test haben zu wollen (nur für den Fall, daß wir mal eine Krise kriegen und nicht für den Fall das er wirklich Grund zum zweifeln hat), würde ich ihm das auch erlauben, aber zeitgleich könnte er die Scheidungspapiere unterschreiben. Mein Vertrauen in unsere Beziehung wäre hin.
Ich hoffe meine Worte sind nicht zu krass, ich meine das auf keinen Fall anprangernd gegn dich, sondern ganz allgemein.
Alles Gute für die Entbindung!
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Also er IST der rechtliche Vater und da fragt auch keine Sau nach, geschweigedenn ein Amt *g* Er kann/muss nichts anerkennen und alle Kinder die Du in der Ehe bekommst sind rechtlich seine, selbst wenn sie gelb grün kariert sind und behaupten vom Planeten Blups zu kommen *ggg*
Aber wenn Du Dir nen Spaß gönnen willst, lass ihn bei Gericht mal einen Antrag stellen auf Feststellung der Vaterschaft mit der Begründung, er will es nur grade eben wissen obwohl er keinen Grund zum Zweifel hat. Die Abfuhr könnte Spassig sein *gg*
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@Felidae: er schrieb mir vorhin eine Email dass er das jetzt auch alles weiß da er heute beim Standes-/Jugendamt angerufen hat. Da bin ich ja mal gespannt was er nachher erzählt was die gesagt haben.... haben sich wahrscheinlich auch gut schlappgelacht.....
Vielen lieben Dank jedenfalls für eure Hilfe! Da ist mir jetzt echt ein Stein vom Herzen geplumpst, und der Tag ist gerettet. ;-)
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also wenn mir mein Mann mit sowas kommen würde, gäbs wohl den größten Ehekrach aller zeiten hier, weil dann kann er sich genauso gut von mir trennen, wenn er eh nicht glaubt, dass das Kind von ihm ist.. Jungejunge :scratch.:
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Es beruhigt mich wenn du das so sehen kannst und ich wünsche euch wirklich alles erdenklich Gute!
Eine wunderschöne Kennenlernzeit mit dem Würmchen. Wenn er das Kleine ertsmal auf dem Arm hat wird er eh hin und weg sein.
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Er meint eben z. B., dass er dafür wäre, dass bei ALLEN Kindern grundsätzlich ein Vaterschaftstest gemacht werden sollte, um die für den Mann nun mal vorhandene Nicht-Sicherheit auszuschließen. Wenn dem hier in Deutschland so wäre hätten wir die Diskussion eben gar nicht. Es gab letztes Jahr mehrere Male dieses Thema auch in der Presse, und angeblich sind 10 % aller Kinder (laut einem Artikel, den er gelesen hat, und das war nicht die BILD-Zeitung) Kuckuckskinder. Das kann ich mir in dem Maß nun wiederum nicht vorstellen, aber egal; dass es vorkommt ist mir klar. Das hat dann auch nix mehr mit Anti-Romantik oder sowas zu tun; wenn Vätern Kinder untergejubelt werden die nicht von ihnen sind ist das nun mal inakzeptabel, das sehe ich auch so.
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So etwas Wichtiges wie ein Kind miteinander zu bekommen hat so viel mit Vertrauen zu tun. Und das nunmal die Frauen die Kinder bekommen, tja...würden sich manche Frauen vielleicht auch lieber andersherum wünschen, ist aber nunmal so.
Du mußt ihm ja auch vertrauen in so vielen Dingen. Daß er nicht mit einer anderen Frau auf dem Schreibtisch liegt, euch nicht in kriminelle Sachen reinbringt... Wo fängt das an und wo hört das auf? Aber das führt jetzt auch zu weit.
Wie gesagt, ich wünsche euch nur Gutes.
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Ich habe meinen Mann mal gefragt und er war eher geschockt das ich sowas frage. Er hat noch nie darüber nachgedacht das die beiden nicht seine Kinder sein könnten, für ihn ist das so klar wie mir ;-).
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Und für mich is das auch nicht nur ne "Marotte" sondern eben fehlendes Vertrauen und das würd mir schon zu schaffen machen, ich hätte da wohl sehr wenig Verständnis, er unterstellt dir ja prinzipiell, dass du ihn anlügst, wenn du sagst er wäre der Vater.
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