Bessere Aufklärung bei Pränataldiagnostik gefordert

(dbp/cwr) Werdende Eltern sollten umfassend über die Chancen, aber auch über die Tragweite von pränataler Diagnostik aufgeklärt werden. Das fordert die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) auf ihrer Internetseite www.degum.de. Anlass für diesen Appell an die Gynäkologen ist einerseits eine Untersuchung von Wissenschaftlern der Universität Basel, die gezeigt hat, dass es um das Wissen von Schwangeren über das so genannte Ersttrimesterscreening nicht zum Besten bestellt ist. Die Forscher um Dr. Sibil Tschudin hatten 60 werdende Mütter zwischen der siebten und der zehnten Schwangerschaftswoche direkt nach ihrem Frauenarztbesuch befragt. Ergebnis: Lediglich ein bis zwei Drittel wussten die richtigen Antworten auf die Wissensfragen – und das, obwohl sie vorher beraten worden waren. Grund für die eingangs erwähnte Forderung sind andererseits die neuen Mutterschaftsrichtlinien, die voraussichtlich im Sommer 2012 in Kraft treten. Demnach sollen alle Schwangeren zwischen der 19. und der 22. Schwangerschaftswoche Anspruch auf ein erweitertes Ultraschall-Screening haben. „In diesem Zusammenhang ist uns auch das Thema Beratung ein Anliegen“, sagt Professor Annegret Geipel, Vorstandsmitglied der DEGUM. Vor allem Frauen mit Migrationshintergrund würden die Dimensionen der Untersuchungen nur bedingt verstehen. Doch auch manchen deutschen Frauen fehle das Wissen um die Möglichkeiten und die Konsequenzen, die die pränatale Diagnostik mit sich bringe. Hier sei der Arzt gefragt. Seine Aufgabe sei es, „den Betroffenen die Kompetenz zu einer informierten Entscheidung zu vermitteln“, so Geipel. Die Schwangere müsse sich im Klaren darüber sein, wie aussagekräftig eine Untersuchung ist, welche Ziele sie hat und welche Folgen das Ergebnis für die weitere Schwangerschaft haben kann. „Wichtig ist dabei nicht nur, dass die Beratung umfassend erfolgt, sondern dass sich der Arzt auch mit dem nötigen Einfühlungsvermögen versichert, dass die Botschaft angekommen ist“, sagt die Professorin.

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