Kindernothilfe fordert zum Weltspieletag:

Zum Weltspieletag am 28. Mai fordert die Kindernothilfe das Recht auf Spiel für alle Mädchen und Jungen ein. Gerade Kinder, die unter Missbrauch und Ausbeutung, unter Gewalt und den Folgen dramatischer Armut leiden, brauchen das freie Spiel für ihre Entwicklung. Mit der Aktion „Anpfiff für das Recht auf Spiel – Ausbeutung stoppen“ macht die Kindernothilfe anlässlich des Weltspieletages und im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft auf dieses verbriefte Kinderrecht aufmerksam.
„Jedem Kind ist die Neugier und die Lust zum Spiel angeboren, aber weltweit dürfen hunderte Millionen Mädchen und Jungen ihre Zeit nur selten frei gestalten“, erklärt Dr. Jürgen Thiesbonenkamp, Vorstandsvorsitzender der Kindernothilfe. „Statt zu spielen, ein bisschen Muße für sich selbst zu haben oder sich sportlich zu betätigen, müssen sie arbeiten und um ihr tägliches Überleben kämpfen.“ So schuften weltweit 85 Millionen Kinder und Jugendliche unter unzumutbaren Bedingungen in Minen und Fabriken, auf Feldern und Schiffen, in Haushalten und Steinbrüchen. Armut ist meist die Hauptursache dafür: Wenn die Eltern krank oder ohne Arbeit sind oder wenn die Ernte ausfällt, dann müssen die Kinder Geld verdienen. Zeit zum Spielen oder für die Schule bleibt da meist nicht.
Dabei kann das Spiel entwicklungspsychologisch entscheidend für die frühkindliche Selbstfindung und die spätere Sozialisation sein. So werden beim Spielen beispielsweise Wahrnehmungsleistungen, motorische Fertigkeiten und Intelligenzleistungen erworben. „Das Recht auf Spiel wird oft unterschätzt“, so Jürgen Thiesbonenkamp. „In unseren Projekten achten wir natürlich sehr auf die Gesundheit der Kinder, auf Hygiene, gute Ernährung und die Vermittlung von Wissen. Andererseits fördern wir aber auch ganz aktiv die geistig-seelische Entwicklung der Mädchen und Jungen – eben auch durch spielerische Angebote. Nur wenn die Kinder zu starken Persönlichkeiten werden, können wir ihnen den Weg in ein selbstbestimmtes Leben ebnen.“
Die Kindernothilfe ruft Gruppen in ganz Deutschland dazu auf, mit einer eigenen kleinen Aktion auf das Recht auf Spiel aufmerksam zu machen. Mit Bällen und Trillerpfeifen zeigen die Teilnehmer öffentlich, dass die weltweite Ausbeutung von Kindern dringend unterbunden werden muss. Daher skandieren die Teilnehmer in den Wochen vor der Fußballweltmeisterschaft: „Anpfiff für das Recht auf Spiel – Ausbeutung stoppen!“
Weitere Informationen unter www.kindernothilfe.de

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