schon wieder Ungeziefer-Invasion

LenchenLenchen

4,118

bearbeitet 27. 06. 2004, 13:37 in Plauderecke
Ich weiß nicht, eigentlich sind die Zustände bei uns gar nicht so schlimm, aber wir werden schon wieder heimgesucht... :roll:
Diesmal sind es kleine schwarze Käfer. Etwa 40 - 50 saßen heute morgen vor den Küchenfenstern. :nervoes: Sie sind etwa 2-3 mm klein, recht kugelig. Sie können fliegen, scheinen es aber nur im Notfall zu tun, denn wenn man sie von der Scheibe wischt, krabbeln sie wieder rauf, statt zu fliegen. Von der Fliegenklatsche zeigen sie sich unbeeindruckt, man muss sie schon mit dem Stiel bearbeiten, und sie müssen knacken, sonst stehen sie wieder auf.
Ich hab keine Ahnung, wo sie herkommen. Ich hab in allen Schränken nachgesehen und alle offenen Lebensmittel untersucht - keine Käfernester, sie sind nur an den Fenstern.
Weiß jemand, was das für Käfer sein könnten, wo sie herkommen, und vor allem, was ich dagegen tun kann???

Kommentare

  • MimiMimi

    1,643

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    ihhh - das erinnert mich an meine Kakerlakenzeiten. Ohne witz - ich mußte ein halbes Jahr mit den Viechern leben. Und nicht etwa, weil mir keienr geholfen hätte - es war mir schlichtweg zu peinlich. War damals der Meinung, daß jeder glauben würde, bei mir wäre es nicht sauber....

    Gott sei Dank bin ich dann mit meinem Mann zusammengezogen - hat man die Viecher nämlich im GEmäuer ist auch der Kammejäger nur eine zwischendurch-Lösung.

    Leider kann ich Dir aber zu Deinem Problem nicht helfen - sorry, aber die Erinnerung überkam mich gerade....
  • GoldSevenGoldSeven

    3,151

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Fruchtfliegen sind--oder eine Unterart davon, die etwas kugeliger und käferiger aussieht.

    Die haben wir im Sommer auch oft. Sie werden angelockt von Obst, aber auch Essensresten aller Art, sogar ausgespülte in der Spüle stehende Teller, die man noch nicht mit Reiniger abgewaschen hat. Feuchtigkeit scheinen sie auch zu mögen. Meine Eltern haben davon mal ein echtes Nest in einer alten Packung Knäckebrot in der Schublade gefunden. Katzen- und Hundefutter ist auch ganz toll, auch Pflanzen auf der Fensterbank scheinen sie zu mögen.

    Ich würde erst mal gucken, ob die bei euch so ein Nest haben. Wenn nicht, einfach wenig offen stehen lassen, alles schnell verbrauchen, alles schnell abwaschen. Ansonsten übertragen sie aber, soweit ich weiß, keine Krankheiten. Manchmal habe ich gegen die Viecher auch schon Paral gerpüht, dann ist erstmal ne Weile Ruhe... Aber im Sommer hat man davon fast immer welche.
  • jauchzerlejauchzerle

    6,272

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Die Hauptart ist der Messingkäfer, die schwarzen heißen Kugelkäfer, sind aber das gleiche.
    Messingkäfer (Niptus hololeucus) 
     
    Messingkäfer gehören zur Gruppe der Materialschädlinge. Die spinnenartigen Käfer wirken auf die meisten Menschen ekelerregend. Messingkäfer sind fressgierig und schädigen u. a. Textilien. Dadurch können nicht unerhebliche Schäden entstehen.

    Aussehen:
    Die Käfer sind 2,5 bis 5 mm lang und von spinnenartiger Gestalt. Sie sind messingfarben aufgrund der dichten Behaarung, haben lange Beine mit keulig verdickten Schenkeln und einen stark aufgewölbter Hinterleib. Der Halsschild ist abgerundet und verbirgt den Kopf darunter. Die deutlich gegliederten Fühler sehen fast wie Laufbeine aus. Die Käfer sind flugunfähig.
    Nach dem Schlüpfen sind die Larven 1,5 mm lang. Ausgewachsen erreichen sie 5 bis 7 mm. Sie sind engerlingsartig gekrümmt, tragen 3 Brustbeinpaare und spärlich behaart. Ihre Färbung ist anfangs blau weiß, später gelblich mit hellbrauner Kopfkapsel.
    Die Puppen liegen im gesponnenen Kokon und sind 3,4 bis 5,4 mm lang, weißlich, später elfenbeinfarben.

    Entwicklung:
    Bis zu 200 Eier legt das Weibchen bei günstigen Verhältnissen ab: Im Normalfall sind es 100 bis 150. Die Legeperiode dauert mehrere Monate, die Eiruhe ca. 14 Tage. Das Larvenstadium mit 2 bis 3 Häutungen dauert ca. 75 Tage.
    Die Umwandlung zum Käfer erfolgt in gesponnenen Kokons. Die Puppenruhe dauert ca. 15 Tage. Danach ruht der Käfer noch 18 Tage im Kokon. Die gesamte Entwicklungsdauer beträgt ca. 4 Monate.
    Die herumvagabundierenden Käfer leben dann noch ca. 5,5 Monate. Es gibt 1 bis 2 Generationen pro Jahr. Bei günstigen Verhältnissen erfolgt in ca. 5 Wochen eine Bestandsverdoppelung.
     
    Vorkommen und Bedeutung:
    Messingkäfer haben ein weites Nahrungsspektrum. Als Nahrung dienen den Käfern und Larven z.B. Getreide, alle Getreide- Produkte, Heu, Stroh, Samen, Drogen, Trockenfrüchte, Kakao, Tapetenkleister, Häute, Felle, Leder und Wollabfälle. Aber auch Knochen, tote Insekten, Kot von Ratten und Mäusen werden nicht verschmäht.
    Besonders bei Massenvorkommen in Wohnräumen wirkt der Messingkäfer in hohem Maße ekelerregend. er beeinflusst so Wohlbefinden und Gesundheit des Menschen. Kein Wunder, denn er ist dann wirklich überall anzutreffen. In Wäsche, Geschirr, Schwämmen, Bürsten, Lampen oder gar an frischem Brot und anderen Lebensmitteln.
    Achtung bei Textilien! Umherwandernde Käfer sind sehr fressgierig und benagen auch Stoffe, die für ihre Ernährung unbrauchbar sind. Dabei entwickeln sie eine Vorliebe für Textilien. Es sind erhebliche Schäden möglich!
    Mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen pflegen Messingkäfer die Fasern vor dem Zernagen aus dem Gewebe herauszuziehen. Dadurch entstehen in dünneren Stoffen Löcher von meist rundlicher Form, zuweilen mit ausgefressenen Rändern. An starken Geweben fressen Messingkäfer gewöhnlich nur die abstehenden Fasern, so dass an diesen Stellen das Grundgewebe freigelegt wird.
    Die Einschleppung des Messingkäfers erfolgt meist mit Waren. Seltener ist die Zuwanderung aus Nachbarhäusern, Ställen, Vogel- oder Wespennestern, Bienenstöcken usw. Messingkäfer sind lichtscheu und ruhen tagsüber in Ritzen, hinter Sockelleisten, Vorhängen, Tapeten, Türrahmen, Bildern, unter Fußmatten und Teppichen.

    Gegenmaßnahmen:
    Die Käfer entwickeln sich hauptsächlich in alten Häusern unter der Fußbodendielung in der sogenannten Fehlbodenfüllung. Diese besteht in alten Gebäuden aus organischem Material, welches von den Käfern zur Entwicklung genutzt werden kann. Deshalb muss die Bekämpfung der Tiere auch dort, an ihrem Entwicklungsort, stattfinden. Die Maßnahmen müssen umfassend sein und das gesamte Haus erfassen. Sie sind aufwendig und langwierig und können nur von Fachbetrieben durchgeführt werden.
    Quelle: Schädlinge-online.de
    Messingkaefer.JPG
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    boaaah Barbara, das Foto hätte jetzt aber nisch sein müssen *schüttel* :lol::lol::lol:
  • jauchzerlejauchzerle

    6,272

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    :grin: Soll ichs wieder rausnehmen?
    Aber ihr wart vorgewarnt, da stand, die sind eklig ;-)
  • LenchenLenchen

    4,118

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Vielen Dank für eure botanische Hilfe! Oder nee, wie nennt man das denn bei Insekten? Meine Mutter konnte das Rästel gestern abend glücklicherweise lösen: Die Viecher kamen wohl aus den Rosen, die sie mir vorbeigebracht hatte (obwohl ich die extra ausgeschüttelt hatte auf meiner Käfer-Herkunfts-Safari, aber da waren sie wohl schon alle ausgezogen :traurig04:). Nachdem ich gestern immer mal wieder ein paar am Fenster zerquetscht habe, sind heute auch keine neuen mehr da. *puuh!*
    Und ich bin sehr froh, dass es nicht Barbaras Ekelkäfer waren!! :nervoes: Meine sahen für Käfer-Verhältnisse eigentlich ganz niedlich aus. :razz:
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Ja, es gibt auch niedliche Käfer. Wie z.B. Karl unser Terassenkäfer, der jetzt schon bestimmt 4 Wochen einsam sein dasein hier fristet :lol:

    Karl.jpg
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    dein karlchen ist eine feuerwanze
    Die Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus)

    Bereits im zeitigen Frühjahr, an warmen Tagen ab Mitte März, kann man die lebhaft rot-schwarz gefärbten Feuerwanzen in Gärten und Parks oft in großer Zahl antreffen. Die adulten Tiere, verlassen dann ihre Überwinterungsquartiere im Boden und bereiten sich auf die Fortpflanzungszeit von April bis Mai vor.
    Gärtnerische Sorgen um die schädliche Wirkung der schönen Wanzen sind trotz ihres gelegentlich massenhaften Auftretens unbegründet. Sie sind zwar Phytophagen, ernähren sich also von Pflanzensäften, doch ihre bevorzugte Nahrung sind die abgefallenen Samen von Linden und Malven, an denen sie saugen.
    Grund genug, sich weniger über die Bekämpfung dieser zoologischen Bereicherung unserer europäischen Lebensräume Gedanken zu machen, als sich vielmehr etwas mit der interessanten Biologie dieser Art zu beschäftigen, die schon seit langer Zeit auch im Brennpunkt wissenschaftlichen Interesses steht.

    quelle: Armin Konrad
  • lilalila

    2,943

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Und täglich, wenn ich in der Plauderecke vorbeischau, muss ich schmunzeln wegen der Schädlings-INVERSION im Titel des Beitrags.

    Wie siehts aus, wenn Käfer sich "invertieren", kehren sie ihr Innerstes nach aussen oder drehen die sich einfach um?
    :smile:
  • stella_azurstella_azur

    3,009

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    wir haben die feuerwanzen zu tausenden, manchmal einen ganzen teppich an der linde vorm haus.

    sind possierliche tierchen, war nie einer im haus, der freund meiner schwiegermutter wollte sie mit kochendem wasser übergießen! nicht mit mir! :twisted:
  • LenchenLenchen

    4,118

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    lila schrieb:
    Und täglich, wenn ich in der Plauderecke vorbeischau, muss ich schmunzeln wegen der Schädlings-INVERSION im Titel des Beitrags.
    :oops: Kam mir gleich so komisch vor, das Wort. :oops: Hab es extra noch mal bei google eingegeben (Weg zum Duden im Regal war zu lang...), und da es so viele Ergebnisse gab, dachte ich, es wär wohl richtig... :rotwerd02:
  • bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Lenchen, das macht nix... ;-)
  • AnonymousAnonymous

    59,500

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    ich habs zu einer invasion gemacht ;-)

    lenchen du kannst im nachhinein beiträge mit icon_edit.gif korrigieren und ergänzen :!:
  • LenchenLenchen

    4,118

    bearbeitet 30. 11. -1, 02:00
    Auch den Titel? Ist mir noch nie aufgefallen. Obwohl's schon logisch ist... :fies02:
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