Seit 20 Jahren:
Das Evangelische Amalie Sieveking-Krankenhaus in Hamburg feiert am 10. Januar 2015 ein besonderes Jubiläum:
Das Haus wurde 1995 als die erste Geburtsklinik in Deutschland als „Babyfreundlich“ anerkannt und führt seit 20 Jahren das internationale Qualitätssiegel von WHO und UNICEF. Geburts- und Kinderkliniken mit dieser Auszeichnung setzen sich ganz besonders für die Bindungs- und Stillförderung ein und müssen dies auch nachweisen.
Nach einem Erstgutachten wird alle drei Jahren überprüft, ob „Babyfreundliche“ Kliniken die internationalen Standards weiterhin erfüllen. Das Ev. Amalie-Sieveking-Krankenhaus hat als die erste Babyfreundliche Geburtsklinik der weltweiten WHO/UNICEF-Initiative in Deutschland den Weg geebnet. Inzwischen haben sich 132 Geburts- und Kinderkliniken der Initiative angeschlossen, von denen 86 als Babyfreundlichen anerkannt sind.
„Der damalige Chefarzt Dr. Wolfram Czopnik sorgte Mitte der neunziger Jahre dafür, dass die Geburtshilfe im Evangelischen Amalie-Sieveking-Krankenhaus auf die Bedürfnisse der werdenden Eltern und jungen Familien ausgerichtet wurde. Er ließ sich durch die anfänglichen Vorbehalte gegenüber der WHO/UNICEF-Initiative nicht beirren und führte einen fortschrittlichen Betreuungsstandard ein“, so Chefarzt Dr. Wolf Lütje. Beispielweise ermöglichte das Haus es den Eltern schon damals, rund um die Uhr mit ihrem Neugeborenen zusammen zu sein.
Die Neuausrichtung war die entscheidende Voraussetzung dafür, dass die Klinik 1995 als erste Geburtsklinik in Deutschland als `Babyfreundlich´ ausgezeichnet werden konnte. „Auch heute noch stehen wir voll hinter der Familienorientierung, die durch das Qualitätssiegel `Babyfreundlich´ zum Ausdruck gebracht wird. Als internationales Erfolgsrezept für Bindungsförderung u nd Stillen ist `Babyfriendly´ heute wichtiger denn je“, betont Dr. Lütje.
1991 haben die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF die „Babyfriendly Hospital Initiative“ (BFHI) ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Eltern-Kind-Bindung und das Stillen zu fördern. Weltweit gibt es über 21.000 Babyfreundliche Krankenhäuser in über 150 Ländern.
In Entwicklungsländern leistet die Initiative einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Säuglingssterblichkeit. Wenn Kliniken die Kriterien der WHO/UNICEF-Initiative nachweislich in ihrer Routine umgesetzt haben, erhalten sie das Qualitätssiegel „Babyfreundlich“. Babyfreundliche Einrichtungen sind auch an der Auszeichnungsurkunde von WHO und UNICEF mit dem Picasso-Motiv „Maternité“ zu erkennen. Für werdende Eltern ist dies eine wertvolle Orientierungshilfe bei der Auswahl einer geeigneten Klinik. In Deutschland sind 132 Geburts- und Kinderkliniken Mitglied der Initiative, 86 davon sind als „Babyfreundlich“ zertifiziert. Nach aktuellen Studien begünstigen sie die Mutter-Kind-Bindung.